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Ausflug zur Villa D´Este

Mi, 23. 09. 2009

Der heutige Tag wird im Reiseprogramm wie folgt beschrieben:

Am Vormittag Gelegenheit zur Teilnahme an der Generalaudienz mit dem Hl. Vater. Nachmittags Ausflug nach Tivoli zur "Königin aller Villen", der Villa D´Este. Die mit dem Palazzo verbundene prächtige Gartenanlage mit ihren zahlreichen Wasserspielen ist ein eindrucksvolles Beispiel italienischer Renaissancearchitektur.

Heute Morgen sind wir kurz nach 7.00 Uhr im Frühstückssaal. Hier geht es schon äußerst turbulent zu, es ist eben der Tag der Generalaudienz und fast jeder Rombesucher möchte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Mit Mühe finden wir noch einen Platz, die Kellner kommen mit dem Abräumen des gebrauchten Geschirrs kaum nach, auch das Nachfüllen des Frühstücksbuffets lässt zu wünschen übrig. Und natürlich streikt bei diesem Andrang der Kaffeeautomat. Na ja, wir werden trotzdem satt und nehmen es gelassen. Um 8.00 Uhr versammelt sich der Teil der Reisegruppe, der zum Vatikan will, vor dem Hotel. Alle Nichtteilnehmer haben "Freizeit" bis 14.30 Uhr. Das wollen wir kräftig ausnutzen und fahren ebenfalls um 8.00 Uhr mit der Buslinie 3 zunächst zum Kolosseum, dann soll es zu Fuß weitergehen. Der Tag beginnt bereits mit Sonne und blauem Himmel, und auch die ansonsten großen Menschenmassen sind noch nicht da. Ideal, um Foto- und Filmaufnahmen zu machen und sich die antiken Stätten noch einmal in Ruhe anzusehen! Das Forum Romanum ist so ein Genuss!! Von dort gehen wir zur Piazza Venetia, folgen der Via Venetia und der Via Plebiscito bis Largo di Torre Argentina. Von hier führt der Weg über die Via Torre Argentina in nur knapp 10 Minuten direkt zum Pantheon!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Pantheon
Das Pantheon
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Das Pantheon zählt zu den besterhaltenen Bauwerken des antiken Rom. Marcus Vipsanius Agrippa, Schwiegersohn des Augustus, ließ es 27 v. Chr. als die "Allerheiligste Stätte" der Götter errichten. Welche Götter hier verehrt wurden, weiß man nicht genau. Nach einem Brand veranlasste Kaiser Hadrian zwischen 118 und 125 n. Chr. einen Neubau. Im Jahre 609 n. Chr. ließ Bonifatius IV. die Gebeine zahlreicher Märtyrer beisetzen und weihte den Tempel als Kirche "der Jungfrau Maria und aller heiligen Märtyrer" - "Basilica di Santa Maria ad Martyres". Später wurden weitere berühmte Persönlichkeiten hier begraben, wie Maler, Baumeister und die italienischen Könige Vittorio Emmanuele II. und Umberto I. Seinen Status als Kirche rettete das Pantheon davor, als "Steinbruch" für Bauvorhaben der Päpste zu dienen. Lediglich Urban VII. ließ die Bronzedecke des Portikos einschmelzen, um daraus Kanonenkugeln für die Engelsburg herstellen zu lassen. DasPfeil brachte ihm dann das Sprichwort ein: "Quod non fecerunt barbari, fecerunt Barberini" - "Was die Barbaren nicht machten, machten die Barberinis". Urban VII. wurde als Maffeo Barberini in Florenz geboren!

Das Pantheon - Inneres
Das Pantheon - Inneres
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Wie man auf obigem Bild leicht erkennen kann, besteht das Gebäude aus zwei Teilen, einem Rundbau und einem rechteckigen Vorbau mit 16 Granitsäulen. Durch ein Bronzetor aus römischer Zeit betritt man das Innere, die Rotunde. Die Kuppel ist mit fünf Kassettenreihen verziert, die zur Lichtöffnung hin kleiner werden. Die Kuppel symbolisiert den Himmel, die Öffnung nach oben die Sonne bzw. die Verbindung zu den Gestirnen. Die Kuppel hat einen Durchmesser von ca. 43 Metern. Da der Innenraum genauso hoch wie breit ist, würde die Kuppel als vollständige Kugel gedacht den Boden berühren. Die Kuppel ist oben offen, d.h. es dringt Regen durch! Der wird auf dem Boden abgeleitet. Da es gestern Abend geregnet hatte, ist heute diese Stelle mit Gittern abgetrennt. Die Kirche wirkt gewaltig und feierlich zugleich. In den zahlreichen Nischen befanden sich sicher die  Götterstatuen. Die Dekoration des Fußbodens besteht aus quadratischen und runden Marmorplatten und ist gut erhalten geblieben.

