Wien Wien

Anreise, Stephansdom

Sa, 22.08. 2009

Die Entfernung Gauting - Wien beträgt ca. 450 km und ist mit dem Auto in 4 1/2 - 5 Stunden zu bewältigen, je nach Verkehrslage.

 

Wir brechen gegen 8.00 Uhr morgens auf, haben unterwegs mit einigen Staus zu kämpfen, machen an einer Autobahnraststätte eine Mittagspause und erreichen gegen 13.30 Uhr unser Hotel in Wien.

Via Internet haben wir das Hotel "Ibis Wien Mariahilf" am Mariahilfer Gürtel gebucht. Wir werden nicht enttäuscht. Das Hotel macht einen sehr gepflegten Eindruck, das Personal ist zuvorkommend und das gebuchte Zimmer entspricht unseren Vorstellungen. Es liegt zum Hinterhof und bietet nachts entsprechend absolute Ruhe. Das mitgebuchte Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Wir sind rundherum zufrieden! Unser Auto können wir in der hoteleigenen Garage (11€/Tag) sicher parken und werden es während unseres Aufenthaltes nicht bewegen. Das Hotel liegt wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Westbahnhof entfernt. Von hier erreicht man in ca. 5 Minuten den Stephansplatz im Herzen Wiens. Im Hotel kaufen wir die sogenannte "72 Stunden Wien"-Karte (18,50 €/Person plus diverse Ermäßigungen) und ergänzen diese später durch eine 48-Stunden-Wien Netzkarte (10 €/Person). Mit diesen Karten können wir die gesamten "Wiener Linien" benutzen, was sich als sehr vorteilhaft erweist. Das öffentliche Verkehrsnetz ist optimal ausgebaut und die Wartezeiten stets unter 5 Minuten!!

Die in den Reiseberichten zugrundeliegenden Hintergrundinformationen basieren weitgehend auf der Lektüre der in den Literaturangaben aufgeführten Bücher.

Unser erster Ausflug an diesem Nachmittag führt uns dann auch mit der Linie U3 zum Stephansplatz. Hier steht Wiens Wahrzeichen, der Stephansdom. Leider wird er zurzeit renoviert, so dass außen große Teile des Doms durch ein Gerüst verdeckt sind.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Stephansdom
Stephansdom
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Der "Steffl", wie die Wiener ihren Dom liebevoll nennen, ist das absolute Zentrum der Stadt, ein Meisterwerk der Steinmetzkunst und Höhepunkt der Wiener Gotik. Bei einer Führung erfahren wir beeindruckende technische Daten: Er besteht aus 20.000m³ Sandstein, ist 108 m lang, 39 m hoch und die Spitze des Südturms ragt 137 m in den Himmel. Schwer beschädigt wurde er in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, als er in Brand geriet. Für den Wiederaufbau half ganz Österreich gemeinsam, und so wurde der "Steffl" zum Symbol des Zusammenhaltens nach den Schrecken der Hitler-Diktatur. Da der Raum vor dem Dom lange als Marktplatz diente, sind im Mauerwerk neben dem Haupteingang noch die "Wiener Maße", Brotlaib, Tuch- und Leinenelle, zu sehen.

Jahrhunderte hindurch ließen in den vier Türmen des Domes insgesamt 14 Glocken ihre Stimmen erschallen. Die größte und ehrwürdigste unter ihnen war die alte, nach Kaiser Joseph I., der sie in Auftrag gab, benannte „Josephinische Glocke“. Sie wurde 1711 vom Wiener Glockengießer Johann Achammer aus über 200 erbeuteten türkischen Kanonen angefertigt. Wegen ihres tiefen Klanges erhielt die fast 22 Tonnen schwere und 3 m hohe Glocke den Namen „Pummerin“.

Beeindruckend im Innenraum sind das monumentale Grabmal Kaiser Friedrich III. aus rotem Marmor und die von Dombaumeister Anton Pilgram um 1514 geschaffene Kanzel, unter deren Treppe sich der Meister angeblich selbst als "Fenstergucker" verewigt hat.

In den Katakomben des Stephansdom, die man ebenfalls besichtigen kann, befinden sich unter anderem mehrere Sarkophage und Urnen mit Eingeweiden der Habsburger. Die Leiber sind in der Kaisergruft, die Herzen in der Herzogruft der Augustinerkirche beigesetzt.

Fiaker
"Wiener Fiaker"
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Nach der Besichtigung des Doms schauen wir uns auf dem Stephansplatz um. An der Nordseite des Doms befinden sich die Standplätze der Fiaker. Die erste Lizenz für einen "Fiacre" - ein zweispänniges, vierrädriges Fuhrwerk nach französischem Muster - wird in Wien 1693 erteilt. Nach zahlreichen Verbesserungen, vor allem in der Federung, werden sie immer mehr benützt, so dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts fast tausendPfeil Fiaker in Wien unterwegs sind. Sie sind als nummerierte Lohnwagen zu mieten. Knapp 30 Jahre nach der ersten Lizenz (1693) bürgerte sich der Name "Fiaker" ein, übernommen aus Paris, wo schon ab 1662 ein Gastwirt in der Rue de Saint Fiacre Lohnkutschen verlieh. Seit 1998 ist für das Lenken eines Fiakers eine Fahrdienstprüfung erforderlich.

Kartenverkäufer
"Kartenverkäufer"
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Die Preise für eine Fahrt mit dem Fiaker sind stattlich: Kleine Rundfahrt, 20 Minuten, 40 € - große Rundfahrt, 40 Minuten, 65 € - 1 Stunde 95 € (Stand: August 2009). Die Preise gelten pro Kutsche, 4 Personen können sich den Preis demnach teilen.

Wien ist die Stadt, bei der man sicher zuerst an Strauß, Handkuss und Opernball denkt. So sind auf dem Stephansplatz - und später auch vor der Oper - die zahlreichen Kartenverkäufer für Konzerte und Opern in entsprechenden Kostümen nicht zu übersehen!

Leider hat es inzwischen angefangen zu regnen, wir müssen uns einen großen Schirm kaufen, damit wir noch einigermaßen "trocken" durch die Altstadt bis zur Hofburg bummeln können. Das vorhergesagte schöne Wetter wird erst morgen eintreffen. Wir suchen uns noch ein Restaurant, wo wir bei einem schönen Essen den Anreisetag ausklingen lassen.