Rom Rom

Lateran und Santa Maria Maggiore

Sa, 19. 09. 2009

Über das Bayerische Pilgerbüro in München haben wir eine einwöchige Studienreise "Unsterbliches Rom" gebucht. Flug, Hotel mit Frühstück und Abendessen, Eintritte in Museen, Papstaudienz, Wochenticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel (gruppenunabhängig), sowie ein Ausflug nach Tivoli waren im Reisepreis enthalten. Mit Frau Petra Hastreiter, M.A., Kunsthistorikerin und Romkennerin, hatten wir eine äußerst sachkundige, exzellente Reiseführerin, die schnell unsere Begeisterung für Rom entfachen konnte. Aber fangen wir der Reihe nach an.

Die Reisegruppe - 22 Personen - trifft sich um 8.45 Uhr am Flughafen München, Terminal 2, Check-In-Schalter 416 der Lufthansa. Hier erwartet uns bereits die Reiseleiterin. Da die Flüge ticketlos erfolgen, erhalten wir kein persönliches Papierticket, sondern können nach Vorlage des Reisepasses bzw. Personalausweises sofort unser Gepäck aufgeben und danach noch gemütlich ein kleines Frühstück einnehmen. Unser Flug LH 3858 startet pünktlich um 10.45 Uhr und landet genauso pünktlich um 12.10 Uhr auf dem Flughafen Rom-Fiumicino, dem "Aeroporto internazionale Leonardo da Vinci".

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Hotel Portamaggiore
Hotel Portamaggiore
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Das Gepäck lässt eine Weile auf sich warten, aber schließlich findet doch jeder seinen Koffer und so gehen wir zum bereitstehenden Bus, der uns in 40 Minuten zum 3-Sterne Hotel Portamaggiore an der Piazza Portamaggiore 25 bringt. Unterwegs erklärt Frau Hastreiter das weitere Procedere und bittet die Reiseteilnehmer, sich um 15.00 Uhr zur ersten Besichtigungstour im Foyer des Hotels einzufinden. Das uns zugewiesene Zimmer Nr. 319 mit Bad, Safe und Kühlschrank liegt im 3. Stock zur Gartenseite und lässt nächtliche Ruhe erwarten. Zimmer und Bad machen einen sauberen, ordentlichen Eindruck, die Einrichtung ist einfach und zweckdienlich. Das Hotel Portamaggiore liegt äußerst verkehrsgünstig mit Bus- und Straßenbahn-Knotenpunkt direkt vor der Tür und ist ca. 1,5 km vom Hauptbahnhof Stazione Termini entfernt. Wie sich im Verlauf der Woche herausstellt, sind Frühstück und Abendessen völlig in Ordnung, auch wenn es im Speisesaal sehr lautnach oben zugeht, die Kaffeeautomaten des Öfteren streiken oder falsch bedient werden und einer der beiden Aufzüge im Hause gerade repariert wird. Für einen Stadtaufenthalt, bei dem wir den ganzen Tag unterwegs sind, ist das Hotel absolut in Ordnung!

Nachdem wir uns erfrischt haben, geht es zu Fuß zur ersten Besichtigung: Patriarchalbasilika San Giovanni in Laterano mit Baptisterium und Hl. Stiege, sowie die Basilika Santa Maria Maggiore, eine der sieben Pilgerkirchen Roms.

Kopfhörer
Vox Audio-Guide
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Bevor wir allerdings losgehen, wird die gesamte Reisegruppe mit Kopfhörern der Firma VOX-Audioguide ausgestattet. Sie bestehen aus kleinen Empfangsgeräten, die mit Batterien funktionieren. Die Reiseleiterin hat den Sender und das Mikrofon. Das Drücken der ON/OFF Taste und die Regulierung der Lautstärke sind die einzigen Vorgänge, die man selbst ausführen muss. So können wir den sehr detaillierten, fundierten Erläuterungen von Frau Hastreiter auch dort folgen, wo der Stadtverkehr oder die Lärmbelästigung die Tour schwierig machen, außerdem können wir fotografieren oder uns auf Sehenswürdigkeiten konzentrieren, ohne den weiteren Verlauf der Erklärungen zu verpassen, eine wirklich angenehme Sache! Am Ende der Reise werden die Empfangsgeräte wieder abgegeben, die Einweg-Kopfhörer kann man behalten.

