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Wir besuchen Trondheim und fahren durch das Gudbrandsdals zum Geiranger Fjord, dem schönsten Norwegens


Mo, 19.08. 2002

Nach dem Frühstück packen wir unser Gepäck ins Auto und gehen nochmals durch Mosjøen. Anita will noch fotografieren. Gestern abend hatten wir nur gefilmt. Dann geht es aber los. Die Landschaft wird Rentierzeichnung immer lieblicher. Die Berge sind nicht mehr so hoch. Es ist alles grün. Das Grün wechselt immer wieder mit dem Gelb abgeernteter Getreidefelder. Wir fahren wohl durch die Kornkammer Norwegens. 50 km vor Trondheim sehen wir uns die berühmteste Felszeichnung des ganzen Nordens an: das 6000 Jahre alte Rentier von Bøla (Bølareinen), das ein steinzeitlicher Künstler lebensgroß in den Fels geritzt hat. Es gibt noch andere Felszeichnungen an diesem Ort, aber die sind teilweise sehr schlecht zu erkennen.

Gegen 15.30 Uhr erreichen wir unser Hotel (Radisson SAS Royal Garden) in Trondheim. Der Himmel ist strahlend blau und die Temperatur ist auf stolze 31°C gestiegen. Alle Trondheimer sitzen leicht bekleidet in den Straßencafés. Nein, wir sind nicht in Italien, sondern sehr weit im Norden Europas. Auch wir besuchen ein Straßencafé und genießen unseren Kaffee.

Anschließend besichtigen wir den Trondheimer Dom. Da es schon nach 17.00 Uhr ist, brauchen wirDom in Trondheim keinen Eintritt mehr zu bezahlen. Im Innern sind Filmen und Fotografieren verboten. Ein paarSpeicherhäuser heimliche Filmaufnahmen machen wir trotzdem. Der Dom ist die Krönungskirche der norwegischen Könige. Das ist verfassungsmäßig verankert.

Im weiteren Tagesverlauf schauen wir uns die alten Speicherhäuser und Pfahlbauten einschließlich der alten Zugbrücke „Bybrua“ an, die früher der einzige Zugang zur Stadt war. Von hier ist es nicht weit zur Festung Kristiansten. Diese Festung liegt erhöht über der Stadt undBybrua bietet einen wunderschönen Ausblick auf Stadt und Fjord. Am Nachmittag steht allerdings die Sonne für Film- und Fotoaufnahmen nicht günstig. Wir müssen es morgen noch einmal versuchen.

Auf dem Rückweg zum Hotel essen wir noch bei Mc Donalds ein Mc Farmer Menü und sind dafür schon wieder fast 20.- € los. Morgen haben wir noch einen ganzen Tag in Trondheim. Wir werden uns einmal in den Geschäften umsehen, denn wir haben immer noch kein passendes Souvenir gefunden.

 

Di, 20.08. 2002

Heute haben wir einen fahrfreien Tag und wir können länger schlafen. Die Nacht war nicht sehr erholsam. Wir hatten nur eine gemeinsame Zudecke, die an allen Enden immer zu klein war. Abwechselnd lag immer einer von uns nicht zugedeckt da. Erst nach dem Aufstehen fanden wir im Schrank eine zweite Zudecke. Wenigstens ist die nächste Nacht gerettet.

NachFestung Kritsiansten dem Frühstück wiederholen wir den Besuch auf der Festung Kristiansten. Die Sonne Stiftsgardscheint und steht für Film- und Fotoaufnahmen günstig. In der Ferne ziehen jedoch schon dunkle Wolken auf, die wohl eine Wetteränderung mit sich bringen werden. Warten wir's ab.

In der vormittäglichen Sonne machen wir noch schöne Aufnahmen von den Speicherhäusern und vom Stiftsgård, ein mächtiges, gelbes Holzhaus mit 140 Zimmern, das der norwegischen Königsfamilie bei Besuchen in Trondheim als Wohnsitz dient. Gestern wehte auf dem Haus noch die norwegische Flagge. Es war also jemand von der königlichen Familie anwesend. Heute ist die Flagge nicht mehr da.

Unseren Lunch nehmen wir im Hotelzimmer ein. Danach geht es zum Bummeln durch die Stadt und die Geschäfte. Ein Souvenir für Anke und für uns finden wir auch hier nicht, obwohl wir fast jedes Geschäft gleich zweimal anlaufen. Trotz drohender Wolken am Morgen, scheint am Nachmittag wieder die Sonne und es ist sehr warm. Die Straßencafés sind überfüllt und der Kaffee wird um knapp einen Euro teurer als gestern. Um ca. 18.30 Uhr genehmigen wir uns noch eine Pizza und bummeln anschließend noch einmal durch die Stadt.

