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Tian'anmen-Platz, Kaiserpalast und Himmelstempel


Pekingkarte

Der Urheber CIA World Factbook veröffentlicht diese Grafik ohne Copyright zur freien Verwendung.

Fr, 10.04. 1998

Am Morgen des 10. April landeten wir pünktlich um 6.15 Uhr auf dem Flughafen der chinesischen Hauptstadt.

Der Flughafen Peking liegt 20 km nordöstlich vom Stadtzentrum. Er verfügt über zwei Terminals.Hotel Grand View Garden Das ältere wird von Air China und der chinesischen Regierung benutzt, Terminal 2 insbesondere für internationale Flüge. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2008 wird ein neues, viel größeres internationales Terminal 3 zusammen mit einer dritten Start- und Landebahn in Betrieb genommen. Damit soll sich die Kapazität von 35 auf 60 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen.

Am Flughafen wurde unsere Reisegruppe von einem deutsch sprechenden chinesischen Reiseführer erwartet und per Bus ins Hotel "Grand View Garden" begleitet.

Für den ersten Tag in Peking war kein Programm vorbereitet, deshalb machten wir unsGemüsemarkt nach einer kurzenFahrräder Erfrischung alleine auf den Weg, um das Hotel und die nähere Umgebung zu erkunden. Wir waren das erste Mal im Reich der Mitte. Unser Hongkong-Besuch 1996 fiel noch in die britsche Herrschaft Hongkongs.

Als erstes fielen uns die unzähligen Fahräder auf, das wohl nach wie vor beliebteste Transportmittel für den Normalchinesen. Unzählige Stände mit frischem Gemüse und Obst waren aufgebaut. Es muß wohl Markttag gewesen sein. Auch die Garküchen hatten viel zu tun.

 

Sa, 11.04. 1998

Die Reisegruppe findet sich ein und die Besichtigungstour kann beginnen. Zunächst geht es per Bus zum ReisegruppeTian'anmen-Platz, "Platz des Himmlischen Friedens".

Pekings wichtigster Platz – mit 50 ha Fläche soll er der größte der Welt sein – liegt heute im Zentrum der Hauptstadt. In der Monarchie noch nicht allgemein zugänglich und wesentlich kleiner, entwickelte er sich im 20. Jahrhundert zum Aufmarschplatz der Massen und zum "Ort der Vorfälle". Er ist das Herz der Stadt und Zeuge aller großen Ereignisse dieses und des vergangenen Jahrhunderts. Er kann bis zu einer Million Menschen fassen, was er zuletzt bei den Demonstrationen 1989 bewies.

An der Breitseite im Norden befindet sich das Tor des Himmlischen Friedens (Tian'anmen), die Südbegrenzung des Kaiserpalastes, von dem im Schnabel eines goldenen Phönix die kaiserlichen Edikte herabgelassen wurden, damit sie dem Volk verkündet werden konnten. Es wurde 1417 erbaut und 1651 erneuert. nach obenFünf Marmorbrücken führen über den "äußeren Goldsandbach" zu den fünf Durchgängen des Tores. Der mittlere war dem Kaiser vorbehalten, die rechts und links davon gelegenen den Prinzen.

Als Mao Zedong am 1. Oktober 1949 vom Balkon dieses 34 m hohen Tores die Volksrepublik China ausrief, knüpfte er an diese ehrwürdige Tradition an. Neben dem Großporträt des Vorsitzenden Mao Zedong prangt in chinesischen Schriftzeichen: "Lang lebe die Einheit der Völker der Welt!" Volksdenkmalund "Lang lebe die Volksrepublik China!"

Mitten auf dem Platz ragt das fast 40 Meter hohe Denkmal für die Volkshelden auf, eine quadratische Stele mit Inschriften Mao Zedongs und Zhou Enlais sowie Reliefs, die Szenen aus der Revolutionsgeschichte Chinas zeigen. Die Inschrift lautet: "Die Helden des Volkes sind unsterblich!"

Südlich davon, wie der Kaiserpalast auf der zentralen Nord-Süd-Achse der Stadt, steht das Mausoleum Maos, das letzte Zeichen seines unübertroffenen Personenkults, mit dem er sich selbst explizit in eine Reihe mit dem ersten Kaiser von China stellte. Ein größenwahnsinniger Menschenverachter, dessen Wachshülle dort in einer Glaskiste liegt. Fotografieren ist im Mausoleum verboten. Man reiht sich in die lange Besucherschlange ein und "pilgert" langsam am Glassarg vorbei.

Am Südende des Platzes liegt mit dem Qianmen, das heute zum Teil rekonstruiert ist, der Übergang zwischen Kaiserstadt und Wohnstadt für die Normalsterblichen. Oder anders ausgedrückt: Es verband die "Tatarenstadt" mit der "Chinesenstadt". Eine breite Allee führt nach Süden zum Himmelstempel .

