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Sylt 2005

 

Sylt, das ist 40 km feinster, fast weißer Sandstrand an der tiefblauen Nordsee, endlose Wanderwege in schönster Dünenlandschaft, meist mit silbrig-grünem Strandhafer und rosa blühenden Syltrosen Syltbepflanzt, dazu an der klimatisch milderen Ostküste ein bei Ebbe meist ruhiges Wattemneer: das alles wollten wir im Herbst 2005 ausgiebig bewundern und genießen. Petrus war uns wohl gesonnen und so konnten wir bei herrlichstem Spätsommer- bzw. Herbstwetter "Deutschlands liebste Urlaubsinsel" erkunden. Wir waren zum ersten Mal hier!

Jedes Jahr verbringen laut Statistik 650 000 Urlauber ihre "schönsten Tage des Jahres" auf der nordfriesischen Insel, die 11 km vor der Schleswig-Holsteinischen Küste nahe der Grenze zu Dänemark liegt. Für uns war es einer jener "Kurzurlaube", die wir zwischendurch immer wieder gerne einlegen. Unser Aufenthalt dauerte eine Woche. Ein Reisetagebuch wie sonst bei großen Reisen üblich, haben wir natürlich nicht geschrieben. Was wir "erlebt" und gesehen haben, wollen wir hier kurz beschreiben.

Wir erreichten Sylt mit dem Autozug von Niebüll kommend über den Hindenburgdamm. Im Bahnhof von Westerland endet stets die Fahrt, die Autos rollen von der Verladerampe des Autozuges.

Unsere Unterkunft war eine Ferienwohnung in Westerland, die wir über das Internet gebucht hatten. Dass wir hierbei einen Glückstreffer hatten, stellte sich bald heraus. Wer Interesse hat, kann sich selber überzeugen: http://www.hansen-sylt.de

Westerland hat ca. 9200 Einwohner und 4500 Zweitwohnbesitzer. In der Fußgängerzone und in Strandnähe dominieren riesige blockhafte Geschäftsgebäude und Appartementbauten. 1869 entstand bereits an der Friedrichstraße das noble Hotel Stadt Hamburg. Seit 2001 beherrschen den Bahnhofsvorplatz vier überdimensionale knallgrüne Plastikfiguren, die sogenannten "Reisenden Riesen im Wind" des Kieler Künstlers Martin Wolke. Sie geben dank ihrer Schieflage und den aus der Fassung geratenen Gesichtszügen schon einen sehPfeil nach oben r ungewöhnlichen Akzent und stoßen in der Bevölkerung wohl nach wie vor auf Kritik. Über "Kunst" kann man sich bekanntlich streiten! Etwas mehr Zustimmung findet die Brunnenfigur "Wilhelmine". Seit 1980 erfreut die nackte korpulente Dame die Passanten.

 

WilhelmineKurpromenadeAm StrandOberhalb rotes Kliff

 

Zum berühmten Zentralstrand gelangt man nur über einen der befestigten Dünenübergänge, an denen man seine Kurkarte vorzeigen muß. Der Strand ist den Badegästen vorbehalten; während unseres Aufenthaltes im Oktober war die Badesaison vorüber, die Strandkörbe leer und wir konnten ausgiebig am Wasser entlang spazieren. Damit im Sommer jeder seinen Vergnügungen nachgehen kann, sind die Sylter Strände in Zonen eingeteilt. Wer surfen, nackt baden, mit dem Hund am Strand spazieren oder Drachen steigen lassen will, muß sich an die dafür vorgesehenen Abschnitte begeben. Das fiel jetzt natürlich flach.

Am 2. Tag unseres Aufenthaltes starteten wir zur Inselbesichtigung, denn schließlich wollten wir das Wesentliche sehen, Feinheiten können vielleicht bei einem weiteren Aufenthalt ins Auge gefasst werden. Unsere Besichtigungstour fing in Wenningstedt-Braderup an. Dieser Ort darf sich seit 1960 zu den Nordseeheilbädern zählen. Auch hier kommt man wieder über einen Dünenzugang zum Strand von Wenningstedt und steht schon auf der Höhe des roten Kliffs, das man aber erst bewundern kann, wenn man die Holztreppe hinabsteigt.

Ebenfalls zu bewundern in Wennigstedt sind die hübschen, gepflegten reetgedeckten Friesenhäuser, die am Ufer des Wenningstedter Dorfteiches stehen. Nicht weit vom Teich entfernt, ca. 50 m hinter der Friesenkapelle haben wir ein vorzüglich erhaltenes steinzeitliches Ganggrab, Denghoog, besucht. Die Anlage ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Sylts; sie wurde um 3000v.Chr. angelegt.

 

WenningstedtToilettenhäuschenGanggrabFrfiesenhaus

 

Ein lohnenswerter Ausflug ging nach List im Norden der Insel. List wurde 1946 zum Nordseebad "erhoben". Es verfügt über eine Küste zum Wattennmeer. Der Hafen ist das eigentliche Zentrum Lists. Hier ist ein wenig "high life". Im Hafen gibt es eine Wasserschutzpolizei und Zoll, an den Kais liegen zahlreiche Fischkutter und hier gibt es auch eine Fährverbindung zur dänischen Nachbarinsel Roemoe. Ausserdem kann man von hier aus per Ausflugsdampfer das Wattenmeer einmal von den Schiffsplanken aus bewundern. Im Restaurant Gosch

Fischrestaurant GoschIn List haben wir auch das erste Mal Bekanntschaft gemacht mit dem Fischrestaurant "Gosch". Zu Berühmtheit und kulinarischen Ehren gelangte in den 70er Jahren der Sylter Imbissbesitzer Jürgen Gosch. Eigentlich war er von Beruf Maurer, er verkaufte aber als Nebenerwerb in Westerland Krabben und Fisch. Man sagt, die Leute mochten seinen Fisch, aber genau so gerne seine flotten Sprüche. Jedenfalls war die Nachfrage so groß, dass Gosch bald von einem umgebauten Kastenwagen aus die ganze Insel belieferte. Im Laufe der Zeit wurde dann aus einem Maurer ein Millionär, der das einfache Fischbrötchen gesellschaftsfähig machte. An seinen Stehtischen treffen sich Arm und Reich und die Speisekarte umfasst mittlerweile internationale Fischspezialitäten.

Wenn man die Syltkarte anschaut, so erkennt man unschweLeuchtturm am Ellenbogenr ganz im Norden der Insel einen Nehrungshaken, der einem angewinkelten Arm mit spitzem Ellenbogen ähnelt. So heißt denn auch dieser Teil der Insel "Ellenbogen". Wir befuhren die gut 4 km lange Teerstraße, die von der Alten Listlandstraße K121 nach Norden abzweigt und auf der man den ganzen Ellenbogen entlangfahren kann. Am Ende der Straße ist ein unbefestigter Parkplatz. Ab hier machten wir uns zu Fuß auf durch knöcheltiefen Sand zum nördlichen und südlichen Strandabschnitt. In Pfeil nach oben den meisten Reiseführern ist die Umrundung der Ellenbogenspitze ein absolutes "Muss". Ganz beeindruckend empfanden wir den Leuchtturm List-Ost inmitten der Ellenbogenlandschaft.