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Dorf Tirol und Schloss Tirol


Mo, 22. 09. 2008

Dorf Tirol liegt auf dem Küchelberg und war namensgebend für das nahegelegene Schloss Tirol, aus welchem jene Grafen von Tirol stammen, die auch dem Land ihren Namen gaben. Von der Altstadt Merans erreichen wir Dorf Tirol bequem mit einem Sessellift in ca. 10 Minuten. (Preis für einfache Fahrt: 2,80€/Person-Stand: Sept. 2008). Wegen des sehr sonnigen, warmen Wetters sind schon viele Urlauber unterwegs. Von der Seilbahnstation gehen wir zunächst ins Zentrum von Dorf Tirol und schauen uns hier etwas um.

Auf den nach Süden ausgerichteten Hügeln und Hanglagen wird Weinanbau betrieben. Dorf Tirol ist Merans "Hausweinberg", die zweitgrößte Weinbaugemeinde mit ca. 63 ha Weinbaufläche. In der Meraner Weinkellerei werden die geernteten Trauben nach Qualität vergoren und zu Wein verarbeitet. Die Hauptsorte ist "Meraner Hügel" oder "Südtirol Meraner", ein gutschmeckender FalknerwegRotwein. Für Dorf Tiroler gibt es auch die Lagenbezeichnung "Küchelberger" oder "Gnaid".

Vom Dorfzentrum gehen wir den "Falknerweg" und haben nach wenigen Schritten einen phantastischen Ausblick auf das mächtige "Schloss Tirol" und darüber hinaus bis weit in das Vinschgau. Links unterhalb befindet sich die romantische "Brunnenburg".

Hans Norman Falkner (1906 – 1988), ein gebürtiger Ötztaler, zählte durch seine Wahlheimat Dorf Tirol zu den Einheimischen. Er ließ 1972/73 diese Promenade erbauen, um die Fußgänger leichter zum Schloss zu bringen. Da Hans Norman Falkner die Promenade zur Gänze finanzierte, wurde sie nach ihm benannt. Zur Erinnerung an den Spender hatSchloss Tirol man am Falknerweg auch ein Denkmal aufgestellt.

Wir gehen auf dieser Promenade zunächst bis zum Schloss Tirol, das wir in einem 30-minütigen Spaziergang erreichen. Hier herrschten die Grafen von Tirol. Als die Residenz zuerst nach Meran und später nach Innsbruck verlegt wurde, verfiel das Schloß zusehends. Erst im 19. Jahrhundert begann man mit der Restaurierung. Heute ist in dem Schloss das Landesmuseum für Kultur und Landesgeschichte untergebracht. Dieses Museum hat allerdings montags geschlossen. Von einer Aussichtsplattform genießen wir einen herrlichen Ausblick.

Unterhalb von Schloss Tirol steht am Abhang die Brunnenburg, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Noch tiefer liegt Schloss Thurnstein, ein Ausflugsgasthaus. Direkt auf unserem Weg liegt zwischen den Schlössern Tirol und Thurnstein das uralte Kirchlein St. Peter, das außen und innen mit romanischen und gotischen Fresken geschmückt ist. Der kleine, idyllische Friedhof neben der Kirche ist ebenfalls sehenswert. Er war lange Zeit die Begräbnisstätte des Weilers Pfelders im hintersten Passeier. Die Toten mussten von dort in einem fast 12-stündigen Fußmarsch zum Friedhof getragen werden. Wer im Winter starb, wurde bis zum Frühjahr in Schnee und Eis eingefroren!

Nur wenige Meter von St. Peter entfernt finden wir in exponierter Lage ein Hotel mit Restaurantbetrieb, wo wir einkehren und uns auf der Sonnenterrasse ein kleines leckeres Mittagessen und eine Tasse Kaffee gönnen. Der Blick in den Vinschgau ist überwältigend.

Nach der Mittagspause gehen wir noch bis zum Schloss Thurnstein und dann auf dem gleichen Weg zurück nach Dorf Tirol. Müde Wanderer können von hier aber auch mit einem stündlich verkehrenden Bus zurückfahren.

Dorf Tirol lebt vom Tourismus. Das ist bei den vielen Hotels, Gasthäusern, Pensionen und Geschäften nicht zu übersehen. Und gerade bei dem heutigen Wetter ist der Ort überlaufen. So genehmigen wir uns noch einen Espresso und ein Pfeil Glas Rotwein und machen uns zu Fuß auf den Nachhauseweg. Der "Tiroler Steig" führt uns hinab bis zur Pfarrkirche St. Nikolaus in der Meraner Altstadt. Wir spazieren noch ein wenig auf der Kurpromenade, schauen uns die Geschäfte an und gehen nach dem Abendessen zurück in die Pension.