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Besuch auf den Lofoten, zurück zum Polarkreis und Weiterfahrt bis Mosjoen




Fr, 16.08. 2002

Wir stehen früh auf, da wir in Melbu eine frühere Fähre auf die Lofoten erwischen wollen, dennMelbu Fähre die Zeit des Aufenthaltes dort ist knapp bemessen. 15.20 Uhr als Zeit für die Fähre ist uns zu spät. Wir fahren bei schönstem Wetter zunächst über die Inselgruppe der Vesterålen bis Melbu und sind nach einigen Foto- und Filmstops um 12.30 Uhr an der Fährstation. Bei unserer Ankunft legt die Fähre nach Fiskebøl auf den Lofoten gerade ab. Zu spät! Die nächste Fähre geht erst um 14.00 Uhr! Die Wartezeit nutzen wir für unseren mitgebrachten Lunch.

Auf der Fahrt hierher haben wir immer wieder die schroffen Berge der Lofoten im Blickfeld gehabt. Die Berge der Inselkette wirken von der Ferne wie eine zusammenhängende Gebirgskette, was natürlich in Wirklichkeit nicht wahr ist.

Um 14.00 Uhr legen wir ab, und ca. 30 min später sind wir auf den Lofoten. Schon die Fahrt von Fiskebøl nach Svolvær ist ein Erlebnis. So wild romantisch haben wir uns die Lofoten nicht vorgestellt. Vielmehr dachten wir, sie sind rau, wild und nicht gerade einladend für einen Besuch. Aber so ist es nicht. Man kann ihre Schönheit gar nicht beschreiben. Es ist wahr, die Lofoten gehören zu den schönsten Gebieten in ganz Norwegen.

Wir haben einige Mühe, unser Hotel in Svolvær (Best Western Svolvær Hotell) zu finden. Es versteckt sich in einer kleinen Straße am Rande der Stadt. Zimmer und Bad sind dürftig ausgestattet, die zwei Betten sind extrem schmal. Inzwischen ist es fast 15.30 Uhr, und wir wollen noch ein anstrengendes Programm absolvieren. Noch heute muss alles erkundet werden, und bis zum Ort Å am Ende der Lofoten, sind es noch ca. 160 km zu fahren. Morgen bleibt dafür keine Zeit mehr, da schon um 9.00 Uhr die Fähre nach Skutvik geht. Hier hätte man bei der Reiseplanung einen weiteren Tag buchen sollen. Jetzt ist es zu spät!

Unterwegs Lofotengibt es einige Fischerdörfer und vor allem phantastische Landschaft zu bewundern. Inzwischen hat sich leider der Himmel etwas verfinstert. Dicke schwarze und weiße Wolken wechseln sich ab, und manchmal ergießt sich örtlich aus ihnen auch ein Schauer. Dieses Himmelsszenario macht die Landschaft noch dramatischer.

Zunächst besuchen wir Henningsvær. Henningsvær ist mit 600 EinwohnernHenningsvaer eines der größten Fischerdörfer der Lofoten. Der Hafen des „Venedig des Nordens“ betitelten Dorfes ist natürlich auch für uns ein beliebtes Foto- und Filmmotiv. Wir fahren weiter zum hübschen Fischerdorf Nusfjord. Als eines der am besten erhaltenen Fischerdörfer der Lofoten wurde es 1975 auf die Denkmalschutzliste der UNESCO gesetzt. Hier essen wir in einem kleinen Kro echt norwegischen Eintopf aus Stockfisch und Gemüse, scharf gewürzt. Danach geht es weiter durch die sich stetig ändernde, bizarre Landschaft der Lofoten. Reine

Über Brücken und durch Tunnel (gebührenpflichtig) erreichen wir Reine, Lofoten-Ort Aeine entzückende Fischersiedlung, die Lieblingsaufenthalt zahlreicher Künstler und Bergsteiger ist. Der Ort und seine Lage sind so zauberhaft, dass wir uns kaum von seinem Anblick trennen können.

10 km südlich von Reine erreichen wir den Ort Å , das Ende der Lofotenstraße. Es ist schon nach 20.00 Uhr. Wir müssen noch 160 km zurück zum Hotel. Obwohl die Rückfahrt auf derselben Straße wie die Hinfahrt erfolgen muss, nehmen wir wieder neue Eindrücke von der Landschaft mit, da wirPfeil nach oben sie aus anderer Sicht sehen. Kurz vor 22.00 Uhr sind wir dann im Hotel. Heute war ein langer Tag mit vielen Eindrücken. Wir sind viel gefahren und sind entsprechend müde. Noch im Traum lässt uns diese phantastische Landschaft nicht los.

