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Die Innenstadt Roms

Di, 22. 09. 2009

Das steht für heute im Reiseprogramm:

Bummel über den Campo dei Fiori, den farbenprächtigen Markt der Innenstadt. Weiter zur Area Sacra Argentina am Largo di Torre Argentina mit Tempelruinen aus dem 3. und 2. Jh. v. Chr.. Danach über die Chiesa del Gesù mit Besichtigung weiter zur Jesuitenkirche Sant Ignazio. Nachmittags Rundgang durch die Innenstadt: von der Piazza Navona, dem lebhaftesten Brunnen der Stadt, vorbei am Pantheon, dem am besten erhaltenen Bauwerk der römischen Antike, über den Trevi-Brunnen zur Spanischen Treppe, dem beliebten Treffpunkt von Reisenden aus aller Welt.

Treffpunkt ist wieder 9.00 Uhr vor dem Hotel. Die Reihenfolge der obigen Punkte wird ein wenig abgeändert. Wir fahren mit der Buslinie 571 bis Largo di Torre Argentina. Dort beginnen wir mit der Führung.

Der Largo di Torre Argentina, ein sehr verkehrsreicher Platz, hat nichts mit Argentinien zu tun. Er verdankt seinen Namen einem Deutschen, dem päpstlichen Zeremonienmeister Johannes Burkard aus Haslach bei Straßburg. Burkard kam 1481 im Gefolge des Bischofs von Straßburg nach Rom und wurde hier zunächst päpstlicher Zeremonienmeister, später Bischof. In der Via del Sudario baute er sich ein Haus und in nächster Nähe einen Turm, der Torre Argentina genannt wurde, nach der Heimat Burkards; denn "Argentoratum" ist der lateinische Name für Straßburg.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Area Sacra
Area Sacra am Largo di Argentina
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Ein Rechteck des Largo Argentina, die "Area Sacra" - ein heiliger Bezirk - ist ausgespart und bietet einen Blick in die Vergangenheit. Man fand zwischen 1926 und 1928 Reste von vier Tempeln, die in die republikanische Zeit Roms zurückreichen. Man hat sie mit den ersten vier Buchstaben des Alphabets (A,B,C,D) benannt. Hinter den beiden Tempeln B und C sieht man ein großes Podium aus Tuffblöcken, das zu einem von Pompeius errichteten Komplex gehörte. Es handelt sich um Teile der berühmten Curia des Pompeius, in der Caesar ermordet wurde. Die Ruine der Tempelanlage ist nicht öffentlich zugänglich. Vom Rand der tiefer liegenden Tempelanlage kann man das Gelände sehr gut überschauen. Nicht zu übersehen sind dabei auch die noch verbliebenen Katzen, die sich ohne Respekt vor den Überbleibseln der Antike hier tummeln bzw. in der Sonne dösen. Schließlich ist Rom nicht nur die Hauptstadt der Christen, sondern Rom war auch lange Zeit die Hauptstadt der Katzen.

Opus Reticulatum
Netzbauweise: Opus Reticulatum
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Ganz in der Nähe der Area Sacra befinden sich im Keller eines Lokals noch Reste des ehemaligen Theaters des Pompeius. Das Mauerwerk erscheint hier als Netzwerk: Opus reticulatum (rete, lat. = das Netz). Diese Bauweise, die keinen besonderen bautechnischen Nutzen hat, wurde im republikanischen Rom als Mode entwickelt und hat sich später über das ganze Imperium verbreitet.

