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Willkommen in Meran!


Sa, 20. 09. 2008

Meran und das Meraner Land, bekannte Ferienregion in Südtirol, ist unser Reiseziel für einen einwöchigen Kurzurlaub Ende September 2008. In den 80-er und 90-er Jahren (als noch keine Reiseberichte für eine Homepage geschrieben wurden!) waren wir hier und im benachbarten Grödnertal des Öfteren zu längeren Urlauben. Wir wissen also schon vorweg, welch herrliche Landschaft uns erwartet. Trotz aller wirklich negativen Wetterprognosen haben wir sehr sonniges, warmes Spätsommerwetter und können so die Tage in vollem Umfang genießen.

Map


Beim Klick auf das Bild sieht man die Reiseroute: Gauting - Garmisch - Mittenwald - Scharnitz - Zirler Berg - Brenner Autobahn - Ausfahrt Sterzing - Jaufenpass - Meran; Gesamtstrecke: ca. 280 km.

Meran, zweitgrößte Stadt Südtirols nach der Landeshauptstadt Bozen, liegt inmitten eines Talkessels, in den der Vinschgau, das Etsch- und das Passeiertal einmünden. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Etsch und Passer. Sie ist im Norden und Osten von hohen Bergketten geschützt. Diese besondere geographische Lage ist ausschlaggebend für das milde Klima, das eine Vielzahl von mediterranen und subtropischen Pflanzen hier wachsen lässt. Seit dem 19. Jahrhundert ist Meran als Kurort bekannt. Vor allem Lungenkranke finden Linderungen und Heilung in der Passerstadt. Wesentlich zu ihrem Ruhm als Kurort trug auch die damalige Kaiserin Elisabeth von Österreich (*1837 + 1898, "Sisi") bei, die mehrmals zu ausgedehnten Aufenthalten in Meran weilte und an deren Besuche noch heute Vieles erinnert. Dass sich die Menschen - nicht nur der Blut-, sondern auch der Geldadel - seit jeher hier gerne niederließen, bezeugen aber auch die vielen Burgen und herrschaftlichen Anwesen.


Unser Domizil in Meran, welches wir über das Internet gebucht hatten, ist die Pension St. Urban, sehr ruhig im Meraner Villenviertel gelegen.

Wir haben ein geräumiges Zimmer (Bild ) mit schöner Sitzecke, Bad und einem Balkon (2.Stock) mit Blick über die Weinberge und Meran. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig, die Wirtsleute sehr zuvorkommend. Kurzum: Es passt alles und die Pension können wir weiterempfehlen. Für Interessierte hier die Internetadresse: http://www.st-urban.net/

Für die Fahrt lassen wir uns genügend Zeit, um zwischendurch immer wieder auszusteigen und die herrliche Landschaft zu genießen. Wir kommen am frühen Nachmittag in Meran an. Dank des Navigationsgerätes "Tom Tom" ist die Pension schnell gefunden.

WaalwegVon der Pension aus sind es ca. 15 Minuten Gehweg bis zur Altstadt von Meran. Und die wollen wir heute als erstes erkunden. Der Weg führt uns zunächst auf einen sogenannten "Waalweg". Waalwege findet man vor allem um Meran und im Vinschgau. Waale sind sorgfältig angelegte Bewässerungskanäle. Sie leiten das Schmelzwasser der Gletscher ab und führen es über große Entfernungen zu Wiesen und Feldern. Die Bauern des Vinschgaus konnten damit über Jahrhunderte Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung betreiben. Der Waalweg führt automatisch auf den Winkelweg, den wir stadteinwärts bis zum Ende gehen und von dort in den Elisabethpark kommen.

Da Sissi-Statue die kaiserliche Familie - wie schon oben erwähnt - in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts häufig zu Kuraufenthalten nach Meran reiste, wurde der Park Kaiserin Elisabeth gewidmet. Ihr zu Ehren ließ die Stadtverwaltung auch eine Statue aus weißem Marmor aufstellen. Diese „Sisi Statue“ wird von Blumenbeeten eingerahmt und abends angestrahlt.

Wir überqueren die Passer über die Postbrücke und gehen direkt auf das Bozener Tor zu, eines von drei übriggebliebenen Stadttoren der um 1300 errichteten Stadtbefestigung. Bis zum Bau einer Umfahrungsstraße um 1960 rollte der gesamte Verkehr vom Passeiertal und von Dorf Tirol durch dieses Tor in die Stadt.

LaubengasseDas Zentrum der Altstadt ist die Laubengasse, die in keinem Reiseführer unerwähnt bleibt. Mit unzähligen Geschäften, Straßencafés und Restaurants bilden die Lauben zumindest während der Geschäftszeiten den Mittelpunkt der Stadt, nach Geschäftsschluss wird es merklich ruhiger. Die Häuserfassaden in der Laubengasse sind teilweise reich verziert und mit Erkern ausgestattet. Die Straßenseite, die dem Küchelberg zugewandt ist, wird als Berglauben, die der Passer zugewandte Seite wird als Wasserlauben bezeichnet.

Die Laubengasse beginnt am Pfarrplatz, wo die Pfarrkirche St.Nikolaus steht. Hier fallen uns sieben große Uhren auf, die am Turm hängen, an der Ost-, Süd- und Westseite jeweils zwei übereinander. Ein Reiseführer klärt uns über dieses Phänomen auf: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Häuser in der Stadt immer höher und somit konnten die auf halber Höhe angebrachten Turmuhren von vielen Stellen der Stadt aus nicht mehr gesehen werden. Der Turm bot zur Spitze hin noch viel Platz und so wurden die Uhren 15 m nach oben versetzt. Die alten Zifferblätter wurden bei einer Restaurierung des Turms 1977 wieder mit einem Uhrwerk versehen.

Natürlich hat Meran ein Kurhaus und eine wunderschöne, breite Kurpromenade. Eine Wassermauer schützt vor der Passer. Hier entlang zu gehen, lohnt in jedem Fall. Zahlreiche Geschäfte ziehen Käufer an, viele Straßencafés laden zum Verweilen ein. Wir genießen den sonnigen, warmen Tag und gönnen uns einen leckeren Eisbecher. Auch an den folgenden Tagen spazieren wir hier vor allem abends entlang und suchen uns in der Altstadt stets ein schönes Restaurant zum Abendessen. Den sich anschließenden viertelstündigenPfeil nach oben "Nachhauseweg" durch den Elisabethpark, den Winkelweg und entlang des Waalweges empfinden wir dabei als äußerst wohltuend. So lassen wir auch heute den Tag in einem italienischen Restaurant bei einem Abendessen und einem guten Glas Wein ausklingen.