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Safari in einem privaten Wildnis-Camp


Sa, 22.09.2007


Ein Nonplusultra einer Reise nach Südafrika ist eine Safarifahrt in einem der privaten Wildreservate Mit Ranger und TrackerEr sitzt ganz vorne am Wagen und sucht nach Spuren und nur einer Handvoll Mitfahrer gehen wir auf Pirschfahrt im offenen Geländewagen. Sabi Sand ist neben Mala Mala eines der privaten Wildreservate Südafrikas und grenzt direkt an den Krüger National Park. Zwischen beiden Reservaten gibt es keine Zäune, die Tiere können frei wandern. Man hat hier besonders auf einen guten Bestand an Raubkatzen, die ja bekanntlich standorttreu sind, geachtet. Es ist beinahe garantiert, dass man bei den „Off-Road“ Safaris Löwen, Elefanten, Giraffen, Hippos und auch die sehr scheuen Leoparden sehen kann. 

Wir haben eine Buchung für die Elephant Plains Game Lodge. Die volle Verpflegung ist inbegriffen. Der Tagesablauf in der Lodge sieht wie folgt aus: Für die morgendlichen Game DrivesGame ist das englische Wort für "Das Wild" werden wir noch vor Morgengrauen um 5.15 Uhr geweckt. Um 5.45 Uhr startet die Tour im offenen Landrover. Unterwegs gibt es Kaffee und Kekse, nach der Rückkehr zur Lodge gegen 8.30 Uhr erwartet uns ein reichhaltiges Frühstück. Am Vormittag bietet sich die Gelegenheit, mit einem bewaffneten Ranger auf eine Fußpirsch zu gehen. Gegen 14.00 Uhr gibt es Lunch und gegen 16 Uhr geht es dann wieder auf Pirschfahrt, die bis in die Dunkelheit hinein geht. So haben wir Gelegenheit, bei "Spotlight" die nachtaktiven Tiere zu sehen. Gegen Ende der Pirschfahrt gibt es den obligatorischen Sundowner. Zurück in der Lodge erwartet uns gegen 20.00 Uhr ein Dinner in der Boma unter dem afrikanischen Sternenhimmel. In den hohen Übernachtungspreisen aller exklusiven Lodges sind stets zwei Pirschfahrten pro Tag und alle Mahlzeiten enthalten.

Unser Reiseveranstalter hat uns geraten, den Tag so einzuteilen, dass wir vom Olifants Camp kommend gegen 14. 00 Uhr in der Lodge eintreffen, damit wir die Nachmittagspirschfahrt mitmachen können. Wir treffen gegen Mittag am Orpen Gate ein, verlassen dort den Krüger Park und fahren weiter auf sandigen und staubigen Pisten bis zum Gowie Gate, dem Eingangstor zum Sabi Sand. obenVon hier sind es noch genau 8,1 km bis zur Elephant Plains Game Lodge, wo wir gegen 13.30 Uhr eintreffen. Eine superfreundliche Begrüßung, ein Begrüßungsdrink und die Einladung zum Lunch erwarten uns. Und die zugewiesene Unterkunft - ein Rondavel - lässt wirklich keine Wünsche offen!!

Beim Einchecken in der Lodge müssen wir ein sogenanntes Indemnityengl. für "Schadenersatz" Form unterzeichnen, mit dem wir bestätigen, dass wir uns dort auf eigenes Risiko aufhalten und die Lodge nach eventuellen Unfällen mit Wildtieren von Regressansprüchen entbinden. Dieses Procedere ist üblich. Ohne eine solche Unterschrift wird man nicht aufgenommen bzw. nicht auf Pirschfahrt mitgenommen, da die Natur eben nicht berechenbar ist.

