knopf knopf

Meknes und Volubilis



Fr, 27.04. 2007

Wir fahren nach Meknes, der Stadt von Sultan Moulay Ismail, der sie Ende des 17. Jahrhunderts zum Königssitz erhob: Gigantische Stadtmauern, prachtvolle Stadttore und das Grab des Sultans zeugen bis heute von der einstigen Blütezeit. Danach passieren wir die Heilige Stadt Moulay Idriss und besichtigen Volubilis, die größte römische Ausgrabung in Marokko mit gut erhaltenen Bodenmosaiken (UNESCO Weltkulturerbe).

Erster Pferdegestuet Besichtigungspunkt ist der "Haras von Meknes", ein Gestüt des Landschaftsministeriums. Hier werden sowohl edle Araber- wie auch Berberpferde gezüchtet. Marokkaner haben ein besonderes Verhältnis zum Pferd, denn "Allah schenkte seine Gunst den Pferden" und liebevoll werden sie auch "Töchter des Windes" genannt. Die Pilger- und Heiligenfeste werden stets von Reiterspielen begleitet. Einige der größten sind die zu Ehren des Propheten Mohamed in Meknes und des Heiligen Moulay Idriss.

Der gigantische Getreidespeicher von Meknes, "Heri Es GetreidespeicherSouani" genannt, ist das beeindruckendste bauliche Erbe aus der Zeit des Moulay Ismail. Hinter meterdicken Stampflehmmauern konnten Vorräte für zwanzig Jahre gelagert werden. Licht und Luft wurden durch kleine Öffnungen in der Decke zugeführt. Heute stehen noch die gewaltigen Pfeiler ebenso wie die sie verbindenden Querbögen. Sie bieten nach wie vor einen beeindruckenden Anblick.

Mehr Mausoleum Moulay Ismail als irgendeine andere marokkanische Stadt ist Meknes mit einer einzigen Person verknüpft, mit Sultan Mouly Ismail, der die Stadt zu seiner Hauptstadt erkor. In Meknes befindet sich auch das Mausoleum des Mouly Ismail. Die Grabstätte ist ein großer Komplex, der aus zwei Vorhöfen, einer Moschee, einem Denkmal und dem Grab selbst besteht. Den Vorraum der Moschee dürfen normalerweise auch Nichtmoslems betreten, den eigentlichen Grabraum allerdings nicht. Leider war bei unserem Besuch der ganze Komplex gesperrt.

Moulay Idriss ist die heiligste Stadt Marokkos: Zahlreiche Gläubige Moulay Idrisspilgern siebenmal zur Grabstätte Idriss I. und verzichten auf die Pilgerfahrt nach Mekka. Idriss I. , der Begründer der ersten arabischen Herrscherdynastie auf marokkanischem Boden ließ sich nach seiner Flucht aus Arabien in Volubilis nieder, das kurze Zeit, vor der Gründung von Fes, als Residenz diente. 792 wurde er von einem Gesandten des Abbasidenkalifen Harun er-Rachid vergiftet und an Ort und Stelle bestattet. Moulay Idriss liegt ca. 25 km nördlich von Meknes. Wir haben hier eine kurze Mittagspause eingelegt.

Nächster VolubilisBesichtigungsort ist Volubilis. Funde weisen darauf hin, dass der Ort schon im Jahre 25 v. Chr. Bedeutung erlangt hatte. Hier residierte der als römischer Statthalter regierende König von Mauretanien. Im 2. und 3. Jahrhundert erlebte Volubilis eine wirtschaftliche Blüte, zum einen durch Olivenölexport, zum anderen durch die Ausfuhr von wilden Löwen und Leoparden, die für die Zirkusspiele in Rom gebraucht wurden!

Das Ruinenfeld, das wir besichtigen konnten, ist durch einen Drahtzaun abgesperrt. Durch das restaurierte Südosttor ist das Gelände zugänglich. Zu sehen sind Säulen, Skulpturenreste, Simse und wundervolle Mosaiken. Der Rundgang wird durch rote Pfeile erleichtert.

