knopf knopf

Ming Gräber, große Mauer, Sommerpalast, Lama- und Konfuziustempel


Mo, 13.04. 1998

Schwerpunkt des heutigen Besuchsprogramms sind die Ming-Gräber und die Große Mauer.

Knapp 50 km nördlich des Pekinger Stadtzentrums liegen in einem weiten Talkessel die Tor zu den Ming GräbernMausoleen von 13 der 16 Ming-Kaiser. Die gesamte Anlage steht auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Ein über 19 m hohes und 33 m breites Pailou aus Stein mit reich verzierten, aus einem Stück bestehenden Säulen markiert den Eingang ins Tal.

Der Der Heilige Wegdritte Ming-Kaiser, Yongle, der die Hauptstadt von Nanjing nach Peking verlegt hatte, wählte dieses nach geomantischen Gesichtspunkten vorzügliche geeignete Tal als Grabstätte der Dynastie aus. Hinter dem Pavillon beginnt die "Heilige Straße" oder die "Geisterallee". Die beidseitig der Straße aufgestellten Figuren gelten als die besterhaltenenen mingzeitlichen Marmorstatuen. Insgesamt sind es 12 Tier- und 6 Menschenpaare, wobei die Tiere jeweils sitzend unKaiserlicher Beamterd stehend abgebildet sind. Um Mitternacht wechseln sie sich- so erzählt die Sage - in der Wache ab.

Die Reihe beginnt mit Löwen, gefolgt von Fabeltieren und Kamelen. Wie das Kamel klaglos Bürden und Lasten über weite Entfernungen trägt, so soll auch der Kaiser die Bürde des Landes tragen. Die Elefanten versinnbildlichen die unerschütterliche, friedfertige Regierung. Die Steinmenschen stellen vier Generäle, vier Zivilbeamte und vier kaiserliche Berater dar. Am Ende versperrt das rot gestrichene hölzerne Drachen- und Phönixtor den direkten Blick auf das Grab des Yongle-Kaisers.

Die unterirdische Grabkammer des Wanli-Kaisers (1573 - 1620) ist bisher als einzige geöffnet worden.

Die Chinesische Mauer ist zweifellos das berühmteste Bauwerk Chinas. Der größte Teil davon ist nur noch Ruine, aber an einigen Stellen hat man Chinesische MauerTeile restauriert. Am beliebtesten ist es, die Mauer in Badaling, was ungefähr 70 km außerhalb Pekings liegt, zu besichtigen. Dort erreicht sie auch ihren höchsten Punkt (ca. 800m). Die Chinesen nennen sie wan li chang cheng , also 10.000 li lange Mauer, das wären etwa 5000 km. Das ist wahrscheinlich zu wenig, doch wan bedeutet auch "unendlich", was wiederum zuviel wäre. Die meisten Schätzungen liegen bei rund 6800 km, auch ganz schön lang. "Wer nicht die Große Mauer erklomm, ist kein guter Chinese!" sagt der Volksmund im Reich der Mitte. Die rivalisierenden frühen Königreiche waren von nomadisierenden Reitervölkern im Norden bedroht, die bis zur Ankunft der Europäer die Hauptfeinde Chinas blieben. Zur gegenseitigZertifikaten Absicherung und zum Schutz gegen diese Reitervölker entstanden mehrere Mauern. Es handelt sich also nicht um eine Mauer, sondern sondern um ein System von Mauern, die während ihrer besten Zeit, in der Han-Dynastie und viel später in der Ming-Dynastie, miteinander verbunden waren. Die Mauer paßt sich dem Gelände an und schwankt in Pfeil nach obender Höhe zwischen drei und acht Metern. An der Basis ist sie etwa sechs bis sieben Meter breit, an der Krone noch vier bis sechs Meter. Dort sitzen Zinnen von außen zwei und innen einem Meter Höhe. Jeder Besucher kann ein "Memory of Climbing the Great Wall", eine Art Zertifikat erwerben.

