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Waitangi - Kauri Coast - Auckland


24.02. 2006

Unser angekündigtes "adventurous eco Belgian-Pacific breakfast" besteht aus einem Obstteller mit Melonen, Ananas, Orangen und Trauben. Danach folgt ein Omelett mit Schinken und Tomaten sowie Toast mit Butter und Marmelade. Dazu werden "eco"-Kaffee ( was immer man auch unter "eco" versteht) und Tee mit "eco" Honig gereicht. Alles ist sehr kreativ zubereitet; das Auge ißt ja bekanntlich mit und es schmeckt sehr gut. Dass es allerdings derart umwerfend sein soll, können wir nicht bestätigen. Eher ein wenig über "normal" mit einem Hauch von künstlerischer Komposition.

Das Wetter ist ausgezeichnet und über unsere Gastgeber haben wir eine Cruise durch die Bay of Islands zu dem "Hole in the Rocks" und "Cape Brett" gebucht. Diese Tour beginnt um 13.30 Uhr. So nutzen wir nach dem "adventurous breakfast" die Zeit, um 3 km südlich von Kerikeri die Rainbow Falls zu besuchen. Sie sind unserer Meinung nach aber nicht so spektakulär wie im Reiseführer angegeben. Auch das über einem terrassierten Hügel über der Bucht liegende befestigte Maori-Dorf Kororipo Pa ist enttäuschend. Von hier startete der Maoriführer Hongi Hika zu seinen Raubzügen und Überfällen bis nach Wellington.

Etwa 2 km nördlich von Paihia und über eine Brücke erreichbar liegt der Ort Waitangi. Hat man Treaty Housedie Brücke über den Waitangi River überquert, beginnt der Waitangi National Reserve Park, eine nationale Gedenkstätte, die ihre Bedeutung durch den Vertrag von Waitangi erhält. Mit der Unterzeichnung dieses Vertrages übertrugen die Maori-Häuptlinge ihre Hoheitsrechte der britschen Krone. Dafür wurden ihnen die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über ihre Ländereien und die gleichen staatsbürgerlichen Rechte wie Bürgern des Vereinigten Königreiches zugesichert. Auf dem Gelände gibt es drei Hauptsehenswürdigkeiten, sieht man einmal vom Visitor Center ab: Das Treaty House gilt als Wiege der europäischen Geschichte Neuseelands. Hier wurde am 6. Februar 1840 der Vertrag unterzeichnet. Das Haus ist heute Gedenkstätte und Museum zugleich. Maori Kanu

In der Nähe des Treaty House steht die zweite Sehenswürdigkeit, das "Whare Runanga", ein Maori-VMaori Versammlungshausersammlunghaus, das 1940 zur Hundertjahrfeier des Vertrages von Waitangi fertig gestellt wurde. Im Gegensatz zu anderen Maori-Versammlunghäusern ist es nicht das Werk eines einzelnen, sondern aller Stämme. Die kunstvollen Schnitzereien repräsentieren Mythen und Geschichte der wichtigsten Maori-Stämme.

Über einen Pfad gelangt man zur dritten Sehenswürdigkeit, dem Kanuhaus, in dem das Kriegskanu "Ngatoki Matawhaorua" untergebracht ist. Mit 36 m Länge und 2 m Breite ist es vermutlich das größte Maori-Kriegskanu, das je gebaut wurde. Es braucht eine Mannschaft von 76 Ruderern. Früher wurde dieses Kanu am "New Zealand Day" (6. Februar) zur Erinnerung an die Vertragsunterzeichnung zu Wasser gelassen. Nachdem jedoch 1995 Demonstranten den Generalgouverneur bei dieser Zeremonie angespuckt hatten, verfügte der Premierminister, dass zukünftig eine bescheidene Feier in den Parliament Gardens in Wellington genüge!

Pünktlich uHole in the Rockm 13.30 Uhr legen wir am Hafen von Paihia ab zur 4-stündigen Fahrt mit dem Veranstalter "Fullers" durch die Bay of Islands. Romantisch ist das Inselgewirr der Bay of Islands, bei schönem Wetter, so wie wir es hatten, einfach traumhaft. Unter der fachkundigen Erklärung des Käpitäns kreuzen wir zwischen Inseln, deren Namen fast unaussprechlich sind: Motuarohia, Moturua oder Motukiekie. Auf dem Rückweg wird eine Pause auf der Insel Urupukapuka eingelegt. Höhepunkt der ganzen Fahrt ist Motukokako Island mit dem "Hole in the Rock". Läßt die Brandung es zu, können Wagemutige sogar auch durch das "Hole in the Rock" fahren.

 

25.02. 2006

Heute verlassen wir die "Villa Maria" bzw. die "Villa Lautrec" nach einem weiteren "adventurous breakfast". Am Frühstückstisch lernen wir per Zufall ein Ehepaar kennen, das Riesen Kauri Baumebenfalls aus Gauting stammt, nur wenige Straßen von uns entfernt. Auch sie haben über "Australia Plus" gebucht. So klein ist die Welt! Vielleicht sieht man sich ja in der Hofpfisterei beim Semmeleinkauf wieder! Unsere letzte Etappe soll uns nach dem Endpunkt der Reise, Auckland, bringen. Erster Stopp auf deSand Dunesm HW 12 ist der Ort Pakanae an der Kauri Coast. Hier machen wir einen Abstecher zu den "Sand Dunes". Danach geht es gleich weiter Richtung Waipua Forest, wo es die hohen Kauri-Bäume zu bestaunen gilt. Der Waipua Forest ist ca. 90 km² groß und stellt einen Überrest der Wälder dar, die vor Ankunft der Weißen das ganze Nordland bedeckt hatten. Ein bequemer, ca. 100 m langer Pfad führt zu "Tane Mahuta", dem "Gott der Wälder". Diesen Ehrennamen erhielt Neuseelands größter, 1200 Jahre alter, 50 m hoher und mit 14 m Stammumfang bekanntester Kauri-Riese.

