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San Cristobal und Guatemala


Fr, 13.02.2009

Heute Morgen geht es Dieter wesentlich besser, er ist fieberfrei! Wir haben länger schlafen können, da wir vereinbart haben, dass die Gruppe zunächst ohne uns zum Sumidero-Canyon fährt, der eine gute halbe Autostunde vom Hotel entfernt ist. Hier soll eine Bootsfahrt im offenen Boot durch den Canyon stattfinden - das wäre wahrscheinlich für Dieter mit seiner Erkältung nicht gerade vorteilhaft gewesen. Also lassen wir uns Zeit, frühstücken gemütlich im Zimmer und werden pünktlich um 10.30 Uhr von Raúl, unserem mexikanischen Reisebegleiter, abgeholt und mit einem Taxi zum Reisebus gefahren, wo wir wieder auf die Gruppe treffen, eine vortreffliche Lösung, auch wenn wir den Sumidero-Canyon damit nicht gesehen haben. Kurz nach 11.00 Uhr geht die Busfahrt weiter ins 100 San Cristobalkm entfernte San Cristobal de las Casas. Hier können wir umgehend unser Hotelzimmer beziehen und Dieter wird sich bis zum anderen Morgen auskurieren können, während Anita am Nachmittagsprogramm teilnimmt.

San Cristobal de las Casas liegt im zentralen Hochland von Chiapas auf einer Höhe von 2100 m.Tzotzil Indianerin Ursprünglich hieß das Kolonialstädtchen nur San Cristobal, den Zusatz "de las Casas" erhielt es, um an Bartolomé de Las Casas zu erinnern, einen spanischen Dominikanermönch, der als Bischof von Chiapas in der Kolonialzeit für die Rechte der indigenen Bevölkerung eintrat. Das Bergland um San Cristobal ist hauptsächlich von Mayas vom Maya-Stamm der Tzotzil bewohnt, die sich noch indigene Traditionen und Lebensweisen in ihren Dörfern bewahrt haben. Die Bewohner dieser Dörfer sprechen Spanisch häufig nur als erste Fremdsprache, wenn überhaupt.

Für die indianische Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Dörfer ist San Cristobal ein wichtiger Marktplatz. Viele der Maya-Nachfahren leben vom Verkauf kunsthandwerklicher Waren an die immer zahlreicher werdenden Touristen. Auch wir machen einen Rundgang über den betriebsamen Markt und erfreuen uns an den farbenfrohen Trachten. Verlaufen kann man sich hier nicht, denn die Straßen des Städtchens sind schachbrettartig angeordnet. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Fassade der Kirche Santo Domingo ist im mexikanischen Barock gehalten.

Hotel Casa MexicanaUnser Hotel "Casa Mexicana" ist im kolonialen Stil gehalten und besitzt einen sehr schönen Innenhof mit Restaurant. Hier nehmen wir auch unser Abendessen ein und danach ist noch genügend Zeit, den Tagesbericht zu vervollständigen, Ansichtskarten zu schreiben und die nötigen Vorbereitungen für die morgige Abreise zu treffen. Denn es heißtPfeil wieder: Aufstehen um 6.00 Uhr, Koffer zur Abholung bereitstellen und ab 7.00 Uhr frühstücken, damit wir rechtzeitig um 8.00 Uhr abfahren können.

Sa, 14.02.2009

"Land des ewigen Frühlings" nennt der Volksmund das guatemaltekische Hochland mit seinen Indianerdörfern und bis zu 3000 m hohen Vulkanen.

Wir kommen von Norden her an die Grenze zu Guatemala, dem Herz der mittelamerikanischen Mayakultur. Der Grenzübergang geht dank langjähriger Erfahrung der Reiseleiterin rasch vonstatten. Auf der anderen Seite erwarten uns Geldwechsler, Händler, Geschäftemacher und Taschendiebe - zumindest werden wir vor ihnen gewarnt! Ein neuer Reisebus erwartet unsGuatemala auch, denn den mexikanischen Bus müssen wir vorher verlassen. Und mit dem neuen Reisebus haben wir auch einen neuen Busfahrer und einen guatemaltekischen Reiseführer, der wieder für die organisatorischen Belange zuständig ist. Zusätzlich werden wir aus Sicherheitsgründen ab sofort von einem Polizeifahrzeug begleitet. Unser heutiges Ziel ist der Atitlan See.

Auf der Fahrt dorthin erleben wir "Guatemala live": Ein LKW hat sich bei der serpentinenreichen Straße durch das Hochland übernommen und blockiert zeitweise die Straße. Es kommt zu einem Stau mitten in den Bergen. Unser Reisebus hat anscheinend Probleme mit dem Getriebe und "verabschiedet" sich alsbald. Doch man sollte die autotechnischen Kenntnisse des Busfahrers nicht unterschätzen. Es gelingt ihm nach kurzer Zeit, den Bus wieder fahrtüchtig zu machen. Bravo! So können wir beruhigt den Ausführungen der Reiseleitung über Guatemala zuhören:

Der größte Teil der guatemaltekischen Bevölkerung führt auch heute noch ein ländliches Leben. Die Maya Guatemalas haben sich ihre kulturelle Identität bewahrt. Viele von ihnen sprechen ihre alten indianischen Sprachen, üben ihre alten religiösen und kulturellen Bräuche aus und führen die handwerklichen Traditionen ihrer Vorfahren fort. In Guatemala herrscht ein starkes Gefälle zwischen Armut und Reichtum, was mit ein Auslöser für die Spannungen und die Gewalt in der Geschichte Guatemalas war.

Rund 60% der Guatemalteken sprechen spanisch, hinzu kommen viele Maya-Sprachen, die teilweise starke regionale Unterschiede aufweisen. Insgesamt werden in Guatemala 23 verschiedene indigene Sprachen gesprochen, davon 21 Maya-Sprachen.

Guatemalas Nationalvogel ist der Quetzal - ein grün- und scharlachrot gefärbter Vogel, der auf Grund von Abholzung und Wilderei leider beinahe ausgestorben ist. Jaguar, Ozelot, Puma und Tapir haben bisher zwar überlebt, sind aber selten zu sehen. Der Quetzal ist auch die Währung von Guatemala (1 €= 10,187 GTQ / Stand Febraur 2009). Die Autokennzeichen zeigen den Großen Jaguar-Tempel in Tikal.

AutokennezichenQuetzal

Als Eroberer des Landes gilt Pedro de Alvarado. 1524 unterwarf er im Auftrag von Hernan Cortés die Reiche der Quiché und Cakchiquel, indigener Völker Guatemalas, die zur Großgruppe der Maya gehörten.

Am Abend erreichen wir unser Hotel "La Riviera de Atitlan", welches direkt am Ufer des Atitlan SeesPfeil liegt, von welchem wir allerdings nicht mehr viel sehen, da es schon dunkel ist. So sind wir auch froh, dass wir uns nach dem langen Reisetag und dem gemeinsamen Abendessen in unser Hotelzimmer zurückziehen können.