Altstadt erleben

Die wichtigsten Stadtviertel in Prag sind:

- die Altstadt, das historische Viertel auf der rechten Flussseite der Moldau. Dazu gehört die Flussbiegung unmittelbar östlich der Karlsbrücke.

- die Josefsstadt auf dem Gebiet des ehemaligen jüdischen Ghettos. Jetzt gehört es zum nördlichen Bereich der Altstadt und erstreckt sich vom Altstädter Ring bis zur Moldau

- als Hradschin ist die Gegend auf dem Hügel links der Moldau rund um die Prager Burg bekannt

-die Kleinseite erstreckt sich entlang dem linken Ufer der Moldau unterhalb der Prager Burg. Die Insel Kampa am Fuße der Karlsbrücke und die umliegenden Parks und Gärten gehören dazu.

- die Neustadt liegt auf der rechten Flussseite.

Freitag, 07. September 2018

Vom Wenzelsplatz geht es heute ab 9.00 Uhr in die Altstadt. Sie ist das bekannteste und auch beliebteste Ziel der Stadt, was man nicht zuletzt an der Menge an Touristen merkt! Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Altstadt stehen auf dem Altstädter Ring.

Auf unserem Weg zum Altstädter Ring kommen wir an einem weiteren Kunstwerk des bereits erwähnten David Cerny vorbei: der auf dem Bauch eines kopfüber hängenden Pferdes sitzende heilige Wenzel in der Lucerna-Passage, eine Parodie auf das Reiterstandbild auf dem Wenzelsplatz.

lucerna Passage

Wir durchqueren eine Parkanlage, werfen einen Blick auf die Kirche St. Maria im Schnee und gehen vorbei am Jungmann Denkmal zum Gallus Markt vor der Gallus-Kirche. Es ist der einzige noch erhaltene Marktplatz in der Prager Altstadt. Seit dem Jahr 1232 herrscht hier Marktbetrieb.

PulverturmDas Ständetheater liegt am Obstmarkt ebenfalls in der Altstadt. Es ist in die Musikgeschichte eingegangen durch die Uraufführung der zwei Opern Don Giovanni und La clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ein Kurzbesuch in der Karlsbader Glasmanufaktur Moser am Graben ermöglicht uns luxuriöse Trinkgläser und Porzellan der besten europäischen Porzellan-Hersteller zu bewundern. Das Geschäft befindet sich im 1. Stockwerk der Passage Schwarze Rose.

An der Grenze zwischen Alt- und Neustadt liegt der Platz der Republik mit den zwei wichtigsten Altstädter Sehenswürdigkeiten: dem Pulverturm und und dem im Jugendstil erbauten Repräsentations- oder Gemeindehaus, Sitz der Tschechischen Sinfonie. Jährlich am 12. Mai findet hier das Kulturfestival "Prager Frühling" statt, das mit Smetanas sinfonischer Dichtung Mein Vaterland beginnt.

Der Pulverturm ist das letzte Überbleibsel der 13 mittelalterlichen Stadttore. Spätgotische Verzierungen schmücken den Turm, in dem einst Schießpulver gelagert wurde.

Am großen Altstadt Markt, angeblich am schönsten Platz in Prag, pulsiert das Leben: die Teynkirche, das Altstädter Rathaus mit der Astronomischen Uhr, das Palais Goltz-Kinsky, die St.-Nikolaus-Kirche, das Hus Denkmal und nicht zu vergessen die barocken Bürgerhäuser rund um den Platz lassen den Besucher nicht unbeeindruckt. 

Nikolaus-Kirche (links) und Hus-Denkmal:

Altstadt Markt

Die gotische Theynkirche - sie heißt eigentlich Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn - ) ist ein römisch-katholisches Gotteshaus. Der Bau der Kirche dauerte von der Mitte des 14. bis zum beginnenden 16. Jahrhundert. Die Westfassade mit den zwei Türmen am Rande des Altstädter Rings ist eines der Wahrzeichen Prags.

 Theynkirche

Über den Altstädter Ring verlief der traditionelle Krönungsweg der böhmischen Könige zum Veitsdom.

