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Nördl. und südl. Drakensberge und Lesotho


So, 30.09.2007 und Mo, 01.10.2007

Alpine Heath Resort

Heute steht die längste Fahrt der ganzen Reise an: Es geht in die nördlichen Drakensberge. Ca. 20 km vom Royal Natal NP entfernt haben wir im Alpine Heath Resort ein Chalet für 2 Nächte gemietet. Den morgigen Tag haben wir bei der Reiseplanung eingeschoben, um im Park zu wandern. Die Drakensberge, von den Zulus "Wand der Speere" genannt, bilden die Grenze von Kwazulu Natal zum Nachbarstaat Lesotho. Einige Gipfel dieser bizarren Felsbarriere erreichen über 3.000 Höhenmeter. In den Tälern finden sich viele Höhlen und Felsüberhänge mit sehr alten Zeichnungen der ersten Bewohner, dem Volk der San

Im Norden der Drakensberge liegt der älteste Naturpark der Region, der Royal Natal National Park. Er wurde schon 1916 eingerichtet und erhielt seinen Königstitel im Jahr 1947, als die britschen Royals hier ein paar Urlaubstage verbrachten.

Der sicherlich spektakulärste und meist fotografierte Teil der nördlichen Drakensberge ist ohne Zweifel die gewaltige Felswand des Amphitheaters mitten im Royal Natal National Park, ein absoluNördliche Drakensbergetes "Muss" für jeden Südafrika-Reisenden. So jedenfalls haben wir es vorher in etlicheNördliche Drakensbergen Reiseberichten gelesen. Das Amphitheater ist eine 500 m hohe, senkrechte Felswand, die sich 5 km lang zwischen Sentinel und Eastern Buttress erstreckt. Hier stürzt sich der Tugela-River über fünf Stufen 850 m nach unten ins gleichnamige Tal, bevor er seine 330 km lange Reise zum Indischen Ozean antritt. Eine der schönsten Tageswanderungen führt zu Tugela Gorge, wo die Wasser des Tugela-River zwischen Felswände und durch einen engen Tunnel gezwungen werden. Der ungefähr 10 km lange Wanderweg führt durch Wald und ausgedehnte Bestände von Proteas, der Nationalblume Südafrikas. Am Ende des Wanderweges kann man, je nach Wasserstand, in den 60 m langen Tunnel hineinwaten und nach Erklimmen einer Kettenleiter wird der Blick auf das Amphitheater freigegeben. 

Das alles wollen wir sehen, aber es wird leider nichts aus unserem Vorhaben, denn sowohlUnser Chalet der Ankunftstag als auch der nächste eingeschobene Tag sind komplett verregnet. Schon als wir am nächsten Morgen wach werden, hören wir den Regen gegen die Fensterscheiben prasseln. Wir haben Mühe, überhaupt trockenen Fußes vom Chalet die wenigen Meter zum Restaurant zu kommen, um dort zu frühstücken. Starker Nebel hat sich ebenfalls breit gemacht. Im Verlauf des Vormittags fahren wir zwar bis zum Visitor Center des Royal Natal NP, aber man rät uns hier, nicht weiter zu fahren, da die Wetteraussichten einfach miserabel seien. So bleibt uns nichts anderes übrig, als im Chalet zu bleiben. Gott sei Dank ist es hier sehr gemütlich, ein fahrbarer Heizkörper gibt die nötige Wärme, obenim kleinen Shop des Resorts kann man sich mit Leckereien und Getränken eindecken. Und zum Lesen haben wir auch etwas dabei. Mit Fotos und Filmen können wir bei diesem Teil der Reise nicht dienen. Schade um den extra eingeschobenen Tag!


Di, 02.10.2007

Valemount Lodge

Der heutige Tag verspricht wettermäßig besser zu werden. Wir verlassen gegen 9.30 Uhr das Resort und fahren über Bergville und Winterton in Richtung Frere und im weiteren Verlauf über die Autobahn N3 Richtung Pietermaritzburg. Bei Howick führt uns dann die R617 Richtung Underberg. Kurz hinter diesem Ort liegt die Valemount Lodge auf einem ca. 50 ha großes Gelände, eine ehemalige Farm mit einem sehr großen, gepflegten Garten und zwei großen Teichen. Hier hat der Reiseveranstalter für uns eine Suite gemietet, die keine Wünsche offen lässt. Die Gastgeberin erweist sich als wahre Meisterköchin! Diese Unterkunft und das ganze Ambiente können wir uneingeschränkt in den höchsten Tönen loben.

Die südlichen Drakensberge sind ein wildes, unberührtes Gebiet mit Wasserfällen, ForellenSüdliche Drakensbergebächen und Höhlen voller Felsenbilder. Sie liegen etwas abseits des großen Touristenstroms und sind darum etwas weniger besucht. Die Bergwelt wirkt hier karger, weniger bewaldet als in den nördlichen Drakensbergen. In den mittleren Höhenlagen findet man weite grasbedeckte Hänge und entlang der Flussläufe Reste des immergrünen Bergregenwaldes, der hier ursprünglich weit verbreitet war. Bester Ausgangspunkt für Reisen in die südlichen Drakensberge sind die Ferienorte Underberg und Himeville. Beide Orte liegen im Vorland auf 1500 Metern Höhe. Von Himeville aus gelangt man - über den spektakulären aber schwierig zu befahrenden Sani Pass - auch in das kleine Nachbarland Lesotho. Diese Fahrt steht für den morgigen Tag auf dem Reiseplan.


