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Queen Charlotte Sound - Motuara - Picton


11.02. 2006

Wir verlassen unsere schoene Unterkunft Kina Colada und fahren auf dem HW 60 zurueck bis Richmond. Dort nehmen wir den HW 6, der uns zu unserem ersten Stopp, Havelock, einem kleinen nach einem britischen Kriegshelden benannten Ort am Mahau Sound fuehrt. Die Ortschaft wurde gegruendet zur Versorgung der Goldgraeber, die etwas weiter westlich arbeiteten. Heute leben die Einwohner vor allem von der Aquakultur (vor allem Muscheln) in den verzweigten Armen der Marlborough Sounds. Da wir gerade zur Mittagszeit dort sind, lassen wir uns ein Essen bei den Rutherford"Mussel Boys" nicht entgehen. Beruehmtheit erlangte Havelock, weil hier der Atomphysiker Ernest Rutherford und der Raketentechniker William Pickering zur Schule gingen. Rutherford gilt als der Vater der Atomphysik; seine bahnbrechende Leistung, mit der sich unsere Schueler noch heute auseinandersetzen muessen, war das Erkennen der Radioaktivitaet als Zerfallsserscheinung von Elementen. Sein Konterfei ist in jedem Physikbuch zu finden.

Kurz hinter Havelock verlassen wir den HW 6 und gelangen auf den Queen Charlotte Drive, der uns nachTirimona HouseAnakiwa bringt, unserer naechsten Bed -and Breakfast-Unterkunft. Brian, Jan-Marie und Pepsi, der Pudel, begruessen uns sehr herzlich, bieten gleich Tee und Plaetzchen an und zeigen uns ihr Haus und unser Zimmer. Diese Unterkunft stellt sich als "Homestay" dar. Die Gaeste teilen das Haus mit ihren Gastgebern. Kuehlschrank, Kueche und Wohnzimmer, ja sogar der PC im Buero koennen von allen Gaesten nach Wunsch genutzt werden. "Arrived as guests, leave as friends" heisst das Motto und "a home away from home". Die Hausherrin bietet Blick vom Balkonsogar Abendessen an (gegen Bezahlung / 35NZD pro Person), was wir am zweiten Abend auch annehmen. Um es hier schon vorwegzunehmen: Es ist ein 3-Gaenge Menue incl. aller Getraenke und seinen Preis wert! Vorzueglich!! Besonders hervorzuheben ist die nette Atmosphaere. Wir sitzen gemeinsam mit den Gastgebern und zwei anderen Ehepaaren aus England an einem grossen Tisch, geniessen nicht nur das Essen sondern auch die angenehm-lustige Unterhaltung und sitzen bis in den spaeten Abend zusammen. Das Breakfast, das schon im Preis enthalten ist, laesst ebenfalls nichts zu wuenschen uebrig!

Anakiwa liegt am Queen Charlotte Sound. Der Ort ist das Ende (oder auch der Anfang) des 67 km laQueen Charlotte Soundngen Queen Charlotte Walkway, der vom Dorf ueber die Bergkaemme der Kenepuru Halbinsel und durch subtropischen Regenwald zur malerischen Ship Cove am noerdlichsten Ende der Landzunge fuehrt. Wir wandern aber nicht auf diesem Weg, sondern fahren auf dem 17 km langen Queen Charlotte Drive zwischen Picton und Havelock. Wir benutzen diese sehr schmale und extrem kurvenreiche Strasse zur Fahrt nach Picton, um uns dort schon einmal am Hafen fuer eine fuer den naechsten Tag geplante Scenic Tour auf dem Sound kundig zu machen. Ausserdem wollen wir uns auch schon einmal die Anlegestelle der Faehre nach Wellington ansehen und herausfinden, wo unser Mietwagen, der bei Budget angemietet ist, abzugeben ist. Auf der Nordinsel bekommt man ein neues Fahrzeug.

Picton ist ein kleines, sehr gepflegtes Staedtchen. Hier legen die zwischen der Nord- und der Suedinsel verkehrenden Faehrschiffe an. In unserem Fall ist es das Faehrschiff "Interislander". Wir schlendern Pictonam Hafen entlang. Die vielen Boote im Yachthafen zeigen, dass Picton ein beliebter Ferienort ist. An der Anlegestelle der "Dolphin Watch Ecotours" entscheiden wir uns fuer eine "Scenic Wildlife Cruise". Wir kaufen aber noch keine Karten, da wir bei dem nicht gerade billigen Preis ( 75 NZD / pro Person ) die Wetterlage des morgigen Tages abwarten wollen. Ausserdem hat unsere Gastfamilie angeboten, Reservierungen vorzunehmen. Also geht das auch noch morgen frueh.


