Christchurch - Te Anau - Milford Sound
25.01.2006 Es geht los!
Heute soll unsere große Reise beginnen, zunächst mit einem Stopp-Over in Dubai und von dort dann am 28.01. 2006 weiter nach Christchurch. Um 18.23 Uhr nehmen wir die S-Bahn zum Flughafen München. Abflug mit den "Emirates" soll um 21.45 Uhr sein. Der verzögert sich zunächst um eine halbe Stunde, da die Maschine wegen der extrem kalten Temperaturen in München zuerst enteist werden muß. Doch dann gibt es grünes Licht vom Tower und wir erhalten Starterlaubnis.
Trotz des verspäteten Abflugs landen wir pünktlich um 6.45 Uhr Ortszeit in Dubai (+3 Std. zur MEZ) auf dem International Airport. Das Auschecken geht sehr rasch vonstatten und nach erfolgter Passkontrolle erwartet uns auch schon eine Dame von Arabian Adventures, versorgt uns mit den nötigen Informationen für unseren zweitägigen Aufenthalt und ordert umgehend ein Taxi, welches uns ins Stadtzentrum zum Landmark Hotel bringt. Wir sind angenehm überrascht von dem freundlichen Service und dem reibungslosen Transfer zum Hotel. Dort kommen wir gegen 8.00 Uhr an und dürfen nach einer kurzen Kaffeepause auch schon gegen 9.00 Uhr entgegen internationaler Gepflogenheit unser Zimmer beziehen, was wir sehr begrüßen, da uns nun noch der ganze Tag zur Verfügung steht.
Unseren zweitägigen Dubai-Aufenthalt (siehe hier) dokumentieren wir auf gesonderten Seiten. Am 28.01.2006 werden wir wieder genauso zuverlässig um 7.20 Uhr vom Hotel abgeholt und zum Flugplatz gebracht. Der Flug EK 412 nach Christchurch ist für 10.10 Uhr angesetzt und verläuft in zwei Etappen: Zunächst steht uns das längste Teilstück, nämlich Dubai - Sydney bevor. Das dauert genau 13 Std. 55Minuten. In Sydney sind es um diese Zeit 6.30 Uhr.
Weiter geht es um 8.30 Uhr und nach weiteren 2 Std. 45 Minuten landen wir am Sonntag, dem 29. Januar um 13.30 Uhr Ortszeit bei strahlendem Sonnenschein in Christchurch. Hier beginnt unsere Reise durch Neuseeland.




"Haere mai aotearoa" - " Willkommen im Land der langen weißen Wolke", so begrüßen Maori ihre Gäste. Dass diese Worte aber nicht nur aus Höflichkeit angebracht werden, werden wir bald erfahren. "Kiwis", wie die Neuseeländer nicht nur einen Vogel und eine Frucht, sondern auch sich selbst nennen, sind ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und bereit, ihr faszinierendes Land dem Besucher zu zeigen. Aotearoa heißt "Ankunft", Ankunft nach einer langen Reise über weite Meere, so wie es die Polynesier vor rund 1000 Jahren taten. Nur die Verkehrsmittel haben sich über die Epochen verändert. Für die Ureinwohner bedeutete eine Wolke in weiter Ferne auf hoher See eines der ersten Anzeichen von Land. Meist war es eine kleine Insel. Eine lange weiße Wolke war demnach etwas ga
nz Besonderes, etwas Größeres und Vielversprechenderes. Natur pur in unendlicher Schönheit bei fast immer traumhaftem Wetter, so erlebten wir während unserer Reise das "schönste Ende der Welt"!
Hier sieht man die gewählte Route auf der Südinsel >>>
29./ 30.01.2006
Nach der Ankunft am Flughafen geht es per Taxi für 31 NZD zum Cotswold Hotel, einem Scenic Circle Hotel, wo dann alsbald eine Erfrischung und eine Tasse Tee recht gut tun. Danach brechen wir schon schon zu Fuß vom Hotel aus zur ersten Erkundung Richtung Stadtzentrum auf.
