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Mayazentrum Palenque


So, 22.02.2009

Heute ist ein langer Reisetag, ca. 400 km. Von Flores geht es über El Petén zur mexikanischen Grenze. Hier müssen wir erneut nach Mexiko einreisen, was dank Frau Sievers völlig problemlos verläuft. Unsere Route führt uns weiter nach Palenque ins schöne Hotel Cuidad Real, wieder ein tolles Hotel zum Relaxen für die späten Nachmittagsstunden.

Mo, 23.02.2009

Unser heutiges Reiseziel sind die Ruinen der Stadt Palenque, die an den sanften Hügeln der AltosWaldweg de Chiapas, am Rande der Selva Lacandona, etwa 10 km von dem heutigen Stadtzentrum entfernt liegen. Die Ausgrabungsstätte liegt im dichten Dschungel. Vom Eingangsbereich führt ein Waldweg zu den Ruinen.

Auf dem Höhepunkt der klassischen Phase zählte Palenque zu einem der mächtigsten Königreiche. Palenque ist berühmt für seine eleganten Gebäude, üppigen Ornamente, seine Stockverzierungen und Schnitzereien, mit denen kunstfertige Handwerker die Tempel verzierten.

Hier wurden einige der aufschlussreichsten Schriftzeugnisse gefunden, die den Forschern die Aufschlüsselung der Sprache ermöglichten.

Auf einer Fläche von 100 mal 80 Metern erhebt sich der größte architektonische Komplex von ganz Palenque: der Palast. Er wurde vermutlich in mehreren Phasen mit einer Bauzeit von insgesamt rund 120 Jahren errichtet.

Die Palastanlage bestand aus einem komplizierten mehrstöckigen Labyrinth aus Innenhöfen, engen Gassen und Räumen, die als Verwaltungs- und Wohngebäude dienten. Die Größe der Räume wurde durch einen spitzbögigen Gewölbebau begrenzt, den die Maya, im Gegensatz zu den runden römischen Formen, benutzten. Die Ingenieure konstruierten Aquädukte, um frisches Quellwasser zu den Bädern der Adeligen zu leiten.

Ein 4-stöckiger Wachturm ermöglichte tagsüber einen weiten Überblick über das Land bis hin zum Meer, nachts diente er möglicherweise als Observatorium.

Südöstlich des Palastes liegen drei Tempel, die einen offenen Platz begrenzen und zusammen als Kreuzgruppe bezeichnet werden. Alle drei Bauten, der „Sonnentempel“, der „Tempel des Blätterkreuzes“ und der „Kreuztempel“, sind nach demselben Schema aufgebaut. Sie besitzen in Kreuztempelihrem Inneren einen überwölbten Raum, an dessen Rückwand sich ein dreiteiliges Relief befindet. Die Reliefs sind für die Archäologen vor allem aufgrund ihrer sehr langen, in Maya-Hieroglyphen verfassten Texte, und ihrer vielen Kalenderdaten interessant. Neben den Heiligtümern haben die Tempel auch gemeinsam, dass sie alle ein Steildach mit Kamm besitzen und an ihrer Vorderseite eine Treppe aufweisen. Es wird vermutet, dass die drei Tempel der Verehrung der drei Lokalgottheiten, auf welche die HerrscherPfeil der Stadt ihre Abstammung zurückführten, dienten.

Einer der berühmtesten Könige, der Palenque regierte, bestieg den Thron im Alter von 12 Jahren und regierte bis ins für damalige Verhältnisse hohe Alter von 68 Jahren: Pacal. Ungewöhnlich ist, dass vor ihm nicht sein Vater, sondern seine Mutter regierte.

In den Jahren seiner Regentschaft gab er die größten Bauwerke der Stadt in Auftrag. 1952 entdeckten Archäologen im Tempel der Inschriften eine geheime Treppe, die viele Stockwerke hinab Tempel der Inschriftenzu einer Krypta führte, die über tausend Jahre verborgen gewesen war. Hier war die Grabkammer Pacals, der Fund eine archäologische Sensation! Der König war in einem gewaltigen, 25 t schweren Sarkophag beigesetzt worden, dessen Ausmaße so gewaltig waren, dass eigens dafür eine Pyramide gebaut werden musste, nach Archäologen Meinung ein Bauwerk von unvergleichlicher Einzigartigkeit. Am Eingang zur Grabstätte wurden die Überreste von 5 Ritualopfern gefunden. Man hatte Pacal zusammen mit dem königlichen Schatz begraben. Sein Gesicht bedeckte eine Maske aus Jade und Obsidian. Auf den Seiten des Sarkophags ließ Pacal die Porträts seiner Vorfahren, einschließlich die seiner Mutter und Urgroßmutter, einfassen. Beide regierten zu ihrer Zeit als Könige das Land, eine ziemliche Seltenheit in der Welt der Maya.

