Wien Wien

Im Herzen Wiens - Die Altstadt

So, 23.08. 2009

Ein erster Blick aus dem Hotelzimmer verheißt uns einen sonnigen Tag. Wunderbar! Wir genießen das Frühstücksbuffet und begeben uns alsbald zur U-Bahn-Station, um vom Stephansplatz aus unsere heutige Sigtseeing Tour zu beginnen.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Wiener Hoflieferant
K.u.K. Hoflieferant Heiner
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Zunächst geht es auf der Kärtner Straße zum Neuen Markt. Die Kärnter Straße sowie auch später Kohlmarkt und Graben galten schon während der Monarchie als Inbegriff der Eleganz. Die hier etablierten Geschäfte, viele von ihnen k.u.k. Hoflieferanten, gaben schon zu Kaisers Zeiten vor, was gediegener Geschmack bedeutet. Die renommierte Café-Konditorei Heiner auf der Kärntner Str. 21, einst ebenfalls als Hoflieferant geadelt, serviert in gediegen ausgestatteten Salons Torten und Kuchen, die aus erlesenen Schokoladen, duftigen Cremes und frischen saisonalen Früchten komponiert werden. Natürlich können die süßen Verführungen auch im Geschäft gekauft und mitgenommen werden.

Donnerbrunnen
Donnerbrunnen am Neuen Markt
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Seit 1220 diente der "Neue Wiener Marktplatz" (Neuer Markt) als Mehlmarkt, Krautmarkt und als Schlittenplatz für Hof und Adel. Im ehemaligen Haus Nr. 2 wohnte Joseph Hadyn und schrieb dort die österreichische Kaiserhymne. Zentralfigur des Donnerbrunnens, benannt nach Georg Raphael Donner, ist die Figur der Providentia, die auf die "fürsorgliche und weise Regierung der Stadt" hindeuten soll. Der Architekt zierte den Sockel mit 4 nackten Putten, die die Flüsse Enns, Traun, Ybbs und March symbolisieren sollten. Maria Theresia nahm an so viel Nacktheit Anstoß, so dass die Figuren entfernt werden mußten. Erst unter Franz II. durften sie wieder ihren Platz einnehmen.

Kaisergruft
Kaisergruft: Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Sisi, Kronprinz Rudolf
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Ein erstes Highlight am heutigen Tag ist der Besuch der Kaisergruft in der Kapuzinerkirche am Neuen Markt. In über 130 Metallsärgen ruhen die Mitglieder der habsburgischen Herrscherdynastie und ihre Angehörigen. Seit dem 17. Jahrhundert werden sie hier bestattet. 1989 fand das Begräbnis von Österreichs letzter Kaiserin Zita statt.

Die sterblichen Überreste ruhen allerdings hier nicht "vollständig". In den Särgen liegen die einbalsamierten Körper, die Herzen werden im "Herzgrüfterl" in der Augustinerkirche und die Eingeweide in den Katakomben im Stephansdom aufbewahrt! Das Zentrum der Gruft bildet der üppig mit lebensgroßen Figuren verzierte Doppelsarkophag von Kaiserin Maria Theresia und ihrem Gatten Franz Stephan von Lothringen. Auch Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth - bekannt als Sisi - sowie deren Sohn, Kronprinz Rudolf, haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Unser Weg durch die Altstadt führt uns weiter in die Augustinergasse zum Palais Erzherzog-Albrecht, heute bekannt unter dem Namen Albertina. Die Albertina ist quasi an die Augustinerkirche angebaut. In ihren Räumen befindet sich eine der größten und wertvollsten grafischen Sammlungen der Welt mit zehntausenden Zeichnungen, Radierungen und Aquarellen. Vor der Albertina steht das Denkmal des Feldmarschalls Erzherzog Albrecht als "dankbare Erinnerung an den siegreichen Feldherrn und väterlichen Führer". Von der Albertina sehen wir bereits die Staatsoper.Pfeil

Inzwischen ist es Mittag geworden, Zeit, eine kleine Erfrischungspause einzulegen. Da bietet sich gleich die Restaurantkette "Nordsee" in der Kärntner Straße an. Wir können hier im Freien unter riesigen Sonnenschirmen sitzen.

Pestsäule
Pestsäule
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Weiter geht unser Weg über Graben und Kohlmarkt (Fußgängerzone) zum Michaeler Platz. Die vielen bereits erwähnten Cafés am Graben und Kohlmarkt lassen hier -vielleicht auch bedingt durch das hochsommerlich schöne Wetter - das Leben leicht und großstädtisch erscheinen. Dass das aber nicht immer so war, daran erinnert die Pestsäule. Kaiser Leopold hatte während der furchtbaren Pestepidemie, die im Jahr 1679 über 100.000 Wiener dahinraffte, gelobt, eine Gedenksäule errichten zu lassen. Die barocke Pestsäule, die auch Dreifaltigkeitssäule genannt wird, ist 21 m hoch und entstand in elf Jahren Bauzeit.

Vom Kohlmarkt gehen wir direkt auf den Michaeler Platz und damit auf die Wiener Hofburg zu. Die Hofburg war von 1438 bis 1583 und von 1612 bis 1806 die Residenz der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, anschließend die Residenz der Kaiser von Österreich bis 1918. Heute ist sie der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten.