Christchurch ist das Hauptzentrum der Region Canterbury und gilt als die "englischste" Stadt Neuseelands. Es ist gleichzeitig die drittgrößte Stadt des Landes. Im Zentrum liegt der Cathedral Square, von den Einheimischen kurz "The Square" genannt. Er ist der zentrale Treffpunkt. Die Haupteinkaufsstraße, Colombo Street, kreuzt den Platz in Nord-Süd-Richtung. In den Platz hinein ragt die anglikanische Kirche "Christchurch Cathedral". Sie war Mittelpunkt der frühen anglikanischen Siedler, die 1864 mit dem Bau der Kathedrale begannen. Im Innern des monumentalen Gotteshauses wird die Geschichte der anglika
nischen Kirche und ihrer Bischöfe bildlich dargestellt.
Auf dem Platz vor der Kirche treten oft Straßenkünstler und Straßenmusikanten auf. Um die Mittagzeit be
arbeiten streitbare Redner lautstark ihr Publikum. Der bekannteste Redekünstler ist "The Wizard", der schon seit 20 Jahren hier auftritt und auch von der Stadt bezahlt wird. Leider bekommen wir ihn nicht zu Gesicht. Stattdessen machen wir Bekanntschaft mit dem "Town Cryer", der täglich in roter Uniform von einer Papierrolle das aktuelle Veranstaltungsprogramm abliest. Auch er wird, wie er uns erzählt, von der Stadt bezahlt.
Den englischen Charakter der Stadt haben die ersten Siedler geprägt, was sich sehr leicht an der Architektur der Altstadt mit ihren neugotischen Steingebäuden erkennen läßt. Christchurch ist mit der "University of Canterbury" und der neueren "Linclon University" Universitätsstadt.
Mitten durch Christchurch fließt sehr malerisch der Avon River. Kähne, die sogenannten "Punts" werden von weißgekleideten Gondolieren den Fluß entlanggefahren. Eine Anlegestelle der Punts ist an der Brücke der Worcester Street, wo auch diese Aufnahme entstand.
Am ehemaligen Marktplatz treffen wir auf eine imposante Statue
von Captain James Cook. Wir werden dem Captain auf unserer Reise noch öfter begegnen!
Stadtbesichtigungen sind in der Regel immer strapaziös, besonders dann, wenn es sehr warm ist. So tut uns denn ein Spaziergang durch den botanischen Garten sehr gut.
Er ist durch seine Sammlung exotischer und in Neuseeland heimischer Pflanzen weithin bekannt. Der Zeitpunkt unserer Reise scheint gut gewählt zu sein, denn alles steht in voller Blüte. Draußen vor dem Garten treffen wir auch auf skateboard-fahrende Kinder. Auf Nachfrage bestätigen sie, dass dies ihr letzter Ferientag ist. Morgen soll die Schule nach der langen Sommerpause wieder anfangen. Na ja, damit hat Anita ja nichts mehr zu tun!
Abschluss
unserer Christchurch-Besichtigungstour ist ein Ausflug mit der Mount Cavendish Gondola zum Gipfelhaus der 445 m hohen Port Hills. Hier haben wir eine phantastische Aussicht, leider nicht auf Christchurch, da sich vom Meer her Wolken über die Stadt gelegt haben, sondern auf Lyttelton Harbour, das ursprünglich von den Siedlern als Zentrum für die Besiedlu
ng der Südinsel gedacht war und südlich von Christchurch liegt. Mangels Ausbreitungsmöglichkeiten entschied man sich dann aber doch für die andere Seite der Hügel, wo schließlich das heutige Christchurch entstand.
31.01.2006
Heute beenden wir unseren Aufenthalt in Christchurch und beginnen unsere Rundreise mit der Fahrt nach Twizel. Wir nehmen den HW 1 bis Geraldine, von dort den HW 79. Erste
s Tagesziel ist der Lake Tekapo. Der See liegt in einer Höhe von 710 m vor der imposanten Bergkulisse der Southern Alps. Unweit der Ortschaft Tekapo steht am
Seeufer ein bekanntes Fotomotiv, die pittoreske "Church of Good Shepard", die 1935 aus Stein und Eichenholz erbaut wurde "to the glory of God and in memory of the pioneers of Mackenzie County".