Das Grab Pacals wurde von einer 5 t schweren Platte aus Kalkstein bedeckt, auf der die Abbildung von Pacal im Augenblick seines Todes zu sehen ist: Er liegt im weit aufgerissenen Rachen der Unterwelt Xibalba. Die Grabkammer selbst gilt dabei als Teil der Unterwelt. Da die Grabpyramide ja ein heiliger Berg ist, befindet sich Pacals Sarg sozusagen "unter der Erde", in Xibalba. Unter Pacal liegt ein Totenschädel, auf dem sich eine Opferschale mit dem Sonnensymbol befindet - der bildhafte Ausdruck der Hoffnung, Pacal möge, wie die Sonne, die Finsternis des Todes überwinden. Über Pacal richtet sich kreuzförmig der Weltenbaum - Wacah Chan - auf, auf dem der Himmelsvogel sitzt.

Pacals erster Sohn, Chan-Bahlum, der erst mit 43 Jahren den Thron bestieg, ließ zu Ehren seiner Krönung 3 weitere Tempel bauen. Auf einer Darstellung im Tempelinnern des Kreuztempels begegnet er seinem Vater in der Unterwelt und empfängt dort die Symbole der Macht.

Über 400 Jahre regierte diese Königsdynastie das Land.

PalenquePalenque

Bei unserem Rundgang treffen wir auf zahlreiche Händler, die Bildrollen aus Leder mit Darstellungen aus der Welt der Maya verkaufen. Wir haben eine solche Rolle gekauft und sie zu einem Vielfachen ihres Kaufpreises zu Hause in einem Fachgeschäft rahmen lassen. Die Bildrolle zeigt Reliefs aus dem Kreuztempel in Palenque. Im Mittelteil, der im Inneren der Cella (pib na = Haus der göttlichen Hitze) abgebildet ist, sieht man den Sohn Pacals - Thronfolger Chan-Bahlum - wie er in der Unterwelt von seinem Vater die Insignien der Macht erhält. Das beigeschriebene Datum nennt umgerechnet den 10. Januar 690 n.Chr.Priester

Pakal als BallspielerDer linke Part ist außen an der Cella (dem kleinen Steinhaus im Inneren des Kreuztempels) links zu sehen und zeigt den (verstorbenen) König, oder eventuell auch seinen Sohn, als Ballspieler
Der rechte Part ist außen an der Cella rechts zu sehen und zeigt den Gott L bzw. seinen Schamanen/Priester, den alten Gott der Unterwelt mit einer Zigarre in der Hand, einem Jaguarfell auf dem Rücken und Tabakblättern auf dem Kopf.

Unser Rundgang endet gegen Mittag. Fuer den Nachmittag steht noch eine ca. 380 km lange Busfahrt in den Bundesstaat Campeche bevor. Campeche nimmt das westliche Drittel der Halbinsel Yucatán ein. Es grenzt im Westen an Tabasco, im Süden an Guatemala und im Nordosten an den Bundesstaat Yucatán. Zu einem großen Teil besteht der Staat aus unzugänglichen Regenwäldern, 525 km führt er direkt am Golf von Mexiko entlang.

Unser Ziel ist das Luxushotel "Tucan Siho Playa". Es befindet sich am Rande der Stadt Campeche auf einer alten Henequera Hacienda des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ein Sandstrand ist unmittelbar am Hotel. Nach unserer Ankunft ist noch genügend Zeit, die exklusive Hotelanlage zu bewundern und zu fotografieren und natürlich ein erfrischendes Bad im Golf von Mexiko zu nehmen. Pfeil

Wir fühlen uns hier ausgesprochen wohl, erfreuen uns an einem schönen Sonnenuntergang und genießen bei einem guten Glas Wein ein vorzügliches Abendessen im Kreise der Reiseteilnehmer.