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Geheimnisvolles Tikal


Fr, 20.02.2009

Unser heutiger Reisetag führt uns wieder zurück über die Grenze nach Guatemala und hinauf in die Hauptstadt. Hier fahren wir mit dem Bus durch das Stadtzentrum, steigen aber aus Sicherheitsgründen nicht aus. Mittagspause ist in einem von Polizei bewachten Restaurant. Anschließend geht es zum neuen modernen Flughafen von Guatemala-City. Ein einstündiger Flug mit TACA (Transportes Aéreos del Continente Americano) in einem modernen Airbus (mit viel Beinfreiheit!) bringt uns am späten Nachmittag nach Flores, dem Ausgangspunkt für unsere morgige Besichtigung von Tikal. In Flores treffen wir gegen 18.00 Uhr ein, werden am Flughafen abgeholt und ins Hotel "Villa Maya" gebracht, wo wir für die beiden nächsten Nächte bleiben.


Sa, 21.02.2009

Heute ist das Frühstück eine halbe Stunde eher angesagt, um 6.30 Uhr, damit wir rechtzeitig um 7.30 Uhr nach Tikal abfahren können, denn dort ist erfahrungsgemäß großer Besucherandrang. Wir werden noch gebeten, bequemes Schuhwerk zu tragen, da wir viel laufen müssen, allerdings größtenteils im Schatten, da hier Dschungel und es somit dicht bewaldet ist. Der Wettergott ist uns wohl gesonnen, blauer Himmel, fast wolkenlos!

Vor Beginn der AusgrabungenTikal liegt im Departamento El Petén. El Petén ist das nördlichste der 22 Departamentos von Guatemala und mit Abstand auch das größte - fast ein Drittel der Fläche Guatemalas. Das Zentrum von Petén ist die Hauptstadt Flores, bei Santa Elena liegt der internationale Flughafen von Flores.

Tikal im Petén Nationalpark ist eine beeindruckende Mayastadt, die uns im Zusammenspiel mit dem Regenwald und der dort heimischen Tierwelt in den Bann zieht. Es ist die Stätte mit den meisten und höchsten Tempelpyramiden, die steil gen Himmel aufragen und die davor liegenden Plätze dominieren. Nach dem Passieren der bewachten Schranke zum Petén Nationalpark begleitet uns der Lärm der Brüllaffen. Aber nur selten sind die Tiere mit dem fast körperlangen Greifschwanz zu sehen. Auch Spinnenaffen, Nasen- und Ameisenbären, 107 Reptilienarten, 350 Vogel- sowie 76 Schlangenarten haben in dem 576 Quadratkilometer großen Areal ein Zuhause gefunden. Angeblich sogar der Quetzal,Pfeil Nationalvogel, Wappentier und Namensgeber der Landeswährung. Er gilt als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit, weil er nur in Freiheit leben kann. Die Maya verehrten den Quetzal als Götterboten.

Einen Überblick über die heutige Anlage verschaffen wir uns beim Betrachten eines Modells imTempel III Eingangsbereich. Ebenfalls hier sind alte Fotos zu sehen, die uns zeigen, wie es vor den Ausgrabungen ausgesehen hat: Tempel, Pyramiden und Paläste waren fast vollständig von der üppigen Vegetation des Regenwaldes überwachsen! Kaum zu ahnen, welche Schätze darunter verborgen lagen!

Im Zentrum Tikals liegt der Große Platz. Er wird in Ost-West-Richtung eingerahmt von den Tempeln I und II, sowie in Nord-Süd-Richtung von der Nord- und der Zentralakropolis. Zwischen Tempel I und der Zentralakropolis liegt der Ballspielplatz, ein weiterer östlich des Tempel I.