Auf der Weiterfahrt biegen wir kurz vor Twizel auf den HW 80, der am Lake Pukaki entlang führt und uns direkt zum höchsten Berg Neuseelands, dem 3754 m hohen Mt. Cook im gleichnamigen Nationalpark bringt. Mt. Cook Village ist der Ausgangspunkt für Helikopterflüge und Touren in die Hochgebirgsslandschaft. Bei unserer Anfahrt hat sich leider der Mt. Cook in Wolken gehüllt, so dass ein Rundflug sinnlos erscheint. Wir schauen uns eingehend im Mt.Cook Village um, genehmigen uns noch einen Drink im Restaurant und warten geduldig ab, ob sich der Berg in seiner vollen Schönheit nicht doch noch zeigt. Im Visitor Center erzählt man uns, dass sich das Wetter hier stündlich ändern kann. Nach 2-stündiger Wartezeit werden wir belohnt!!
01. / 02.02.2006
Heute geht es von Twizel aus zurück auf dem HW 8 bis Omarama, von dort auf dem HW 83 Richtung Oamaru. Dieser Ort liegt bereits am HW 1 Richtung Dunedin, unserem Etappenziel. Unterwegs begegnen wir einer ganzen Reihe von Oldtimern, die an einer Rallye von Dune
din nach Brighton teilgenommen hatten. Oldtimern werden wir in Neuseeland noch öfter begegnen. Die schönsten Fotos haben wir in einer kleinen Oldtimer-Galerie zusammengestellt.
Eine Attraktion auf dem Weg nach Dunedin sind die Moeraki Boulders. Ein schön angelegter Fußweg führt hinab zum Strand. Die "Steinbälle" haben einen Durchmesser von bis zu 4 Metern, sind mit Muscheln übersät und zum Teil schon aufgebrochen. Die Maori deuten sie als Wasser- und Verpflegungskörbe des legendären, am nahen Shag Point gekenterten Expeditionskanus "Arai-ti-uru". Die Moeraki Boulders sind ein idealer Spielplatz für Kinder!
Dunedin, die zweitgrößte Stadt der Südinsel, hat uns sehr gut gefallen. Sie war während der Goldrauschperiode Ende des 19. Jahrhunderts kurze Zeit die größte Stadt Neuseelands und der erste Ort, an dem eine Universität gegründet wurde. Viele historische Gebäude künden noch heute vom Glanz vergangenener Zeiten. Die Stadt wurde von schottischen Siedlern gegründet. Dunedin ist der keltische Name für Edinburgh. So schmückt sich die Stadt gerne mit dem Attri
but "Edinburgh des Südens". In Dunedin liegt alles Sehenswerte sehr zentral. "The Octagon" ist der Stadtkern, im Achteck verlaufende Straßen umschließen einen Park. Am Octagon liegen das Rathaus, die St. Paul's Cathedral und das Denkmal des Dichters Robert Burns, dessen Neffe Thomas Burns zu den Stadtgründern zählt. Sehenswert sind die alten Bürgerhäuser in der Stuart Street, die den Wohlstand der Stadt repräsentieren und natürlich der imposante Bahnhof.
Mit der Otago Peninsula wird Dunedin seinem zweiten Werbe-Attribut "Wildlife Capital" gerecht. An der Nordspitze, Taiaroa Head genannt, liegt ein Brutplatz von Königsalbatrossen. Die gut 20 NZD EIntritt pro Person für die Albatrosskolonie sparen wir uns allerdings und und beobachten mit etwas Glück die Vögel-Jumbos oberhalb des Parkplatzes direkt an der steilen Küste, da sie hier ihre Einflugschneise in ihre Kolonie haben. Ein empfehlenswerter Tipp für's Abendessen in Dunedin sei noch angegeben: "stone-grilled lamb".
Nordwestlich der Dunedin Art Gallery liegt der Bracken's Lookout, der einen schönen Blick auf die S
tadt erlaubt und den Ausflug wert ist. Thomas Bracken war Dichter und Politiker. Er starb 1898.Von ihm stammt der Text der neusee
ländischen Nationalhymne "God defend New Zealand".
Wir fahren weiter auf die Otago Halbinsel. Die kurvenreiche Strecke bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die Stadt. Larnach Castle ist unser nächstes Ziel. Dieses Schloss wurde von einem exzentrischen Bankier 1871 erbaut. Es kostete damals die horrende Summe von 150.000 englischen Pfund. William Larnach konnte sich aber nicht lange an seinem Besitz erfreuen. Nach dem Zusammenbruch seiner Bank beging er Selbstmord. Das Anwesen wurde zwischenzeitlich mehrfach verkauft. Heute ist es in gepflegtem Zustand und man kann dort übernachten und für Festivitäten die entsprechenden Räume anmieten.
