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Jasper - Icefields Parkway - Lake Louise - Banff



Di, 02.09. 1997

Heute geht es von Jasper an den Lake Louise zur Dear Lodge am Lake Louise Drive. Es steht eine Traumstrecke an. "Icefields Parkway" wird der 230 km lange Teil des Highway 93 zwischen Jasper und Lake Louise genannt. Als eine der "schönsten Bergstraßen der Welt" führt sie entlang der kontinentalen Wasserscheide mitten durch das Herz der kanadischen Rockies, vorbei an zahlreichen Gletschern, rauschenden Wasserfällen, grandiosen Bergketten, durch weite Flußtäler und tiefgrüne Fichtenwälder. Indianer und Trapper benutzten schon Anfang des 19. Jahrhunderts diese Route, die sie "Wonder-Trail" nannten. Für alle Fahrzeuge dieser Straße ist eine "National Park Motor Vehicle Licence" erforderlich, die an den "Gates" erhältlich ist. Die landschaftliche Schönheit dieser Straße sucht sicher ihresgleichen. Sich mit genügend Film- und Fotomaterial und Batterien einzudecken, ist ratsam! Es gibt 19 offizielle "Viewpoints" an der Strecke!

Path of Glacier TrailUnser erstes Ziel ist der Mount Edith Cavell, der höchste Berg der Umgebung. Schon von Jasper aus haben wir seine schneebedeckte Haube sehen können, jetzt werden wir ganz nahe herankommen. Von der Straße 93A zweigt eine 12 km lange serpentinenreiche Straße ab. Am Ende der Straße beginnt der "Path of the Glacier Trail", ein 1.5 km langer Rundweg, der bis zu einem kleinen See am Fuß des Berges führt. Von hier steigt der Berg 1600 m nahezu senkrecht in die Höhe und hier mündet der Angel-Gletscher in den See.

Nach weiteren 20 Kilometern erreichen wir die Abfahrt zu den AthabascaAthabascan Falls Falls, im Hintergrund immer die formschöne Pyramide des Mount Edith Cavell. Wenige Meter Fahrt auf dem Highway 93A und schon sind wir auf dem Parkplatz zu den Athabasca Falls. Hier stürzt der Athabasca River laut tosend in eine Schlucht, um danach weiter nach Jasper zu fliessen. Die Athabasca Falls gehören zu den atemberaubendsten und mächtigsten Wasserfällen der kanadischen Rocky Mountains.

Höhepunkt der Fahrt ist sicherlich das Columbia Icefield, dem der Mount Columbia, mit 3747 m zweithöchster Berg der kanadischen Rockies, seinen Namen gegeben hat. Es ist das größte Eisfeld der Rocky Mountains. In 3000 m Höhe bedeckt die über 360 m dicke und 325 km²Athabbascan Gletscher große Eisfläche die Berge und Täler an der kontinentalen Wasserscheide. Acht Gletscher haben hier ihren Ursprung und ihr Schmelzwasser speist drei von Kanadas großen Flußsystemen, die in drei Meere münden: im Westen fließt der Columbia River zum Pazifik, im Norden der Athabasca zum Eismeer und im Osten der North Saskatchewan River über die Hudson Bay zum Atlantik. Der Athabasca Gletscher ist von der Straße aus leicht zu erreichen. Vom Parkplatz sind es nur wenige hundert Meter, dann befinden wir uns am Ende der Gletscherzunge. Der Gletscher ist Moraine Lakewesentlich breiter als der am Mount Edith Cavell. Viele Leute laufen darauf herum, obwohl eindringlich davor gewarnt wird. Mit Bussen der Firma Brewster kann man auf dem Gletscher fahren, das ist wohl die ungefährlichere Variante. Es sind Spezialanfertigungen mit riesengroßen Rädern, und sie fahren nur im oberen Bereich, wo es offenbar nicht so viele Gletscherspalten gibt.

Bevor wir uns in der Deer Lodge in Lake Louise einquartieren, machen wir noch einen Abstecher zum 12,5 km südlich des Ortes gelegenen Lake Moraine. Es ist ein weiterer Gebirgssee mit tollem Panorama. Wir unternehmen die Wanderung am Ufer entlang, 1.2 km auf ebener Strecke. Hier gibt es schöne Ausblicke über den See und die gegenüberliegenden Gletscher. Den berühmten Postkartenblick, den man auch in fast jedem Reiseführer findet, genießen wir von einer GeröllhaldePfeil nach oben am nördlichen Ende des Sees. Hier hat man auch Bänke aufgestellt. Nach zahlreichen Foto- und Filmaufnahmen fahren wir zurück nach Lake Louise und genießen in der Deer Lodge ein vorzügliches Abendessen.