 

knopf knopf

Rabat, die Hauptstadt und zurück nach Casablanca



Sa, 28.04. und So, 29.04. 2007

Wein-, Getreide- und Obstfelder säumen den Weg nach Rabat, der großzügig angelegten Hauptstadt des Landes mit zahlreichen Gärten und Palästen. Wir besichtigen den Königspalast von außen, bummeln durch das romantische Ruinenensemble der Chella und besuchen das Mausoleum der letzten beiden Könige Mohammed V. und Hassan II. Wir fahren weiter nach Casablanca, wo wir auf einer kurzen Stadtrundfahrt auch die riesige neue Moschee Hassan II. sehen. Abschiedsessen in Rick’s Café..

Am frühen Morgen verlassen wir Meknes und fahren über eine Autobahn Richtung Rabat, der Hauptstadt des Landes. Unterwegs machen wir einen Fotostopp in einem Korkeichenwald. Korkeichen sinKorkeiched eine immergrüne Eichen-Art, die bis zu 20 Meter hoch wird und hauptsächlich in Südwest-Europa und Nordwestafrika wächst. Von der Gesamternte werden jedoch nur ca. 10% zur Herstellung von Flaschenkorken verwendet. Der Rest wird für andere industrielle Produkte (Fliesen, Granulate etc.) weiterverarbeitet. Eine Korkeiche braucht nach der Pflanzung 30-40 Jahre bis zur ersten Ernte. Danach kann alle 10 - 14 Jahre erneut geerntet werden. Die Korkbauern achten beim Schälen der Bäume tunlichst darauf, nie mehr als maximal ein Drittel des Baumes abzuernten. Mehr würde dem Baum mehr schaden als nützen. Pro ausgewachsener Eiche kann mit einem Ertrag von ca. 100 - 150 kg gerechnet werden. Kork ist also eine zwar nachwachsende, aber begrenzte Ressource. Strelitzia Augusta

Auf eine weitere botanische Besonderheit stoßen wir vor dem Königspalast in Rabat: eine Strelizia Augusta. Sie gehört zur Großfamilie der Bananengewächse. Die Strelitzia augusta ist in Afrika beheimatet. Sie hat dicke, ledrige, dunkelgrüne Blätter und bildet wunderschöne reinweiße Blüten, getragen von einem großen kahnförmigen, blau - grauen bis blauen Hochblatt.

An Königspalast Rabatder Mündung des Oued Bou Regreg in den Atlantik liegen Rabat und Salé. Auf der südwestlichen Seite des Flusses breitet sich die Hauptstadt aus; auf der anderen Seite des Flusses steht die Schwesterstadt Salé.

Rabat ist seit 1956 Hauptstadt und Regierungssitz des Königs. Das Palais Royal, der Königspalast, darf nicht besichtigt werden. Die gesamte Palastanlage ist mit grünen Ziegeln gedeckt, Zeichen dafür, dass die Herrschaft der Alaouiten-Dynastie auf dem Islam gründet, denn Grün ist die Farbe des Propheten. Vor dem Palast sehen wir zahlreiche Palastdiener - zu erkennen an ihren weißen Djellabas, den gelben Babouschen und roten Tarbouschen.

Das Mausoleum Mohammed V. / Hassan II. wurde 1971 eingeweiht. Es besteht aus einem mit Carrara-Marmor Wache vor Mausoleum verkleideten Betonbau und aus einer Moschee. Mohammed V war ein sehr beliebter König, der Marokko in die Unabhängigkeit führte. Auch Nichtmuslimenach oben dürfendas Mausoleum betreten und sogar fotografieren, allerdings wird die Einhaltung absoluter Ruhe erwartet. Leider war es zur Zeit unseres Besuches wegen hochrangiger Staatsgäste geschlossen.