San Giovanni in Laterano
San Giovanni In Laterano
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San Giovanni in Laterano, "Haupt und Mutter aller Kirchen Roms und des Erdkreises" - „Caput et mater omnium ecclesiarum urbis et orbis", 313 unter Kaiser Konstantin gebaut, war gemeinsam mit dem angeschlossenen Lateranpalast bis zur Übersiedelung der Päpste in den Vatikan, Ende des 14. Jahrhunderts, die Residenz des Pontifex Maximus und Zentrum der christlichen Welt. San Giovanni in Laterano ist die Bischofskirche von Rom, somit die ranghöchste der sieben Pilgerkirchen. Die größte ist der Petersdom. Die Fassade der Kirche wird gekrönt von einer Balustrade, über der Christus inmitten von Aposteln und Heiligen aufragt. Die Monumentalfiguren auf der Fassade sind über 7m hoch. Die Basilika hat 5 Portale, das letzte rechts ist die sog. Porta Sancta, die Heilige Pforte. Diese wird in einem speziellen Ritus vom Papst oder dessen Beauftragtem nur für die Dauer eines Heiligen Jahres geöffnet, hier zuletzt im Jahre 2000 durch Papst Johannes Paul II. Durch diese Pforte sollen die Pilger die "Schwelle" überschreiten, um sich mit Gott zu versöhnen.

Kosmatenfußboden
Kosmatenfußboden in San Giovanni In Laterano
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Das weiträumige, fünfschiffige Innere zeigt eine reich verzierte Decke aus dem 16. Jahrhundert und einen schönen Kosmaten Fußboden. Der Name kommt von Kosmas, dem Stammvater einer Familie von Mosaikarbeitern, deren Kunst zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert recht verbreitet war. Mit ihren Intarsien Arbeiten schmückten sie Fußböden, Chorschranken, Kanzeln und Bischofsstühle aus. In den Pfeilern des Hauptschiffes der Basilika öffnen sich große Nischen mit den 12 Apostelfiguren.

An der rechten Seite der Basilika erhebt sich der Lateranpalast. Er war ursprünglich als Sommerresidenz der Päpste gedacht. Der heutige Lateranpalast wurde in den Jahren 1587–1589 erbaut und ist Sitz der Verwaltung der Diözese Rom, im Gegensatz zur Verwaltung der „Weltkirche“ im Vatikan.

Bei der Cappella Sancta Sanctorum handelte es sich um die Privatkapelle der Päpste, direkt gegenüber des Lateran. Ein zentraler Bestandteil dieser Kapelle ist die mittlere von 5 Treppen, über die man in die Kapelle gelangt, Scala Santa. Sie ist der Überlieferung nach von der Mutter Kaiser Konstantins aus Jerusalem nach Rom gebracht worden und stand vorher im Prätorium von Pilatus. Da Jesus während seiner Leidenszeit mehrere Male über diese Treppe gehen musste, wurden diese 28 Stufen ein Objekt lebhaftester Verehrung. Auch bei unserem Besuch sehen wir viele Gläubige, die diese Treppe kniend hinaufgehen. Im weiteren Verlauf des Aufenthaltes können wir feststellen, dassnach oben Rom in der Regel von zwei Arten Besuchern aufgesucht wird: Den tiefgläubigen Pilgern und den Kulturreisenden mit Historien,- Kunst- und Architekturinteressierten und manchmal einer Mischung aus beiden.

