Wien Wien

Belvedere und Schönbrunn

Mo, 24.08. 2009

Heute Morgen fahren wir zunächst mit der U-Bahn bis zum Karlsplatz. Dort steht als erster Besichtigungspunkt die Karlskirche auf dem Programm.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Karlskirche
Karlskirche: Karl Borromäus auf dem Kuppelfresko
>>Schliessen<<

Die Karlskirche gilt als eine der prachtvollsten Kirchen Wiens. 1713, im Jahr nach der letzten großen Pestepidemie, gelobte Kaiser Karl VI., eine Kirche für seinen Namenspatron Karl Borromäus zu bauen, der auch als Pestheiliger gilt. Verantwortlich für den Bau der Kirche zeichneten Johann Bernhard Fischer von Erlach und sein Sohn Emanuel. Auffallend sind die beiden Säulen außen, die an islamische Minarette erinnern. 275 Jahre nach der Vollendung der Kirche werden zur Zeit die Kuppel und die weltberühmten Fresken restauriert. Mit Hilfe eines Liftes, der in der Kirche steht solange die Restaurationsarbeiten andauern, fahren wir 35 m hoch und können so diese Fresken ganz nahe anschauen. Sie bedecken eine Fläche von 1256 m²!

Von der Karlskirche aus spazieren wir zu Fuß zum Schloss Belvedere. Man kann auch bequem eine Straßenbahn benutzen.

Oberes Belvedere
Oberes Belvedere
>>Schliessen<<

Das Schloss Belvedere ist untrennbar mit dem Namen seines Erbauers, Prinz Eugen von Savoyen, verbunden. Der "edle Ritter", wie der Bezwinger der Türken dankbar genannt wird, stammte ursprünglich aus Frankreich und hatte die Absicht, bei Ludwig XIV. im Kriegshandwerk in Dienst zu treten. Man wies ihn aber wegen seiner Kleinwüchsigkeit ab! Daraufhin bot er Österreich seine Dienste an, bewährte sich rasch bei der Türkenbelagerung und wurde alsbald zum kommandierenden General befördert. 1697 schlug er die Türken vernichtend und Österreich konnte dadurch Ungarn zurückgewinnen. Als die Türkengefahr endgültig gebannt war, erteilte er den Auftrag für den Bau des Unteren Belvedere. Es war als Sommerwohnung neben seinem Winterpalais in der Stadt gedacht. Das Obere Belvedere sollte später zum Repräsentieren gedacht sein und erhielt dementsprechend einen Audienzsaal, ein Spiegelkabinett, einen Konferenzsaal und ein Kaffeezimmer. Zwischen Unterem und Oberem Belvedere wurde ein terrassenförmiger Garten angelegt.

Unteres Belvedere
Blick auf Unteres Belvedere
>>Schliessen<<

Prinz Eugen blieb übrigens unverheiratet. Seine Erbin verkaufte 1752 den Gesamtbesitz an den kaiserlichen Hof. In den Jahren 1894 - 1914 wohnte Thronfolger Franz Ferdinand im Belvedere, und am 15. Mai 1955 unterzeichneten die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens, der Sowjetunion, der USA und Österreichs den Staatsvertrag, der Österreich die Souveränität zurückgab.

Bei unserem Besuch sind zahlreiche Renovierungsarbeiten im Gange. Vor allem die Gartenanlage zwischen Oberem und Unterem Belvedere wird wohl komplett neu gestaltet, deshalb sind in diesem Bereich alle Brunnen außer Betrieb und jegliche Blumen fehlen, was fototechnisch natürlich nicht schön ist. In den Innenräumen -später auch in Schönbrunn - darf grundsätzlich nicht fotografiert werden. Beide Schlossanlagen beherbergen heute zahlreiche Kunstsammlungen.

Nach der Besichtigung von Belvedere fahren wir mit der Straßenbahn zurück zum Karlsplatz und von dort mit der U-Bahn direkt nach Schönbrunn. Die U-Bahnhaltestelle Schönbrunn ist nur wenigePfeil Gehminuten von der Schlossanlage entfernt. Direkt am Eingang zum Schloss gibt es mehrere kleinere Erfrischungsstände mit Sitzgelegenheit im Schatten. Das nutzen wir aus, bevor wir uns Schloss Schönbrunn näher ansehen.