Skyline AucklandDank einer guten Beschreibung in einem Information Center finden wir uns am späten Nachmittag schnell in Auckland zurecht. Wir nehmen wie angeraten auf dem Motorway 1 von Norden kommend nach Überquerung der Harbour Bridge die Ausfahrt Fanshawe Street und gelangen von dort alsbald zur Hobson Street, an der das President Plaza liegt. Es gelingt uns sogar noch, vor 17.00 Uhr unseren Mietwagen bei Budget abzugeben. Den brauchen wir morgen in der Stadt nicht mehr und haben uns zudem den Preis für die Tiefgarage gespart. Die Abgabezeit 09.00 Uhr hat uns sowieso gestört. Am ersten Abend in Auckland machen wir einen gemütlichen Spaziergang zur Ferry-Station und zum Hafen, wo wir auf ADAC-Empfehlung ein gutes Fischrestaurant zum Abendessen finden.

 

26.02.2006

Auckland, das den Beinamen "City of Sails" trägt, ist die einzige Metropole und größter Ballungsraum des gesamten Landes. Wellington als Hauptstadt wirkt dagegen provinzlerisch. Im Ballungsraum Auckland leben 1,3 Millionen Menschen und damit mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung Neuseelands. Fast 20 Prozent der Aucklander sind Maori oder EinwandererDevenport aus dem Südpazifik. Damit ist Auckland die größte polynesische Stadt der Welt! Wir wollen als erstes einen Blick auf die Skyline von Auckland haben. Deshalb beginnen wir unsere Sightseeingtour mit einer Fährfahrt von der Ferry Station nach Devenport. Devenport, auf dem sogenannten "Northland" gelegen, ist ein vornehmer Wohnvorort mit eleganten Villen und gepflegten Gärten. Halbstündlich ist er mit der Fähre in fünfzehn Minuten erreichbar. Hier herrscht absolute Urlaubsatmosphäre mit Yachthafen, Strandpromenade und teuren Boutiquen. Um eine optimale Sicht auf die Skyline Aucklands zu haben, erklimmen wir den 80 m hohen Victoria Peak, einen ehemaligen Vulkankegel. Die Aussicht ist grandios, obwohl uns am letzten Tag die Sonne nicht verwöhntSkytower bei Nacht.

Kurz nach Mittag nehmen wir die Fähre zurück nach Auckland. Vom Ferry Building aus bummeln wir über die Queen- und Victoria Street zum Skycenter mit dem Skytower. Die Queen Street ist die geschäftige Hauptschlagader und Prachstraße. Wir sehen viele kolonialzeitliche Repräsentativbauten, Jugendstilhäuser, Art-Deco-Bauten, aber auch moderne Glaspaläste. In einem dieser Glaspaläste entdecken wir ein Büro von Emirates. Wir nutzen die Gelegenheit und lassen unseren morgigen Rückflug bestätigen. Die 328 m hohe Betonnadel des Sky Tower ist das Wahrzeichen Aucklands. Abends können wir vom Hotelbalkon aus das in grün und lila angestrahlte Bauwerk bewundern. Wir fahren bis auf die höchste Aussichtsplattform, genehmigen uns in der Lobby des dortigen Restaurants einen Drink und genießen den Ausblick. Der Skytower bietet auch Nervenkitzel pur: "Sky Jump" heißt hier das Non-plus-ultra des gewöhnlichen Bungee-Jumpings. Wir erleben zwei Abenteurer! - Den Abend verbringen wir wieder am Hafen und lassen uns noch einmal in einem stilvollen Restaurant verwöhnen.

 

27.02.2006

Der letzte Tag unseres Aufenthaltes in Neuseeland ist angebrochen. Um 10.00 Uhr ist Checkout-Time. Da unser Rückflug erst für 18.15 Uhr angesetzt ist, müsssen wir unser Gepäck im Hotel "lagern". Wir bummeln noch einmal durch die Innenstadt und kaufen die letzten Souvenirs. Per Taxi geht es um 14.30 Uhr zum Flughafen. Die Fahrt dauert 45 Minuten. Am Flughafen erwartet uns das übliche Check-In. Danach heißt es Warten auf den Abflug. Es war eine unheimlich schöne, erlebnisreiche Reise; das gute Wetter trug zur positiven Stimmung bei. Wir sind gesund geblieben und es hat keine Autopannen oder Unfälle gegeben. Es wird noch sehr lange dauern, bis die vielen, vielen Eindrücke einigermaßen verarbeitet sind. Doch eines steht jetzt schon für uns fest: Neuseeland ist das "schönste Ende der Welt!" Good-bye, New Zealand! Irgendwann kommen wir wieder!