Mi, 03.10.2007

Heute werden wir für die verregneten nördlichen Drakensberge entschädigt: das WettSanipasser könnte nicht besser sein! Um 9.00 Uhr holt uns vereinbarungsgemäß ein Verteter der Firma "Sani Pass Tours" an der Rezeption des Gästehauses ab zur gebuchten Tour auf den Sani-Pass und nach Lesotho. Der Reisepass muss mitgenommen werden, da wir diesen an der südafrikanischen sowie Lesotho-Grenze vorzeigen müssen.

Das touristische Highlight "Sani-Pass" ist die höchste Pass-Straße Südafrikas. Sie führt am Oberlauf des Mkomazana Rivers entlang bis hinauf zur Grenze nach Lesotho (2874 Meter).

Die Straße zum "Dach Südafrikas" - sie zweigt 3 Kilometer nördlich von Himeville ab - ist durchwegs ungeteert und sehr rau. Besonders der letzte Teil der Strecke - hinter dem in 1900 Meter Höhe gelegenen südafrikanischen Grenzposten - ist extrem steil und steinig. Auf acht Kilometern müssen 17 Serpentinen und 1000 Meter Höhendifferenz bewältigt werden. Die Strecke ist darum nur für Geländewagen zugelassen. Belohnt werden wir mit atemberaubenden Ausblicken auf die kargen Hochgebirgslandschaften der südlichen Drakensberge, überragt vom Thaba Ntlenyana Berggipfel in Lesotho, dem höchsten Gipfel im südlichen Afrika. Auf dem Sani Pass verläuft die Wasserscheide zwischen Atlantik und Indischem Ozean.Basothodorf

Auf dem Pass ist es sehr kühl und windig. Auf der Lesotho-Seite besuchen wir ein kleines Basotho-Dorf sowie das "Sani Top Chalet". In diesem höchstgelegenen Pub Afrikas kann man sich aufwärmen, etwas Warmes essen, eine Tasse Tee oder Kaffee genießen oder auch ein gezapftes Bier. Wir essen hier eine Kleinigkeit zu Mittag.

In alter Zeit war der Sani-Pass nur ein Fußpfad, der vornehmlich von Antilopen auf ihrem Zug zu wärmeren, niedrigeren Gegenden benutzt wurde. Die San, oder Buschmänner, "das Volk des Nebels", pflegten dieser Wanderung zu folgen. Um nach BasuHoghest Pub in Afrikatoland (heute Lesotho) zu gelangen, wurde der Pass in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts zunehmend von Missionaren, Abenteurern und Händlern benutzt. Im Jahr 1913 siedelte sich der erste Händler direkt am Sani Pass an und brachte alles, was Lesotho zu bieten hatte -Pelze und Häute, Mohair und normale Wolle - auf dem Rücken von Eseln und Maultieren herunter ins TieflandSanipass Tours.

Bis Anfang 1999 waren nur allradangetriebene Fahrzeuge auf dem Pass zugelassen und auch nach einigen Verbesserungen ist der Pass insbesondere nach heftigen Regenfällen im Sommer sowie bei Eis und Schnee im Winter weiterhin die Domäne der rauen Allradautos. Dienach oben Südafrikanische Grenze auf 1900m Höhe befindet sich am Fuß des Passes. Man muss hier seinen Pass vorzeigen, bevor man weiterfahren darf. Die Grenze ist täglich zwischen 8 Uhr morgens und 4 Uhr nachmittags geöffnet.


PasstraßeDie 12 Apostel

Do, 04.10.2007

Heute Morgen gegen 9.00 Uhr verabschieden wir uns von unseren herzlichen Gastgebern und bekommen noch einen guten Tipp, wo wir an der Autobahnausfahrt Chatterton bei Pietermaritzburg in einem riesigen Einkaufszentrum unsere Traveller Cheques eintauschen können. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Banken diese Cheques eintauschen und man oft sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Die Fahrt nach Durban zum International Airport gestaltet sich sehr mühsam, da es extrem neblig ist und sehr viele Lastwagen unterwegs sind. Dennoch erreichen wir gegen 14.00 Uhr den Flughafen, geben problemlos den Mietwagen bei Budget ab und haben Zeit genug bis zum Abflug um 16.50 Uhr. Wir finden im Flughafengebäude ein Pizza-Restaurant, essen eine Pizza und schlagen bis zum Abflug die Zeit tot. Der "South African Express" hebt pünktlich ab und wir landen um 18.00 Uhr in Port Elizabeth. Auf unseren ausdrücklichen Wunsch werden wir am Flughafen abgeholt und obenzur Brighton Lodge gefahren. Der neue Mietwagen ist für morgen früh bestellt. Den im Flugzeug erhaltenen Burger haben wir uns aufbewahrt, so dass wir die Lodge nicht mehr zu verlassen brauchen. Der erste Teil der Reise ist damit zu Ende.