knopf knopf

Porsangenfjord - Nordkap - Hammerfest


Mo, 12.08. 2002

Heute morgen scheint wieder die Sonne, aber die Temperaturen liegen nur so um die 10°C. Wir müssen uns also wärmer anziehen, zumal wir heute noch ca. 360 km nach Norden fahren. PorsangenfjordBeim Frühstück haben mal wieder zwei Reisegruppen vor uns kräftig zugeschlagen, so dass für uns nur eine kleine Auswahl übrig bleibt. Das Personal weigert sich auch, nachzufüllen. Dennoch werden wir satt und gehen auf Fahrt. Kurz vor Mittag verlassen wir Finnland und gewinnen in Norwegen eine Stunde wegen des Zeitunterschiedes. Es ist noch etwas kälter geworden und der Himmel ist bedeckt. Wir fahren ein ganzes Stück am Porsangenfjord entlang. Er ist ziemlich groß und wirkt in der ihn umgebenden kahlen Landschaft nicht sehr reizvoll. Er wirkt wegen seiner Größe sehr ausladend, also nicht so, wie wir uns Fjorde vorstellen. Wir sehen etliche kleine Rentierherden, die friedlich entlang der Straße grasen und auch mal auf die Straße kommen. Beim Autofahren muss man höllisch aufpassen, denn mit ihrem braun-grauen Fell heben sie sich kaum von der Farbe der Straßen ab

HonnigsvagHonningsvåg auf der Insel Mageroy (auf dieser Insel liegt das Nordkap) erreicht man heute über den längsten Tunnel der Welt, der unter dem Meer verläuft. Er ist knapp 7 km lang und verbindet die Insel mit dem Festland. Die Straße nach Honningsvåg führt aber auch durch mehrere Bergtunnel und über mehrere Brücken. Ein Meisterwerk der Straßenbaukunst. Das Ganze wurde 1999 fertiggestellt (für 200 Mio. DM, ein Spottpreis für deutsche Verhältnisse und Preise). Früher musste man die Fähre benutzen und hatte lange Wartezeiten. Die Fähre nahmen wir auch vor 31 Jahren, aber damals fuhr ja kaum einer zum Nordkap. Wir hatten damals keine langen Wartezeiten. Vor Honningsvåg erwarten uns Nebel und tief liegende Wolken. Laut Wetterbericht soll es eigentlich schön sein, aber wie wir sehen, stimmt das nicht. Wenn es in Honningsvåg schon so nebelig ist, dann heißt das nichts Gutes für den Nordkapbesuch. Das Nordkap ist zwar noch 30 km entfernt, aber es liegt viel höher als Honningsvåg, und damit noch mehr in den tief liegenden Wolken.

Wir quartieren uns erst einmal im Hotel (Rica Hotel Honningsvåg) ein und fahren danach gleich losNordkapcenter. Wie vorausgeahnt, fahren wir so richtig in die Nebelsuppe. Zudem werden wir noch kurz vor dem Ziel um ca. 51.- € erleichtert, nur um das Nordkap nebst Parkplatz zu betreten. Vor 31 Jahren war das alles noch umsonst!! Vor lauter Nebel finden wir kaum den Parkplatz, und die in den letzten 31 Jahren errichteten Gebäude mit Ausstellungen, Kino, Restaurants, Bar und Souvenirshops sehen wir erst, als wir unmittelbar davor stehen. Es hat sich viel verändert in den letzten 31 Jahren, und das nicht nur zum Positiven. Wir irren durch den Nebel und versuchen uns von damals bekannte, markante Punkte zu finden. Dies gelingt oft erst im zweiten Anlauf, aber wir finden sie, wenn auch oft an anderer Stelle als früher. Jedenfalls sind es mehr geworden!

Im Innern der Gebäude stört uns der Nebel nicht, und dort hat man wirklich Gigantisches inden Nordkapfelsen gesprengt, mehrere Etagen unter der Erde. Wir schauen uns in Ruhe alles anPfeil nach oben und fahren danach wieder nach Honningsvåg. Im Hotel genießen wir noch ein üppiges Büfett!