Eine weitere Attraktion auf der Otago Halbinsel sind die Gelbaugenpinguine, die nur in Neuseeland vorkommen. Eine um 21.00 Uhr avisierte Tour zu den Pinguinen ist bereits ausgebucht. Der Veranstalter ist so ehrlich und teilt uns mit, dass eine solche Tour im Augenblick nicht allzu viel bietet, da nur sehr wenige "mausgraue Junge" da sind. Also kaufen wir uns lediglich ein Video, damit wir die Tiere wenigstens im Film bewundern können.
03.02.2006
Die heutige Etappe führt uns nach Te Anau am gleichnamigen See Lake Te Anau. Wir fahren auf dem HW1 bis Balclutha, das Mittelpunktsort eines wohlhabenden Schafweidegbietes ist. Wir folgen dem HW
1 weiter nach Gore. Gore lebt von der Schafszucht und vom Weizenanbau. Das größte Ereignis ist hier die alljährliche Schafschurmeisterschaft von Southland. Ab Gore folgen wir dem HW 94 bis Te Anau. Te Anau wird allgemein als das Tor zum Fjordland beschrieben und nennt sich folglich "The Walking Capital of the World"! Der Ort ist gepflegt, sauber und übersichtlich. Interessant: 22 Motels, 5 Hotels und 8 Motor Parks und Lodges hat der kleine Ort aufzuweisen. In Te Anau sollte man sich einen Besuch der Glühwürmchenhöhlen nicht entgehen lassen. Wir hatten diese Attraktion bereits ein gutes halbes Jahr vor Reiseantritt via Internet gebucht, was sich an Ort und Stelle als gut erweist, denn der Andrang ist riesig und nicht alle Teilnehmer bekommen noch Tickets. Die ganze Veranstaltung dauert gut 2,5 Stunden, davon fährt man jeweils 1/2 Stunde per Boot zu den Höhlen und wieder zurück, da sie nur über den See zugänglich sind. In den Höhlen darf nicht fotografiert werden. Vorbereitet durch eine gute Dia-Einführung fahren wir mit einem Boot zu einem interirdischen Wasserfall und von dort mit einem zweiten Boot zur wunderbaren Grotte mit den Glühwürmchen. Es sind eigentli
ch Insektenlarven, die mit ihren leuchtenden Fangfäden Beute anlocken. Es ist stockdunkel, nur die Glühfäden leuchten wie Sterne am Himmel. Sehr beeindruckend! Nach Beendigung der Tour gibt es im "Cave Center" auf Wunsch noch eine Tasse Tee oder Kaffee und die gesamte Gruppewird wieder per Boot zurück nach Te Anau gebracht.
Der heutige Tag, der 4. Februar, ist ganz dem Besuch des Milford Sounds gewidmet. W
ir fahren über die 120 km lange herrliche Bergstraße, die "Milford Road" über Te Anau Downs vorbei am Mirror und Gun Lake bis zum Milford Sound. Diese Straße zählt zu den Traumstraßen der Welt. Auf beiden Seiten der Straße ist die Landschaft in kühlgemäßigten Regenwald gehüllt, der wie ein dichter Dschungel aussieht. Die dominiernde Baumart ist hier die Südbuche Silver Beech, die die feuchten Bedingungen im Fjordland bevorzugt. Von Milford aus werden Bootsausflüge auf den Fjord angeboten. Diese Touren dauern 2,5 Stunden. Bei "real journeys" hatten wir ebenfalls via Internet von zu Hause aus eine solche Bootsfahrt gebucht, in der Hoffnung, einen wettermäßig guten Tag zu erwischen. Man bedenke nämlich, dass die Gegend um den Milford Sound zu den regenreichsten Gegenden der Welt zählt. 6 m (!) Niederschlag im Jahr sagt alles. Um es kurz zu machen: der Wettergott ist auf unserer Seite, die Bootsfahrt beginnt um 13.00 Uhr und der Kapitän bestätigt, dass es einer jener Ausnahmetage im Jahr ist, die wunschlos glücklich und die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Und so ist es dann auch!