 

Di, 14.04.1998

Schwerpunkt des heutigen Programms ist der Besuch des Sommerpalastes.

Die Chinesen nennen ihn gar nicht Sommerpalast, sondern "Garten des Friedens und der SommerpalastHarmonie im Alter". Den im Westen bekannten Namen erhielt die 290 km² große Anlage mit Berg und See von den westlichen Diplomaten, die zum Ende der Qing-Dynastie immer häufiger in den Nordwesten der Stadt pilgern mußten, wenn sie eine offizielle Angelegenheit mit dem Hof zu klären hatten. Denn die schonCixi alte Kaiserinwitwe Cixi, die de facto das chinesische Reich regierte, zog sich immer häufiger hierher zurück, um der Pekinger Sommerhitze zu entgehen – in ihrem Garten.

Die Konkubine Cixi war durch die Geburt ihres Sohnes und einzigen männlichen Nachkommen des Kaisers in der Hofhierarchie aufgestiegen und regierte nach dem Tod des Regenten 1861 im Namen des unmündigen Kaisers Tonzhi "hinter dem Vorhang". Auch nach dessen Ableben 1874 behielt Cixi die Fäden in der Hand und setzte als Nachfolger den kaum vierjährigen Sohn ihrer Schwester und Rivalin als Kaiser Guangxu ein. Diesen ließ sie jedoch kurz nach seiner Regierungsübernahme im Sommerpalast einsperren, da er sich zu sehr mit Reformkräften einließ. Cixi regierte daraufhin allein bis zu ihrem Tod und ist eine der umstrittensten Figuren in einer Zeit, da China sich dem Westen öffnen mußte. Sie erkor den Sommerpalast zu ihrem Lieblingsdomizil.

Das Marmorschiff: Cixi soll für seine Fertigstellung die Staatskasse geplündert und China daraufhin einen Krieg verloren haben.

 

Mi, 15.04.1998

Heute stehen der Lamatempel und der Konfuziustempel auf dem Besuchsprogramm. Pekings bedeutendster und wohl auch schönster buddhistischer Tempel, der Lamatempel, repräsentiert die in Tibet beheimatete lamaistische Richtung. Die genaue Übersetzung des chinesischen Namens lautet "Palast des Friedens und der Harmonie", was auf die Geschichte der Anlage hinweist. Nachdem sie 1694 erbaut worden war, diente sie dem vierten Sohn des Kangyi-Kaisers als Residenz, bis dieser Lamatempel1723 als Yongzheng-Kaiser den Thron bestieg. Da Residenzen der kaiserlichen Familie nur zu Tempeln aufgewertet werden konnten, wurde der Komplex in ein lamaistisches Kloster umgewandelt, da das Herrscherhaus der Qing dieser Richtung des Buddhismmus zuneigte.

Der Buddhismus tat sich in den ersten 1800 Jahren seines BestehensHalöle des buddhistischen Rates sehr schwer, da er mit dem traditionellen Glauben an Geister und Magie konkurrierte. Im 14. Jahrhundert war er in viele Sekten zerfallen, in den Klöstern herrschte Sittenverfall und Zügellosigkeit. Eine Einigung und Neuorientierung erreichte Tsongkhapa (1357 -1419), der als Sohn von Nomaden geboren wurde und im Alter von sieben Jahren ins Kloster kam. Er erwies sich als glänzender Schüler und Lehrer und verfasste ein System von 253 Gelübden, die Mönche zu erfüllen hatten. Seine Anhänger organisierten sich in der Sekte der "Tugendhaften", die als Zeichen von Reinheit und Wachstum gelbe Mützen tragen.

