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Kapstadt und Kaphalbinsel


Do, 11.10.2007

Das heutige und damit auch letzte Etappenziel auf dieser Reise heißt Kapstadt Kapstadt ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. Seit 2004 bildet sie den ausschließlichen Sitz des südafrikanischen Parlaments (davor: nur während der Wintermonate) und ist die Hauptstadt der Provinz Westkap (Wes-Kaap/Western Cape). . Die Stadt liegt nur ca. 80 km von Franschhoek entfernt, d.h. wir berechnen eine Fahrtzeit von ca. 1 - 1 1/2 Stunden ein, je nach Verkehrslage. Wir hatten uns in Hermanus einen Stadtplan von Kapstadt gekauft, was die Orientierung sehr erleichtert. Heute Morgen herrscht phantastisches Wetter, strahlend blauer, wolkenloser Himmel, das Wetter, um sofort nach der Ankunft in Kapstadt mit der Seilbahn auf den Tafelberg zu fahren! Von Franschhoek kommend, mündet die N1 direkt in der Buitengracht Street. Folgt man einfach dieser Straße, kommt man automatisch zur Tablemountain Road, die nach links abbiegt und zur Seilbahnstation führt. Die Beschilderung in Kapstadt ist ausgezeichnet! Wir sind um 10.30 Uhr an der Seilbahnstation!

WTafelbergenn sich früher ein holländisches Schiff Kapstadt näherte, kassierte der Seemann, der als erster den Tafelberg am Horizont erspähte, zehn Gulden und eine Flasche Wein! Heute zählt das Wahrzeichen Kapstadts, der Tafelberg, zu den meistfotografierten Motiven der Welt. Als erster Europäer hat der Portugiese Bartholomäus Diaz 1488 den bei den Arabern schon bekannten TafelbSeilbahnerg erblickt; 1497 segelte Vasco da Gama auf seiner Fahrt nach Indien daran vorbei. Doch erst Antonio de Saldanha ging 1503 in der Tafelbucht vor Anker. Dabei gingen die ersten Begegnungen mit den Bewohnern des Kaps, den Khoikhoi, nicht allzu friedlich aus. Mehr Verhandlungsgeschick bewiesen die Holländer: 1642 gründete Jan van Riebeeck (diesem Namen begegnen wir noch oft!) einen kleine Versorgungsstation für die Holländisch-Ostindische Gesellschaft.

Der Tafelberg ist 1086 m hoch und nicht nur ein nationales Monument, sondern auch ein Weltnaturerbe. Die Ureinwohner nannten dieses Wahrzeichen "hoeri" (Meeresbucht), 1503 wurSeilbahn Ticketde er von einem portugiesischen Admiral in "Tafelberg" umbenannt. Es ist ein besonderes Erlebnis, mit der Cableway auf den Tafelberg zu fahren. Seit 1997 gibt es neue Gondeln aus der Schweiz (daher der Spitzname "Fondue-Töpfe"), diese drehen sich während der 5-minütigen Fahrt und erlauben so eine herrliche Rundumsicht. Wegen des schönen Wetters herrscht großer Andrang an der Seilbahnstation; doch wir warten keine 30 Minuten, denn jede Gondel kann 65 Personen aufnehmen. Die Fahrt kostet 130 Rand/Person (Hin- und Rückfahrt). Die erste Gondel bergauf fährt um 8:30 Uhr, die letzte um 17:00 Uhr. Die letzte Gondel fährt um 18:00 Uhr vom Tafelberg wieder zur Talstation. Auf dem Gipfel gibt es zwei Restaurants und mehrere Wanderwege. Er ist teilweise bedeckt mit wilden Blumen. Vom Gipfel aus haben wir eine wunderschöne Rundumsicht über Kapstadt, Signal Hill und Lions Head und fast die gesamte Kaphalbinsel inklusive Robben Island.

