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Mexikanische Impressionen

Sa, 07.02.2009

Gestärkt mit einem guten Frühstück im Hotel "Galeria Plaza" - das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen - starten wir zu unserer ersten Besichtigungstour. Vorher wird noch die Sitzplatzordnung im Bus geregelt, wie das bei Studiosus so üblich ist.

Vom Hotel aus geht es über das Stadtviertel Zona Rosa und die repräsentative, schnurgerade Prachtstraße Avenida Paseo de la Reforma vorbei am Zocalo, den wir morgen näher besichtigen, zum Nationalmuseum. "Museo Nacional de Antropología" ist Lateinamerikas größtes Museum. Es Sonnensteinzeigt die Kultur und Geschichte von Mexikos Ureinwohnern. Besuchermagnet ist der Saal de Mexica an der Stirnseite des Museums mit dem tonnenschweren "Aztekenkalender" oder "Sonnenstein". 4 m Durchmesser hat der gewaltige Monolith und 1 m dick ist er. In seiner Mitte sehen wir den Sonnengott Tonatiuh, ein Ring mit 20 Feldern symbolisiert die Tage des aztekischen Monats, der Stein insgesamt erzählt die Geschichte der Welt – der fünf Zeitalter der Menschheit, in derem letzten wir leben. In der aztekischen Mythologie forderte der Sonnengott als Nahrung menschliches Blut. Um dies im Sonnenstein zu symbolisieren, wird der Sonnengott mit einer Zunge in Form eines Ritualmessers und Klauen auf beiden Seiten, die menschliche Herzen halten, dargestellt.

Monumentale Stelen, Tempelfresken und Kriegerfiguren, Hunderte von Keramikarbeiten und dasGrab 104 aus Monte Alban Gold, nach dem die Eroberer suchten, alles im Museum basiert auf archäologischen Funden aus der Region. Sozusagen in der "Unterwelt" des Museums, in einer Gruft, sehen wir Grab 104 aus Monte Alban. In einem weiteren Saal sind kolossale Basaltköpfe, Olmekenköpfe, zu sehen. Der Besuch des Museums ist in jedem Fall ein unbedingtes "Muss"!

Nach einer kleinen Erfrischung im Museumsrestaurant fahren wir zur Casa Azul, dem blauen Haus der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907 - 1954) im Stadtteil Coyoacan.

Museo Frida KahloFrida Kahlo wurde hier geboren, als Sechsjährige erkrankte sie an Kinderlähmung und behielt nach langem Krankenlager ein kürzeres rechtes Bein zurück. 1925 wurde sie bei einem Busunglück schwer verletzt, als sich eine Stahlstange durch ihr Becken bohrte. Von da an musste sie ihren Alltag immer wieder liegend und in einem Stahlkorsett verbringen. Entgegen allen medizinischen Erwartungen lernte sie wieder laufen, sie litt aber ihr ganzes Leben unter den schweren Schädigungen durch den Unfall. Das Malen wurde zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. 1929 heiratete sie den mexikanischen Maler Diego Rivera, damals 43 Jahre alt und bereits weltberühmt durch seine riesigen politisch-revolutionären Wandbilder. Leider durfte man im Haus nicht fotografieren. Dort stehen ihre Staffelei, der Rollstuhl, das Bett mit dem Spiegel im Baldachin, in dem erste Selbstporträts entstanden und viele persönliche Gegenstände. Markt Coyoacan

Nach dem Museumsbesuch lernen wir im Stadtteil Coyoacan einen einheimischen Markt kennen. Das Angebot an Gemüse, Obst, Fleisch und diversen anderen Sachen ist gewaltig, das Gedränge ebenfalls. Danach haben wir Gelegenheit zu einem kleinen Bummel über den Marktplatz, bevor wir uns wieder gemeinsam am Bus treffen und zum Hotel zurückfahren. Obwohl in Mexiko-City ein gemeinsames Abendessen nicht vorgesehen ist, schlägt Frau Sievers ein mexikanisches Restaurant in Hotelnähe vor. Dieses Angebot wird gerne angenommen, zumal wir die in Spanisch verfasste PfeilSpeisekarte dann übersetzt und erläutert bekommen! Ein angenehmer Tagesabschluss!!