knopf knopf

Garden Route - von Port Elizabeth nach Knysna


Fr, 05.10.2007

Brighton  Lodge

Die Brighton Lodge, eine elegante Mischung aus griechischem, kolonialem und viktorianischem Stil, liegt in Summerstrand, einem vornehmen Vorort von Port Elizabeth Port Elizabeth - kurz PE genannt - zählt heute mehr als eine Million Einwohner und ist damit - nach Johannesburg, Durban und Kapstadt - viertgrößte Stadt in Südafrika. . In der Lodge wird das Frühstück auf dem Zimmer serviert. Es ist ein überaus reichhaltiges Continental Breakfast. Tee bzw. Kaffee bereiten wir uns in der integrierten Küchenzeile Neuer Mietwagenselber zu. Überpünktlich steht um kurz vor 9.00 Uhr eine Vertreterin von Budget mit dem neuen Mietwagen vor dem Eingang zur Lodge. Dieser Wagen ist wieder ein Toyota Corolla, hat aber einen stärkeren Motor und ist quasi noch fabrikneu.. Das "Update" geht nicht zu unseren Lasten. Die Formalitäten sind rasch erledigt und wir starten bereits um 9.30 Uhr zur Garden Route! Der Weg von der Lodge zur N2 Richtung Cape Town ist leicht zu finden. Rund 750 km liegen nun vor uns bis zum Endpunkt der Reise: Kapstadt.


Garden RouteEntlang der N2

Die Garden Route zählt allgemein zu den touristischen Höhepunkten an der Südküste Südafrikas. Sie erstreckt sich von Port Elizabeth am Ostkap bis Hermanus am Westkap (oder umgekehrt). Küstennahe Hauptorte der Garden Route sind Knysna, Mossel Bay und Hermanus. Hauptattraktionen sind der Tsitsikamma National Park, die Straußenfarmen nahe Oudtshoorn und die LagPaul Sauer Bridgeunenlandschaft von Knysna.

Unsere erste Etappe auf der Garden Route soll uns bis Knysna führen, entweder fast schnurgerade auf der Nationalstraße N 2, oder - und das haben wir öfter getan - auf gemütlichen Landstraßen neben dem Highway entlang. "Tor" am östlichen Ende der "Tuinroete" - wie die Straße von den Südafrikanern genannt wird - ist die Paul-Sauer-Brücke. Dieser Name ist historisch belastet: 1948 legte die Sauer Commission die Grundlagen für den rassentrennenden Group Areas Act von 1950 und die Apartheidspolitik der National Party in den 50er Jahren.

Die Brücke selbst ist wohl nur etwas für Schwindelfreie. Der Storms River fließt 139 m unterhalb durch eine beindruckende Schlucht. Zur Zeit der Konstruktion in den 1950-er Jahren galt die Brücke als technisches Meisterwerk. "Zugbrücke in Beton" lautet ihr Spitzname, denn ihre beiden Seiten entstanden vertikal, jede auf einer Seite. Als die Teile fertig waren, ließ man sie langsam heStorms River Canyonrab, sie näherten sich und passten exakt zusammen und die Brücke war fertig. Um die Brücke allerdings zu "erleben", parken wir nahe der Straße auf einem Parkplatz und gehen auf einem extra angelegten Fußweg die Brücke entlang bzw. unter der Brücke, um auf die andere Seite zu gelangen. Nur so bekommen wir auch einen Eindruck von der gewaltigen Schlucht, die diese Brücke überspannt.

Kurz hinter der Paul-Sauer-Brücke, direkt an der N2 gelegen und vor Storms River Mouth, weist ein kleines Schild auf den "Groot Boom" ("Big Tree") hin. Es handelt sich um einen mächtigen, 800 Jahre alten Yellowwood-Baum, der einen Umfang von 12 m und eine Baumhöhe von 37 m hat. 8 Erwachsene können seinen Stamm gerade umfassen. Von einem kleinen Parkplatz gehen wir ca. 500m auf Holzplanken durch dichten Wald. Am Ende des Weges stehen wir dann vor dem "Big Tree".

