St. Petersburg

Freitag, 15. Juni 2018

Wetter: am Morgen:16°; tagsüber 23°, abends: 21°; wechselhaft bewölkt

Offizielles Tagesprogramm:

07.00Uhr - 8.30 Uhr >> Frühstücksbuffet im Restaurant

08.30 Uhr >> Abfahrt mit dem Bus zur Besichtigung der Eremitage

ab 12.00 Uhr >> Freie Zeit in der Stadt

15.30 Uhr Treffpunkt zur Abfahrt zum Schiff - bei der Alexandersäule gegenüber der Eremitage

ca. 17.00 Uhr >> Zurück an Bord

18.00 Uhr >> Abendessen im Restaurant

20.00 Uhr >> Abfahrt zur Boot- und Weiße Nächte Tour. Wir werden bis 24.00 Uhr unterwegs sein

Für den heutigen Tag steht wieder eine Sonderveranstaltung auf dem Programm: Eine Bootsfahrt auf der Newa und eine "Weiße Nächte" Tour am Abend ( Preis je 45 €/Person)

 

Heute besuchen wir eine der größten Kunst- und Gemäldesammlungen der Welt: die Eremitage. Während einer 2-stündigen Führung erhalten wir einen repräsentativen Überblick über die schönsten Säle und wir sehen die wichtigsten Gemälde.

Unser Bus fährt uns bis zum Schlossplatz, an dessen Nordseite, am Newa-Ufer, der Winterpalast, die Hauptresidenz der Zaren von 1763 - 1917, errichtet wurde. Das riesige Gebäude ist ein bedeutendes Denkmal des russischen Barock und eines der fünf Gebäude der Eremitage, die sich auf dem Schlossplatz befinden. 1764 befahl Katharina II., um ihre sich schnell vergrößernden Kunstsammlungen unterzubringen, ein neues Gebäude zu bauen, und so entstand 1764 - 1775 neben dem Winterpalast die Kleine Eremitage. Die Hauptfassade dieses Gebäudes ist der Newa zugewandt. Heute zählt die Eremitage ca. 3 Millionen Exponate.

Eremitage

Was wir auf unserem Rundgang nun alles gesehen haben, möchte ich hier im Einzelnen nicht beschreiben, sondern auf die umfangreiche Literatur verweisen. Gemälde berühmter Meister wie Leonardo da Vinci (Madonna mit dem Kind) oder Rembrandt (Heimkehr des verlorenen Sohnes), geschliffene Edelsteine, verzierte Uhren wie die Pfauenuhr, Gold, Silber, Porzellan, Statuen, antike Vasen, Kleidung der Zaren, großer und kleiner Thronsaal, Zarenkutschen, Waffensammlungen und vieles andere - all das kann man einfach in gut 2 Stunden nicht intensiv aufnehmen, man ermüdet rasch, zumal wir ja nicht die einzigen Besucher sind! Ein Eindruck von der Sammlungsfreudigkeit der Zaren bleibt jedenfalls haften!

Rostrasäule

rostrasaeuleUnsere freie Zeit nach dem Besuch der Eremitage verbringen wir auf dem Newskij-Prospekt. Es ist die 4,5 km lange schnurgerade Hauptstraße der Stadt. Sie hat sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Geschäfts- und Handelszentrum von St. Petersburg entwickelt. Vermögende Unternehmer waren bestrebt, Büros oder ganze Gebäude auf dem Newskij zu kaufen oder zu mieten. Die reichsten kauften Grundstücke, ließen alte Bauten abreißen oder bestellten bei modischen Architekten neue Häuser im Geiste der Zeit. Das Gebäude der Firma Singer beherbergt heute die größte Buchhandlung der Stadt. Ein gemütlicher Spaziergang auf dem Newskij Propekt mit Schaufenster-Schauen ist uns nicht vergönnt. Wir geraten mitten in den Trubel lärmender Besucher der Fußball Weltmeisterschaft. So flüchten wir uns relativ schnell in eine der vielen Nebenstraßen und gönnen uns in einem Straßenrestaurant einen Mittagssnack. Zurück führt uns der Weg auf die Schlossbrücke, von der wir nochmals einen schönen Blick auf die Eremitage haben. Wir gehen bis zu den Rostra-Säulen, dann zurück zum Newa-Ufer. In einem Straßencafé gönnen wir uns noch einen Cappuccino, bevor wir unsere Reisegruppe wieder an der Alexandersäule auf dem Schlossplatz treffen.