Kaiserappartements
Eingang zu den Kaiserappartements
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Der Weg in die Hofburg, die aus vielen Trakten besteht und von den Habsburger Kaisern im Laufe von 600 Jahren nach und nach gebaut wurde, führt durch das Michaeler Tor in die Michaeler Kuppel. Sie entstand unter Kaiser Franz Joseph. Über eine Treppe geht es in die so genannten Kaiserappartements, die Arbeits- und Privaträume von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth (Sisi), das Sisi-Museum und die Silberkammer. Fotografieren strengstens verboten! Der Eingang zur Spanischen Hofreitschule liegt genau gegenüber den Kaiserappartements. Eintrittskarten für den Besuch der Spanischen Hofreitschule hätten Monate im Voraus bestellt werden müssen, was wir natürlich nicht gemacht haben und somit auch keinen Zutritt zu den Vorführungen der Lipizzaner haben.

Schweizer Tor
Schweizer Tor
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Durch das Schweizer Tor gelangen wir in den Schweizerhof. Er ist der älteste bis heute bestehende Teil der Hofburg. Der Name stammt aus späterer Zeit: Hier hatte unter Kaiserin Maria Theresia die von Papst Julius II. geschaffene Schweizergarde ihre Räumlichkeiten. Von hier geht es auch zur Schatzkammer, wo unter anderem die Reichskleinodien aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, Krönungs- und Ordensinsignien sowie Erinnerungsstücke aus dem habsburgischen Besitz zu sehen sind. Leider gab es bei unserem Besuch keine Möglichkeit, die Schatzkammer zu besichtigen.

Die "Neue Burg" am Heldenplatz ist der zuletzt erbaute Trakt der Hofburg. Das schöne, halbkreisförmige Gebäude beherbergt die Österreichische Nationalbibliothek. Davor steht imposant das Prinz-Eugen-Denkmal.

Wir verlassen die Hofburg durch das Burgtor und bummeln den Burgring entlang zum Burggarten. Er bildet einen Teil der ehemaligen kaiserlichen Privatgärten. Er wurde um 1818 von Kaiser Franz I. in Auftrag gegeben. Der Garten beherbergt mehrere berühmte Denkmäler. Das wohl berühmteste unter ihnen ist das von Mozart, aber auch Franz I., Goethe und Kaiser Franz Josef sind im Park zu finden.

Wiener Burgtheater
Wiener Burgtheater
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Wir hatten gehofft, ein gemütliches Café zum Ausspannen im Burggarten zu finden, werden aber enttäuscht. So nehmen wir uns die letzte Etappe unseres heutigen Programms vor und gehen vom Burgring zum Dr.-Karl-Renner-Ring, an dem Parlament, Rathaus und Burgtheater liegen, Gebäude, die nur von außen zu bestaunen sind. Namen wie Klaus Maria Brandauer, Fritz Muliar oder Elfriede Jelinek sind mit dem Burgtheater verbunden. Ein "Engagement" an der "Burg", wie die Wiener das Theater nennen, markiert sicher auch heute noch den Höhepunkt der künstlerischen Laufbahn eines deutschsprachigen Schauspielers.

Vor dem Burgtheater befindet sich der Josef-Meinrad-Platz. Und von hier gibt es einen Eingang zum Volksgarten, wo wir endlich zu unserer ersehnten Erfrischung kommen. Allmählich tun nämlich auch die Füße etwas weh! Danach verlassen wir den Volksgarten am Ballhausplatz, wo sich Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei fast gegenüber liegen.

Was wäre ein Wien-Besuch ohne einen Besuch im Prater? Das schöne, sommerlich-warme Wetter lädt geradezu dazu ein, den Tag hier ausklingen zu lassen. Mit der U-Bahn geht es bis zur Station Praterstern und schon sind wir im Prater.

Prater
Wiener Prater
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Der Wiener Prater ist eine sehr weitläufige öffentliche Parkanlage, in etwa dem Englischen Garten in München vergleichbar. Wenn man außerhalb Wiens vom „Prater“ spricht, ist häufig nur der bekanntere Vergnügungspark im Prater, der „Wurstelprater“, gemeint. Er macht flächenmäßig nur einen sehr kleinen Teil der gesamten, etwa 6 km² großen Praterlandschaft aus. Hier finden sich zahlreiche Schaustellbetriebe und Unterhaltungsbetriebe mit Geisterbahnen, Karussellen, Achterbahnen und dgl. Auch eines der Wahrzeichen Wiens, das 1896/97 erbaute Riesenrad, ist dort zu finden. Natürlich machen wir eine Fahrt mit dem Riesenrad, schon alleine, um in "luftiger" Höhe ein paar schöne Fotoaufnahmen zu schießen (8,50€/Person). Aber ansonsten interessiert uns dieser Teil des Praters weniger. Wir finden in der riesigen Parkanlage ein sehr gepflegtes Restaurant mit Biergarten! Bestellt wird ein "echtes" Wiener Schnitzel (Dieter) bzw. Kaiserschmarrn mit "Zwetschkenröster" (Anita). Hervorragend!! Pfeil

Bei anbrechender Dunkelheit machen wir uns auf den "Nachhauseweg". Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Wien gefällt uns schon gleich am ersten Tag außerordentlich gut! Und wir freuen uns auf die morgigen Highlights mit Belvedere und Schloss Schönbrunn.