Jaroslawl

Sonntag, 10. Juni 2018

Wetter: am Morgen:9°, bewölkt; am Tage:12°, bewölkt, am Abend: 11°, wechselnd bewölkt

Offizielles Tagesprogramm:

06.30Uhr >> Frühstücksbuffet im Restaurant

08.00 Uhr >> Stadtrundfahrt durch die ca. 600.000 Einwohner zählende altrussische Stadt Jaroslawl

11.45 Uhr >> Alle Passagiere an Bord!

12.30 Uhr >> Mittagessen im Restaurant

14.00 Uhr - 15.00 Uhr >> Studiosus-Treff: Russland im Umbruch: M. Gorbatschow und B. Yelzin mit Julia Smilga

Danach: Zeit zum Entspannen

19.00 Uhr >> Kalinka, Kalinka, Kalinka moja..

Liebhaber des russischen Liedes treffen sich zur zweiten Chorprobe mit Elena und Nicolai

19.30 Uhr >> Abendessen im Restaurant

ab 21.30 Uhr >> Wer Spaß an Bewegung hat: Tanzwettbewerb in der Präsidenten Bar

 

Jaroslawl ist die größte und modernste Stadt am Goldenen Ring. 2005 wurde die Stadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören vor allem das Erlöser-Kloster, die Prophet-Elias-Kirche, die Epiphanias-Kirche.

Wir besichtigen als erstes das Erlöser-Kloster. Hier sind Bauten aus mehreren Jahrhunderten erhalten, die ältesten stammen vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Das sind die Christi-Verklärungs-Kathedrale und das Heilige Tor mit Spähturm. In früheren Zeiten war das Kloster auch ein Zentrum der Kultur: hier befand sich die erste Schule im nordöstlichen Russland. Die Bibliothek besitzt eine Reihe literarischer Raritäten, darunter das weltberühmte Igorlied, ein Heldenepos aus dem 12. Jahrhundert. Der Glockenturm kann bestiegen werden und bietet eine schöne Sicht über die Stadt. Wir haben das Glück, einem Glockenspieler für einige Minuten zuhören zu können.

Christi-Verklärungs-Kathedrale (links) und Kirche der Jaroslawler Wundertäter

Christi Verklärungskathedrale Jaroslawl

Unser nächster Weg führt uns zur Mariä-Entschlafens-Kathedrale, das größte Gotteshaus Jaroslawls. Errichtet wurde die Kathedrale zwischen 1215 und 1219. Einen schönen Blick auf die Kathedrale haben wir vom Denkmal für die kommunistischen Opfer des Bürgerkrieges, das am Massengrab im Juli 1958 zum 40. Jahrestag der Zerschlagung der Konterrevolution errichtet wurde.

Mariä_Entschlafens_kathedrale


Als die schönste Kirche Jaroslawls gilt die Prophet-Elias-Kirche, die im Mittelpunkt der Altstadt auf einem riesengroßen Platz steht. Sie wurde von einer reichen Kaufmannsfamilie in Auftrag gegeben, die Zobel und andere Pelze an den Zaren Hof lieferte. Fresken im Inneren der Kirche zeigen das Leben des Propheten Elias.

prophet elias-kirche jaroslawl

Wappen_jaroslawl

Uferpromenade_jaroslawl

Nach der gemeinsamen Besichtigung der Kathedralen bleibt noch Zeit für einen Spaziergang durch Jaroslawl. Wir gehen bis zum Wolgaufer und sehen hier die Landzunge der Wolga mit dem riesigen Stadtwappen. Die Legende verknüpft die Gründung der Stadt mit Jaroslaw dem Weisen. Jaroslaw kam mit seinem Gefolge an das Wolgaufer und vollzog eine Tat, die von den ansässigen Heiden als Bekräftigung einer neuen, unbesiegbaren Macht verstanden wurde: er tötete mit einem Kriegsbeil eine Bärin, die Verkörperung der Urmutter. Fortan bekam die Bärin ihren Platz auf dem roten Feld des Wappens des Fürstentums von Jaroslawl - auf dem Bild rechts als Blumendekoration an der Uferpromenade. Eine kurze Stippvisite in einem Supermarkt beendet unseren Besuch in Jaroslawl.

Rybinsker Schleuse

rybinsker_schleuse

Nach dem Ablegen von Jaroslawl fahren wir bis zur Rybinsker Schleuse das gleiche Teilstück der Wolga zurück, vorbei an vielen kleinen Dörfern und einsam gelegenen Wochenendhäusern. Wir kennen sie unter dem Namen Datscha. Eine Datscha ist ein Land- oder Ferienhaus, in dem die Stadtbewohner gerne ihre Wochenenden verbringen. Die Größe einer Datscha hängt nur von der Dicke des Geldbeutels ab. Die meisten Datschas, die wir am Wolgaufer sehen, sind relativ kleine Holzhütten oder zweistöckige Holzhäuschen mit einem kleinen Garten, die in speziellen Datscha-Siedlungen liegen. Sobald es warm wird, packen russische Familien jeden Freitagabend ihre Badehosen, Getränke und Essen ein und flüchten für zwei Tage ins Grüne. Es ist üblich, im Garten Gemüse und Obst anzupflanzen. Nur selten bleibt Platz für Blumen.

datscahs_am_ufer_der_wolgaUrsprünglich bedeutete das Wort datscha "vom Zaren zugeteilte Gabe an Grund und Boden". Schon vor Jahrhunderten besaß die Aristokratie neben den Palais in der Stadt auch Landhäuser. Richtig populär wurden die Datschas erst mit der Verstädterung im 20. Jahrhundert. In den 60ern und 70ern des letzten Jahrhunderts konnten sich immer mehr Leute ein Landhäuschen leisten.

Gegen 18.00 Uhr passieren wir die Schleuse von Rybinsk zum zweiten Mal. bei der Ausfahrt aus der Schleuse erhebt sich auf dem Damm des Schleusenkanals die allegorische 24m hohe Statue "Die Wolga".

Mütterchen Wolga begrüßt alle ankommenden Schiffe

muetterchen_wolga