Wir bleiben wegen der guten Aussicht mehrere Stunden auf dem Tafelberg, bevor wir mit der Seilbahn die Rückfahrt antreten. Der Weg zum Signal Hill ist leicht zu finden: Wir fahren die Tablemountain Road wieder hinunter, überqueren die Hauptstraße uSignal Hillnd fahren gleich danach die Straße zum Signal Hill hinauf. Der Signal Hill, oft auch Lion´s Rump (Körper des Löwen) und der Lion´s Head, der Löwenkopf, sind die beidobenen markanten Berge neben dem Tafelberg. Seit dem 17. Jahrhundert steht auf dem Signal Hill etwas unterhalb der höchsten Stelle die Noon Gun. Ihr Kanonenschuss signalisierte den damaligen Kapstädtern das Ankommen eines neuen Schiffes (daher der Name Signal Hill). Da der Berg, 350 m hoch, eine wunderbare Aussicht auf die Waterfront und die dahinter liegende Tafelbucht garantiert, verwundert die Lage dieses Aussichtsposten nicht. Die heutige Kanone wurde 1890 von den Briten zur Verteidigung des Hafens aufgestellt, kam aber nie zum eigentlichen Einsatz. Allerdings wird sie heute aus Tradition zur Schiffsankündigung im 17. Jahrhundert jeden Tag, außer Sonntag, um genau 12 Uhr mittags abgefeuert.

Am späten Nachmittag treffen wir in unserer Unterkunft ein, dem Esperanza GästWaterfrontehaus. Das Gästehaus wurde 1903 gebaut. Es liegt am Fuße des Tafelberges und bietet einen schönen Blick auf die Stadt, den Hafen, Signal Hill und den Tafelberg. Den können wir von unserem Zimmer aus direkt sehen. Da wir im Gästehaus nicht zu Abend essen können, zieht es uns direkt zur berühmten Waterfront mit ihren zahlreichen Restaurants und Geschäften. Die Waterfront ist nur ca. 10 Autominuten entfernt und leicht zu finden. Vor allem schätzen wir das Parkhaus in unmittelbarer Nähe, da es sonst wohl erhebliche Probleme gegebenClock Tower hätte.

"Victoria and Alfred Waterfront", nördlich der Innenstadt gelegen und früher ein verwahrlostes Werftviertel, ist heute die größte Touristenattraktion der Kap-Provinz. Auf kleinem Raum gibt es über vierzig Restaurants, Kneipen, Geschäfte und Kinos und es ist immer viel los hier. Die Läden haben in der Regel bis 21.00 Uhr geöffnet und Touristen können sich auch nachts sicher fühlen. Von hier aus fahren auch die Fähren nach Robben Island oder Boote für Aussichtsfahrten in die Tafelbucht. Leider sind bei unserem Besuch alle Fähren zur Gefängnisinsel Robben Island ausgebucht! An diesem warmen Frühsommerabend finden wir ein nettes Restaurant, wo wir "Linefish" essen.

Der Name "Victoria and Alfred Waterfront" rührt daher, dass Alfred, der 2. Sohn der englischen Königin Victoria 1860 hier den Grundstein für einen Pier (Wellenbrecher) legte, da die Tafelbucht nicht viel Schutz bot und viele Schiffe havarierten. Das 1. Hafenbecken - 1870 fertiggestellt - wurde nach ihm "Alfred Bassin" benannt. Das 2. Bassin wurde nach der englischen Königin "Victoria-Bassin" genannt.


Fr, 12.10.2007

Der heutige Tag verspricht wieder sehr sonnig und warm zu werden, beste Voraussetzung für eine Fahrt rund um die Kaphalbinsel. Die Kaphalbinsel ist ca. 80km lang und reicht von Kapstadt am Nordende bis zum Kap der Guten Hoffnung und Cape Point am Südende. Sie wird von einer spektakulären Bergkette geteilt, die mit dem Tafelberg beginnt und über die "12 Apostel" Pinguinbis nach Cape Point reicht.

