Goritzy/Kirillow

Montag, 11. Juni 2018

Wetter: am Morgen:12°, wechselhaft; am Tage:14°, bewölkt, am Abend: 15°, bewölkt

Offizielles Tagesprogramm:

07.30Uhr - 9.00 Uhr>> Frühstücksbuffet im Restaurant

ca. 10.20 Uhr >> M/S Rossia macht an dem dörflichen Anleger Goritzy fest

10.30 Uhr >> Beginn der Fahrt zum Kirillow-Kloster

Zur Bushaltestelle geht man vom Schiff ca. 100m. Die Busse fahren vor, sobald die Gruppen komplett sind. Festes Schuhwerk erforderlich: Im Kirillow Kloster ist ein Teil der Wege mit altem groben Kopfsteinpflaster ausgelegt.

13.45 Uhr >> Alle Passagiere an Bord! M/S Rossia nimmt Kurs auf die Museumsinsel Kishi (375 km)

13.45 Uhr >> Mittagessen im Restaurant

Danach Zeit zum Entspannen

16.00 - 17.00 Uhr >> Studiosus Treff: Die russische Kirche: Geschichte und Gegenwart mit Julia Smilga

17.00 - 18.00 Uhr >> Im Restaurant: Wodka Degustation und Blini Show Cooking, exklusiv für Studiosus Gruppe

Wir werden in die Geheimnisse des russischen Wodkas eingeweiht, probieren verschiedene Sorten und erfahren auch, wie man richtig russische Blini (dünne Pfannkuchen) macht. Probieren anschließend selbstverständlich!

19.30 Uhr >> Restaurant: Russisches Abendessen

Wir wünschen "Na zdarowje" und "prijatnogo appetita"

Zu diesem Abendessen ist es erwünscht, mit einem russischen Accessoire zu kommen!!

um 21.30 Uhr >> Bunter Wettbewerb Abend "Russische nationale Volksspiele" in der Präsidenten Bar

 

Heute gehen wir den Tag wieder etwas gemütlicher an, wir schlafen länger und genießen dann unser Frühstück.

Pünktlich um 10.20 Uhr legt die M/S Rossia in Goritzy in der Oblast Wologda an. Das Kirillow-Beloserskij-Kloster liegt etwa 7 km von der Anlegestelle des Schiffes entfernt und ist eine der größten Klosteranlagen Russlands. Am Kloster werden wir von einer sehr gut Deutsch sprechenden russischen Reiseleiterin empfangen. Sie begleitet uns durch den ca. 1 1/2 stündigen Rundgang.

Zu dem Gesamtkomplex des Klosters gehören zwölf Kirchen, eine Kapelle, die Kremlmauer mit zehn Türmen, eine Küche, das Refektorium,  Priester- und Mönchsgebäude, zwei Krankenhäuser, ein Kesselhaus und eine Windmühle. 1998 wurde das Kloster in das Verzeichnis russischer Kulturschätze von besonderer Bedeutung eingetragen. Zum Zeitpunkt unseres Besuches wurde die Anlage renoviert, einige Gebäude waren eingerüstet und konnten nicht von innen besichtigt werden.

Kirilklow_kloster
Das Kloster wurde 1397 vom russischen Mönch Kirill gegründet. Er soll auf einem Berg gestanden und ein göttliches Zeichen erhalten haben, an dieser Stelle ein Kloster zu bauen. Schnell wurde das Kloster zu einem der wohlhabendsten und mächtigsten im Reich der Moskowiter - und zum wichtigsten geistlichen Zentrum im Norden von Russland. Selbst die Moskauer Herrscher pilgerten an diesen Ort, weil sie sich von den wundertätigen Mönchen Zuspruch und Hilfe erhofften. Zar Peter der Große besuchte das Kloster 1722 als Pilger und war so begeistert von den Baumeistern, dass er diese zusammen mit den besten Handwerkern nach Moskau holte. Aber schon Anfang des 18. Jahrhunderts hatte das Kloster keinerlei außergewöhnliche Bedeutung mehr. 1919 wurde es verstaatlicht. 1924 wurde es geschlossen und in ein Heimatkundemuseum umgewandelt, die Bibliotheksbestände nach Moskau und St. Petersburg transferiert. Die Ikonen wurden mit denen anderer Klöster zusammengelegt und  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Etwas Landleben genießen wir auf der Rückfahrt zum Schiff. Der Bus setzt uns ein Stück weit vor der Anlegestelle ab, so dass wir ein paar Fotoaufnahmen von kleinen Holzhäusern am Wegrand machen können.