 

Mi, 03.09. 1997

Der Ferienort Lake Louise liegt am südlichen Ende des Icefields Parkway. Die Stadt Banff, unseLake Louiser heutiges Ziel, liegt nur 56 km südlich davon, eine sehr kurze Etappe. Deshalb steht heute primär Lake Louise und Umgebung auf dem Besuchsprogramm. Der nach Prinzessin Louise, der Tochter von Königin Viktoria, benannte See wurde erst 1882 von weißen Pionieren entdeckt. Der See Lake Louise wird gerne "Jewel of the Canadian Rockies" genannt. Durch den natürlichen Damm eines zurückgezogenen Gletschers (wo heute das Hotel steht), wird der smaragdgrüne See von den ihn umgebenden Gletschern und Gipfeln eingerahmt, darunter der gegenüberliegende 3464 m hohe Mt. Victoria.

Picknick PauseWir entscheiden uns heute morgen für den "Plain of the Six Glaciers" - Wanderweg. Er hat eine Länge von 5,3 km, wobei ein Höhenunterschied von 370 m zu bewältigen ist, eine leichte Aufgabe. Die ersten zwei Kilometer folgt der Pfad dem nördlichen Ufer des Lake Louise bis zu seinem Westzipfel.Lake Louise Anschließend beginnt ein stetiger Anstieg durch einen Wald, der hauptsächlich aus Tannen und Fichten besteht. Es folgt eine offene Landschaft, die mit unterschiedlichen, uns teilweise unbekannten Wildpflanzen bedeckt ist. Es schließt sich ein ausgedehntes Moränenfeld an, das vom Victoria Gletscher gebildet wurde. Am Ende des Wanderweges steht ein Teehaus, das "Plain of the Six Glaciers Tea House", wo man tagsüber Tee oder auch Cola trinken kann. Dann führt der Pfad noch einen Kilometer weiter auf den Rücken der Moräne. Hier werden wir belohnt mit einem überwältigenden Panorama!!

Chateau Lake LouiseAm Ostufer des Sees steht das Château Lake Louise , ein elegantes Fünf-Sterne-Hotel. Es wurde 1890 als bescheidenes Chalet erbaut und später zu einem zweistöckigen Hotel ausgebaut, das zu einem Zentrum für Kletterexpeditionen wurde. Eine Feuersbrunst 1924 zerstörte das Schlosshotel, welches durch die heute noch bestehende Konstruktion ersetzt wurde. Viele Wanderwege starten direkt beim Schlosshotel. "Chateau" heißt auf deutsch bekanntermaßen "Schloß", das Gebäude am Seeufer ist aber eigentlich ein großer Kasten. Ob er so richtig in die Landschaft passt, möge jeder allein entscheiden. Am späten Nachmittag erreichen wir Banff. Unsere Unterkunft ist die Caribou Lodge an der Banff Avenue. Das Wetter hat sich verschlechtert, es regnet in Strömen. Da bleibt nur ein kleiner Bummel durch Banff mit Regenschirm übrig!

 

Do, 04.09. 1997

Heute steht "Banff" auf unserem Programm. Leider ist das Wetter nicht optimal, zu viele dunkleTotempfahl Banff Wolken bedecken den Himmel!

Die Stadt Banff liegt im südlichen Teil des Banff NP. Sie hat ungefähr 5000 Einwohner, doch im Sommer schwillt diese Zahl durch die vielen Touristen an. Nach dem obligatorischen Besuch des Park Information Center und dadurch versehen mit den nötigen Informationen, besichtigen wir zuerst den Totempfahl im Central Park. Er ist ein Geschenk des Indianerhäuptlings Chief Shaman Kipton aus British Columbia als Zeichen der Freundschaft.

An der Gondola StationDen besten Überblick über das 1384 m hoch gelegene Banff und das Bow Valley bekommen wir vom 2285 m hohen Gipfel des Sulphur Mountain. Acht Minuten lang fahren wir mit der Sulphur Mountain Gondola zur Bergstation, um den 360° Panoramablick genießen zu können. Die letzten Meter zum Sanson Peak müssen jedoch zu Fuß bewältigt werden. Aber mit dem Genuß ist es nicht überwältigend, da das Wetter nicht mitspielt. Oben nehmen wir noch den ein Kilometer langen "Summit Ridge Trail" sowie den sehr kurzen "Vista Trail", von wo aus man die Stadt überblicken kann.

An der Flanke des Sulphur Mountain wurden vor ca. 100 Jahren Schwefelquellen entdeckt, die zur Gründung des damals noch kleinen NP führten und den Kurort Banff bald weltberühmt machten. Im Cave und Centennial Center am Fuße des Berges ist die historische Höhle der Hot Springs zubesichtigen. Insgesamt sprudeln acht heiße Quellen in der Umgebung von Banff, fünf davon amPfeil nach oben Sulphur Mountain, darunter auch die mit 42° wärmsten, die Upper Hot Springs, nahe der Talstation der Gondola. Den Rest des Tages verbringen wir mit "shopping" (Souvenirs) in Banff.