St. Petersburg

Donnerstag, 14. Juni 2018

Wetter: am Morgen:14°; tagsüber 20°, abends: 17°; wechselhaft bewölkt

Offizielles Tagesprogramm:

07.30Uhr - 8.30 Uhr >> Frühstücksbuffet im Restaurant

08.30 Uhr >> Abfahrt mit dem Bus zur Stadtbesichtigung. Wir lernen St. Petersburg kennen und besuchen die Peter-und-Paul-Festung. Audiosysteme nicht vergessen!

13.00 Uhr >> Mittagessen im Restaurant "1913" im

Zentrum der Stadt

ca. 14.30 Uhr >> Besichtigung der Isaakskathedrale

Gegen 17.15 Uhr >> Rückkehr an Bord

Das Abendessen findet ab 17.45 Uhr statt; die Teilnehmer werden dazu in Gruppen eingeteilt, je nachdem, welche Abendveranstaltung (auf freiwilliger Basis, nicht im Reisepreis inkludiert) besucht wird.

 

Zunächst wieder einige Streckeninformationen: Nach dem Ablegen von Mandrogi haben wir unsere Fahrt auf dem Fluss Swir fortgesetzt und gegen 14.00 Uhr des gestrigen Tages die Untere Swir Schleuse passiert. Vor dem Abendessen am gestrigen Abend haben wir den Ladago See erreicht.

Der Ladago See ist mit einer Breite von 130 km und einer Länge von 219 km der größte See Europas. Er ist 34 mal so groß wie der Bodensee!! Er wird von 30 Zuflüssen gespeist. Zur Orientierung der Schiffe auf dem See dienen 7 Leuchttürme. Der Ladago See ist von unschätzbarer Bedeutung für die Millionenstadt St. Petersburg, da er die Wasserversorgung der Stadt sichert. Im Ladago See navigieren die Schiffe unter Meeresbedingungen. Das mag gefährlich klingen, doch ist die Überfahrt normalerweise recht glatt. Unser Schiff ist ein Schiff des Fluss-See-Typs und kann Seen befahren, wo die Wellen bis 3 m erreichen können.

Schlüsselburg an der Einfahrt zur nur 74 km langen Newa passieren wir in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages ( ca. 0.00 Uhr bis 2.00 Uhr). Voraussichtlich wird unser Schiff vor der Ankunft in der Nacht ein paar Stunden im Fluss Newa auf Reede liegen, um den Schiffsverkehr vom Finnischen Meerbusen passieren zu lassen. Im Südosten der Stadt St. Petersburg gibt es in der Nähe der Wolodarskier Brücke zwei Häfen für Flussschiffe, die ca. 2,5 km auseinander liegen: "Retschnoj Waksal" am linken, südlichen Newa-Ufer und "Soljanoj" am rechten nördlichen Newa-Ufer. Die M/S Rossia legt am "Soljanoj" Anleger an.

Zu den Abendveranstaltungen: Julia, unsere Reiseleiterin, hat ganz entscheidend dazu beigetragen, dass unser Aufenthalt in St. Petersburg zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde! So bot sie für den heutigen Abend diverse Theater und Konzertveranstaltungen an, zu denen wir uns an den beiden letzten Tagen anmelden konnten. Folgende Abendveranstaltungen (als Extra-Leistungen, die nicht im Reisepreis inkludiert waren) wurden jeweils gebucht:

1. Ballett "Giselle" A. Adam im Michailowskij Theater - Preis 60 Euro/Person

2. Ballett "Schwanensee" P. Tschaikowsky im Alexandrinski Theater - Preis 100 Euro/Person

3. Symphoniekonzert - Symphonieorchester "Kapella" , K, Nielsen "Helios", S. Rachmaninow "Klavierkonzert Nr. 2, A. Bruckner "Symphonie Nr. 1" - Preis 20 Euro/Person

Dazu kommen jeweils die entsprechenden Taxifahrten: 20 €/Person

Zum Tagesprogramm:

St. Petersburg diente über 2 Jahrhunderte als Hauptstadt des Zarenreichs und wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet. Die Stadt gilt auch heute als das kulturelle Zentrum Russlands. Es gibt so viel zu sehen, dass wir das mit Sicherheit nicht in 2 Tagen bewältigen können, sondern uns auf die wichtigsten Highlights beschränken. Pünktlich um 8.30 Uhr startet unser Bus zur ersten Besichtigungstour. Das Wetter ist sonnig und warm! Und der Verkehr in der Stadt steht dem in Moskau in keiner Weise nach! Vor allem von Ende Mai bis Anfang Juli ist die Stadt wegen der "Weißen Nächte" sehr begehrt und das spüren wir bei all unseren Fotostopps. Außerdem steht St. Petersburg während unseres Besuches ganz im Zeichen der Fußball Weltmeisterschaft 2018.

HaseninselUnser erstes Ziel ist die Peter-und-Paul-Festung, das historische Zentrum der Stadt. Sie liegt auf der Haseninsel in der Newa und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Haseninsel ist die kleinste aller Inseln Sankt Petersburgs. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts war das Binnen-Eiland noch unbewohnt, überwiegend Sumpfland und ein beliebtes Gebiet für die Jagd auf Hasen. Dies alles änderte sich schlagartig mit dem Bau der Peter-und-Paul-Festung, der im Mai 1703 begann. Peter der Große wollte mit dem Bauwerk die Newa-Mündung und damit das Land strategisch gegen das feindliche Schweden absichern. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde Sankt Petersburgs.