Pünktlich um 13.45 Uhr legen wir ab. Goritzy liegt 635 Flusskilometer von Moskau entfernt. Ca 2 Stunden nach dem Ablegen von Goritzy erreichen wir den "Weißen See". Er befindet sich im westlichen Teil des Gebietes Wologda. Er hat eine Ost-West-Ausdehnung von 45 km. Seine maximale Breite beträgt 33 km, seine Tiefe bis zu 5m. Der See ist sehr fischreich. Hier gibt es Zander, Brassen, Sterlete und Stinte. Mit dem Bau des Wolga-Ostsee-Kanals wurde der Wasserspiegel des Sees angehoben, die Ufer wurden teilweise überschwemmt, wovon tote Bäume an den Ufern zeugen. Der Grund des Sees ist flach und sandig. Dieser helle, fast weiße Sand gab dem See seinen Namen - der Weiße See.

versunkene_kirche_bei_goritzyBei der Einfahrt (15.45 Uhr) sehen wir in Fahrtrichtung rechts eine Kirchenruine im Wasser stehen.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist die Wodka Degustation und das Zubereitenwodka_degustation der russischen Blinis.

Zunächst zum Wodka. Hier gilt es einiges zu lernen, zumindest für so unerfahrene Wodkatrinker wie wir.

Wodka, das russische Nationalgetränk, trinkt man nie alleine und es wird auch nie als Longdrink oder gemischt mit anderen Getränken serviert. Wodka trinkt man pur! Und man kippt ihn auch nicht so hinunter!

Fazit: Wodkatrinken will gelernt sein! Denn in Russland beißt man nach dem Wodka-Genuss gerne in eine Salzgurke, richtig gelesen: In eine Salzgurke. Das ist ein Muss!!  Gern gegessen werden aber auch eingelegte Tomaten, Pilze oder auch Brote mit Dauerwurst und Oliven belegt. Einerseits, um den Geschmack abzumildern, andererseits um nicht so schnell betrunken zu werden. Nur so ist es zu verstehen, dass wir nach insgesamt 4 Wodkaproben noch immer nüchtern waren!

Wodka_beilagenEine weitere Regel heißt: "Trinken ohne Trinkspruch ist Trinksucht". So gehört der Trinkspruch ebenfalls zum Wodkatrinken. Und zum Schluss erfahren wir noch, dass in Russland eine einmal geöffnete Wodkaflasche immer ausgetrunken werden muss. Das hat aber auch historische Gründe: In der Sowjetzeit konnten einheimische Flaschen nicht wieder verschlossen werden.

Wodka eignet sich auch gut als Mitbringsel für zu Hause. Wodka unterscheidet sich vom Kornbrand dadurch, dass er zweimal gebrannt wird und das Destillat noch ein oder mehrere Male gefiltert wird, um Begleitaromen zu entfernen. Die Qualität des Filterprozesses ist entscheidend für die Qualität des Endproduktes. Für den Einkauf gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Preise für eine Halbliterflasche Wodka liegen bei ca. 300 Rubel (=ca. 4 € ) und sind nach oben hin offen. Zu empfehlen - so hören wir - ist eine mittlere Preisklasse ab 600 Rubel (=ca. 8 €) . Als Marken bieten sich an "Flagman", "Russkij Standart", "Beloje Soloto" (weißes Gold), "Pjat osjor" (Fünf Seen) oder "Beluga".

Wodka

Für die Profis bei unserer Wodka Degustation gab es natürlich noch eine Zulage! Und so wurden alle Flaschen ausgetrunken!

Bedienung_russischer_abend

 

Und nun zu den Blinis: Das sind dünne Pfannkuchen. Man serviert sie oft gefüllt oder sie werden zusammengefaltet und in saure Sahne getunkt. Der Schiffskoch hatte den Teig, der aus Weizenmehl, Mich, Hefe, Butter, Sahne, Eier, Zucker und Salz besteht, bereits vorbereitet, so dass die Blinis nur noch gebraten werden mussten.

 

Um 19.30 Uhr wurde ein russisches Abendessen serviert, wobei sich das Bedienpersonal in landestypischem Outfit präsentierte.

"Na zdarowje" und "prijatnogo appetita"

Für die Nimmermüden gibt es zum Abschluss des Tages noch einen Wettbewerbe- Abend "Russische nationale Volksspiele" in der Präsidenten Bar, nicht ganz so unser Ding!