Katharinenpalast in Puschkin und Peterhof

Samstag, 16. Juni 2018

Wetter: am Morgen:18°; tagsüber 23°, abends: 25°; wechselhaft bewölkt

Offizielles Tagesprogramm:

07.00Uhr - 8.00 Uhr >> Frühstücksbuffet im Restaurant

08.15 Uhr >> Abfahrt mit dem Bus nach Puschkin (Katharinenpalast mit dem Bernsteinzimmer)

ca. 11.45 Uhr >> Mittagessen in der Stadt Puschkin

Anschließend Fahrt nach Peterhof (35 km)

Im Peterhof besichtigen wir die Parkanlagen mit den berühmten Fontänen so wie das Schlösschen "Monplaisir" von Peter dem Großen

Rückkehr an Bord gegen 18.00 Uhr

19.30 Uhr >> Unser letztes gemeinsames Abendessen im Restaurant

Anschließend treffen wir uns in der Zaren Bar, um Adieu zu sagen und letzte Formalitäten zu erledigen.

 

Der Katharinenpalast in der Stadt Puschkin (früher Zarskoje Selo), die 25 km von Sankt-Petersburg entfernt ist, ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele neben St. Petersburg und fehlt infolgedessen auf keinem Besuchsprogramm. Da wir bereits um kurz vor 9.00 Uhr da sind, hält sich der Besucherandrang noch in Grenzen. Die schmiedeeisernen Gittertore mit den vergoldeten Ornamenten, die sich exakt um 9.00 Uhr öffnen, sind eine Sehenswürdigkeit für sich.

Katharinenpalast

Der Palast wurde zur Zeit Katharina der Großen gegründet und später im Stil des russischen Barock umgebaut und vergrößert. 1756 wurde der neue Palast, der über 300 lang ist, nach dem Umbau wiedereröffnet. Es war eine der mehreren Residenzen der Romanows im Umkreis von Sankt-Petersburg. Nach der Revolution 1917 wurde die ganze Anlage zum Museum.

Bevor wir mit der Führung im Palast beginnen, werden wir auf musikalische Weise begrüßt.

Musikkapelle am Katharinenpalast

Der Palast, ein Pendant zu Versailles, lässt an Pracht kaum zu wünschen übrig. Besonders sehenswert ist vor allem der Große Thron-Saal. Der riesige, mit üppigen vergoldeten Holzschnitzereien verzierte Saal wirkt noch größer durch die 22 Glastüren mit einer Fensterreihe darüber, die unzähligen Spiegel in herrlichen geschnitzten Rahmen und die Deckenmalerei.

Die Hauptattraktion des Plastes ist natürlich das Bernsteinzimmer (absolutes Film- und Fotoverbot!!).

Das Bernsteinzimmer, das im Auftrag des ersten Preußenkönigs Friedrich I. mit Wandverkleidungen und Möbeln aus Bernsteinelementen angefertigt wurde, wurde ursprünglich im Berliner Stadtschloss eingebaut. 1716 wurde es vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkt. Aber erst 1755 wurde das Bernsteinzimmer unter der Regentschaft von Zarin Elisabeth, der Lieblingstochter Peter des Großen, im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg eingebaut, in dem es dann fast zwei Jahrhunderte verblieb. Während des letzten Weltkrieges wurde es 1941 von deutschen Soldaten demontiert und ist seit 1945 verschwunden.

Im Katharinenpalast befindet sich seit 2003 eine originalgetreue Nachbildung des Bernsteinzimmers. In das Zimmer werden wir immer nur gruppenweise hereingelassen und dürfen dann das Gesamtensemble bewundern. Das Zimmer ist relativ klein und dunkel. Enttäuscht sind wir sicher nicht, aber wir hatten uns mehr versprochen.