Vierflüssebrunnen
Vierflüssebrunnen auf der Piazza Navona
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Vom Pantheon ist es nicht weit bis zur stets vielbesuchten Piazza Navona mit ihren drei Brunnen. Der mittlere ist wohl der bekannteste, der Vierflüssebrunnen, den Papst Innozenz X. anlegen ließ und der von Bernini und seinen Schülern ausgeführt wurde. Vier Statuen umgeben einen Obelisken und sollen vier Flüsse darstellen: Der Ganges symbolisiert Asien, der Nil Afrika, die Donau Europa und der Rio della Plata Amerika. Welche Figur nun was darstellt, ist für uns nicht ohne weiteres ersichtlich.

Die Piazza Navona erinnert uns ein wenig an das Montmartre-Viertel in Paris: Sie ist wohl immer sehr belebter und beliebter Kunstmarkt, wo viele Künstler ihre Malereien und Bilder ausstellen, wo man an vielen Ständen eine Kleinigkeit essen kann oder wo Straßenhändler allerlei Krimskram zum Verkauf anbieten.

Von der Piazza Navona schlendern wir über die Via del Coronari bis zur Piazza Coronari. Von dort sehen wir schon die Engelsbrücke - Ponte Sant´Angelo - und die Engelsburg - Castel Sant´Angelo. Für den Besuch der Engelsburg haben wir zwar keine Zeit, aber ein ausgiebiger Fotostopp auf der Brücke lohnt in jedem Fall!! Die Brücke ist für den Autoverkehr gesperrt.

Engelsburg
Engelsburg - Castel Sant´Angelo
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Kaiser Hadrian ließ diesen gewaltigen Bau für sich und seine Nachfolger als Mausoleum bauen. Den Namen "Engelsburg" erhielt das Kastell 590, als in Rom die Pest wütete. Der Erzengel Michael soll Papst Gregor über dem Mausoleum erschienen sein und ihm das Ende der Seuche verkündet haben. Die Pest ging tatsächlich vorüber. Heute erinnert die Statue des Engels an der Spitze des Gebäudes an diese schwere Zeit. Lange Zeit diente dann das Gebäude als Gefängnis. Heute ist in der Engelsburg ein Museum untergebracht, in dem u.a. antike Truhen ausgestellt sind, die früher die Kirchenschätze enthielten. Diese ließen die Päpste in die sichere Festung bringen. Die zehn Engelsfiguren und das Geländer der Brücke entwarf Gian Lorenzo Bernini im Jahr 1668. Dieser Künstler ist uns ja mittlerweile hinreichend bekannt!

Von der Piazza Ponte Sant´Angelo kommen wir mithilfe des Stadtplans zum Corso Vittorio Emmanuele. Hier erwischen wir den Bus 571, der uns zum Hotel zurückbringt. Alternativ hätten wirPfeil auch einen Bus zur Stazione Termini nehmen können und von dort den Bus 105 zum Hotel. Es bleibt noch genügend Zeit für einen Snack und einen Cappuchino in dem kleinen Restaurant direkt neben dem Hotel.

Pünktlich um 14.30 Uhr treffen sich wieder alle Reiseteilnehmer zur Fahrt nach Tivoli mit einem eigens über das Bayerische Pilgerbüro bereitgestellten Bus. Wie wir im Bus den Erzählungen entnehmen können, hat die Generalaudienz im Audienzsaal stattgefunden, der bis zu 15.000 Menschen fasst und voll besetzt war. Man habe zwar den Papst nicht aus der Nähe sehen können, habe aber über große Leinwände die Audienz verfolgen können, so wird berichtet.

Wasserorgel
Die Wasserfälle der Wasserorgel - Villa D´Este
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Tivoli, das in der Antike Tibur hieß, liegt ca. 20 km von Rom entfernt, am Rande der Sabiner Berge. Die meisten Besucher - so wie wir auch - werden wohl wegen der Villa D´Este hierhin kommen, die 1550 für den Kardinal D´Este erbaut wurde und deren Gärten mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Der weite, terrassenförmig angelegte Garten mit den unzähligen Brunnen und Wasserspielen soll zu den schönsten in Italien zählen. Er erstreckt sich unterhalb der Villa an einem Hang und ist ein Meisterwerk der Gartenkunst. Das natürliche Gefälle wird zum Betrieb der enormen Anlage genutzt. Es gibt mehr als 500 Brunnen, Wasserspiele, Grotten und Wasserbecken sowie eine Wasserorgel. Wir begegnen klangvollen Namen wie "Fontäne des Drachens", "Allee der Hundert Brunnen" oder "Brunnen der Wasserorgel". Da wir Zeit genug haben, können wir uns alles in Ruhe anschauen und zum Abschluss des Besuches im Café der Anlage nochPfeil ein Eis bzw. ein Bier gönnen. Dann geht es wieder mit dem Bus zurück ins Hotel. Der befürchtete Stau infolge der einsetzenden Rushhour bleibt aus und wir kommen überpünktlich zum Abendessen an. Ein erlebnisreicher, schöner Tag!!