Schönbrunn
Schloß Schönbrunn
>>Schliessen<<

Schloss Schönbrunn, Sommerresidenz der Habsburger, zählt zweifelsfrei zu den Hauptsehenswürdigkeiten Wiens und fehlt auf keinem Besuchsprogramm. Das monumentale barocke Schloss mit seiner verschwenderischen Innenausstattung im Rokoko-Stil verdankt Schönbrunn Kaiserin Maria Theresia. Der Schlosspark wurde im Stil französischer Gartenkultur angelegt. Auf der dem Schloss gegenüberliegenden Anhöhe thront die elegante Gloriette mit Aussichtsterrasse. Das Schloss entstand nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach. Diesem Baumeister sind wir ja schon bei der Karlskirche begegnet! Unter Maria Theresia wurde Schönbrunn zum strahlenden Mittelpunkt des Hofes. Dem Schlosspark angegliedert ist seit 1752 Wiens Tiergarten. 1996 wurden Schloss und Park von Schönbrunn von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute zählt Schönbrunn 1.441 Zimmer verschiedenster Größe; ein Teil davon ist in Form von 190 Gemeindewohnungen an Privatpersonen vermietet. Der Großteil der Anlage ist jedoch ein Museum. Jährlich besuchen etwa 6,7 Millionen Touristen Schloss Schönbrunn.

Figuren im Park
Paris als Hirte mit Hund und goldenem Apfel
>>Schliessen<<

Zentrum des Parks bildet das sogenannte Große Parterre, das sich an der Hauptachse der Anlage bis zum Gloriette-Hügel erstreckt. Die 32 Skulpturen, die am Rand des "großen Parterre" aufgestellt wurden, stellen Gestalten aus der griechisch-römischen Mythologie oder deren Geschichte dar, so z.B. Paris, der Sohn des trojanischen Königs, als Hirte mit Hund, und mit dem goldenen Apfel, der Troja zum Verhängnis werden sollte. Am Fuß des Hanges steht der beeindruckende Neptunbrunnen, der mit überlebensgroßen Figuren das Große Parterre optisch abschließt. Nach vierjähriger Bauzeit konnte er noch kurz vor dem Tode Maria Theresias vollendet werden. Die dargestellte Meerfahrt des Neptun steht als Gleichnis für den Fürsten, der sein Land über die Fährnisse des Schicksals hinweg zu lenken versteht.

Gloriette
Gloriette im Schloßpark Schönbrunn
>>Schliessen<<

Hinter dem Neptunbrunnen steht auf einer Anhöhe die Gloriette. Sie diente als Speise- und Festsaal sowie als Frühstückszimmer für Kaiser Franz Joseph I. Der Speisesaal wurde bis zum Ende der Monarchie benutzt, heute befindet sich ein Café (Café Gloriette) darin, auf dem Dach ist eine Aussichtsplattform mit Blick über Wien (2€ /Person). Bei unserem Besuch ist die Rückseite des Cafés Gloriette wegen des schönen Wetters vielbesucht, da sie auf der Südseite zur Sonne liegt. Wir "ergattern" einen Platz und legen eine Erfrischungspause ein. Einen Blick von der Aussichtsplattform lassen wir uns anschließend nicht entgehen.

Tierpark Schönbrunn
Eingang zum Tierpark Schönbrunn
>>Schliessen<<

Wie schon zu Anfang des Berichtes erwähnt, befindet sich im Park der Tiergarten Schönbrunn. Er wurde 1752 von den Habsburgern gegründet und ist der älteste Zoo der Welt. Hauptattraktion sind die großen Pandas "Yang Yang" und "Fu Long". Leider ließen sich die Prachtexemplare bei unserem Besuch trotz langen Wartens nicht blicken!

Kaiserpavillon
Kaiserpavillon im Tierpark Schönbrunn
>>Schliessen<<

Mitten im Tiergarten steht der Kaiserpavillon, in dem heute ein Café etabliert ist. Vom Pavillon aus konnten die adligen Herrschaften die wilden Tiere beobachten, da ihre Gehege kreisförmig um den Pavillon angelegt sind: Giraffen, Geparden, Zebras, Antilopen, Elefanten etc.

Das Gasthaus "Tirolergarten" am Rande des Tiergartens auf der Höhe der Gloriette ist ein ganz besonderer Platz im Schlosspark von Schönbrunn: 1803 baute Erzherzog Johann das erste Tiroler Bauernhaus in Wien und wurde zum ersten Biobauern! Er legte einen Alpengarten an, experimentierte mit der Veredelung von Obstbäumen und er betrieb eine kleine Viehwirtschaft. Kaiser Franz Joseph ließ für seine "Sisi" ein eigenes Tirolerhaus einrichten und die Kühe der Kaiserin weideten hier. Nach dem Ende der Monarchie wurde der Bauernhof im Schlosspark zu einem beliebten Ausflugsgasthof. In den 70er Jahren verfielen die Häuser, doch 2007 wurde derPfeil Tirolergarten von der Tiergarten Schönbrunn Gastronomie übernommen und wieder aufgebaut. Und zwar genauso wie das erste Bauernhaus des Erzherzog Johann. Hier in diesem urigen Flair lassen wir bei einer zünftigen Brotzeit diesen schönen Tag ausklingen!