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Besuch bei den Zulus, Hippos und Krokodilen


Sa, 29.09.2007

Wendy, die charmante und hilfsbereite Gastgeberin, lässt ein erstklassiges Frühstück servieren, das keine Wünsche offen lässt. Überhaupt passt hier alles, das Ambiente genauso wie die große und herzliche Freundlichkeit auch des schwarzen Personals. Gestern bei unserer Ankunft hat Wendy auf unsere Bitte bereits für uns einen mehr privaten Besuch in einem Zuludorf und eine Bootsfahrt in Im Gartender Lagune von St. Lucia reserviert. Damit steht unser heutiges Tagesprogramm fest, das wir dieses Mal zusammen mit einem jungen Paar aus Holland, die ebenfalls hier Gäste sind und die wir gestern Abend beim obligatorischen Drink in Wendys Bar kennengelernt haben, absolvieren wollen. Der Besuch im Zulu-Dorf soll einen Einblick vermitteln, wie die Zulus heute leben. Auf den Besuch von "Zulutänzen", wie sie für Touristen angeboten und von den meisten Bussen angefahren werden, haben wir bewusst verzichtet. Solche "Massenveranstaltungen" lieben wir absolut nicht.

Wir fahren nach Mtubatuba, wenige Kilometer von Riverview entfernt und treffen hier um 9.00 Uhr am Informationsgebäude auf Mitta, eine Zulufrau mittleren Alters, die wir heute in ihr Heimatdorf begleiten. Doch vorDer Dorfjüngsteher gehen wir mit Ronaldo, ihrem Mitarbeiter, auf den Markt zum Einkaufen: Blattspinat, Eier, jede Menge Apfelsinen und Milch. Das wird später im Auto mitgenommen, denn Mittas Schwägerin wird ein Essen für uns kochen. Dieter fährt, Mitta nimmt gleich vorne im Wagen und die beiden Holländer und Anita nehmen auf den Rücksitzen Platz. Zunächst fahren wir einige Kilometer Richtung St. Lucia, dann geht es links ab und "querfeldein" über Schotterstraßen in die entlegenen Dörfer. Wegen der Unebenheiten der Wege muss unser Mietwagen schon einiges aushalten!!

Die ZulusRundhütten sind eine afrikanische Volksgruppe der Bantus; sie zählen ungefähr 5 Millionen Menschen, zählen damit zur größten ethnischen Gruppe Südafrikas und sie leben hauptsächlich in der Provinz KwaZuluNatal. Mitta bezeichnet ihr Dorf als fortschrittlich und "modern". Neben den herkömmlichen Hütten gibt es hier aus Stein gemauerte, strohgedeckte Rondavels und sogar reine Steinhäuser mit Ziegeldach. In Mittas Haus gibt es sogar elektrischen Strom und einen Fernseher entdecken wir auch. Lediglich mit der Wasserversorgung hapert es noch. Das "Haus" besteht aus einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer. Küche und Bad gibt es nicht. Im Gemeindehaus

Die Zulus, die wir in Mittas Dorf treffen, begrüßen uns mit herzlicher Freundlichkeit und laden uns gleich in ihr "Gemeindezentrum" ein, wo gerade die Dorfgemeinschaft zusammensitzt bei Gesängen und irgendwelchen Gebeten. Welcher Religion sie angehören, lässt sich nicht so richtig klären; unserer Meinung nach sind christliche Elemente mit jüdischen vermischt. Die Dorfältesten lesen aus Schriften vor und anschließend wird zu den Gesängen getanzt und wir werden aufgefordert, mitzutanzen. Um eine Spende für den Erhalt des Hauses wird gebeten.