Unsere erste nachmittägliche Pirschfahrt im offenen Landrover zusammen mit 4 weiteren Gästen ist dann auch gleich das erste Highlight! Vorweg erhalten alle Teilnehmer eine Belehrung: Man sollteIm offenen Geländewagen sich leise verhalten, nicht laut schreien, den Wagen selbstverständlich nicht Leopardverlassen und auf jeden Fall immer sitzen bleiben. Bei der Sichtung von wilden Tieren nicht die Arme oder Beine aus dem Wagen heraushängen. Na ja, eigentlich sind das Selbstverständlichkeiten. Der Ranger fährt den Wagen, ein schussbereites Gewehr ist stets dabei, für alle Fälle. An der vorderen Stoßstange ist ein weiterer Sitz, auf dem der Tracker Platz nimmt. Er ist unbewaffnet, liest und deutet die Spuren im Sand und auf der Piste und gibt dem Ranger des Öfteren Anweisungen, wohin er fahren soll. Sobald Wild gesichtet wird, verlässt der Ranger oft die Wege, fährt querfeldein und versucht, so nahe wie möglich an die Tiere heranzukommen und auch die günstigste Position zum Fotografieren einzunehmen.

Bei dieser ersten Pirschfahrt "begleiten" wir dann eine ganze Zeit einen Leoparden, wir kommen bis auf wenige Meter an ein Nashorn heran, wir halten an einem Wasserloch an und bestaunen mehrere Büffel, ein Elefant taucht nur einen Meter vom Wagen entfernt aus dem Gebüsch auf und 4 Ein Elefant taucht auf- 5 Hyänenhunde machen sich über ein erlegtes kleines Impala her. Das alles so "hautnah" zu erleben, beeindruckt und begeistert uns!! Gegen Ende der Fahrt halten wir auf einer Lichtung an, dürfen aussteigen und genießen bei untergehender Sonne den mitgebrachten Sundowner. Im Hintergrund taucht eine Büffelherde auf, die fortwährend vom Ranger beobachtet wird, aber Abstand hält. Abgeschlossen wird dieser erlebnisreiche Tag mit dem Dinner in der Bomafrüher: eine befestigte Ansiedlung oder Dorf (meist mit Verteidigungsanlagen) in Ostafrika und Südafrika wo wir am Lagerfeuer unter freiem Himmel den afrikanischen Sternenhimmel bestaunen und das Essen genießen können. Hier versammeln sich alle Gäobenste der Lodge und es werden die "Erlebnisse" des Tages ausgetauscht. Vorweg wird von der Bedienung auf sehr nette Art das Essen bzw. die verschiedenen Menugänge "präsentiert", so dass man einfach Hunger haben muss!


So, 23.09.2007

Um 5.15 Uhr klopft jemand an die Tür des Rondavels: Aufstehen und Bereitmachen für die Morgenpirsch! Pünktlich um 5.45 Uhr verlassen wir die Lodge. Schon nach wenigen Minuten begegnen wir zahlreichen Giraffen und Impalas, die auf der Wiese äsen. Etwas später begrüßt uns das erste Breitmaulnashorn. Wir fahren weiter und stehen nach einiger Zeit mitten in einer riesigen Büffelherde. Nach Meinung des Rangers müssen es mehrere hundert Tiere sein, die zu einer nahegelegenen Wasserstelle ziehen. Auch Zebras und Kudus lassen sich blicken.

Das für uns größte Erlebnis an diesem Morgen ist die Begegnung mit einer Elefantenherde, bestehend u.a. aus einem riesigen Bullen und einer Elefantenmutter mit ihrem ca. 2 Wochen alten Jungen. Die Elefanten kommen ziemlich dicht an unseren Wagen heran und nehmen mit ihrem Rüssel den Geruch auf. Zugegeben: Uns ist es etwas mulmig. Wenn man so nahe an die Elefanten herankommt, wird einem erst bewusst, wie riesig diese Tiere sind. Der Ranger beruhigt: "Be quiet. They smell". Na, dann hoffen wir, dass es dabei bleibt!