Campo dei Fiori
Campo dei Fiori - Viktualienmarkt Roms
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Der Campo dei Fiori, den wir als nächstes besuchen, ist der Obst- und Gemüsemarkt, quasi der Viktualienmarkt Roms. Übersetzt heißt der Name so viel wie "Blumenmarkt", ein schöner Name, der die weniger schöne Vergangenheit des Platzes verschweigt: Er war nämlich Hinrichtungsstätte der Inquisitionsbehörde des päpstlichen Roms. So erinnert die Bronzestatue des Giordano Bruno in der Platzmitte an eine von vielen Hinrichtungen. 1600 wurde Bruno hier als Ketzer verbrannt, nachdem er die Unfehlbarkeit der Kirche in Frage gestellt hatte. Wer sich eine kleine Erfrischung in einem der angrenzenden Lokale gönnen will, sollte auf diePfeil unterschiedlichen Preise achten: Café espresso banco: 0,80 € - dagegen Tavolo: 2,50 €!! Bei dem Preisunterschied ist also zu überlegen, ob man seinen Espresso wirklich am Tisch (mit Bedienung) oder im Stehen trinken will!

Rom ist unübersehbar die Stadt der vielen Kirchen. So stehen zwei weitere Kirchen auf dem Programm: Die barocke Kirche Il Gesù ist die Mutterkirche des durch Ignatius von Loyola gegründeten Jesuitenordens.

St. Ignazio
Sant'Ignazio di Loyola
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Unweit dieser Kirche steht die Jesuitenkirche Sant' Ignazio. Die Deckenmalerei dieser Kirche stammt von Andrea Pozzo (1642-1709). Wir bekommen hier den Begriff der "Illusionistischen Perspektivmalerei" erklärt. In der Mitte der Kirche befindet sich auf dem Fußboden eine runde Marmorplatte. Sie ist der ideale Standort, um die Deckenmalerei "richtig" zu sehen. Der Maler setzt auf der realen Simshöhe ein zweites Stockwerk dazu. Die Pilaster werden malerisch in die Decke übertragen und stützen das imaginäre Zweitgeschoss. Die gemalte Architektur ist nach oben hin offen und gibt den Blick in den Himmel frei.

La Fontana di Trevi
Trevibrunnen - La Fontana di Trevi
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Ein "Muss" jedes Rombesuches ist wohl der Trevi-Brunnen - Fontana di Trevi -, den Clemens XII. im ausgehenden 17. Jahrhundert errichten ließ. In der Mitte des grandiosen Brunnens thront die Statue des Neptun, des Gottes der Fluten, auf einem Karren, der von zwei Tritonen gezogen wird. In das Becken soll man nach altem Brauch eine Münze werfen. Dann, so heißt es, werde man bestimmt wieder einmal nach Rom kommen. In dem Film "Das süße Leben" - "La dolce Vita" - von Federico Fellini aus dem Jahr 1960 durfte Anita Ekberg hier noch plantschen. Diese Zeiten sind allerdings längst passé, denn heute würde dieses Verhalten saftige Strafen nach sich ziehen.

Fontana della Baraccia
Piazza di Spagna - Fontana della Baraccia
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Das nächste touristische Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Piazza di Spagna mit herrlichen Palazzi aus dem 18. Jahrhundert. In der Mitte des Platzes steht die von Pietro Bernini - dem Vater des schon so oft erwähnten Gian Lorenzo Bernini - in Form eines Bootes gestaltete Fontana della Baraccia. Das Wort "Baraccia" bedeutet so viel wie "Barkasse". 1598 hat hier eine Hochwasserkatastrophe stattgefunden, der Platz war überschwemmt und angeblich soll an dieser Stelle ein Boot gestrandet sein.

Spanische Treppe
Spanische Treppe
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Über dem Platz erhebt sich die Spanische Treppe, Scalinata di Trinità dei Monti. Sie steigt von der Piazza in einer dreifachen, von Terrassen unterbrochenen Rampe hinauf zur Piazza Trinià dei Monti, auf der ein ägyptischer Obelisk steht. Am oberen Ende steht die Kirche Santissima Trinità dei Monti, die im 16. Jahrhundert im Auftrag des Königs Ludwig XII. von Frankreich erbaut wurde. Die Treppe ist - wie kann es anders sein - überfüllt mit Touristen. Da wir hier auch eine lange Mittagspause haben, schauen wir uns in den umliegenden Straßen um. Für Leute mit sehr großem Geldbeutel ist sicher die Via Condotti die passende Adresse. Sie gilt als die eleganteste Einkaufsstraße. Hier treffen wir auf Geschäfte von Georgio Armani, Cartier, Gucci, Louis Vitton, Valentino und Bulgari. In dieser Straße befindet sich auch das berühmte Café Greco! Ein schönesPfeil Restaurant zum Mittagessen finden wir auf dem Platz vor der Spanischen Botschaft. Von dort gehen wir später die Treppenstufen hoch zur Kirche Trinità dei Monti und können so die Spanische Treppe "von oben" bewundern.