Obelisk
Obelisk auf der Piazza San Giovanni in Laterano
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Rom ist die Stadt mit den meisten ägyptischen Obelisken. Sie wurden größtenteils von den römischen Kaisern aus Ägypten nach Rom gebracht. Von den Päpsten wurden sie wieder aufgerichtet und an neuen Standorten aufgestellt. Teilweise sollten sie als Wegweiser für Pilger dienen. Der mit 32m höchste Obelisk steht auf der Piazza San Giovanni in Laterano vor der Lateranskirche. Auf der Spitze wurde das Kreuz als Symbol der christlichen Macht befestigt. Von diesem Obelisken hat man einen schönen Blick auf die Via Merulana, die alte Pilgerstraße, an deren Ende die Basilika Santa Maria Maggiore steht.

Baptisterium
Taufbecken im Baptisterium
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Zum Baptisterium gelangen wir, indem wir rechts am Palast vorbei und über die Piazza di San Giovanni in Laterano gehen. Das Baptisterium stammt aus der Zeit Kaiser Konstantins. Ein Baptisterium ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Becken. Bei den Römern wurde ein Bassin im Bereich des Kaltwasserbades, z. B. innerhalb einer Thermenanlage, so bezeichnet. Von den Christen wurde die Bezeichnung zunächst für das Taufbecken, später dann auch für das Taufhaus selbst übernommen.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem ersten Tag in Rom ist der Besuch der Basilika Santa Maria Maggiore. Über die Via Merulana, die alte Pilgerstraße, erreichen wir die Basilika. Sie heißt auch Basilica Liberiana. Der Legende nach soll in einer lauen Sommernacht im Jahre 352 Papst Liberius die Hl. Maria erschienen sein und ihn angewiesen haben, an jener Stelle eine Kirche für sie zu errichten, an welcher morgen Schnee läge. Tatsächlich lag am nächsten Tag trotz Sommerhitze mitten im August Schnee auf dem Esquilin-Hügel. Das "Schneewunder-Fest" wird noch heute am 5. August gefeiert, doch in Wahrheit geht der Bau der Kirche auf ein anderes Ereignis zurück, nämlich das Konzil von Ephesos im Jahre 431 n. Chr., auf dem die Marienverehrung sanktioniert wurde.

Die Basilika weist die 4 Merkmale der Papstkirchen auf: die Benediktionsloggia (das ist die Balustrade über der Portalzone), den Papstthron, den Papstaltar mit Ziborium (das ist der Altaraufbau) und die Heilige Pforte.

Benediktionsloggia
Benediktionsloggia Santa Maria Maggiore
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Das Innere der Kirche macht einen feierlichen und erhabenen Eindruck, was vor allem auf das Hauptschiff mit der herrlichen Kassettendecke zurückzuführen ist. Sehr schön ist auch der Fußboden, wieder eine Kosmaten Arbeit aus dem 12. Jahrhundert. Wir nehmen uns vor, diese Kirche noch einmal alleine zu besuchen, um ihre Schönheit auf uns wirken zu lassen. Wir sind deshalb froh, dass seitens der Reiseleiterin eine Pause angesagt ist. Ein Cappucchino täte uns jetzt gut. Also ergreifen wir die erste Gelegenheit und lassen uns in einem nahegelegenen Café nieder. Und hier "lernen" wir sofort, wie Touristen sehr leicht ausgenommen werden: Pro Cappuchino zahlen wir 5 €. Wenn das kein stattlicher Preis ist!! Na ja, selber schuld.

Per öffentlichem Bus geht es zurück zum Hotel, wo um 20.00 Uhr das Abendessen stattfindet. Für unsere Gruppe sind Tische reserviert. Da ein kleiner Umtrunk nach dem Essen zum besseren Kennenlernen der Reiseteilnehmer und deren Namen nicht geplant ist - so sind wir das von anderennach oben Gruppenreisen her gewohnt -, begeben wir uns alsbald auf unser Zimmer und vervollständigen unseren Tagesbericht, damit wir nach der Reise die vielen Erlebnisse noch richtig zuordnen können.