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Hafenrundfahrt - Frz. Viertel


So, 29.10.2006

Pünktlich um 6.30 UIhr klingelt der Wecker. Der Blick aus dem Fenster zeigt ein im Nebel liegendes Pudong. Die Skyline ist kaum zu erkennen. Der Verkehr vor dem Hotel ist wieder chaotisch. Autos, Fußgänger, Fahrräder und Mopeds: jeder erkämpft sich rücksichtslos sein Vorfahrts- oder Nichtvorfahrtsrecht, so hat man den Eindruck. Heute morgen frühstücken wir im 1. Stock. Die Hotelangestellte wälzt eine Menge ungeordneter Listen, findet weder unsere Zimmernummer noch unseren Namen, lässt uns aber trotzdem in den Frühstücksraum. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig bestückt, lediglich in puncto Löffel gibt es erhebliche Engpässe. So muß ein mühsam ergatterter Löffel für Müsli, Yogurt und Tee herhalten. Na ja, auch das geht.

Nicht allzu Teeprobelustvoll begrüßt Richard um 9.00 Uhr die Reisegruppe im Foyer. Heute morgen ist Yasmin Flower Teeeine Schifffahrt auf dem Huangpu vorgesehen, und zwar eine Fahrt zum Hafen und zurück. Ein bereitstehender Bus bringt uns zur Schiffsanlegestelle am Bund, aber die Hafenrundfahrt hätte man sich schenken können, denn vor lauter Dunst sieht man kaum etwas. So hüllt sich Richard auch in Schweigen. Ein halbstündiger Spaziergang am Bund schließt sich an, auch hier gibt es wenig Erklärungen seitens des Reiseführers. Schließlich werden wir zum Schluß des halbtägigen Besichtigungsprogramms in ein Teehaus geführt. Hier werden verschiedene Teesorten - Jasmin, Jasmin Flower, Lichi, Kingston und Green Tea - zum Probieren und zum Kauf angeboten. Damit ist das "offizielle" Programm abgeschlossen, Richard atmet erleichtert auf und wir werden gegen Mittag "entlassen". Unser Ziel für den Nachmittag ist das Französische Viertel.

Das Frz. Viertelehemalige Französische Viertel aus der Kolonialzeit erstreckt sich östlich der Huaihai Lu. Die Yan'an Lu war einst Grenze zwischen der internationalen Madang RoadNiederlassung und der Französischen Konzession. Die Avenue Joffre war Hauptschlagader des Viertels und elegante Einkaufsstraße. Hier verläuft heute die Huaihai Lu, der wir aber das Flair von Paris nicht abgewinnen können. Für einen schönen Spaziergang unter Bäumen eignet sich die Xinhua Lu, die wegen ihrer besonderen Atmosphäre als Route für Staatsgäste genutzt wird. Entlang der Straße säumen sich Restaurants, Bars und Boutiquen. Unsere Vorliebe für Starbucks nutzen wir für einen Kaffee und einen Snack.

NichtGründungsstätte der KP Chinas unweit der Kommerztempel, in der Xingye Lu, Ecke Madang Lu besichtigen wir jenes Haus, in dem sich am 23. Juli 1921 zwölf junge Chinesen getroffen haben sollen, unter ihnen Mao Zedong, um die Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) vorzubereiten. Die Gründungsstätte gHaloween läßt grüßenehört heute zu den Sehenswürdigkeiten für Chinesen und Touristen. Wir müssen fast eine halbe Stunde warten, um eine Aufnahme ohne Personen machen zu können. Ganze Scharen von Touristen und chinesischen Rentnern sind scharf darauf, vor diesem Haus auf ein Foto gebannt zu werden.

"Xintiandi", das "Neue Universum", nennt sich ein großer Restaurant-, Kneipen- und Shoppingkomplex, den die Hongkonger Shui Group errichtete und der absolut autofrei ist. Hier ist während unseres Besuches der "Haloween"-Look allgegenwärtig. Das eine oder andere Souvenir läßt sich leicht aussuchen und auch die Auswahl an guten Restaurants ist überwältigend. Paulaner München ist natürlich auch vertreten, die chinesische Bedienung im bayerischen Trachtenlook !!! Schwarzwälder Kuckucksuhren sehen wir nicht !

Nach einem ausführlichen Bummel und einer gemütlichen Kaffeepause lassen wir uns mit dem Taxi für 20 Yuan ( 2 Euro) zurück ins Hotel bringen. Nach einer Erfrischung fahren wir per Taxinach oben gegen 19.00 Uhr nochmals zurück und genießen im "Simply Thai" ein ausgezeichnetes Diner. Und das kostet für uns beide auch nicht mehr als 270 Yuan (27 Euro) incl. aller Getränke. Preise, die bei uns schon lange der Vergangenheit angehören!