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Wie schon erwähnt, findet man sich in Kapstadt und Umgebung wegen der guten Beschilderung schnell zurecht. Wir nehmen aus der City kommend die N2, vorbei am Groote Schuur Hospital, wo 1967 die erste Herzverpflanzung gelang und wechseln auf die M3 Richtung Muizenberg. Von dort ist es nicht weit bis Fish Hoek und Simons Town. Bei Boulders Beach besuchen wir die Pinguin-Kolonie, die im Gegensatz zu Betty's Bay doch recht enttäuschend ist. Mehr Menschen als Pinguine!!

HiCape of Good Hope Nature Reserventer Boulder's Beach verläuft die Straße immer direkt am Meer entlang vorbei an Miller's Point und Smithwinkelbay. Hinter Smithwinkelbay biegt die Straße nach links ab und obenes geht in das Cape of Good Hope Nature Reserve. Hier zahlen wir ein kleines Eintrittsgeld und erhalten eine Straßenkarte, an die wir uns halten sollen, denn das 8000 ha große Naturreservat ist von einem Netz kleiner Straßen durchzogen. Über 1100 Pflanzenarten, Wildtiere wie Kap-Bergzebras, Buntböcke und Antilopen und sogar Strauße kann man hier sehen. Die Straße endet am Cape Point.Leuchtturm am Cape

Die Bergspitze am Cape Point kann man per Cable Car (Funicular) erreichen, Fahrkarten gibt es an einem Schalter. Der Hin- und Rückweg mit dieser Bahn ist fast so teuer wie der Eintritt in das Nature Reserve selbst (130 Rand / Person) , ein One-Way-Ticket aber nur geringfügig preiswerter. Wir nehmen die Bahn. Oben angekommen, stehen wir noch etwas unterhalb des großen Leuchtturms auf einer Besucherterrasse. Eine Treppe aus Naturstein führt über 120 Treppenstufen zum alten Leuchtturm auf dem Cape Point Peak, 250 Meter über dem Meerespiegel. Von hier aus kann man die Kapspitze und das westlich gelegene Cape of Good Hope sehen. Das "Historic Lighthouse", das seit 1860 in 249 m Höhe thront, hat seinen eigentlichen Zweck nie erfüllt: Gerade dann, wenn die Wetterlage für die Schiffe eine Hilfe erforderte, war der Gipfel der Klippen hier oben immer in Wolken gehüllt, das Licht nicht sichtbar. Also hat man am Anfang des 20. Jahrhunderts einen zweiten, kleineren Leuchtturm gebaut. Dieser liegt auf einer nach Südosten hinausragenden Klippe um einges tiefer am Diaz Point. Ihn kann man auch bei dem oft sehr schlechteKapkarten Wetter noch in 63 km Entfernung sehen.

Wie die nebenstehende Karte erkennen lässt, kann das südliche Ende der Kaphalbinsel mit zwei Spitzen aufwarten, dem Cape Point und dem Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope). Keines von beiden Kaps ist wirklich der südlichste Punkt Afrikas. Der liegt etwa 150 km weiter Richtung Südosten. Dort, am Cape Agulhas, treffen erst die beiden großen Meere, der Atlantik und der Indische Ozean, aufeinander - zumindest haben sich die Wissenschaftler auf diese Sichtweise geeinigt. Für die frühen Seefahrer war jedoch das Kap der Guten Hoffnung der Wendepunkt. Erst wenn man dieses "Kap der Stürme", wie Bartholomeus Diaz es 1488 nannte, passiert hatte, hatte man es geschafft. Den Namen "Kap der guten Hoffnung" verdankt es König Johann II von Portugal, der um 1500 hoffte, endlich den Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Unter Seefahrern blieb es unter dem Namen "Kap der Stürme" bekannt.Cape of Good Hope

Um an die Spitze des Kaps der Guten Hoffnung zu gelangen, fahren wir nach einer kurzen Mittagspause wieder zurück Richtung Ausgang des Parks und nach etwa 3 - 4 km nach links in Richtung Kap. Und genau hier am Maclear-Beach-Parkplatz steht das berühmte Schild. Es hält schwer, das Schild einmal ohne Leute zu fotografieren! Und gleich daneben erfahren wir die geografischen Daten: 18° 28' 26" East - 34° 21' 25" South.