 

Mi, 21.08. 2002

Die Nacht über haben wir gut geschlafen. Jeder hatte seine Zudecke und damit seine Ruhe.

Bei unserer Abfahrt in Trondheim scheint die Sonne. Wir fahren über das karge Dovrefjell bis Dombås, dem Beginn des Gudbrandsdals. In Dombås biegen wir allerdings ab. So bekommen wir nur den kleinen Westteil des Gudbrandsdals bis Lora mit. Unsere Route führt Richtung Åndalsmes nach Valldal, mit der Fähre von Valldal nach Eidsdal und von dort über die „Adlerstraße“ nach Geiranger. Zwischen den engen, hohen Bergen stauen sich leider die Wolken, so dass die schneebedeckten Berggipfel häufig nicht zu sehen sind. Von der „Adlerstraße“, die teilweise bis in die Wolken hineinreicht, haben wir dennoch einen Blick in den engen, einzigartig schönen Geiranger Fjord. Jetzt müsste die Sonne scheinen, das wäre phantastisch. Es regnet zwar nicht, aber die tief liegenden Wolken stören doch die Aussicht. Vielleicht wird es ja morgen besser. Wir bleiben ja zwei Nächte. Notfalls können wir auch noch am dritten Tag etwas unternehmen, wenn das Wetter doch noch schöner würde.

Unser Hotel in Geiranger (Union Hotel) liegt oberhalb des Ortes und wir haben von unserem Zimmer aus direkte Sicht auf den Fjord. An das teure Abendessen im Hotel haben wir uns schon gewöhnt, aber im Ort ist es auch nicht viel besser. Die Handvoll Läden im Ort haben wir schnell durch. Ein passendes Souvenir finden wir auch diesmal nicht. Die Läden sind fast nur voller Trolle in allen Variationen. Für Anke finden wir ein schönes Lesezeichen aus Metall.

Zurück im Hotel hoffen wir auf besseres Wetter, damit wir morgen die Berge und den Fjord ohne Sichtbehinderung durch Wolken erleben können.

 

Do, 22.08. 2002

Wir stehen um 7.15 Uhr auf und schauen zuerst aus dem Fenster. Die Wolken sind fast alle verschwunden und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Das haben wir uns so vom Geiranger Fjord gewünscht. Jetzt ist es in Erfüllung gegangen. Wir erkunden, was es zu erkunden gibt. Wir haben sogar soviel Zeit, dass wir uns für unsere Foto- und Filmaufnahmen nach Lichtverhältnissen des Geiranger FjordTagesablaufes richten können, um beste Ergebnisse zu bekommen. Zunächst fahren wir am Morgen noch einmal die „Adlerstraße“ hinauf. Die Sicht von hier in den Fjord ist optimal. Das Bild ist beeindruckend, und, als hätten wir es bestellt, fährt gerade ein Kreuzfahrtschiff im Fjord Richtung Geiranger.

Zurück im Ort kaufen wir Karten für eine Bootsfahrt um 11.45 Uhr. Zuvor fahren wir noch zum Aussichtspunkt Flydalsjuv. Von hier hat die Aussicht auf Geiranger und den Fjord schlechthin. Diese Ansicht ist wohl die Standardansicht des Geiranger Fjords.

Die Bootsfahrt dauert 1,5 Stunden und umfasst den ganzen Fjord mit seinenBlick auf Geiranger Fjord Sehenswürdigkeiten. Vorbei an den „Seven Sisters“, den Wasserfällen, die im Sommer nur noch „Two Sisters“ sind, bestaunen wir die alten, vollkommen einsam und isoliert liegenden Bauernhöfe, die allerdings schon seit Jahrzehnten verlassen sind. Diese Bauernhöfe waren nur per Boot und Strickleitern erreichbar. Die Höfe mussten vollkommen autark gewesen sein. Sie hatten Schafe, Ziegen und ein Pferd für den Landbau. Das Nötigste zum Leben wurde auf kargem, felsigem Boden angebaut.

LandschaBlick auf Dalsnibbaftlich war die Bootsfahrt ebenfalls ein Erlebnis. Der Fjord wirkt vom Schiff aus besonders faszinierend. Nur vom Schiff aus erlebt man die Enge des Fjords und die über 1000 m steil aufragenden Berge so intensiv.

Nach dem Lunch fahren wir auf die Dalsnibba (1495 m hoch). Die Fahrstraße ist gebührenpflichtig. Von dort bietet sich bei schönem Wetter eine großartige Aussicht auf die Berge und den tief unten liegenden Geiranger Fjord.

Den Nachmittag lassen wir im Ort ausklingen. Bei Kaffee, Bier und Eis sitzen wir am Fjord und schauen dem Treiben zu Wasser und zu Lande zu. Es war ein schöner Tag, und die gewonnenen Eindrücke werden wir nie vergessen.