Mitta erzähZulukindlt, dass in vielen Siedlungen nicht einmal Brunnen existieren, geschweige denn fließendes Wasser, sondern nur Tümpel, die sowohl von den Kindern als Toilette, wie auch von den Rindern als Tränke und Badewanne genutzt werden, und die Männer und Frauen müssen oft weite Strecken zurücklegen, um diesobenes abgestandene Wasser zum Waschen, Kochen und Putzen zu ihren Hütten zu schleppen. Hier im Dorf gibt es einen Brunnen und einen Wassertank. Die Dusche muss von allen Dorfbewohnern gemeinsam genutzt werden, eine neue Küche für das Dorf befindet sich gerade im Bau. Die mitgebrachten Apfelsinen und Bonbons werden unter die Kinder verteilt. Die führen zum Schluss einen kleinen Tanz auf und jeder von uns darf (muss) mittanzen. Natürlich können wir nur die verschiedenen Tanzfiguren nachahmen, was zu allgemeiner Erheiterung bei den Kindern führt! So ganz nebenbei erwähnt Mitta dann noch, dass die Polygamie nach wie vor bei den Zulus üblich ist. Mit ihrem Mann habe sie allerdings bis jetzt "Glück" gehabt, er habe noch keine weitere Frau.

Nachdem wir Mitta wieder in Mtubatuba abgesetzt und uns mit einem für ihre Verhältnisse wahrhaft königlichen Trinkgeld für ihre außerordentliche Mühe und das Essen bei der Schwägerin (es gab Hühnchen, Spinat und Couscous) verabschiedet haben, lernen wir am Nachmittag bei einer Bootsfahrt die Lagune von St. Lucia kennen.

Der Ort St. Lucia bietet für Touristen den idealen Ausgangspunkt an für Ausflugstouren in den Wetland Park oder in den Hluhuwe Umfolozi National Park. Er liegt ca. 32 km östlich von Greater St. Lucia Wetland Park Mtubatuba am Ende der R 618. Der Lake St. Lucia ist mit seinen 360 km² das eindrucksvollste geografische Merkmal des Greater St. Lucia Wetland Park. Dieser Park ist ein Tier- und Naturreservat, das aus der Lagune von St. Lucia, der vorgelagerten Küstenregion und einem etwa 10 km breiten Streifen um die Lagune herum besteht. Der Park wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mittelpunkt des Parks ist der Lake St Lucia. Obwohl dieser See von mehreren Flüssen gespeist wird, handelt es sich um keinen Süßwassersee, sondern um eine rund 60 Kilometer lange, flache Lagune mit unterschiedlich hohem Salzgehalt. Sie verläuft parallel zur Küste und mündet südlich von St. Lucia ins Meer.

Der ZusVogelnest im Schilfammenfluss von See- und Süßwasser ermöglicht ein besonders reichhaltiges Nahrungsangebot, und so gibt es hier unzählige Fischarten und - als Folge - eine unvergleichliche Vielfalt an Vögeln. Bis heute wurden 526 Vogelarten registriert, darunter zahlreiche Reiherarten, Kingfischer und Eisvögel, Ibisse, Löffler, Sattelstörche, Turakos, Pelikane und Flamingos bis zu Fischadlern und Kronenadlern.

Eine weitere Attraktion sind die zahlreichen Flusspferde und KrokKrokodilodile. Mit ca. 1500 Exemplaren ist der Krokodilbestand im St. Lucia Wetland Park grösser als in allen anderen Naturparks in Südafrika. Dies gilt auch für die Flusspferd-Population, von denen es geschätzte 800 Exemplare gibt. Und das sehen wir recht eindrucksvoll bei einer 2-stündigen Bootsfahrt. Am Ufer wird man darauf hingewiesen, stets mehrere Meter Abstand vom Ufer der Lagune zu halten - Krokodile und Nilpferde können eine erstaunliche Schnelligkeit entwickeln. Immer wieder geschehen Unfälle mit diesen Tieren in St. Lucia.

Die Bootsfahrt endet um 18.00 Uhr. Gegen 18.45 Uhr sind wir wieder zurück im Gästehaus. Nobenach dem Abendessen sitzen wir bei einer Flasche Rotwein noch lange auf der Veranda vor unserem Zimmer, schreiben unseren Tagesbericht und genießen die Ruhe der hereinbrechenden Nacht. Ein erlebnisreicher Tag liegt hinter uns!