Besuch der Dreiflüssestadt Passau

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Die alte Bischofsstadt Passau liegt an der Vereinigung der Donau mit Inn und Ilz unmittelbar an der österreichischen Grenze. Zu Füßen der Burganlage Niederhaus fließt zunächst die Ilz von links in die Donau und kurz danach von rechts der Inn der Donau zu. Passau ist eine kreisfreie Universitätsstadt im Regierungsbezirk Niederbayern.

Wieder haben wir uns schönes, sonniges Spätsommerwetter ausgesucht, um die Stadt zu erkunden. Ein Besuch im nicht weit entfernten benachbarten Marktl am Inn sowie in Altötting bietet sich ebenfalls an. Die Entfernung Gauting - Passau beträgt ca. 210 km. Zunächst geht es in München-West auf der A99 Richtung Nürnberg, in München-Feldmoching erfolgt der Wechsel auf die A92 Richtung Deggendorf, dort auf die A3 Richtung Linz/Passau. Die Fahrtzeit beträgt ca. 2 Stunden.

Passau wurde benannt nach dem um ca. 200 n.Chr. gegründeten Römerlager Castra Batava. Die Altstadt liegt auf einer schmalen Landzunge, die durch den Zusammenfluss von Donau und Inn gebildet wird, wie auf untenstehendem Lageplan sehr schön zu erkennen ist. Wir überqueren die Donau auf der Schanzlbrücke und können unser Auto im Parkhaus am Schanzl parken. Unsere Stadtbesichtigung beginnt am Ludwigsplatz nahe beim Hauptbahnhof. Neben der Bahnhofstraße sind Ludwigstraße und Rindermarkt die Hauptgeschäftsstraßen der Stadt.


Passaukarte


Ludwigsplatz und Ludwigstraße sind wegen des schönen Wetters recht belebt, die Straßencafés sind gut besucht. Wir schlendern gemütlich durch die Ludwigstraße, biegen später in die Grabengasse ein Dom St. Stephanund gelangen so zum Domplatz und zum Dom. Der Dom St. Stephan bildet das sakrale Zentrum der Stadt, er liegt auf der höchsten Erhebung in derWittelsbacher Brunnen Altstadt, von hier haben wir einen guten Blick auf die hübsche Altstadt. Der Dom - eine von 1668 an wiedererbaute barocke Bischofskirche - ist Bischofssitz und Hauptkirche des Bistums Passau. Er ist einer der größten Dome mit dem größten barocken Kircheninnenraum nördlich der Alpen. Das barocke Langhaus des Doms wird von zwei mächtigen Türmen flankiert, die schon von weitem sichtbar sind und das Altstadtbild prägen. Die Orgel - 1928 erbaut - ist mit 17 774 Pfeifen und 233 Registern eine der größten der Erde! Eine ausführliche Besichtigung des Doms haben wir uns nicht entgehen lassen.

Östlich des Doms liegt der Residenzplatz mit dem Wittelsbacher Brunnen, der Neuen Bischöflichen Residenz und sehr schön erhaltenen alten Patrizierhäusern. Der Wittelsbacher Brunnen besteht aus drei kleinen Engelsfiguren sowie einer hoch aufragenden Säule, auf der sich die Statue Marias als Himmelskönigin und Patronin Bayerns befindet. Der Brunnen wurde 1903 erbaut zum Gedenken an die 100-jährige Zugehörigkeit Passaus zur Krone Bayerns (1803 - 1903).

Am Dreiflüsse-EckVom Residenzplatz spazieren wir weiter durch die sehr engen Gassen der Altstadt in Richtung Drei-Flüsse-Eck. Hier fließen die gelb-grüne Donau, der graue Inn und die moosbraune Ilz zusammen. Ein kleines Denkmal erinnert an das Donauhochwasser im Jahre 1971: "Den Opfern der Donau errichtet an den Seitenanfang von Freunden der Flüsse und Meere - Passau 1971".

In unmittelbarer Nähe des Dreiflüsse-Ecks befinden sich auch die Anlegestellen der Kreuzfahrtschiffe.

Vom Dreiflüsse-Eck gehen wir am Donauufer entlang bis zur Luitpoldbrücke. Von der Brücke aus haben wir einen sehr schönen Blick auf die Altstadt. Unser Ziel ist die Veste Oberhaus auf derVeste Oberhaus anderen Donauseite. Die Veste (Festung) Oberhaus, gegründet im Jahr 1219, war für die meiste Zeit die Burg und Residenz des fürstlichen Bischofs vom Hochstift Passau. Die weit sichtbare Inschrift 1499 auf der Fassade Veste Niederhauszeigt nur eines der Baujahre der bis 1800 immer wieder erweiterten Burg. Die Anlage thront 105 Meter über dem Tal auf dem St. Georgsberg zwischen Donau und Ilz. Heute befindet sich in der Festung das kulturgeschichtliche Museum und die Neue Galerie der Stadt Passau. Von der Luitpoldbrücke aus erreicht man die Festung über einen ca. 15-minütigen steilen Weg mit vielen Treppen. Der herrliche Ausblick auf die Stadt und das Umland lohnt in jedem Fall den Aufstieg, besonders dann, wenn das Wetter das seinige dazutut. Ein Wehrgang verbindet die Veste Oberhaus mit der ehemaligen Veste Niederhaus, die auf der Landzunge zwischen den Flüssen IlzRathausturm und Donau liegt.