Der nach dem Vorbild französischer Gärten angelegte Katharinenpark, den wir anschließend besuchen, tritt keinesfalls hinter dem prunkvollen Palast zurück. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die vielen Pavillons, darunter die "Eremitage", in die sich die Kaiserin zu intimen Diners mit ihren Höflingen zurückzog. Katharina II. fügte dem Park noch einen Landschaftspark im damals modischen englischen Stil hinzu mit romantischen Kaskaden, Brücken und Lauben.

Im Katharinenpark

Katharinenpark

 

Nach dem Mittagessen fahren wir zum Peterhof. Viele Parkanlagen und Schlösser entstanden gleichzeitig mit St. Petersburg und sollten nach dem Plan Peter des Großen einen kostbaren Rahmen für die Stadt bilden. Jede der Zarenresidenzen ist einzigartig, keine sollte die andere wiederholen.

Peterhof verdankt seinen Ruhm vor allem den Fontänen.  Das Erstaunliche ist, dass die Fontänen ohne eine einzige Pumpe funktionieren. Die Wasserversorgung basiert auf einem von Zar Peter dem Großen und einem Team von Spezialisten Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelten System. Dabei werden unterirdische Wasserquellen und das natürliche Gefälle des Geländes so genutzt, dass die Fontänen ununterbrochen mit Wasser versorgt werden können. Mittelpunkt der Anlage ist der auf einem 16 m hohen Hügel stehende Palast. Der 400 m lange Meereskanal verbindet den Palast mit dem Finnischen Meerbusen und trennt den Unteren Park in einen östlichen und einen westlichen Park.

Blick von der Palastterrasse auf den See Kanal und den Unteren Teil des Parks

Peterhof, Blick auf Kanal

Hauptattraktion der Parkanlage ist die Große Kaskade vor dem Schloss, die man am besten von unten, vom See Kanal aus sieht. Es ist eine treppenförmig angelegte Brunnenanlage, von deren Kopf aus das Wasser über 7 Stufen in ein darunter gelegenes Marmorbecken fließt, an dessen Ufer heidnische Gottheiten sitzen. Die Balustraden schmücken vergoldete Plastiken und Vasen. Zwischen der oberen und der unteren Terrasse befinden sich künstliche Grotten. Die Große Kaskade schmücken über 250 Plastiken aus Bronze, Blei und Marmor, von denen über 30 auch als Fontänen dienen.

Die Große Kaskade

Grosse Kaskade

Das Schlösschen Monplaisir (1714-1723), das wir bei unserem weiteren Rundgang besuchen, gilt als das Herz von Peterhof. Der im holländischen Stil erbaute schlichte Palast war der Lieblingsort des Zaren in Peterhof. Nicht ohne Grund gab er diesem Ort den Namen "Mein Vergnügen". Heute werden hier neben zahlreichen holländischen Gemälden persönliche Gegenstände von Peter dem Großen sowie Küchenutensilien seiner Zeit aufbewahrt. 

Nach dem gemeinsamen Besuch von Monplaisir haben wir genügend Freizeit, um uns die zahlreichen Skulpturen und Fontänen des Parks in Ruhe anzuschauen. Das Wetter ist heute sehr sonnig und warm, so dass das Spazieren in diesem herrlichen Park ein reines Vergnügen und auch ein wirklich einmalig schöner Abschluss unserer Russlandreise ist.

Nach der Rückkehr trifft sich die Gruppe nach dem gemeinsamen Abendessen noch einmal in der Zaren Bar, um letzte Formalitäten zu erledigen, Adressen - falls gewünscht - auszutauschen und vor allem unserer Reiseleitung, Frau Julia Smilga, ein herzliches "Danke" für ihre hervorragende Reiseleitung und ihr großes Engagement bei den von ihr organisierten Sonderveranstaltungen zu sagen. Das vor allem in Moskau und in St. Petersburg.