Peter der GroßeNach dem Abendessen folgt ein weiteres Highlight: Eine Bootsfahrt auf einem kleinen Schiff auf der Newa mit seinen zahlreichen Kanälen. Hier genießen wir die Schönheit St. Petersburgs aus einem anderen Blickwinkel, vorbei unter vielen historischen Brücken und entlang der Uferpromenade mit ihren zahlreichen herrschaftlichen Gebäuden, deren Namen wir uns nicht alle merken können. An die Bootsfahrt schließt sich ein Stadtspaziergang an, zunächst zum Isaaksplatz mit dem Denkmal Peter des Großen hoch zu Pferde und der Isaakskathedrale im Hintergrund.

Mit der populären Bezeichnung "Der eherne Reiter" wird das 1782 errichtete bronzene Reiterstandbild des Zaren Peter der Große auf dem Sankt Petersburger Senatsplatz ( Dekabristenplatz) benannt.
Die Reiterstatue ist eines der Wahrzeichen von Sankt Petersburg. Zar Peter I. sitzt „hoch zu Ross“ auf einem sich aufbäumenden Pferd. Unter seinen Hufen wird eine Schlange zertreten – die Szene soll Peters Sieg über die Schweden symbolisieren.

Der eherne Reiter

Der eherne Reiter

Der Felsmonolith, auf dem das Denkmal steht, wurde 10 km von St. Petersburg entfernt gefunden und in einem mühevollen Transport im dafür konstruierten Schiff nach St. Petersburg gebracht. Katharina die Große scheute keine Kosten, Peter dem Großen und damit indirekt auch sich selbst ein würdiges Denkmal zu setzen. Als Inschrift wählte sie in Russisch und Lateinisch " Peter, dem Ersten, Katharina die Zweite, 1782".

weisse NächteMittlerweile ist es 23.00 Uhr geworden. Wir erleben die "Weißen Nächte" im "Venedig des Nordens". Die "Weißen Nächte" sind zu einem Wahrzeichen der Newa-Stadt geworden. Sie beginnen Ende Mai und dauern bis Mitte Juli. In dieser Zeit geht die Sonne in St. Petersburg nicht ganz unter, so dass es auch nachts hell bleibt. Der Tag hat durchschnittlich 19 Stunden und die längste Weiße Nacht fällt auf den 21./22. Juni. Um diese Zeit kann man nachts auf der Straße genauso viele Menschen sehen wie tagsüber.

Uferpromenade an der Newa während der Weißen Nächte

uferpromenade_an_der_newa

 

Hauptattraktion ist ein Brückenspektakel, das sich zwischen halb zwei und fünf Uhr morgens abspielt. Gleich 8 Newa Brücken erwachen sozusagen zum Leben, teilen sich und erheben sich in den Himmel, um die großen Seeschiffe passieren zu lassen. Tagsüber wäre das Schauspiel kaum möglich, da der Autoverkehr zum Erliegen käme. Dieses Schauspiel sehen wir zwar aus Zeitgründen nicht, dafür erleben wir aber einen wunderschönen Abend bei noch sehr warmen Temperaturen.

Es folgt ein kurzer Besuch des Panzerkreuzers Aurora, ein Kriegsschiff der ehemaligen Kaiserlich Russischen Marine, das seit 1956 als Museumsschiff in Sankt Petersburg liegt. Das Schiff gilt  als Symbol der Oktoberrevolution. Am 25.Oktober 1917 um 21.00 Uhr feuerte die Aurora das Signal zum Sturm auf das Winterpalais ab, die Oktober Revolution begann.

Ein sehr schöner Abschluss unserer abendlichen Tour durch St. Petersburg ist gegen Mitternacht ein Bus Stopp vor der Smolnyj Kathedrale, einem eindrucksvollen Barockbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Bau der Kathedrale geht zurück auf Zarin Elisabeth, einer Tochter Peter des Großen, die sich hier nach vier Jahren ihrer Regierungszeit in ein Kloster zurückziehen wollte. Sie starb allerdings vor der Fertigstellung.

Smolnyj Kathedrale

Smolnyj Kathedrale

Vor der Kathedrale stoßen wir (natürlich mit Wodka!) auf unsere gelungene Reise an!