 

Sa, 17.08. 2002

Wieder müssen wir früh aufstehen, da um 9.00 Uhr die Fähre nach Skutvik geht. Die Wolken hängen tief über Svolvær, es hat auch noch bis in den frühen Morgen geregnet. Aber gegen 8.00 Uhr lösen sich die Wolken langsam auf. Während wir auf die Fähre warten, lässt sich schon die Sonne blicken. Bei Abfahrt um 9.00 Uhr scheint sie voll von einem blauen Himmel, nur die Berge umkränzen sich noch mit tiefliegenden Wolkenfetzen.

WährendÜberfahrt Fauske der zweistündigen Überfahrt zum Festland erleben wir die Sonne an einem blauenFauske Fjord Himmel. Die Lofotenkette entschwindet langsam in der Ferne und vor uns tauchen die imposanten Berge des Festlandes auf und kommen immer näher. Auch hier ist die Landschaft reizvoll und schön, wenn auch nicht so bizarr wie auf den Lofoten. Bis Fauske, unserem Tagesziel, fahren wir gemütlich durch eine Gebirgs- und Fjordlandschaft, die genügend Film- und Fotomotive liefert.

Fauske ist ein kleinerer Ort an einem Fjord. In der Nähe ist ein Marmorsteinbruch, aus dem der Marmor für das UN-Gebäude in New York und für das Osloer Rathaus stammt. Ansonsten ist über Fauske nicht viel anzumerken. Diesmal haben wir im Hotel (Fauske Hotell) ein riesiges Zimmer mit Parkett, Teppichen und kompletter Sitzgarnitur (Sofa, Tisch, zwei Sessel). Alles sehr gemütlich. Ein Ausgleich zu dem etwas spartanisch eingerichteten Hotel in Svolvær.

 

So, 18.08. 2002

Weil Sonntag ist, gibt es erst ab 8.00 Uhr Frühstück, aber das macht nichts, da unsere Polarzirkelheutige Etappe nicht so lang ist (ca. 280 km). Bei der Abfahrt aus Fauske ist es aber doch schon 10.00 Uhr. Der Himmel ist bedeckt, und in der Nacht hat es wohl auch ein wenig geregnet. Wir fahren durch die Region Nordland, die sich bis Trondheim erstreckt. Diese Region ist reich an Höhlen und Grotten. Von Fauske aus fahren wir zuerst über das Saltfjellet. Hier sind wir oberhalb der Baumgrenze, die hier bei 580 m liegt. Kurz vor der Wasserscheide erreichen wir wieder den Polarkreis.

Hier Polarzirkelhat sich in 31 Jahren viel getan. Damals gab es nur eine Erdkugel auf einem Stein. Die steht zwar auch noch, aber zusätzlich gibt es heute Souvenirläden und eine Cafeteria. Ein kleines Museum mit drei Ausstellungsstücken ist für uns nicht sehenswert. Außerdem ist der Eintritt von 7.- € pro Person nicht angemessen, um es vornehm auszudrücken. Im Andenkenladen gibt es auch nur Schnickschnack. Alles sein Geld nicht wert.

Interessant sind die vielen kleinen Steintürmchen auf dem Gelände. Nach Samischem Glauben schichtet man sie an dem Ort auf, an den man gerne zurückkehrt. Alle diese Steintürmchen wurden aber sicher nicht von Samen, sondern von Touristen dort aufgeschichtet. Wir finden manchmal Steine in den Türmchen, die mit gravierten Schildern versehen sind. Sie wurden alsMoesjoeno bewusst mitgebracht und dort aufgestellt. Dabei stammen manche von der zehnten oder fünfunddreißigsten Nordlandfahrt einer Gruppe, wie die Schilder verkünden.

Gegen 17.00 Uhr erreichen wir unser Ziel Mosjøen. Hier wohnen wir im ältesten Hotel Nordnorwegens (Fru Haugans Hotel), erbaut 1794, aber zwischenzeitlich auf modernen Zustand gebracht. Es liegt im historischen Viertel der Stadt. Das Viertel ist die größte zusammenhängende Holzhaussiedlung Nordnorwegens. Bootsschuppen, Lagerhäuser und Geschäftsgebäude aus Pfeil nach oben dem 19. Jahrhundert sind oder werden sukzessive restauriert. Hübsch anzusehen ist das. 1970 wollte man noch alles abreißen und einen Parkplatz daraus machen. Eine Bürgerinitiative hat dies zum Glück verhindert.