Großer JaguarTempel I ragt alsbald im Haupt-Tempelkomplex aus dem Urwald heraus. Der Tempel wird auch Tempel des Großen Jaguars genannt und wurde zu Ehren und als Grab von König Ah Cacau (682-734) gebaut. Ah Cacaus Grabbeigaben enthielten 180 herrliche Jadeobjekte, 90 geschnitzte Knochenstücke mit Hieroglyphen, sowie Perlen und Rochenstacheln, die für den rituellen Aderlass genutzt wurden, sowie Kakaobohnen. Vermutlich hat er auch daher seinen Namen: "König Schokolade". Das Gebäude ist 47 m hoch und umfasst neun große Stufen mit einer einzigen Treppe. Sie führt zum Heiligtum hinauf, das von drei hintereinander liegenden, überwölbten Sälen gebildet wird. Die Pyramide wurde um das Jahr 684 n. Chr. gebaut, also mitten in der klassischen Mayaperiode.

Tempel II liegt genau gegenüber Tempel I. Tempel II, 38 Meter hoch, wurde nach Osten blickend hin zur aufgehenden Sonne errichtet, Tempel I hin zur untergehenden Sonne.

Paläste der EliteBei den Akropolen in Tikal unterscheidet man die Nord-, Süd-, Ost- und die Zentralakropolis. Wir kommen zuerst zur Zentralakropolis, ein riesigerPfeil Komplex von Wohn- und Verwaltungspalästen, in denen die königliche Familie von Tikal und ihre Verwandten lebten, also die Elite. Der Irrgarten von Räumen und Höfen wuchs, als die Menschen in einer Periode von über 200Tempel 5 Jahren immer mehr anbauten bzw. vorhandene Paläste überbauten.

Von der Zentralakropolis haben wir einen schönen Blick auf Tempel V mit massiv gebauter Cresteria. Cresterías sind Aufbauten, die man vorwiegend auf Tempeln aber auch auf Palästen findet. Sie dienen einzig und allein dem Fassadenschmuck und sind oft höher als der eigentliche Tempel.

Die Nord-Akropolis wurde als Begräbnisort für die Herrscher von Tikal über 5 Jahrhunderte, zwischen 1 n. Chr. bis 550 n. Chr., benutzt. Archäologische Studien haben enthüllt, dass die Nord-Akropolis - zusammen mit der der Verlorenen Welt (Mundo Perdido) - das älteste Gebiet ist, an dem sich die ersten Siedler von Tikal niederließen.

Holztreppen führen fast in Serpentinen hinauf zu Tempel IV. Oben angekommen, haben wir einen fantastischen Ausblick auf den Regenwald und die höchsten Tempel. Der Aufstieg lohnt wirklich! Vereinzelt werden hierhin sogar von verschiedenen Reiseveranstaltern Touren zum Sonnenaufgang angeboten!

In Tikal soll es bis zum Untergang der Stadt 39 Herrschergenerationen von einer Dynastie gegeben haben. Gründer der Dynastie war Yax-Moch-Xoc. Irgendwann bestieg Groß-Jaguar-Tatze den Thron. Dessen Bruder und Nachfolger war Rauch-Frosch. Einen Schnute gab es auch. 553 bestieg Herr Wasser den Thron. Und später folgte Zweifach-Vogel. Der schon erwähnte Ah-Cacau kam 682 an die Reihe. Er erneuerte die militärische Stärke von Tikal und machte es zur schönsten Stadt des Maya-Reiches. Herr Ah-Cacau wurde immerhin über 60 Jahre alt, nicht selbstverständlich in damaliger Zeit! Sein Sohn, Herrscher B, trat 743 die Nachfolge an. Um 900 brach Tikal zusammen.

Gegen 14.00 Uhr gibt es ein kleines Mittagessen im Dschungel. Bei einer kleinen Lodge empfängt man uns mit kühlen Tüchern. Die guatemaltekische Agentur ist der edle Spender der mittäglichen Erfrischung. Ein herzliches "Danke"!

Danach geht es zurück ins Hotel, wo vor dem gemeinsamen Abendessen um 19.00 Uhr ausreichendPfeil Zeit für die Benutzung des Swimmingpools gegeben ist. Oder man vervollständigt seine Reiseberichte, damit die vielen Eindrücke wenigstens einigermaßen präsent bleiben!