In den meisten Reiseführern wird in den höchsten Tönen vom Storms River Mouth geschwärmt, dem touristischen Zentrum des Tsitsikamma National Parks. Direkt an der N2 gelegen, in der Nähe der Ortschaft Kleinbos, führt eine 10 km lange Stichstraße zum Parkeingang und hinunter obenzum Besucherzentrum. Ein etwa ein Kilometer langer Trail führt zu einer Hängebrücke an die Mündung des Storms River. Der Storms River hat sich ein tiefes Flussbett zwischen die etwa 30 - 40 Meter hohen Klippen rechts und links der Mündung gegraben. Die Hängebrücke wurde 1969 gebaut. Bei unserem Aufenthalt ist diese Brücke gesperrt, so dass wir auch nicht zu einem Aussichtspunkt über die Bucht und die Brücke kommen können. Hier hatte es vor 2 Monaten gebrannt; Groot River Lagunedeshalb die Sperrung!

Unmittelbar hinter dem Maut-Tollgate (N2) biegen wir links ab auf die R 102 zum "Natures Valley". Wir durchfahren eine blühende Heidelandschaft und kommen direkt in den kleinen Ort "Natures Valley". Neben dem kleinen Ort befindet sich die wunderbare Groot River Lagune. Am Ufer der Lagune stehen einige Bänke, die zum Ausruhen einladen. Wer Ruhe sucht, findet sie hier. Ein idyllisches Plätzchen direkt am Indischen Ozean.

Die R 102 führt uns wieder direkt auf die N2. Wir haben noch Zeit an diesem sonnigen Tag, nehmen glIm Monkeylandeich die erste Abfahrt und besuchen "Monkeyland". Hierbei handelt es sich um ein Primatenschutzgebiet, das sich um verschiedene Primatenarten kümmert, die vorher in Gefangenschaft lebten. Diese Primaten sind nicht in Käfigen, sondern können sich frei in einem 12ha großen Wald bewegen. Zusammen mit anderen Besuchern werden wir von einem Tourguide auf einer Safari durch einen ursprünglichen Wald begleitet. Von Gibbons aus Asien über Kapuziner aus Nord- Zentralamerika bis hin zu Lemuren aus Madagaskar treffen wir hier viele Affenarten an. Der "Clou" ist die Baumhängebrücke, Knysna die über ein Tal durch die Baumwipfel führt.

Gegen 17.00 Uhr erreichen wir nach einigem Suchen unsere heutige Unterkunft, die "Knysna River Club Lodge" in Knysna Knysna liegt an der Nationalstraße N2 zwischen George und Plettenberg Bay. Nach Norden führt eine Straße über den Prince Alfred's Pass nach Avontuur., wo wir für 2 Nächte ein sehr komfortables Chalet beziehen können. Knysna gilt wegen seiner Lage und dem fast unübersehbaren Freizeitangebot als das touristische Zentrum der Garden Route. Es liegt eingebettet zwischen Wäldern, Bergen und dem Meer an einer großen Lagune. Zwei Felsen, die Knysna Heads, bilden zum Meer hin den Lagunenausgang. Die in der Lagune gezüchteten Knysna Austern sind bei Feinschmeckern sehr beliebt. Knysna hat auch eine Waterfront, gespickt mit zahlreichen Restaurants, kleinen Geschäften und Souvenirläden. Auch wir finden an diesem Abend ein direkt am Wasser gelegenes Restaurant, wo wir frisch gefangenen Fisch genießen. Vorher parken wir auf dem zur Waterfront gehörenden Parkplatz. Hier treffen wir übrigens zum ersten Mal auf der Reise auf Parkwächter, die gegen 2 Rand "take care of the car" machen wollen.


