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Der Vatikan

Mo, 21. 09. 2009

Das steht heute im Programm:

Vormittags ausführliche Besichtigung von St. Peter, dem Zentrum des Vatikans. Zeit zum Verweilen im Dom oder zum Besuch der Papstgräber mit dem Grab u.a. von Papst Johannes Paul II. Am Nachmittag Besuch der Vatikanischen Museen mit der berühmten Sixtinischen Kapelle, dem Meisterwerk von Michelangelo.

Heute steht der Vatikan als einziger Besuchspunkt auf dem Programm. Das reicht auch vollkommen aus, ist fast schon zu viel! Mit der Buslinie 571 fahren wir nach dem Frühstück vom Hotel direkt bis zum Vatikan und betreten durch die Kolonnaden den riesigen Petersplatz, den wir zuvor schon so oft im Fernsehen gesehen haben. Die Ausmaße des Platzes, und später auch den Petersdom in seiner Gewaltigkeit und Schönheit, muss man erlebt haben, Beschreiben fällt hier sehr schwer.

Der Vatikan ist mit 0,44 Quadratkilometern der kleinste eigenständige Staat der Welt, eine Enklave innerhalb des Stadtgebietes von Rom. Der Papst als Oberhaupt dieses Staates und der katholischen Kirche ist zugleich auch Bischof von Rom. Mit den sog. Lateranverträgen von 1929 wurde der Vatikan-Staat anerkannt. Er dehnt sich auf dem antiken Ager Vaticanus am rechten Tiberufer aus, wo die ersten Christen - unter ihnen auch der Hl. Petrus - den Märtyrertod gefunden haben.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Kolonnaden
Kolonnaden auf dem Petersplatz
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Bei unserer Ankunft ist der Platz - Piazza San Pietro - noch relativ leer, die Warteschlange für den Petersdom noch gut überschaubar. So können wir uns zunächst einmal auf den Platz konzentrieren. Er ist 340 mal 240 Meter groß. Die Kolonnaden, die den Platz einrahmen, bestehen aus 284 je 15m hohen dorischen Säulen und 88 Pfeilern in Viererreihen. Auf der Brüstung erheben sich 144 Heiligenstatuen in einer Größe von je 3,20 Meter. Angelegt wurde der Platz von Gian Lorenzo Bernini zwischen 1656 und 1667 unter Papst Alexander VII. Er ist Teil des Territoriums der Vatikanstadt. Die Kolonnaden bilden die Staatsgrenze zwischen Vatikanstadt und Italien und symbolisieren nach Berninis Vorstellung die schützenden Arme Gottes. In der Mitte des Platzes erhebt sich ein Obelisk, den Caligula auf einem eigens dafür gebauten Schiff aus Ägypten mitgebracht und in seinem Circus aufgestellt haben soll. Dort blieb er stehen, bis im 15. Jahrhundert wegen der Renovierung von St. Peter überlegt wurde, ob man den Obelisk versetzen könne. Erst Sixtus V. beauftragte 1586 den Architekten Domenico Fontana mit dieser schwierigen Aufgabe. Der vatikanische Obelisk ist der einzige in Rom, der keine Hieroglyphen trägt.

Petersdom
Petersdom
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Nun schauen wir auf St. Peter. Die prachtvolle Kuppel, die das gesamte Stadtbild überragt, wurde von Michelangelo entworfen. In der Mitte der Fassade des Petersdoms befindet sich die Benediktionsloggia, von der aus der Papst sich nach seiner Wahl erstmals zeigt - "Habemus papam" - , von hier gibt er Heiligsprechungen bekannt und spendet an bestimmten Feiertagen den Segen "Urbi et Orbi". Auf dem Dachgesims stehen die Statuen von Christus, Johannes dem Täufer und elf Aposteln - es fehlt nur Petrus.

Nach diesen Ausführungen reihen wir uns in die Warteschlange zum Petersdom ein. Nach erfolgter obligatorischer Taschenkontrolle geht es relativ schnell, bis unsere Gruppe im Petersdom ist. Es gibt fünf Portale in der Vorhalle, durch die man den Dom betreten kann. Das bronzene Mittelportal zeigt in schönen Reliefs Petrus und Paulus. Das letzte Portal auf der rechten Seite ist die Heilige Pforte, diePfeil "Porta Sancta", die vom Papst nur im Heiligen Jahr geöffnet wird. Links neben dem Hauptportal ist die "Porta della Morte". Durch dieses Portal wird der Papst nach seinem Tod hinausgetragen.

