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Dolomitenrundfahrt: Karersee, Canazei, St. Ulrich


Mi, 24. 09. 2008

Für den heutigen Tag ist eine größere Dolomitenrundfahrt geplant: Bozen - Karer See- Karerpass - Canazei - Sellapass - Wolkenstein - St. Christina - St. Ulrich im Grödnertal. Wir haben früher im Grödnertal wiederholt mit unseren Kindern Urlaub gemacht und wollen uns daher gerne diese Orte noch einmal anschauen.

KarerseeErstes Ziel ist der Karersee. Der Karersee wird als einer der schönsten der vielen Alpenseen angesehen. Er liegt in den westlichen Dolomiten, ungefähr 25 Kilometer von Bozen entfernt im Gemeindegebiet von Welschnofen. Er ist nicht besonders groß: ca. 300 m lang und 130 m breit. Der See ist umzäunt und seine Ufer dürfen nicht betreten werden. Auf einem eingezäunten Pfad kann man um den See herumwandern. Zum Fotografieren sind die Sonnenverhältnisse entscheidend. Die Aufnahmen "wirken" nur mit dem Bergmassiv im Hintergrund.

Über den Karerpass und Pozza geht es Richtung Canazei. Canazei ist heute der renommierteste OrtSellastock des Fassatales. Dank der zahlreichen Wanderwege und Klettersteige ist in dem Ort ziemlich viel Trubel.

Der schönste und spektakulärste Abschnitt unserer "Rundreise" ist die Fahrt über den Sellapass mit einem 360 Grad Panoramablick auf Sella, Langkofel und Marmolata.

Weiter geht unsere Fahrt über Wolkenstein und St. Christina, hübsche Dolomitenorte und Touristenzentren. In St. Ulrich machen wir eine längere Pause und einen ausgedehnten Stadtbummel mit Kaffeepause. Hier waren wir zuletzt Anfang der 90-er Jahre. St. Ulrich ist der Hauptort Grödens, bekanntester "Sohn" des Ortes war der Schauspieler Luis Trenker. Beheimatet ist hier auch das Grödner Kunsthandwerk, insbesondere die Holzschnitzereien.

 

CanazeiSellagruppeSellagruppe

Am Abend kommen wir wohlbehalten an unserer Pension an und machen noch unseren gewohntenPfeil nach oben Spaziergang zum Abendessen in die Meraner Altstadt.

 


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Bozen - Landeshauptstadt von Südtirol

 

Do, 25. 09. 2008

Bozen, die Landeshauptstadt, liegt ca. 32 km südlich von Meran und ist über eine Schnellstraße in einer guten halben Stunde zu erreichen. Man sagt, Bozen habe zwei Gesichter: die Altstadt mit ihren gemütlichen Gasthäusern, schmucken Gassen und Bürgerhäusern und das "neue" Bozen westlich des Flusses Talfer mit pompösen Prunkbauten aus der Mussolini-Zeit, grauen Mietshäusern und dem protzigen Siegesplatz.

Aus obiger Beschreibung lässt sich schnell erkennen, dass wir das "alte" Bozen ein wenig kennenlernen wollen. So haben wir denn auch unser Navigationsgerät auf Parkhäuser am Waltherplatz programmiert.

WaltherplatzDer Waltherplatz liegt zentral in der Altstadt. Die Stufen am Brunnen unter dem Denkmal des Minnesängers Walther von der Vogelweide sind ein beliebter Treffpunkt. Lange Zeit hat man vermutet, der Dichter stamme aus Südtirol, jüngste Forschungsergebnisse lassen aber auf eine Herkunft aus Niederösterreich schließen. Auf dem Platz locken viele Cafés, Bars und Restaurants, wobei der stattliche gotische Dom direkt im Blickfeld liegt. Direkt am Waltherplatz befindet sich auch diePalais Campofranco Touristeninformation, die uns mit einem guten kleinen Stadtplan der Altstadt versorgt, so dass wir uns schnell zurechtfinden.