Sa, 06.10.2007

Blick auf die Lagune

Die Hauptattraktionen Knysnas sind neben der Lagune die "Knysna Heads". Dies sind zwei riesige Sandsteinklippen, die rechts und links am Eingang zur Lagune stehen. Sie sind schuld daran, dass aus Knysna nie ein bedeutender Hafen wurobende, obwohl man hier aus dem edlen Holz der Stinkwood-Bäume so manches Schiff zimmerte: Die Einfahrt war einfach zu gefährlich. Die Knysna Heads sind übrigens einer von zwei Orten weltweit, für deren Befahren die Schifffahrtsagenturen keinen Versicherungsschutz anbieten. Der George Rex Drive, der in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft liegt, führt Knysna Viewpointuns direkt bis zum Fuße der Heads. Wir haben heute Traumwetter zum Fotografieren und das nutzen wir aus!

George Rex war angeblich ein illegitimer Sprössling des englischen Königs Georg III. Er soll Anfang des 19. Jahrhunderts die Holzindustrie hier in Schwung gebracht haben.

Eine optimale Möglichkeit, die Heads von oben zu sehen, bietet der Coney Glen Drive. Diese schmale Straße führt durch ein teures Wohngebiet hinauf auf die Klippe zu einem Parkplatz. Von dort kommen wir zu den mit Holzstegen verbundenen "Viewpoints" direkt an die Felskante. Die schmale Einfahrt zur Lagune liegt unterhalb. Vor unseren Füßen geht Auf der Terrasse es senkrecht hinunter.

Auf dem Rückweg von den Heads ins Zentrum Knysnas machen wir noch eine kurze Rundfahrt auf der "Leisure Isle", ebenfalls eine sehr schöne und wahrscheinlich teure Wohngegend, was sich an den zahlreichen Villen ablesen lässt. Mittlerweile ist es Mittag. Wir kaufen im Zentrum von Knysna Getränke ein und u.a. je eine Beef-Lasagne. Im Chalet haben wir eine Mikrowelle, in der wir die Lasagne aufwärmen können. Wir setzen uns auf die Terrasse des Chalets und verzehren unsere Brotzeit. Ein Glas Rotwein genehmigen wir uns auch.

Für den Nachmittag haben wir uns einen Ausflug nach Brenton on Sea vorgenommen. DBrenton on Seaas ist ein kleines Feriendorf etwa 15 km westlich von Knysna. Das Dorf besteht aus einem Hotel, diversen Bed and Breakfast Unterkünften und vielen Ferienhäusern. Der kilometerlange, seichte Strand macht diese Ortschaft zu einem beliebten Ferienort für Badegäste während der Sommersaison. Auf Holzstegen kann man vom Parkplatz direkt bis zum Strand hinuntergehen. Die mit sogenanntem Fynbos überwachsenen Dünen erreichen eine Höhe von bis zu 60 m und sind bei Gleitschirmfliegern als Startplatz sehr beliebt. Dieter wagt sich etwas zu nahe an das Meer heran, um die Brandung zu filmen und wird von einer riesigen Welle überrascht : Er steht kniehoch im Wasser! Pech! Wir müssen ins Chalet zurück, damit er sich umziehen kann.

Auf unserem Programm steht noch der Besuch der "Knysna Oyster Company". In der Lagune gibt es dieFrische Austern größte Austernzucht von Südafrika und nirgendwo im Land kommen angeblich frischere, köstlichere Austern auf den Tisch als hier. Die Knysna Oyster Company liegt auf Thesen Island. Wir nehmen an einer Führung teil und können dabei auch frische Austern probieren.

Für den Abend und das Abendessen fällt unsere Wahl wieder auf die Waterfront von Knysna, und zwar das Lokal "Drydock", wo wir auch gestern Abend waren und es uns so gut gefallen hatte. Damit geht unser Aufenthalt in Knysna zu Ende. Das Wetter an diesem Abend schaut nicht so gut aus, es fängt an zu regnen. In unserem Chalet machen wir es uns nach der Rückkehr noch bei einem Glas Wein recht gemütlich und schauen uns die morgige Route an.