Wir betreten nun zum ersten Mal das Innere des Domes und sind überwältigt von seiner Größe und Schönheit, die man hier gar nicht so richtig beschreiben kann. Es gibt so viel zu sehen an Altären, Statuen, Bildern und Kunstgegenständen. Hier einige Angaben: Der Petersdom fasst 60.000 Personen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eine der größten Kirchen der Welt. Der Innenraum ist 183m lang und unter der Kuppel 119m hoch. Er hat 44 Altäre, 27 Marienaltäre und 135 Bilder. Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen!!

Kuppel Petersdom
Kuppel des Petersdoms
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Wir beschränken uns hier auf die Dinge, die uns am meisten beeindruckt haben. Da ist die grandiose Kuppel des Michelangelo zu nennen, die erst 20 Jahre nach seinem Tod so richtig fertig wurde. Im inneren Kuppelfries steht in zwei Meter hohen (!!) Buchstaben das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: "Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum" - " Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelreich geben." Unter der Kuppel befindet sich über dem Petrusgrab der Papstaltar (geschaffen von Bernini im Alter von 25 Jahren!) und der 29 Meter hohe Bronzebaldachin. Dieser Altar ist allein dem Papst oder einem von ihm beauftragten Kardinal vorbehalten. Rechts vor dem Hochaltar steht eine Bronzestatue des Apostels Petrus aus dem 13.Jh, unverwechselbar durch den rechten Fuß, den Tausende von Pilgern durch ihre Berührungen blank geputzt haben.

Michelangelo: La Pietà
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Das bedeutendste Kunstwerk ist sicher Michelangelos "La Pietà". Sie steht im rechten Seitenschiff in der ersten Kapelle hinter einer Panzerglasscheibe. In der Nähe der Pietà befindet sich ein Denkmal für Christine von Schweden, die als Königin abdankte und zum katholischen Glauben konvertierte. Etliche Päpste sind im Petersdom begraben bzw. übergroße Bronzestandbilder erinnern an sie, so z.B. Pius XII. und Gregor XIII., auf den der sog. Gregorianische Kalender zurückgeht. Besonders beeindruckend finden wir das Grab des Konzilspapstes Johannes' XXIII., der nach der Seligsprechung am 3. September 2000 hier aufgebahrt wurde. In den Vatikanischen Grotten haben wir noch nach dem Besuch der Vatikanischen Museen das Grab von Papst Johannes Paul II. besucht.

Die Mittagspause fällt heute für uns sehr kurz aus, da es einfach zu viel zu sehen gibt. In unmittelbarer Nähe des Domes gibt es eine Reihe kleinerer Restaurants, die Sandwiches und dgl. anbieten. Es geht dann auch schon weiter mit dem Besuch der Vatikanischen Museen, darunter der Sixtinischen Kapelle. Zum Glück sind wir angemeldet und können an der langen Warteschlange vorbeiziehen. Eine eigens für die Museen autorisierte Führerin erwartet uns schon. Sie ist Deutsche,Pfeil wohnt aber in Rom - so haben wir das jedenfalls verstanden. Es gibt folglich keine Sprachschwierigkeiten, dafür haben wir aber mit riesigen Menschenmassen in den einzelnen Museen zu kämpfen. Es ist, als wollten alle Touristen heute hierhin!

Cortile della pigna
Vatikanische Museen: Der Pinienzapfen im Cortile della Pigna
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Zu verdanken sind die Vatikanischen Museen den reichen Kunstsammlungen verschiedener Päpste, die diese Sammlungen dann irgendwann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Unser Rundgang fängt an mit einem Blick auf die riesige Kuppel des Petersdoms und in einen Teil der Vatikanischen Gärten. Es folgt ein Besuch des "Cortile della Pigna", Hof des Pinienzapfens, einem der 3 Höfe des Vatikanpalastes. Die beiden anderen sind der "Cortile della Biblioteca" und der Belvederehof. Der “Cortile della Pigna” verdankt seinen Namen einem riesigen fast 4 Meter hohen Bronzepinienzapfen. Er befand sich im antiken Rom nahe dem Pantheon und wurde wahrscheinlich im Mittelalter in die Vorhalle der alten Peterskirche und von dort 1608 zu seinem jetzigen Standort gebracht.