Anders Konfuziustempel als buddhistische oder daoistische Tempelklöster, in denen Mönche und Nonnen leben und sich das Volk zum Beten und Opfern einfindet, waren die Konfuziustempel Stätten des Staatskultes. Hier opferten die Beamten - in Peking gar der Kaiser persönlich. Der lange komplizierte Ritus dauerte von Mitternacht bis zum Morgengrauen. Zahlloses Personal und Würdenträger waren beteilgt. Im Schein der Fackeln erklang eine uralte Zeremonialmusik: All dies gesKindergartenchah auf der mächtigen Terasse vor der Haupthalle. Das Opfergerät, darunter kostbare alte Musikinstrumente, sind in der Halle noch zu sehen. Das Gelände ist mit uralten Lebensbaumzypressen bestanden. Auf 198 Inschrifttafeln in ihrem Schatten wurden alle Konfuzianer verewigt, die seit dem 14. Jahrhundert die höchste Staatsprüfung bestanden hatten - bis zu deren Abschaffung im Jahre 1904.

Besuch in einer Kommune mit Altersheim und Kindergarten.

 

Do, 16.04.1998

Auf dem Besuchsprogramm stehen der Besuch des Tempels des Liegenden Buddha und des Klosters der Azurblauen Wolken.

Der EingangstorTempel des liegenden Buddha liegt etwa 25 km nordwestlich des Stadtzentrums. Schon in der Tang-Zeit (618 - 907) lag am Hang des Jubao-Berges ein Tempel, der von den Mongolen im 13./14. Jahrhundert erweitert und vom Qing-Kaiser Yongzheng im 18. Jahrhundert erneuert wurde. 1955 wurde er restauriert. Eine mit uralten Zypressen bestandene Allee führt zum mit gelb und grün glasierten Ziegeln umkleideten Eingangstor mit der Inschrift: "Gemeinsam über die esoterischen Lehren meditieren!".

Die Hauptattraktion des Tempels ist der "Liegende Buddha", der sterbend ins Nirwana eingeht. Die Darstellung ist typisch für den buddhistischen Kulturkreis: Der Buddha liegt auf der rechten Seite, die rechte Hand stützt seinen Kopf, und er wendet den Blick denen zu, die sich ihm nähern. Er hatte seinem Lieblingsjünger Ananda Anweisungen gegeben: "Stelle mir zwischen zwei Salbäumen ein Bett auf, mit dem Kopfende nach Norden!" Salbäume (Shorea robusta) sind den Buddhisten heilig.

Der letzte Tempel der Azurblauen Wolkegroße Besichtigungspunkt war der Besuch des Klosters der Azurblauen Wolken.Pekingente In der Yuan-Zeit gegründet, wurde der Tempel in der Ming-Zeit zweimal erweitert, unter anderem von reichen Eunuchen, die hofften, dort ihre letzte Ruhestätte zu finden. Herausragend ist die Diamantthronpagode, ein mächtiger, reich mit Reliefs verzierter Bau im indischen Stil.

Was wäre ein Peking-Besuch ohne ein stilvolles Abendessen in einem exklusiven Restaurant mit der berühmeten "Peking-Ente"?! Auch das war gut organisiert und allen Teilnehmern ist das Essen wohl bekommen.

 

Fr, 17.04.1998

Heute geht die Reise zu Ende. Eine Woche voller Erlebnisse und vielfältiger Eindrücke liegt hinter uns. Die Reise war seitens des Veranstalters sehr gut organisiert. Es gab keine Pannen, der chinesische ReiseführerGarten der Harmonie war kompetent, freundlich und hilfsbereit, der uns zur Verfügung stehende Bus, der uns zu allen Zielen brachte, stets pünktlich und auch in puncto Hotel gab es keinerlei Beschwerden. Ganz entscheidend kam hinzu, dass das "Klima" in der Reisegruppe stimmte. Man kannte sich ja nicht vorher. Pfeil nach obenWas will man mehr!? Nachdem die Koffer gepackt waren und in der Hotelhalle zum "Verladen" in den Bus bereit standen, gab es noch Zeit für einen letzten Bummel rund um das Hotel. Was eignete sich mehr dazu als "der Garten der Harmonie"!

Good-Bye, Beijing!!