Piazza del Popolo
Piazza del Popolo, Volksplatz
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Um 15.00 Uhr trifft sich die Gruppe vor der Métro-Station an der Paizza di Spagna. Über die schnurgerade Via del Babuino kommen wir zur Piazza del Popolo, wo wir uns nur kurz aufhalten. Es reicht gerade für ein paar Schnappschüsse mit der Kamera, dann geht es leider schon weiter. In der Antike bot sich den von Norden auf der Via Cassia oder der Via Flaminia kommenden Besuchern mit der Piazza del Popolo der erste großartige Eindruck von Rom. Der Platz ist von halbkreisförmigen Mauern abgeschlossen. In der Mitte des Platzes ragt der sogenannte "Obelisco Flaminio" auf, ein ägyptischer Obelisk aus dem Circus Maximus, den Kaiser Augustus nach Rom hatte transportieren lassen.

Ara Pacis
Ara Pacis - Friedensaltar des Augustus
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Es folgt ein kleines Highlight, was ursprünglich nicht vorgesehen bzw. im Programm steht: Ein (freiwilliger) Besuch des Museo dell'Ara Pacis. Schon draußen an der Mauer kann man in lateinisch die "Res gestae divi Augusti" lesen, eine Art Rechenschaftsbericht des Kaisers Augustus, eine politische Selbstdarstellung! Im Innern des Museums steht die "Ara Pacis", der Friedensaltar des Augustus. Ihm, dem Princeps, war es zu verdanken, dass im Innern seines Reiches Frieden herrschte und die Bürgerkriege, die jahrzehntelang die Republik erschüttert hatten, ein Ende gefunden hatten. Gleichzeitig hatte Augustus den Provinzen den Römischen Frieden, die Pax Romana, gebracht, ob mit oder ohne deren Einverständnis sei dahingestellt. Somit soll der Altar Frieden und Wohlstand als Ergebnis dieser Pax Romana darstellen. Die Mauern des Altares sind reich verziert mit Figuren, Ornamenten und Girlanden. Zu sehen ist eine feierliche Prozession von Priestern. Im Mittelpunkt steht Kaiser Augustus mit seiner Familie. - Ein sehr lohnenswerter Besuch und ein "Danke" an die Reiseleitung!

Leider ist die Zeit schon weit fortgeschritten, außerdem muss die Reiseleiterin die (kostenlosen) Karten für die morgige Papstaudienz bis 18.00 Uhr im vatikanischen Pilgerbüro abholen. So fallen die beiden restlichen Programmpunkte sehr kurz aus: Pantheon und Piazza Navona. An letzterer werden wir "entlassen", zudem erwischt uns hier noch ein Regenschauer.

Wir haben uns bereits jetzt aus diversen Gründen entschlossen, nicht an der Generalaudienz des Hl. Vaters teilzunehmen. Die Generalaudienz findet jeden Mittwoch um 10.30 Uhr statt, je nach Wetterlage auf dem Petersplatz oder in der Audienzhalle. So haben wir morgen am VormittagPfeil genügend Zeit, die beiden Sehenswürdigkeiten Pantheon und Piazza Navona mit mehr Ruhe und Zeit anzugehen. Mit dem Bus 571 fahren wir zurück ins Hotel. Da sich die tägliche Rushhour stark bemerkbar macht, brauchen wir fast eine Stunde, bis wir im Hotel sind.