Zurück von der Veste Oberhaus überqueren wir wieder die Luitpoldbrücke und gehen am rechten Ufer der Donau bis zum Rathausplatz. Hier hat das Restaurant "Rathauskeller" seine Tische aufgestellt und wir genießen bei einem leckeren Essen die angenehme Atmosphäre und das sonnige Wetter.

Das Rathaus geht auf das Jahr 1298 zurück, als sich die Bürger das Gebäude in einem Aufstand gegen den Fürstbischof erkämpften. Es hat eine Fassade aus dem 14. Jahrhundert mit herrlicher Fassadenmalerei und einen 68 m hohen Turm aus dem 18. Jahrhundert. In dem benachbarten Patrizierhaus "Wilder Mann" befindet sich das Passauer Glasmuseum, in dem Meisterwerke bayerischer, böhmischer und österreichischer Glaskunst zu bestaunen sind. Der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt soll dieses Museum einmal "das schönste Glashaus der Welt" genannt haben.



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Marktl am Inn ist ein kleiner Ort im oberbayerischen Landkreis Altötting. Marktl am Inn wurde überregional bekannt als Geburtsort von Papst Benedikt XVI.

Am 13. Juli 1997 wurde Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., zum Ehrenbürger der Gemeinde Marktl ernannt. Nach dessen Papstwahl im April 2005 und dem Bekanntwerden von Marktl als Geburtsort herrscht in dem kleinen Ort eine Art Ausnahmezustand. Benedikt-SäuleUnzählige Besucher aus aller Welt strömen nach Marktl und wollen das Geburtshaus von Joseph Ratzinger sehen. Dort ist eine Gedenktafel angebracht. Insgesamt lebte Ratzinger aber nur zwei Jahre in Marktl; am 11. Juli 1929 zog die Familie nach Tittmoning an der Salzach. Am 11. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Besuches in Bayern auch seinen Geburtsort und trug sich dort in das Goldene Buch des Ortes ein. Für diesen Besuch wurde auch die sog. Benediktsäule aufgestellt, die die Form einer hoch aufgestellten Schriftrolle hat. Die Idee zu einer solchen Säule hatte der Eggenfelder Bildhauer Joseph Michael Neustifter. "Einer von uns ist Papst": Aus Freude darüber soll diese Säule dauerhaft als Zeichen christlicher Frohbotschaft an dieses Ereignis erinnern.

Die Pfarrkirche St. Oswald ist gleichzeitig auch die Taufkirche des Papstes. Dort steht das Taufbecken, in dem der Papst am 16. April 1927 getauft wurde. Ursprünglich wurde es ausrangiert, doch nach der Wahl Benedikts XVI. zum Papst wurde das Becken restauriert und mit einer neuen Abdeckung versehen. Ostern 2006 wurde es wieder in der Taufkapelle installiert.

Bei unserem Besuch in Marktl erleben wir denn auch, wie ganze Busladungen den Ort und das in unmittelbarer Nähe liegende Info-Center und ein Café belagern. Das Geburtshaus kann man für 3€/Person besichtigen. In den umliegenden Geschäften und Bäckereien kann man von der Papstkerze, der Benedikt-Schnitte, der Benedikt-Torte bis hin zum Vatikan-Brot alles kaufen, was inGandenkapelle Altötting irgendeiner oder keiner Form Bezug zum Papst hat. Eine Eisverkäuferin meinte ganz trocken: "Früher war hier nie was los!"

Nur 11 km von Marktl entfernt liegt der Marienwallfahrtsort Altötting. Altötting liegt im Regierungsbezirk Oberbayern, etwa 90 Kilometer östlich von München. Da wir hier noch nie gewesen waren, bot sich ein Besuch auf dem Nachhauseweg an. Die Altöttinger Gnadenkapelle mit dem Gnadenbild der Schwarzen Muttergottes gehört zu den meistbesuchten Wallfahrtsstätten Deutschlands und Europas. Im Innern der Gnadenkapelle werden die Herzen bayerischer Herrscher verwahrt. Als bedeutender Wallfahrtsort wurde Altötting von den Päpsten Pius VI. 1782 und Johannes Paul II. 1980 besucht. Papst Benedikt XVI. stattete Altötting am 11. September 2006 einen Pastoralbesuch ab.

Neben diesem rein sakralen Bezirk wirkt der Ort recht überschaubar und macht einen gepflegten Eindruck.

Hier für Interessierte die genaue Strecke:

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