Der Hassan-Turm ist das Wahrzeichen Rabats. Ein Hassan Turmunvollendetes Minarett und zahllose Säulenstümpfe erinnern daran, dass der Almohadenherrscher Yakoub el-Mansour eine Moschee gewaltigen Ausmaßes zum Mittelpunkt seiner Residenzstadt machen wollte. Die Ende des 12. Jh. begonnene Anlage hätte mit einem Grundriss von 183 x 139 m die zweitgrößte Moschee des Islam nach jener von Samarra (Irak) werden sollen. Nach dem Tod des Herrschers und der Verlegung der Residenz nach Marrakesch gab man die Pläne auf. Doch auch der mit einer Höhe von 44 m nur halb fertige Turm (geplant waren über 85 m) ist beeindruckend. Vor dem Hassan-Turm befindet sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten.

Außerhalb der Almohaden-Stadtmauer liegt die alte Meriniden-Nekropole Chellah. Hier ruhen wir uns nach einem Rundgang durch die Stadt aus, zumal das Wetter sehr schön ist.

Die Meriniden ließen im 13./14. Jh. ihre Nekropole errichten. Abou Youssouf Yakoub (1258-1286) wurde hier bestattet und nach ihm zahlreiche andere Herrscher.

Letzter gemeinsamer Besichtigungspunkt ist die Große Moschee Hassan II. in Casablanca. Dort treffen wir am späten Nachmittag ein. In ihren Dimensionen und Architekturen ist die Moschee einzigartig in der Welt.Moschee HassanII Ein Teil der Moschee ist auf dem Wasser gebaut. Inspiriert wurde König Hassan II, der Vater des jetzigen Königs Mohammed VI., durch einen Vers aus dem Koran: "Gottes Thron war auf dem Wasser". "Guides" in verschiedenen Sprachen klären uns über die Ausmaße der Moschee auf. Der Gebetsraum der Moschee hat eine Fläche von 20.000 m² und kann bis zu 25.000 Personen fassen. Das Dach lässt sich hydraulisch öffnen. Der Waschraum ist von edler Architektur und beinhaltet 41 Brunnen. Das Minarett ist mit 200 m das höchste Minarett der Welt. 2.500 Handwerker und 10.000 Kunsthandwerker haben 6 Jahre lang zwischen 1987 und 1993 an der Fertigstellung der Moschee gearbeitet. Da unser Abflug aus Marokko erst am späten Sonntagabend erfolgte, konnten wir an einer deutschsprachigen Besichtigung der Moschee ( 120 Dirham/Person) teilnehmen.

"Krönender" Ricks CafeAbschluss unserer Studienreise ist ein gemeinsames, sehr stilvolles Abendessen in Ricks Café, jenem berühmten Café aus dem Film "Casablanca", der aber gar nicht hier gedreht wurde!!

Unsere Rundreise durch Marokko, die in Casablanca begann, endet auch hier. Reiseteilnehmer, die mit Royal Air Maroc geflogen sind, verlassen die Gruppe bereits am frühen Sonntagmorgen. Alle anderen Teilnehmer - so auch wir - haben den Sonntag noch zur freien Verfügung, da der Abflug erst in den späten Abendstunden erfolgt. Das Hotel Kenzi Basma ist sehr entgegenkommend und überlässt uns die Zimmer noch bis 20.00 Uhr. Gegen 22.00 Uhr werden wir per Bus zum Flughafen gebracht und die Rückreise nach Deutschland kann beginnen. Resumee: nach obenEine sehr aufschlussreiche Reise, auf der wir ein Stück Marokko hautnah erleben durften. Wir sind voll mit Eindrücken, Wissen und Erlebnissen. Alles in allem eine phantastische, aber auch sehr anstrengende Reise!! Lobenswert die Fülle an Informationen, die wir erhalten haben!! Eine wirklich empfehlenswerte Studienreise!