Wir haben Gelegenheit, die Kirche zu besuchen. Es herrscht allerdings strenges Fotografierverbot. In der Kirche liegt das Grabmal des dänischen Hofastronauten Tycho de Brahe, der mit Johannes Kepler in Prag wirkte.

Jan Hus war ein böhmischer christlicher Theologe, Prediger und Reformator. Er war zeitweise Rektor der Karls-Universität Prag. Nachdem er während des Konzils von Konstanz seine Lehre nicht widerrufen wollte, wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Jan Hus Denkmal wurde im Jahr 1915 enthüllt, am 500. Jahrestag seiner Verbrennung auf dem Scheiterhaufen in Konstanz. Seit 1962 ist es als Nationales Kulturdenkmal geschützt.

astronomische UhrHighlight für alle Besucher ist natürlich die Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus. Zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 23 Uhr kann man das Glockenspiel mit den bunten Figuren bewundern. Die Uhr wurde 1410 eingebaut. Sie sollte aber weniger die genaue Tageszeit angeben sondern die Darstellung des Laufs von Sonne und Mond sowie der Tierkreiszeichen.

Wir haben Pech und können das Schauspiel nicht miterleben: Die Uhr ist eingerüstet und wird repariert/restauriert.

Nach einem kleinen Mittagessen in einem Lokal am Marktplatz geht es am Nachmittag ins jüdische Viertel mit seinen Synagogen und dem alten Friedhof. Der erste Besuch gilt der Pinkas Synagoge aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurde von 1954 - 1959 in eine Gedenkstätte für den Holocaust, für die jüdischen Bürger der Tschechoslowakei umgewandelt, die während des Zweiten Weltkrieges umgekommen sind. Überall an den Wänden sind die Namen der umgekommenen tschechischen Juden wieder sichtbar.

Pinkas Synagoge

Direkt neben der Synagoge befindet sich der alte jüdische Friedhof. Er präsentiert sich als ein Meer aus Steinen. Trotz seiner kleinen Fläche (ca. 1 ha) enthält er über 12.000 Grabsteine und vermutlich die Gebeine von 100.000 Menschen. Das bekannteste Grab gehört Rabbi Jehuda Löw, dem von seiner Gemeinde am höchsten geachteten Schriftgelehrten. Er starb 1609.

Bei der Klausen Synagoge handelt es sich um die größte Synagoge Prags. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Inneneinrichtung der Klausen-Synagoge zerstört und das Haus selbst diente als Lagerraum von jüdischen Kultgegenständen durch die SS.

Die Spanische Synagoge ist das jüngste Gotteshaus auf dem Gebiet der ehemaligen Prager Judenstadt. 1941 wurden die Gottesdienste hier eingestellt und das Gebäude diente als Lager für Gegenstände aus enteignetem jüdischen Besitz. Seit 1998 ist hier eine ständige Ausstellung über die neuere jüdische Geschichte in Böhmen und Mähren zu sehen. Daneben finden auch Konzerte und jüdische Feste in der Spanischen Synagoge statt.

spanische synagoge

Zum Abschluss des heutigen Tages hat der Reiseleiter noch eine einstündige Bootsfahrt auf der Moldau organisiert. So lässt sich das Stadtpanorama vom Wasser aus genießen.

Spätnachmittag und Abend stehen zur freien Verfügung. Wir fahren nach der Grand Hotel EuropaBootsfahrt gemeinsam bis zur U-Bahn-Station Mustek. Danach spazieren wir nochmals zum Wenzelsplatz. Wir kommen am angeblich meistfotografierten Prager Hotel "Grand Hotel Europa". Es gilt als Perle des Jugendstils.

Unterhalb der Wenzelsstatue erinnert ein Denkmal an die beiden Studenten Jan Palach und Jan Zajic, die sich hier im Januar/Februar 1969 aus Protest gegen die Niederschlagung des "Prager Frühlings" öffentlich verbrannten.

Ihre Gräber befinden sich auf dem Prager Zentralfriedhof. Gedenken Jan Palach