 

Di, 13.08. 2002

Da wir gestern nicht viel vom Nordkap gesehen hatten, stehen wir früh auf, in der Hoffnung, dass es heute schön ist und wir den Besuch wiederholen können. Und siehe da, die Hoffnung bewahrheitet Nordkappsich. Es klart auf, und die Sonne scheint. Also frühstücken wir um 7.00 Uhr und fahren noch einmal die 30 km bis zum Nordkap. Die Eintrittskarte von gestern gilt noch. Allerdings ist bis 12.00 Uhr das Gebäude geschlossen, man kann sich also nur im Freien aufhalten. Aber das macht nichts. Im Gebäude haben wir ja gestern schon alles gesehen, draußen dagegen kaum etwas. Das holen wir jetzt nach, genießen die grandiose Landschaft und filmen und fotografieren was das Zeug hält. Schließlich ist das Nordkap der eigentliche Höhepunkt unserer Reise.

Bei strahlend blauem Himmel fahren wir weiter in Richtung Hammerfest. HammerfestWir finden immer wieder Gelegenheiten zum Filmen und Fotografieren, so schön ist hier die Landschaft. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir Hammerfest und beziehen unser Hotel (Quality Hammerfest Hotel). Auch diesmal liegt es sehr zentral am Marktplatz und Hafen.

Bei einem ersten Bummel durch die Stadt verschaffen wir uns einen Überblick. Insbesondere schauen wir uns die architektonisch markante evangelische Kirche an, die auch vor 31 Jahren schon stand. Einiges im Innern hat sich jedoch verändert. Vom Marktplatz gehen wir steil hinauf zu einem Aussichtspunkt, ca. 100 m oberhalb der Stadt. Von dort bietet sich uns ein unvergessliches Panorama auf die Stadt, den Hafen, das Meer und die umliegenden Berge.

Mit dem AbHammerfest Kircheendessen tun wir uns schwer. Wir finden keine Restaurants und sind wieder auf das Hotel angewiesen. Dort will man uns auch nicht gegen Bezahlung am Dinner (Halbpension für Reisegruppen gegen Voucher) teilnehmen lassen. Wir müssen also „à la carte“ essen, was in der Regel noch teurer ist. Nur durch Beschränkung auf ein Hauptgericht kommen wir etwas preiswerter davon. Die Preise in Norwegen sind für unsere Begriffe enorm hoch. Für eine Pizza verlangt man beispielsweise 15.- € und als Gast eines Restaurants oder Schnellimbisses muss man häufig knapp 1 € für die Benutzung der Toilette bezahlen. Wenn man „à la carte“ isst und man das Pech hat, dass zum Dinner eine Reisegesellschaft erwartet wird, dann hat man zu warten. Die Reisegesellschaft bringt mehr Geld in die Kassen als wir beide. In den meisten Fällen ist das „à la carte“-Essen seinem Preis nicht angemessen.

Unser Doppelzimmer hier in Hammerfest hat ein normales Bett für die erste, und ein „Notbett“ für die zweite Person. Auch das ist bei dem verlangten Preis eine Unverschämtheit, aber oben in Nordnorwegen häufig verbreitet. Die Krönung des Ganzen ist aber das 1 m²-Bad. Wir ahnten gar nicht, dass man auf 1 m² ein Waschbecken, eine Toilette und eine Dusche (ohne Vorhang oder Duschwand) unterbringen kann. Natürlich kann dieses Minibad immer nur jeweils von einer PersonPfeil nach oben genutzt werden. Beim Duschen steht das ganze Bad unter Wasser und die Toilette wird auch nass. Im Vergleich zu den bisher besuchten Ländern fällt Norwegen, was Unterbringung und Verpflegung angehen, deutlich in der Qualität ab, dafür sind aber die Preise einsame Spitze!