Besuch in Regensburg

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Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen. Es ist Hauptstadt und Sitz der Regierung der Oberpfalz. Seit dem 13. Juli 2006 gehört die Regensburger Altstadt zum UNESCO-Welterbe.

Schon lange hatten wir uns einen Besuch in Regensburg vorgenommen. Nun ist es soweit. Wir haben uns einen sehr schönen sonnigen und warmen Tag ausgesucht. Die Entfernung Gauting - Regensburg beträgt ca. 140 km, über die Autobahn A93 kann man bequem die Stadt in 1 1/2 PräsidialpalaisStunden erreichen. Wir nehmen die Ausfahrt Regensburg-Prüfening, kommen von dort auf die Prüfeninger Straße, an deren Ende wir in die Jakobstraße einbiegen und unmittelbar am Bismarckplatz auskommen, wo wir unser Auto in einer Parkgarage parken können.

Der Bismarckplatz am Westrand der Altstadt ist ein geeigneter Ausgangspunkt für einen ausgedehnten Stadtrundgang. Zwei klassizistische Gebäude bestimmen den Platz: das 1805 errichtete Präsidialpalais, in demSchottenportal heute das Polizeipräsidium untergebracht ist und das 1803 errichtete Stadttheater. Vom Bismarckplatz aus sieht man bereits die Türme der westlich gelegenen Schottenkirche St. Jakob. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von irischen Mönchen gebaut, die im Volksmund "Schotten" genannt wurden. Das sogenannte "Schottenportal" weist einen ungewöhnlich reichhaltigen Skulpturenschmuck auf.

Neue WaagVom Bismarckplatz kommen wir über die Drei-Mohren-Straße zur Ludwigstraße, biegen rechts ab und gelangen zum Haidplatz. Er gilt als der zentrale Treffpunkt der Regensburger, was besonders durch die zahlreichen Straßencafés auffällt. Schon immer soll der Haidplatz der klassische Veranstaltungsort für Regensburg gewesen sein, mit Märkten, mit den Darbietungen fahrender Künstler und im Mittelalter mit Ritterturnieren. Den Platz dominiert das Gebäude der "Neuen Waage". Hier war seit dem Mittelalter die Stadtwaage eingerichtet, nebst einer "Herrentrinkstube", wo sich dazumal die Ratsherren nach anstrengenden Beratungen erholen konnten. Der ehemalige Gasthof "Zum Goldenen Kreuz" war jahrhundertelang Herberge berühmter Gäste, selbst Kaiser und Könige logierten hier, wie aus einer Inschrift zu ersehen ist:

 

Inschrift

"In diesem Haus von alter Art, hat oft geruet nach langer Fahrt,
Herr Kayser Carl der Fünft genandt, in aller Welt gar wohl bekannt,
der hat auch hie zue gueten Stundt, geküsset einer Jungfrau Mundt.

 

Diesselb die hiess bei fern und nah, man nur die schöne BARBARA
ihr Stamm war bieder, schlicht und recht, PLUMBERGER schrieb sich das Geschlecht,
dem bracht des Kaysers Lieb viel Leid, doch Trost und Heyl der Christenhait.

 

Dann draus erwuchs, dem Vatter gleich, der DON JUAN VON OESTERREICH,
der bey Lepanto in der Schlacht, vernichtet hat der Türckhen Macht,
der Herr vergelts Ihm alle Zeit, so yetzt wie auch in Ewigkeit!"

 

Vom Haidplatz sind es nur wenige Minuten bis zum Rathausplatz mit dem Alten Rathaus. Das aus drei Gebäudeteilen bestehende Regensburger Rathaus entstand vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Vor dem Rathaus stehend befindet sich links der sogenannte Reichssaalbau, in der Mitte das Alte Rathaus mit Turm und Rathaushof und zur Rechten das Barocke oder Neue Rathaus. Im Reichssaal hielt seit 1663 der "Immerwährende Reichstag" seine Sitzungen ab. Recht interessant für uns waren die an der linken Portalschräge angebrachten Stadtmaße: Elle, Schuh, Klafter.

