Paris Paris

Vom Montmartre zur Place de la Concorde

 

Fr, 02.05. 2008

Schon lange hatten wir uns vorgenommen, wieder einmal in die französische Hauptstadt zu fahren. Heute ist es soweit: Über das Internet hatten wir einen preiswerten Flug mit Air France gebucht (184 € / Person Hin- und Rückflug). Der Abflug ist pünktlich um 10.35 Uhr ab München, die Ankunft auf dem Charles de Gaulle Flughafen in Paris um 12.20 Uhr.

Von dort geht es problemlos mit dem Expresszug RER zum Gare du Nord (9.20 €/Person), von dort per Taxi zum Hotel. Die RER (Le Reseau Express Regional) ist - wie der Name schon sagt - eine Expressbahn, welche mit 5 Linien die Stadt durchquert und auf schnelle Weise eine Alternative zu Bus und Metro darstellt.

Unser ebenfalls über das Internet (HRS) gebuchte Hotel heißt Paris Hotel, 23 Rue Henri Monnier, 75009 Paris - 9. Arrondissement, weniger als drei Fußminuten von der Métro (Saint Georges oder Pigalle) entfernt, damit sehr verkehrsgünstig.

Das Hotel macht einen sehr guten, gepflegten, sauberen Eindruck, das gebuchte Zimmer mit Bad entspricht unseren Vorstellungen; es liegt ruhig zum Hinterhof. Das Frühstück ( im Preis inbegriffen )Hotel Paris ist reichlich und wird im Souterrain serviert. Alles in allem sind wir mit unserer Wahl zufrieden. Der Wettergott belohnt uns während des ganzen Aufenthaltes mit viel Sonnenschein und Wärme. Besser hätte es nicht sein können. Glück muss man eben auch haben!

Unser erster "Ausflug" an diesem Nachmittag führt uns zur Kathedrale Sacré Coeur und auf den Montmartre. Vom Hotel sind es nur gut 15 Minuten zu Fuß bis hierhin. Wir genießen den sonnigen Nachmittag, steigen die vielen Stufen zur Kathedrale hoch, machen anschließend einen Spaziergang durch Montmartre und erfrischen uns dort mit einem kühlen Getränk in einem Straßencafé. Eine Pizza in einem Restaurant auf dem Montmartre zu späterer Stunde schmeckt ebenfalls gut und wir freuen uns auf den nächsten Tag, an dem unser eigentliches Sightseeing-Programm startet.

 

Sa, 03.05. 2008

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück machen wir uns auf den Weg. Unser erstes Ziel ist nochmals Sacré Coeur und der Montmartre.

Die Basilique du Sacré-Cœur (Basilika vom Heiligen Herzen) ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche auf dem Hügel von Montmartre. Steile Straßen und sehr viele Treppen führen hinauf Sacre Coeurauf den Montmartrehügel, alternativ kann man noch den Funiculaire, die Drahtseilbahn benutzen, was für uns allerdings nicht in Frage kommt. Oben gibt es keine Metrostation, denn der Untergrund zwingt zur Vorsicht, der Berg ist angeblich durchlöchert und die Häuser lasten schwer auf den stillgelegten Stollen. Fast 100 mehr als 30 m tief in der Erde verankerte Pfeiler stützen die Kirche ab. Die Basilika gehört zu den charakteristischen Wahrzeichen der Stadt. Der Bau wurde 1877 begonnen, aber erst 1923 fertiggestellt. Der Architekt der Kirche, Paul Abadie, musste sich in einem Wettbewerb gegen 78 Mitbewerber durchsetzen. Sein Entwurf zeigt deutlich, wie sehr er durch die Architektur römisch-byzantinischer Kirchen wie der Hagia Sophia und des Markusdoms in Venedig inspiriert wurde. Durch die erhöhte Lage sind insbesondere die Treppen vor dem Gebäude bei allenPfeil nach oben beliebt, die die Aussicht über die Stadt genießen möchten. Leider ist deshalb auch die Anzahl der aufdringlichen Straßenhändler, Postkartenverkäufer und Taschendiebe im Umfeld der Kirche besonders groß.

Die Place du Tertre liegt ca. 200 m westlich von Sacré-Cœur und gilt als das Herz des StadtteilsPlace du Tertre Montmartre. Hier befinden sich zahlreiche Stände der Karikaturisten und Maler, die vor allem auf die Touristen als Kunden ausgerichtet sind. Die Bedingung für die Eröffnung eines Standes ist der Besitz einer Konzession, die als sehr begehrt und schwer zu erhalten gilt. In den Erdgeschossen der umliegenden Häuser befinden sich kleine Cafés und Restaurants. Die wunderbare Aussicht auf die Stadt rechtfertigt (?) vielleicht ein wenig die stark überzogenen Preise. Für eine halbe Maß Bier (1/2 Liter) 8 € oder ein normales Wasser 5 - 6 € zu verlangen finden wir schon happig!!

Von der Metrostation "Pigalle" können wir direkt bis "Charle de Gaulle Etoile" fahren und befinden uns unmittelbar am Arc de Triomphe und der Champs Elysées.