Etwas später sehen wir ein Flusspferd. Es liegt anscheinend faul im Wasser. Die Körperlänge dieser wFlusspferduchtigen Tiere kann bis zu 4,50 Meter und die Schulterhöhe ca. 1,70 Meter betragen, wobei sie ein Gewicht von über 3 Tonnen erreichen können. Trotz des Gewichtes sind Flusspferde sehr wendig und schnell, ein laufender Mensch wird von ihnen leicht überholt. Flusspferde besitzen eine mehrere Zentimeter dicke Haut, die zum Temperaturausgleich im Wasser bzw. an der Sonne dient. Sie sind in der Lage sehr laute Töne, vor allem Schnaufgeräusche, von sich zu geben und sind über Kilometer weit zu hören. Der Ranger steigt aus und "fuchtelt" mit seinen Armen herum. Sofort reißt das Tier sein Maul auf. Das weit aufgerissene Maul ist eine sehr wirkungsvolle Drohgebärde.oben

Nach dem ausgiebigen Frühstück schauen wir uns in der Lodge um und machen zahlreiche Fotoaufnahmen. Es bleibt auch Zeit zum Entspannen, denn nach dem Lunch erwarten uns bei der Nachmittags-Pirschfahrt weitere Tiererlebnisse. Und auch das Abendessen in der Boma wird wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Mo, 24.09.2007

Heute nehmen wir wieder an der morgendlichen Pirschfahrt teil. Wir haben gestern und vorgestern im Sabi Sand noch keine Löwen gesehen. Das weiß unser Ranger. Er setzt nun seinen ganLöwezen Ehrgeiz auf das Auffinden von Löwen. Immer wieder werden Löwenspuren gesichtet, aber die Löwen sehen wir nicht. Nach einer Stunde Fahrt ist es soweit: der Tracker dirigiert den Ranger etwas abseits in ein Gebüsch. Und dort liegen sie: 9 (!!) Prachtexemplare, alle von der nächtlichen Jagd vollgefressen und müde. Ab und zu heben sie den Kopf und blinzeln uns zu. Einfach überwältigend!! Wir beobachten und fotografieren sie aus nächster Nähe. Die Ranger halten untereinander via Funk Kontakt und in kürzester Zeit sind mehrere Landrover zugegen und schauen zu.

Ein weiteLeopard frisst Impalares Erlebnis wartet ebenfalls an diesem Morgen auf uns. Wir begegnen einer Leopardin mit ihrem Jungen. Die Leopardin hat ein Impala gerissen und dieses auf einen Baum geschleppt, damit es nicht von den Hyänen erreicht wird, denn diese können nicht auf Bäume klettern. In der Baumkrone hält sie mit ihrem Jungen Mahlzeit. Danach legen sich beide ins Gras, und wir sehen mit großer Freude aus nächster Nähe dem Katzenschmusen zu!

Der Forschungsbereich und das Management des Krüger National Parks und der benachbarten Wildreservate führen regelmäßig Tierzählungen durch. Dieses Wissen beeinflusst die Verwaltungsentscheidungen der Reservate. Hier einige Zahlen aus dem Jahre 2005: Im Park und den angrenzenden Wildreservaten leben ca. 31.000 Büffel, 7000 Nashörner, 13.000 Elefanten, 7.000 Giraffen, 21.000 Zebras, nur 200 Geparden, 2000 Löwen, 1000 Leoparden und 101.000 (!) Impalas. Vielleicht ist es von daher sehr verständlich, dass gerade Impalas am meisten gefressen werden.


Im Krüger NPIn der Boma

Unser Aufenthalt im Sabi Sand endet nach dem Frühstück. Gegen 11.00 Uhr verlassen wir die Lodgeoben, folgen den Hinweisschildern "Exit", geben am Tor unseren Passierschein ab und begeben uns auf Fahrt in das Gebiet des Blyde River Canyon. Ziel ist zunächst die Chilli Pepper Lodge, eine exclusive Country Lodge bei Hazyview, die auf einer subtropischen Obstfarm liegt mit herrlichem Blick über die Berge und das Sabie River Valley.