Vom Waltherplatz gehen wir zunächst in die "Mustergasse". Die Mustergasse ist wohl die "reichste" Straße der Altstadt, denn hier haben die wohlhabenden Vertreter des städtischen Bürgertums im Laufe der Renaissance großartige Paläste errichten lassen: so das Palais Campofranco an der Ecke zum Waltherplatz, das gegenüberliegende Palais Menz - heute Sitz der Banca Intesa BCI und das Palais Pock - früher Sitz des berühmten Hotels "Zur Kaiserkrone" an der Südseite des Musterplatzes.

Die Parallelstraße zur Mustergasse ist die Silbergasse. Sie wirkt besonders malerisch mit ihren charakteristischen Häusern und den sich überschneidenden Dächern und Treppen und bietet einen guten Einblick in die alte Bauweise. Am WaaghausEnde der Silbergasse befindet sch der Kornplatz. Hier wurden früher der Getreide- und Kornmarkt abgehalten. Es handelt sich hierbei um den ältesten Teil der Stadt. Hier stand einst die Burg der Fürstbischöfe von Trient. Das Waaghaus, welches bis 1780 Sitz der öffentlichen Waage war, steht am nördlichen Teil des Platzes.

Vom Kornplatz gehen wir weiter zu Bozens berühmtester Gasse, der Laubengasse, die auch am meisten besucht wird, wie sich leicht feststellen lässt. Schon Goethe soll es hier "wohlbehaglich" gefunden haben. Die auf beiden Seiten der Straße verlaufenden Arkadiengänge beherbergen zahllose Läden, Cafés und Gasthäuser. Man muss hier einfach genüsslich durchbummeln!

Am Ende der Lauben gelangen wir zu einem der Wahrzeichen Bozens: dem Obstmarkt. Neben Türmen von frischem Südtiroler Obst, Gemüse und Blumen können wir gemütlich einen Cappuccino trinken, den Duft des Marktes genießen und das rege Treiben beobachten.

Bevor wir unseren Stadtbummel fortsetzen, sehen wir uns nach einem geeigneten Restaurant für unser Mittagessen um. Wir entscheiden uns für das Restaurant "Weißes Rössl" in der Bindergasse. Wegen der zahlreichen Wirtshäuser mit ihren originellen schmiedeeisernen Zunftschildern ist die Bindergasse eine der typischen Straßen der Bozener Altstadt. Das Lokal ist sehr groß - was man von außen nicht unbedingt vermutet - und ziemlich voll. Aber wir finden schnell noch einen Tisch und lassen uns mit Südtiroler Spezialitäten verwöhnen.

Danach geht es zurück zum Obstmarkt und von dort in die Goethestraße (an der Ecke zur Museumstraße erinnert eine Marmorinschrift an den einstigen "Sonnenwirt", in dem u.a. Goethe, Herder und Kaiser Joseph II. übernachtet haben - leider finden wir diese Tafel nicht!) und in die Museumsstraße mit dem Archäologiemuseum, in dem wohlbehalten der älteste und berühmteste Mann Südtirols liegt, der Ötzi! Natürlich ist hier der Andrang gewaltig. Zu sehen ist der Mann aus dem Eis durch eine kleine Scheibe mit Blick in den Kühlraum. Des Weiteren sind die bei ihm gefundenen Kleidungsstücke und Geräte ausgestellt.

Von der Museumsstraße gehen wir noch zur Talferbrücke und zum Siegesplatz, der aber nicht wirklich toll aussieht und sehenswert ist. Ursprünglich beabsichtigten wir noch, von hier aus zum Schloss Maretsch zu fahren, was auf einer Anhöhe liegt und einen guten Blick auf die Stadt haben soll. Doch der heutige Tag ist wettermäßig nicht so toll, so dass wir dieses Vorhaben aufgeben. Stattdessen bummeln wir von der Brücke wieder zurück Richtung Waltherplatz und treten am spätenPfeil nach oben Nachmittag die Rückfahrt nach Meran an, wo wir dann auch die Rush-Hour zu spüren bekommen! Resumée: Ein Ausflug in die Bozener Altstadt lohnt in jedem Fall!