TriumpfbogenDer Triumphbogen befindet sich in der Mitte des "Place Charles de Gaulle" und wurde in den Jahren von 1806 bis 1836 zu Ehren der französischen Armee errichtet. Der große Napoleon gab dieses gigantische Bauwerk nach dem Sieg von Austerlitz 1806 in Auftrag. Heute werden hier die Gedenkfeiern zum Nationalfeiertag und die Paraden der französischen Armeen abgehalten. Unter dem Bogen liegt das Grabmal des unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg mit der täglich gewarteten „Ewigen Flamme der Erinnerung“ ("Flamme du Souvenir") in Gedenken an die Toten, die nie identifiziert wurden. Das ganze Jahr hindurch finden Kranzniederlegungen und Ehrungen statt, die ihren Höhepunkt in der Parade am 11. November finden, dem Jahrestag des Waffenstillstands zwischen Frankreich und Deutschland im Jahr 1918.

Der Triumphbogen ist 50 m hoch und 45 m breit. Der große Bogen hat eine Höhe von 29 m. 12 Avenuen treffen hier aufeinander und von der Terrasse haben wir einen fantastischen Ausblick auf Notre Dame, den Eiffelturm, Sacré Coeur, den Champs Elysées, Louvre und den Grande Arche im Stadtteil La Défense.

Avenue de CXhamps ElyseesDie Avenue des Champs-Élysées ist eine der großen Prachtstraßen von Paris und der Welt. Sie führt vom Place Charles de Gaulle bis zum Place de la Concorde. Die breiten Bürgersteige der AlleePfeil nach oben sind gesäumt von klangvollen Namen der Haute Couture (Pierre Cardin), Luxusboutiquen (Vuitton) und der Finanzwelt sowie von mondänen Restaurants. Aber auch Mc Donald treffen wir für das nicht so zahlungskräftige Publikum an. Auch hier sind die Preise "angeglichen"!!!!

Auf unserer Tour treffen wir alsbald auf das 1899 eröffnete Fouquet`s, das schon seit der Jahrhundertwende als Prominententreff diente. So finden sich im Eingangsbereich Bilder und Namen von Ettore Bugatti und Winston Churchill, Marlene Dietrich, Jean Gabin und Francois Truffaut.

Von hier machen wir einen kleinen Abstecher zur 12, avenue George V. Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht hier das Crazy Horse, ein Kabarett, das für Eleganz, Erotik und eine anspruchsvolle Show mit raffinierten Szenerien steht. Unter 200 € / Person kann man hier allerdings keinen Abend verbringen, wie die Info-Tafel am Eingang zeigt. Hinzu käme dann noch das Abendessen und die obligatorische Flasche Champagner. Na ja, zumindest von außen haben wir das Crazy Horse jetzt gesehen.

Unser Weg führt uns weiter auf der Champs Elysees bis zum Grand Palais, Petit Palais und zur Pont Alexandre III.

Das Grand Palais ist ein für die Weltausstellung im Jahr 1900 errichtetes Ausstellungsgebäude. EsGrand Palais stellt mit dem gegenüberliegenden Petit Palais und der benachbarten Pont Alexandre III ein bedeutendes Architekturensemble der Belle Époque dar, Pont Alexandrewie uns der Reise-Taschenbuch-Führer verrät. Nach unterschiedlichen Nutzungen dient es heute den staatlichen Museen als Galerie für Wechselausstellungen. Das Grand Palais steht an der Avenue Winston Churchill, welche die Avenue des Champs-Élysées mit dem Invalidendom verbindet.

Der Pont Alexandre III an der Esplanade des Invalides ist sicher die pompöseste Brücke von Paris. Die 115 m lange Brücke wurde als Zeichen der Französisch-Russischen Freundschaft im Neobarock errichtet und trägt den Namen des Zaren Alexander III. Die Errichtung begann 1897 und so wurde die Brücke noch rechtzeitig zur Weltausstellung im Jahre 1900 in Paris fertig. Sie verbindet den Invalidendom (linkes Seineufer) mit dem Grand und Petit Palais (rechtes Seineufer). Sie ist zusammen mit dem Glasdach des Grand Palais ein beliebtes Fotomotiv. Von hier haben wir auch einen guten Blick auf den Eiffelturm.

Nach einigen Erfrischungspausen, die wir an diesem sehr sonnigen, fast heißen Tag einlegen,Brunnenfigur kommen wir zum Schluss zur Place de La Concorde. Hier stand in der Französischen Revolution die Guillotine! Mehr als 1300 Bürger wurden hingerichtet, 1793 auch König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette, schließlich die Revolutionäre Robbespierre und Saint-Just. Alles in allem ein geschichtsträchtiger Ort!! Das Direktorium bereitete seinerzeit dem Grauen ein Ende und gab, um die nationale Einheit bestrebt, dem Platz seinen heutigen Namen.

Der knapp 23 m hohe und 230 Tonnen schwere Obelisk, den Louis Philippe 1831 als Geschenk von Ägypten erhielt, stammt aus dem Tempel von Pharao Ramses II. in Luxor. Allein der Transport nahm zur damaligen Zeit ganze 5 Jahre in Anspruch, zur Aufstellung sollen angeblich 200 000 Schaulustige geeilt sein. Bei unserem Besuch lässt sich ein fernöstliches Brautpaar vor dem Obelisken ablichten.

Den von den Temperaturen her sehr warmen Abend verbringen wir wieder auf der Place du Tertre Pfeil nach oben auf dem Montmartre. Das Angebot an hervorragenden kleinen, individuell ausgestatteten Restaurants ist überwältigend, die Atmosphäre einfach fantastisch. So etwas genießen wir in vollen Zügen. Der "Nachhauseweg" lässt sich bequem in ca. 15 Minuten bewältigen!