Zur Statistik: Auf unserer Flusskreuzfahrt haben wir 1805 km zurückgelegt und dabei 18 Schleusen passiert. Wir fuhren auf drei Seen (Weißer See, Onegasee, Ladoga See), zwei Stauseen (Uglitscher und Rybinsker Stausee), sechs Flüssen (Wolga, Scheksna, Koschwa, Wytegra, Swir und Newa) und zwei Kanälen (Moskwa-Kanal und Wolga-Ostsee-Kanal). Der nördlichste Punkt unserer Reise war Kishi (Breite: 62°04`N, Länge: 35° 13`O), der südlichste Moskau (Breite: 55°45`N, Länge: 37°38`O) Der Höhenunterschied zwischen Moskau und St. Petersburg beträgt 162 m.

Sonntag, 17. Juni 2018

Heute Morgen werden wir um 9.00 Uhr per Großraumtaxi vom Schiff abgeholt. Insgesamt 8 Personen fliegen am Nachmittag von St. Petersburg (Flughafen Pulkowo) nach München (16.35 Uhr) bzw. Wien (17.30 Uhr). Wir haben demnach noch einen halben Tag Zeit in St. Petersburg. Das Taxi bringt uns bis zum Puschkin-Platz. Von hier ist es nicht weit zum Carl-Fabergé Museum bzw. zur Christi-Auferstehungskirche (Erlöser-Kirche auf dem Blute), die wir noch unbedingt besuchen wollen.

Carl Fabergé (1846 - 1920) war Hoflieferant der letzten beiden Zaren. 1885 erhielt er von Alexander III. den Auftrag zur Herstellung eines kunstvollen Eis. Fabergé fertigte es aus Gold, weißer Emaille und Edelsteinen. Der Zar war so begeistert, dass er fortan jedes Jahr ein Schmuck-Osterei in Auftrag gab. Viele hochrangige Persönlichkeiten taten es ihm nach. So wurden bis 1916 allein für die Zarenfamilie 50 Fabergé-Eier angefertigt. Heute sind die Eier in alle Welt verstreut und wahnsinnig teuer. So wechselte 2002 ein Fabergé-Ei für 9,5 Millionen Dollar den Besitzer. Der russische Unternehmer Wiktor Wekselberg kaufte für 100 Millionen Dollar 190 Kunststücke, darunter auch neun kaiserliche "Überraschungseier", die heute im Schuwalow-Palast ausgestellt werden. Und genau diese Ausstellung können wir heute Morgen besuchen.

Faberge-Ei

Der wirklich letzte Besuchspunkt in St. Petersburg ist noch ein kurzer Blick in die Christi-Auferstehungskirche, die leider eingerüstet war. Die Kirche wird auch Blutskirche genannt.

BlutskircheAm 01. März 1881 wurde ein tödliches Attentat auf den amtierenden Zaren Alexander II. verübt. Er war auf dem Weg zum Winterpalast, als eine Bombe auf seine Kutsche fiel. Der Zar wurde schwer verwundet. Sein letzter Befehl lautete, Zuhause sterben zu wollen. Im Anschluss daran verlor er das Bewusstsein. Zwei Stunden später stellten die Ärzte seinen Tod fest. Alexander III., der Sohn des ermordeten Zaren, ließ daraufhin auf dem Platz am Gribojedow-Kanal, auf dem der Zar tödlich verblutete, die Auferstehungskathedrale, auch Erlöserkirche oder Blutskirche genannt, im altrussischen Stil zu Ehren Alexanders II. erbauen. Damit setzte er ein Zeichen gegen die westliche Architektur der Stadt. Denn einst hatte Peter der Große den Bau russischer Kirchen mit den berühmten Zwiebeltürmen in seiner Stadt ausdrücklich verboten.

Wir treffen unsere Mitreisenden wieder um 13.00 Uhr am Puschkin-Platz und fahren zum Flughafen Pulkowo, der im Südwesten der Stadt liegt. Im Flughafen genehmigen wir uns noch einen Cappuccino und ein Sandwich, bevor es dann endgültig Richtung Heimat geht.