Die Große Halle des Volkes ist das chinesische Parlament und liegt auf der westlichen Seite des Platzes des Himmlischen Friedens. Es ist eines der größten Parlamente der Welt mit mehreren tausend Abgeordneten.

Nur durch eine Straße getrennt, erhebt sich nördlich des Kaiserpalastes als geomantischer Schutz des Kaiserpalastes gegen unheilvolle Kräfte Kohlehügelder 60 m hohe Kohlenhügel. Ganz praktisch nahm die höchste Erhebung des kaiserlichen Peking Gestalt an, als hier das beim Aushub des Palastgrabens anfallende Erdreich aufgeschüttet wurde. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die "Verbotene Stadt". An einem der Akazienbäume soll sich 1644 der letzte Ming.-Kaiser "im Angesichte Hutongsseines Palastes" erhängt haben.

Die Hutongs sind verwinkelte Gassen mit einstöckigen Hofhäusern, in denen zu Kaisers Zeiten das „einfache Volk“ lebte. Heute steht ein Teil der Hutongs unter Denkmalschutz.nach oben Die renovierten Häuser und die alte Struktur mit den vielen, kleinen Geschäften und Cafés, sind bei Bewohnern und Besuchern zunehmend beliebt. Viele dieser alten Häuser mußten allerdings in letzter Zeit modernen Hochhäusern weichen.

 

So, 12.04. 1998

Im heutigen Besuchsprogramm stehen der Kaiserpalast und der Himmelstempel. Fast 600 Jahre alt ist der in der Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgeführte Palast, in dem die KaiserKaiserpalastder Ming-Dynastie und der Qing-Dynastie über das "Reich der Mitte" herrschten. 1406 verlegte dKaiserpalaster dritte Kaiser der Ming-Dynastie, Yongle, die Hauptstadt von Nanjing nach Peking und begann gleichzeitig mit der Planung des prächtigsten Palastes, den das Reich je gesehen hatte. Zehn Jahre dauerte die Beschaffung der Baumaterialien, vor allem des Holzes, meist das duftende und sehr harte nanmu aus dem Süden Chinas, das über Flüsse und extra gegrabene Kanäle nach Norden geflößt wurde. Die Anlage gliedert sich in 2 Teile: den südlichen "Äußeren Hof" für die offiziellen Anlässe und den nördlichen "Inneren Hof" für den Kaiser, seine Familie und seine Konkubinen. Im Palast lebten 14 Ming- und 10 Qing-Kaiser.

Der Erbauer, Kaiserpalastder dritte Mingkaiser, Yongle, beschäftigte für den Palastbau ungefähr 100 000 Handwerker und eine Million Zwangsarbeiter. "Verbotene Stadt", "Purpurne Stadt", "Palastmuseum" sind Synonyme für den größten und besterhaltenen Komplex von Gebäuden aus der Kaiserzeit, erbaut zwischen 1406 und 1420. Er bedeckt eine Fläche von über 720 000 m², erstreckt sich von Ost nach West über 753 m. Umgeben ist er von einer 10 m hohen Mauer und einem bis zu 52 m breiten Wassergraben.

Das intensive Braunrot aller Mauern und der meisten Gebäude, Kaiserpalastdas in der Literatur allgemein mit "Purpur" wiedergegeben wird, steht für den Polarstern. KaiserpalastWie der Polarstern unbeweglich steht und alle Gestirne um ihn kreisen, so lebte der Kaiser in seinem Palast. Scherzhaft hieß es, er habe "nur" 9999 und einen halben Raum, da allein der Himmel über 10 000 Räume verfüge. Heute sind die Palasthallen zum Museum umgebaut, in dem die Schätze des Palastes und der Kaiser gezeigt werden. Das heißt, ein winziger Ausschnitt davon, denn Kleidung, Möbel, Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände, Kunstwerke, religiöse Objekte und Geschenke aus aller Welt Himmelstempelgab es in einer unvorstellbaren Vielfalt und Kostbarkeit, daß unmöglich alles gezeigt werden könnte.

Im Süden von Peking liegt der Himmelstempel, eine riesige Sakralanlage aus dem Jahre 1420. Hier bestieg der Kaiser am Tag der Wintersonnenwende nach seinen Fasten- und Meditationszeremonien den Himmelsaltar und bat um eine reiche Ernte. Der Himmelstempel liegt in einem riesigen Areal mit alten Bäumen und einer üppigen Vegetation. Der Himmelstempel entstand zusammen mit dem Kaiserpalast. Die Halle des Ernteopfers nimmt Betrachter wegen ihrer perfekten Proportionen ein. Sie ist 38 m hoch und 30 m im Durchmesser, steht auf drei Terrassen und hat ein dreistufiges Dach.nach oben Die drei Dächer sind mit 50.000 blauen Glasurziegeln bedeckt und von einer goldenen Perle gekrönt. Zierliche Dekorationen sind auf den Balustraden zu sehen. Der Park des Himmelstempels hat in jeder Himmelsrichtung einen Zugang.