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"Capeland is wineland!"


Di, 09.10.2007

Unser heutiges Ziel heißt Franschhoek, ein Städtchen im Herzen des Weinlandes. Wir verlassen zeitig die Whalesong Lodge, fahren zunächst bis Stanford und von dort zunächst an der Küste entlang nach Hermanus. Hier legen wir den ersten Stopp ein.

Whale CrieerHermanus bezeichnet sich als "Walhauptstadt der Welt". Wie in de Kelders können wir auch hier die Meeressäuger gut beobachten, da sie bis auf wenige Meter an die Klippen herankommen. Ein Klippenpfad (Cliff Walk) mit vielen gut platzierten Aussichtspunkten und Sitzbänken zieht sich über 15 Kilometer an der Küste entlang. Wer nicht sicher ist, ob nun Wale in der Bucht sind, der sollte auf den Whale Crier achten. Gekleidet in eine auffällige Tracht, die eine Mischung aus Tiroler Hut, Fischerhemd und Uniformhose zu sein scheint, sowie bestückt mit einem verbogenen Horn, meldet er die Wale und trägt vor seiner Brust ein Schild, auf dem die Standorte der Meeressäuger erläutert sind. Das Wale-Ausrufen soll angeblich keine alte Tradition sein, sondern ein findiger Geschäftsmann hat das touristische Potential des bis dahin verschlafenen Hermanus erst 1991 erkannt und durch den viel fotografierten Whale Crier in aller Welt publik gemacht. Wir haben ihn auch gesehen und uns natürlich mit ihm fotografieren lassen! Pinguinkolonie

Nicht weit von Hermanus entfernt liegt der kleine Küstenort Betty's Bay. Ein Tipp aus der Whalesong-Lodge führt uns hierhin, wie wir im späteren Verlauf der Reise feststellen können ein sehr guter Tipp!! Denn in Betty's Bay gibt es eine sehr große Pinguinkolonie. Und wer diese niedlichen Tiere sehen möchte, sieht hier im Gegensatz zu Boulders Beach auf der Kaphalbinsel mehr Pinguine als Menschen! Der Eintritt kostet 10 Rand / Person. Man geht auf Holzstegen und kann die Tiere aus unmittelbarer Nähe beobachten. Eine Informationstafel und eine ausführliche Broschüre, die man beim Bezahlen erhält, klären über das Leben der TBrillenpinguineiere auf. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Die fast vom Aussterben bedrohten afrikanischen Pinguine stehen unter Artenschutz. Der Afrikanische Pinguin wird auch "Jackass Pinguin" genannt wegen seinem "Esel-ähnlichen" Paarungsruf. Auf Deutsch werden sie Brillenpinguine genannt. Sie sind ca. 60 - 68 cm groß, ihre Lebenserwartung beträgt in der Regel 10 - 12 Jahre. Sie sind wie alle Pinguine sehr gute Schwimmer und können eine Geschwindigkeit bis 20 km/h erreichen. Sie können bis 100 m tief tauchen und dabei bis 4 Minuten unter Wasser bleiben. Nach 2 - 4 Jahren sind sie geschlechtsreif. Feste Paarungszeiten gibt es nicht, sondern durchgehend von Februar bis Oktober. Sie bilden ihr Nest in Erdmulden oder unter Büschen in Küstennähe. Das weibliche Tier brütet gewöhnlich 2 Eier aus, die Brutzeit beträgt 38 - 42 Tage und die Eltern kümmern sich ca. 11 Wochen um ihre Jungen. Die Mauser ist im Oktober / November. Eingang Klein Olifants Hoek

Von Betty's Bay - es gibt in Strandnähe ein kleines Restaurant, wo wir eine Mittagspause einlegen - geht es dann Richtung Norden über die N2 bei Grabouw nach Franschhoek. Hier kommen wir gegen 16.00 Uhr an und beziehen ein komfortables Zimmer in Klein-Olifants-Hoek, einer schön renovierten ehemaligen Missionsstation, die 1888 gebaut wurde und heute als Gästehaus dient. Die Atmosphäre ist entspannt und leger, der wunderschönHugenottendenkmal angelegte Garten lädt zum Verweilen ein!