Schautafeln
Schautafeln mit Szenen aus der Sixtinischen Kapelle
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In dem Hof stehen Schautafeln, auf denen Bilder bzw. Szenen aus der Sixtinischen Kapelle dargestellt sind. Sehr detailliert und anschaulich bekommen wir die reich freskierte Decke und die Langseiten der Sixtinischen Kapelle erklärt. Das erweist sich später als sehr großer Vorteil, denn in der Kapelle darf (sollte) man nicht reden.

Wir folgen unserer Führerin und können an dieser Stelle unmöglich alles wiedergeben, was wir sehen und erklärt bekommen: Statuen, Skulpturensammlungen, Vasen, Deckengemälde, die Galerie der Kandelaber, die Galerie der Wandteppiche (Gobelins), die Galerie der Landkarten und, und ....Im Belvederehof schieben wir uns durch die riesige Besuchermenge vor bis zur Laokoon-Gruppe. Der in der Gruppe dargestellte Mythos schildert den Tod des Priesters Laokoon und seiner beiden unschuldigen Söhne.

"Schöpfungsgeschichte" - Sixtinische Kapelle
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Das Highlight dieses Nachmittags ist die Sixtinische Kapelle, jene Kapelle also, in der das Konklave abgehalten und ein neuer Papst gewählt wird. Die erfolgte Papstwahl wird den auf dem Petersplatz wartenden Menschen durch weißen Rauch kundgetan; ein schwarzes Rauchzeichen bedeutet, dass noch kein Papst gewählt ist und das Konklave weitergeht. Benannt ist die Kapelle nach Papst Sixtus. Mit der Ausmalung waren so bedeutende Künstler wie Botticelli, Ghirlandaio, Rosselli, Signorelli, Perugino und Pinturicchio beauftragt. Erst der Neffe Sixtus, der als Papst Julius II. (1503-1513) bekannt wurde, kümmerte sich um die Vollendung der Sixtinischen Kapelle und beauftragte Michelangelo mit der malerischen Gestaltung des Deckengewölbes. Auf dem Deckenfresko sind ringsum Figuren aus der griechischen und römischen Antike und die Propheten des Alten Testaments zu sehen. Insgesamt sind es fast 300 Figuren. Im Mittelteil der Decke hat Michelangelo auf neun Feldern die Schöpfungsgeschichte dargestellt: - Gott scheidet Licht von Finsternis - Erschaffung von Sonne, Mond und Pflanzen - Trennung von Erde und Wasser - Erschaffung des Adam - Erschaffung der Eva - Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies - Noahs Dankopfer - Sintflut - Noahs Trunkenheit. Die "Erschaffung Adams" ist wohl das berühmteste und am häufigsten kopierte Werk.

Michelangelo: "Das Jüngste Gericht"
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Auf der Wand hinter dem Hochaltar ist das grandiose Jüngste Gericht, ebenfalls von Michelangelo, zu sehen: Im Mittelteil erhebt Christus als Weltenrichter seine Hand, rechts stürzen die Verdammten in die Tiefe, weiter oben blasen Engel die Posaunen des Jüngsten Gerichtes. Christus zu Füßen sind die Heiligen Laurentius und Bartholomäus zu sehen. In der Hand hält Bartholomäus seine Haut, die ihm abgezogen wurde, als er den Märtyrertod erlitt.

Soviel in knapper Form zu den Darstellungen. Andacht ist in dieser Kapelle nicht möglich. Immer wieder müssen die Museumswärter "silenzio" rufen, weil sich die Besucher nicht an die Bitte um Ruhe halten. Die Kapelle ist einfach überfüllt mit Menschen. Das mag wohl auch daran liegen, dass im September in Rom Hochsaison ist. Letztlich bedauern es im Nachhinein alle Teilnehmer, dass die Besuchszeit wegen der vielen Leute auf 15 Minuten begrenzt ist. Aber es geht wohl nicht anders. Fotografieren ist übrigens auch strengstens untersagt!Pfeil

Nach Beendigung der Führung löst sich die Gruppe auf, uns bleibt noch genügend Zeit für den Besuch der Papstgräber - hier vor allem das Grab Papst Johannes Paul II. - in den Vatikanischen Grotten. Danach geht es mit der Buslinie 571 zurück zum Hotel.