Den Rückweg nach Kapstadt nehmen wir über Kommetjie und von dort wieder über Muizenberg. Den in jedem Reiseführer empfohlenen Weg über Chapman's Peak können wir leider nicht nehmen, da die Straße wegen eines Bergrutsches gesperrt ist! Schade! Den Abend verbringen wir wieder an der Waterfront.


Sa, 13.10.2007

Heute lacht die Sonne wieder von einem tiefblauen Himmel. Wir haben den Tafelberg noch kein einziges Mal mit "Tischtuch" gesehen. Welch ein Glück! Andere Reisende, die wir in der Whalesoobenng Lodge getroffen haben und die bereits in Kapstadt waren, konnten nur vom Gegenteil berichten. Besuchsziel heute ist der Botanische Garten von Kirstenbosch. Dieser kann sich rühmen, der schönste des Landes zu sein. Wir treffen auf eine großartige Ausstellung der Flora Südafrikas, das Ganze wunderbar kombiniert mit einer herrlichen Bergkulisse im Hintergrund.


KirstenboschKirstenbosch

Von den "Kirstenbosch Botanical Gardens" führt eine Straße zur Hout Bay (M63). An der T-Kreuzung geht's entweder zum Chapman's Peak Drive - der ja gesperrt ist - oder auf dem Victoria Drive und Camps Bay Drive an Camps Bay vorbei zurück in die City. Wir folgen dem Victoria Drive (M6), der direkt am Meer entlang führt, wobei wir zur rechten Seite die Bergkette der "12 Apostles" sehen. Ein beeindruckendes Panorama, das immer wieder zum Anhalten und Fotografieren veranlasst.

Den restlichen Nachmittag und Abend verbringen wir an der Waterfront und "stöbern" in größter Ruhe durch die unendlich vielen kleinen Boutiquen und Geschäfte, auch auf der Suche nach passenden Souvenirs. Man merkt, dass Wochenende ist, denn die Zahl der Besucher mit schwarzer Hautfarbe hat sich deutlich erhöht. Auch sehen wir viele Tanzgruppen, kleine Shows und Straßenmusiker.


So, 14.10.2007

Heute wollen wir eine Bootsfahrt mit einem Segelschiff in der Tafelbucht machen. Wir kaufen auch die Tickets (120 Rand /Person) für die zweistündige Fahrt, aber leider spielt das Wetter nicht mehr mit. Morgens hat zwar noch die Sonne geschienen, aber bei Beginn der Fahrt wird die Wolkendecke immer dichter und im weiteren Verlauf setzt Regen ein und die Aussicht ist gleich Null. Die Besatzung verteilt Regencapes. Schade! So bummeln wir nochmals durch die Einkaufspassagen, fahren danach nochmals zum Signal Hill und dann in unser Gästehaus. Das Abendessen in einem renommierten Fischlokal an der Waterfront (Quay 4) war ein Reinfall: Die Seezunge mit Krabben wurde halbwegs kalt serviert.


Mo, 15.10.2007

Heute geht unsere Südafrikareise zu Ende. Um 11.00 Uhr verlassen wir das Gästehaus und fahren zum "Cape Town International Airport". Dort muss zuerst der Leihwagen am Budgetschalter abgegeben werden. Ein "Domestic Flight" bringt uns am frühen Nachmittag nach Johannesburg. Dort geht es am Abend mit "South African Airways" zurück nach München.


Di, 16.10.2007

Planmäßige Ankunft am Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München um 7.30 Uhr. Wir sind gesuobennd und munter, wir hatten keine Unfälle oder sonstigen unliebsamen Überraschungen. Nun heißt es ausspannen und peu à peu die vielen Eindrücke verarbeiten!! Südafrika war eine Reise wert!!