12.02. 2006

Heute morgen begrüßt uns strahlender Sonnenschein. Die "Wildlife Cruise" kann gebucht werden. Das erledigen Brian und Jan. Doch bevor es losgeht, genießen wir ein ausgezeichnetes Frühstück. Brian ist hierfür verantwortlich und er gibt sich sehr viel Mühe und läßt es an nichts fehlen. Wir haben Scenic wild life cruisenoch etwas Zeit, da die Tour erst um 13.00 beginnt. Wir machen einen kleinen Spaziergang entlang des Queen Charlotte Sound bis zum Beginn des Queen Charlortte Walkways. Danach geht es auf der kurvenreichen Straße nach Picton, wo wir pünktlich um 13.00 Uhr den Katamaran besteigen. Ziel ist Motuara Island. Um dieses Ziel zu erreichen, durchfahren wir den ganzen Queen Charlotte Sound. Unterwegs begegnen uns Kormorane ("spotted shags"), Seelöwen und vor allem zahlreiche Delphine. Sie werden "hector's dolphins" genannt. Diese Gattung der Delphine findet man nur in Neuseeland. Sie sind die kleinsten Delphine, die es gibt. Die bedrohte Tierart, deren Population auf nur wenige Tausend geschätzt wird, reagiert sehr empfindlich auf die chemische Verschmutzung der Gewässer. Die Tiere leben relativ dicht an der Küste und finden sich immer in kleinen Gruppen bis zu 12 Tieren.

Motuara Island, das Ziel der Cruise, ist ein Vogelschutzgebiet, "bird sanctuary". Hier darf man an Land gehen und kann auf einem kleinen Spaziergang die Vogelwelt erkunden. Absolute Voraussetzung ist allerdings, dass alle Teilnehmer sich möglichst still verhalten, was nicht der Fall ist. So sehen wir "lediglich" ein Rotkehlchen, "robin". "On top of the hill" steht ein Gedenkstein. Captain James Cook nahm im Jahre 1770 genau an dieser Stelle Neuseeland für die englische Krone in Besitz. Von hier oben hat man einen phantastischen Blick auf die "Cook Strait", die Nord- und Südinsel trennt. An klaren Tagen sieht man von hier aus die Nordinsel. Zur allgemeinen Überraschung sehen wir auf dem Rückweg zum Katamaran nach einem Hinweis des Bootsführers unter dem Landesteg einen jungen Blaupinguin. Nach rund 4-stündiger Fahrt geht dieser schöne Ausflug zu Ende.


13.02. 2006

Heute sind die einzigen Programmpunkte das Abgeben des Mietwagens in Picton und die Ueberfahrt zur Nordinsel nach Wellington. Gegen 10.00 Uhr verabschieden wir uns von unseren Gastgebern und fahren noch einmal die kurvenreiche Strecke nach Picton. Dort bummmeln wir durch das Staedtchen, kaufen ein paar Souvenirs und erfrischen uns bei strahlendem Sonnenschein in einem Strassencafe an einer Tasse Tee und einem kleinen Sandwich. Das Abgeben des Mietwagens geht problemlos vonstatten, ebenso das "boarding" auf der Interislander. Bei der Abgabe des Gepaecks muss man angeben, dass man in Wellington einen neuen Mietwagen bekommt. So erhalten unsere Koffer den Aufkleber "Priority Luggage". In Wellington soll das Gepaeck sofort zum Terminal, an dem auch alle Mietwagenfirmen ihr Buero haben, weitergeleitet werden.

Die Ueberfahrt verlaeuft ruhig und nach 3 Stunden sehen wir schon den Hafen von Wellington. An der Anlegestelle steht ein Shuttlebus bereit, der die Reisenden zu den Bueros der Mietwagenfirmen bringen soll. Das weitere Procedere verlaeuft allerdings nicht nach unserem Geschmack. Der erste Shuttlebus ist bereits voll, als wir ankommen. Es ist gerade rush-hour und der Bus kommt nicht von der Stelle. Zusammen mit anderen Reisenden stehen wir sage und schreibe fast 50 Minuten bei 30 Grad Hitze in der Sonne und warten auf die Rueckkehr des Busses. Dann brauchen wir noch einmal mindestens 30 Minuten bis wir an Ort und Stelle sind. Unser Gepaeck ist da, am Budget-Schalter haben wir nur einen Vordermann. Doch der Angestellte scheint nicht der schnellste zu sein. Wir warten nochmals 45 (!!) Minuten, dann sind wir an der Reihe und koennen den neuen Mietwagen in Empfang nehmen.

Die naechste Ueberraschung folgt gleich: Auf der Suedinsel hatten wir einen Holden Commodore Executive, das gesamte Gepaeck passte in den Kofferraum; jetzt werden wir ohne Aufpreis "geupgraded" und erhalten einen Mitsubishi 380 LS, mit dem Erfolg, dass trotz des groesseren und noch feudaleren Autos die Koffer plus Handgepaeck nicht mehr in den Kofferraum passen. Also kein Vorteil: groesseres Auto, hoeherer Spritverbrauch, kleinerer Kofferraum. Unser Entschluss steht fest: Bei zukuenftigen Reisen werden nur noch Vans angemietet, wie wir das auch von zu Hause gewohnt sind. Dennoch muss man ehrlicherweise zugeben, dass die neue "Kiste" sehr bequem ist. Gegen 19.00 Uhr sind wir im Hotel, das Auto ist in der Tiefgarage geparkt und wir sind einigermassen geschafft, dennoch aber froh, dass alles gut gegangen ist. Ein ausgezeichnetes Dinner laesst uns die Erschoepfung schnell vergessen.