Die Peter-und-Paul-Festung ist sozusagen der Petersburger Kreml, der von Touristen meistbesuchte Ort der Stadt. Auf alle Sehenswürdigkeiten werde ich nicht näher eingehen, da man dies in zahlreichen Büchern und auch im Internet bei Bedarf mühelos nachlesen kann. Deshalb nur kurze Anmerkungen.

Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel

Peter und Paul Festung

Auf dem Gelände der Festung befindet sich die von 1713 bis 1732 gebaute Peter-und-Paul-Kathedrale, in deren Innenraum sich die Grablege der Romanow-Zaren von Peter dem Großen bis hin zu Nikolaus II. befindet mit Ausnahme Peters II., der in Moskau beigesetzt wurde. Auch Verwandte der Zarenfamilie, z.B. Großfürsten, wurden hier beigesetzt. 1998 fand die Beerdigung des Zaren Nikolaus II. und seiner Familie statt, die 1918 in Jekaterinburg erschossen wurden.

Grabmal Nikolaus II., seiner Frau Alexandra Fjodorowna und ihrer Kinder

Grabmal der Romanows

Das prunkvolle Innere der Kathedrale mit seinen Marmorsäulen, Deckenverzierungen, Kristallüstren und vergoldeten Ikonen ist sehr beeindruckend.

Der 122,5 m hohe Glockenturm mit der vergoldeten Turmspitze, die von einer Wetterfahne in Form einer Engelsfigur gekrönt ist, war seinerzeit das höchste Gebäude Russlands. 1720 wurde auf dem Glockenturm der Kathedrale eine Glockenspieluhr mit 35 Glocken angebracht, die Peter I. in Amsterdam erworben hatte, die aber 1756 während eines Feuers zerstört wurde.

Die Peter-und-Paul-Festung war nie Ziel von Kampfhandlungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verwandelte sich die Festung in ein politisches Gefängnis. Im April 1849 wurde eine Gruppe Revolutionäre, darunter auch der 28-jährige Fjodor Dostojewskij in die Festung gebracht. Zum Tode verurteilt, wurde er wenige Sekunden vor der Vollstreckjung des Urteils zu einer vierjährigen Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt.

Peter der Große1992 wurde auf dem Platz vor der Hauptwache ein Denkmal für Peter den Großen aufgestellt, das der Bildhauer Michail Schemjakin der Stadt schenkte. Diese Gestalt löste viele Diskussionen aus, da sie den traditionellen Vorstellungen von Peter dem Großen als Reformer, Soldat und Seemann, Zimmermann und Schmied keineswegs entsprach. Doch je länger das Denkmal in der Festung steht, desto vertrauter scheint es den Petersburgern zu werden.

Unser Mittagessen nehmen wir heute im Restaurant "1913" ein, ein sehr schönes Restaurant mit einer zauberhaften Atmosphäre, die einen in das Russland des frühen 20. Jahrhunderts zurückversetzt. 

Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Isaakskathedrale, die man fast von der ganzen Stadt aus sehen kann. Sie wurde 40 Jahre lang (1818 - 1858) gebaut und sie ist mit 101,5 m Höhe das viertgrößte Kuppelgebäude der Welt (neben St. Peter in Rom, St. Paul in London und Santa Maria del Fiore in Florenz). Der Bau erforderte enorme Geldsummen und Hunderttausende von Arbeitern. Ihren Namen führt die Kathedrale nach dem byzantinischen Mönch Isaak von Dalmatien, der als Schutzpatron Peter des Großen galt. Die Inschrift: „Petro Primo Catarina Secunda“, übersetzt „Für Peter den Ersten von Katharina der Zweiten“ ziert den Haupteingang.

Isaakskathedrale

Innen und außen schmücken das Gebäude zahlreiche Skulpturen und Reliefs. Im Innern beeindruckende üppige Vergoldungen, eine Vielfalt von Marmorarten und eine Fülle von Mosaiken und Malereien.

Der Rückweg zum Schiff führt über den Newski Prospekt, die wichtigste Straße der Stadt, die gesäumt ist von einer Vielzahl berühmter historischer Gebäude, so das Singer Gebäude (Newski 28), der Feinkostladen Jelissejew (Newski 56) und die Anitschkow Brücke (Newski 39 und 41), die vor allem wegen ihrer vier berittenen Reiter, die als Bronzestatuen das Bauwerk verzieren, berühmt ist. Am morgigen Tag werden wir etwas freie Zeit haben, um uns hier umzuschauen.

Gegen 17.00 Uhr sind wir zurück an Bord und werden schon um 17.45 Uhr zusammen mit 3 weiteren Reiseteilnehmern abgeholt zur Abendveranstaltung. Wir haben uns als Klassikliebhaber für das Symphoniekonzert entschieden, das um 19.00 Uhr beginnt und in der Konzerthalle der Cappella stattfindet. Rückkehr gegen 22.45 Uhr.