Franschhoek klingt französisch, ist aber Afrikaans und heißt "französische Ecke". Der ganze Ort sieht aus wie ein Provence-Städtchen. 200 Hugenotten-Familien, die nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 ihre Glaubensfreiheit verloren hatten, flüchteten ans Kap und ließen sich 1688 in der heute "french corner" genannten Gegend nieder. Sie widmeten sich der Landwirtschaft und förderten vor allem den Weinanbau. Dadurch bekam der südafrikanische Weinanbau einen gewaltigen Qualitätsschub. Denn die Hugenotten besaßen ein detailliertes Kellereiwissen, dass sie sich in Burgund, in der Provence und in Bordeaux angeeignet hatten. Am Ortseingang steht das 1938 eingeweihte Hugenottendenkmal, das an die Vertreibung aus Europa erinnern soll.Main Road Franschhoek

Franschhoek hat mehr französisches Flair denn je. Besonders deutlich ist dies auf der Main Road zu sehen, wo sich schicke Straßencafés, Boutiquen und Galerien aneinanderreihen. Auch auf kulinarischem Sektor macht Franschhoek seinem französischen Erbe alle Ehre: Die Restaurants des Ortes sollen zu den gemütlichsten und besten Südafrikas zählen. Gleich acht Stück finden sich unter den Top-Gourmet-Tempeln des Landes. Da ist eine vorherige Reservierung dringend erforderlich. Wir bestellen für morgen Abend einen Tisch bei Reuben's.


Mi, 10.10.2007

In und um Franschhoek liegen zahlreiche renommierte Weingüter wie Boschendal, La Motte, L'Ormarins, Dieu Donné, Mouton-Excelsior oder Haute Provence. Sie sind an der ausgeschilderten "FBoschendal Herrenhausranschhoek Wineroute" gut zu finden. Wir besuchen das Weingut Boschendal, das zu den ältesten in der Region zählt. Ursprünglich in hugenottischem Besitz gehört Boschendal heute der Firma Anglo American Farm, der ebenfalls das bekannte Weingut Vergelegen in Somerset West gehört. Natürlich gibt es auch hier kostenloses, sehr ausführliches Info-Material über das Weingut und seine Geschichte. Hier kurz das Wesentliche:

Boschendal produziert seine Weine mit modernster Kellereitechnik, aber nach alter Tradition. Seine 488 Hektar Weinberge liegen im Franschhoek Valley, einer der besten Weinanbauregionen Südafrikas. Der Schwerpunkt bei den Rotweinen liegt auf Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Merlot und Shiraz, bei der Weißweinproduktion auf Chardonnay und Sauvignon Blanc. Im bekannten Boschendal Restaurant haben 120 Leute Platz, trotzdem läuft hier ohne Voranmeldung nichts. Ebenso wenig mit einer Führung. Trotzdem genießen wir es, auf dem großen Gelände bei sehr schönem Wetter zu spazieren. Und in einem kleinen Garten-Restaurant finden wir auch Platz, um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Im Souvenir-Weinladen des Weingutes kaufen wir zwei Flaschen Wein, die wir später genießen!

Ein weiterer Besichtigungspunkt auf unserer heutigen Tour durch die "weinselige" Umgebung KStellenboschapstadts ist Stellenbosch, die zweitälteste Stadt Südafrikas und auch gleichzeitig Universitätsstadt, an der man auch Önologie (= die Kellerwirtschaft) studieren kann. Stellenbosch nennt sich Weinhauptstadt Südafrikas. Man fühlt sich hier eher wie in einem südfranzösischen Städtchen, also quasi "Out of Africa". Die Stadt zählt nicht nur die meisten Weingüter, sondern auch die meisten kapholländischen Gebäude, von denen wir uns einige bei einem Stadtrundgang anschauen. Anschließend lassen wir in einem Straßencafé das Flair der Stadt auf uns wirken.

Auf der Rückfahrt nach Franschhoek machen wir des Öfteren Halt, um die wunderschöne Landschaft zu fotografieren und zu filmen. Für den Abend steht das Dinner bei Reuben's an. Der Newcomer, Besitzer und Chefkoch, der aus Franschhoek stammende Reuben Riffel wurde 2004 vom renommierten Magazin "Eat Out" zum besten Koch Südafrikas gewählt. Das verpflichtete: Reuben ließ sich nach Lehrjahren im Ausland dazu überreden, in Franschhoek sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Der absolute Hit ist sein Lachskuchen und die Szechuan-Pfefferente mit Rosmarin-Kartoffelbrei. Das Essen ist Spitze, der aufmerksame Service lobenswert! Ein sehr schöner Abend!!