 

Erker RathausRathausturmEingang Fragstatt

Einen sehr schönen Blick auf Regensburg genießen wir von der Steinernen Brücke. Sie überspanntSteinerne Brücke die Donau und gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Ingenieurkunst und Ausdruck des Reichtums Regensburger Bürger. Von den drei Türmen, die einst die Brücke festigten, ist nur noch der Brückenturm erhalten. Der Brückenturm wird heute von den beiden Salzstadeln flankiert, dem Amberger Salzstadel, der jetzt Studenten als Wohnheim dient und dem reichsstädtischen Regensburger Salzstadel, errichtet 1616 - 1620, der vor allem mit seinem mächtigen fünfgeschossigen Dachstuhl beeindruckt. Hier steht eine Tafel mit folgender Inschrift:

 

Salzgewinnung und Handel im danubischen Raum seit der Jungsteinzeit:

Von Reichenhall und Hallein kam das Salz über Salzach, Inn und Donau nach Regensburg, dem Handelskreuz zwischen Ost und West.
Flussaufwärts ab Passau zogen Tagelöhner die Schiffe, später Pferde. Hohe Zölle ("gesalzene Preise") mußten gezahlt werden. Traglast der Schiffe im 16. Jhd.: 14 - 65 t.

 

Baumberger Turm

Durch die Brückenstraße kommen wir zur Goliathstraße mit mehreren prächtigen Patrizierhäusern. Das Goliathhaus aus dem 13. Jahrhundert ist an der Fassadenmalerei sofort zu erkennen. Der Baumburger Turm wurde Porta Prätoria um1260 erbaut. Er gilt als charakteristischer Turm eines Patrizierhauses mit Kapelle im Erdgeschoss und ehedem offener Laube im Obergeschoss.

Die östliche Verlängerung der Goliathstraße ist die Gasse "Unter den Schwibbögen". Hier befindet sich ein Überbleibsel aus römischer Zeit, die Porta Prätoria, das Nordtor des ehemaligen Römerlagers Castra Regina. Die Porta Praetoria ist das älteste Stadttor und neben der Porta Nigra in Trier der einzige original erhaltene römische Hochbau in Deutschland.

Der Dom St. Peter mit seinen 105 m hohen Türmen beherrscht das Stadtbild. Es ist eine eindrucksvolle gotische Kathedrale, die dem Hl. Petrus geweiht ist. Besonders eindrucksvoll sind im Innern die farbenprächtigen Glasfenster.

Auffallend beim Besuch der Regensburger Altstadt ist die Unmenge an größeren und kleineren Cafés und Restaurants. Viele liegen in engen Gassen oder sogar Hinterhöfen und alle sind sehr gut besucht. Das mag natürlich auch am hochsommerlichen Wetter liegen. Jedenfalls haben wir keine Mühe, ein schönes (italienisches) Restaurant ausfindig zu machen, wo wir gemütlich "draußen" zu Mittag essen, eine Pause einlegen und das Flair der Stadt genießen können. Die Stadt ist sehr gut besucht, viele Ausflügler sind mit dem Fahrrad unterwegs. Regensburg liegt auf der Route bekannter Fahrradwege. Die Personenschifffahrt auf der Donau soll auch erwähnt werden. Unweit der Steinernen Brücke ist nämlich die Anlegestelle. Es verkehren Ausflugsschiffe zur Walhalla (Donautal), nach Kelheim und weiter ins Altmühltal.

Schloss Thurn und TxisAm Südrand der Altstadt liegt der Emmeramsplatz mit der ehemaligen Klosterkirche St. Emmeram. Von 739 bis 975 waren die Äbte von St. Emmeram gleichzeitig Bischöfe von Regensburg. 1812 wurden nach der Auflösung des Klosters die Klostergebäude an den Fürsten von Thurn und Taxis übergeben, der St. Emmeram zum Stammschloss Thurn und Taxis umbauen ließ. Nach wie vor befindet sich das Schloss im Besitz der Familie. Die Fürstliche Brauerei Thurn und Taxis engagiert sich in der Region in verschiedenen Bereichen wie Sport und Kultur. Dazu gehören zum Beispiel der Regensburger Halbmarathon, die Regensburger Schlossfestspiele, das Open Air Kinofestival und Veranstaltungen in der Alten Mälzerei.

Die Regensburger Altstadt eignet sich ideal zum gemütlichen, ausgiebigen Bummel. In denan den Seitenanfang zahlreichen, teilweise sehr kleinen Geschäften findet sich für jeden Geschmack etwas und es fällt nicht schwer, hier den Nachmittag zu verbringen. Alles in allem für uns ein sehr schöner, erlebnisreicher Tag. Das tolle Wetter trug natürlich dazu bei!

Für Interessierte hier die genaue Strecke:


 

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