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Schloss Juval und das Schnalstal


Di, 23. 09. 2008

Heute fahren wir mit dem Auto zunächst nach Naturns. Der Ort liegt ca. 17 km westlich von Meran an der Etsch. Bei Naturns mündet das von Norden kommende enge Schnalstal. Etwas außerhalbSt. Prokulus des Ortskerns liegt das uralte Kirchlein St. Prokulus, auf das in jedem Reiseführer hingewiesen wird und das wir als erstes besichtigen wollen. Hauptsehenswürdigkeit des Kirchleins sind die aus dem 8. Jahrhundert stammenden Fresken im Innern. Sie stellen die ältesten bisher entdeckten Wandmalereien im deutschen Sprachraum dar. Prokulus war ein Bischof aus Verona, er musste im 4. Jahrhundert aus der Stadt fliehen. Mit diesem Ereignis wird der wohl bekannteste Bildausschnitt der Wandmalereien, der so genannte Schaukler (siehe Fotogalerie), in Zusammenhang gebracht.

Für Geschichtsinteressierte: Unmittelbar an der Kirche führt die alte Römerstraße, die Via Claudia Augusta, vorbei, die seit der frühen Kaiserzeit (46 n. Chr.) Italien mit Deutschland verband.

Von Naturns aus fahren wir weiter Richtung Tschars. Unmittelbar nach einem Tunnel und dem Abzweig ins Schnalstal parken wir auf einem Parkplatz vor einem großen Bio-Laden. Von hier geht ein Shuttlebus zum Schloss Juval (Fahrpreis 4€/Person Hin- und Rückfahrt), die Straße ist für Privatfahrer gesperrt, der Shuttlebus verkehrt nur während der Öffnungszeiten des Schlosses.

Schloss Juval ist nur mit Führung (7€/Person) zu besichtigen, der Shuttlebus fährt hinauf bis zu einem kleinen Wendeplatz, die restlichen Höhenmeter müssen in einem 15-minütigen Fußmarsch bewältigt werden. Im Innern des Schlosses darf nicht fotografiert werden, nur außerhalb der Räume.

Schloss Juval wurde im 13. Jahrhundert gebaut und hat schon zahlreiche Besitzer gehabt. Der jetzige Besitzer ist bekannter als das Bauwerk: 1984 hat der Extrembergsteiger Reinhold Messner das Schloss gekauft, renoviert und zu einer Wohnburg umgebaut. In den Monaten Juli und August - so berichtet die Dame, die uns durch das Schloss führt - lebt er hier mit seiner Familie, ansonsten in Meran.

Messner_mountain_museumMessner hat in dem Schloss mehrere Kunstsammlungen untergebracht : Eine umfangreiche Tibetika Sammlung, eine Bergbildgalerie und eine Maskensammlung aus fünf Kontinenten, insgesamt eine sehenswerte Ausstellung, die man sich unserer Meinung nach nicht entgehen lassen sollte!! Außerdem kann man im Expeditionskeller Messners komplette Expeditionsausrüstung anschauen.

Zum Schloss gehören das Weingut "Unterortl", der Biohof "Oberortl" und der "Schlosswirt" direkt unterhalb des Schlosses, der sich für eine Mittagsbrotzeit anbietet! Da das Wetter recht sonnig ist, können wir hier an großen Holztischen im Freien sitzen.

Schloss Juval ist Teil des Gesamtprojektes "Messner Mountain Museum", über das man sich hier näher informieren kann.

Im Bioladen am Parkplatz decken wir uns mit Südtiroler Wein, Marmelade und Honig (Souvenirs) einIm Schnalstal und fahren dann ins Schnalstal. Hier kam vor ca. 5300 Jahren der "Ötzi" durch. 1991 wurden seine sterblichen Überreste zusammen mit ein paar Habseligkeiten im Gletschereis des Similaun gefunden. Wissenschaftler der Universität Innsbruck ordnen ihn einer frühen Siedlungsgruppe im Schnalstal zu.

Wir fahren fast bis zum Ende der Gebirgsstraße, machen einige Fotos und kehren dann zum Kaffeetrinken in einem Berggasthof ein. Am frühen Abend sind wir zurück in der Pension und gehen dann noch einmal zum Abendessen in die Altstadt. Unsere Pension bietet auch jeden Tag ein Abendessen an, man muss sichPfeil nach oben morgens dazu anmelden. Wir machen keinen Gebrauch davon, da wir zeitlich unabhängig sein möchten.