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Die Dünen der Sahara



Di, 24.04. 2007

In der Todraschlucht erleben wir ein zweites Mal die markante Felslandschaft des Hohen Atlas. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen dem Grün der Oasen und den mächtigen, trockenen Felsen. Tagesziel ist Erfoud, von wo wir am späten Nachmittag einen Ausflug zu den Sanddünen des Erg Chebbi unternehmen.

DieTinerhir Oasenstadt Tinerhir in der Todra-Oase liegt auf einer Höhe von 1400 m an der Straße der Kasbahs. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage war Tinerhir schon immer ein militärstrategischer Stützpunkt, was auch die Glaoui-Kasbah bezeugt, deren Ruinen auf einer Anhöhe die Oase dominieren. Die Todra-Oase gilt als eine der üppigsten in Marokko. Sie hat eine bepflanzte Fläche von 5600 ha, hier gedeihen 200.000 Bäume, darunter 80.000 Dattelpalmen, 65.000 Olivenbäume sowie Mandel- und Apfelbäume. (Info Reiseleiter)

Die Dattelpalme ist die wichtigste Nutzpflanze in der Oasenwirtschaft. Ein Leben ohne Dattelpalmen ist hier undenkbar. Die Pflanze kann bis zu 30 m hoch werden. Sie trägt nach acht bis zehn Jahren die ersten Früchte. Die Blütezeit der Dattelpalme ist der Februar. Die Ernte der Früchte ist im November/Dezember möglich. Zentrum der Dattelverarbeitung ist Erfoud. Marokko steht an 8. Stelle der Dattelproduktion der Welt. Man bezeichnet die Dattel auch als das Brot der Wüste!

Von TodraschluchtTinerhir aus erreichen wir nach kurzer Fahrt die Todra-Schlucht. Die Schlucht ist das Ergebnis der Erosionsarbeit des Todra, der aus dem Hohen Atlas kommt. An der engsten Stelle ist die Schlucht nicht breiter als 10 m. Die Straße, die durch diese Enge führt, kann vom Fluss überspült werden. An der engsten Stelle der Schlucht entspringt eine Quelle, deren Quellgeister nach dem Glauben der Berber unfruchtbaren Frauen Kindersegen schenken. Die Todra-Schlucht ist für uns noch beeindruckender als die Dades-Schlucht.

Auf unserem Weg nach Erfoud begegnen wir einer großen Kamelherde, die einen Fotostopp wert ist. Das Kamel ist für die Wüstenbewohner unentbehrlich und es genießt hohe Wertschätzung. Es hat einen Wert von ca. 1000 € !! Es ist hauptsächlich ein Lasttier; bis zu 50 km/Tag kann es zurücklegen und dabei 150 kg tragen. Das Kamel ist ein Allesfresser, nach obensogar Dornensträucher kann es fressen, wie uns der Reiseleiter glaubhaft versichert. Es passt sich ausgezeichnet den klimatischen Bedingungen an: im Sandsturm schließt es seine Nasenöffnungen; die langen Augenlider schützen zusätzlich. Das einhöckrige Kamel, das uns hier begegnet, bezeichnet man auch als Dromedar. (Das zweihöckrige Kamel ist das Trampeltier).

Auf unserer Weiterfahrt nach Erfoud lernen wir eine Foggara kennen. Eine Foggara Foggaraist ein unterirdischer Kanal zur Bewässerung einer Oase. Der Kanal leitet Grundwasser aus den nahe gelegenen Bergen in eine Oase. Eine einzelne Foggara kann mehrere Kilometer lang sein. Der Aushub, der beim Ausheben der Schächte anfällt, wird aufgeschüttet. So entsteht in der Landschaft eine typische geradlinige Kette von kleinen Hügeln.

In der Gegend um Erfoud werden Fossilien gefunden: Urkrebse, Tintenfische, Kopffüßler, Ammoniten usw. Sie sind schätzungsweise 350 - 400 Millionen Jahre alt. Alle möglichen Gegenstände werden aus dem "Erfoud-Stein" hergestellt: Tische, Erfoud-SteinTeller, Wanddekor, Aschenbecher, Ziereier und vieles mehr. Wir besuchen eine Steinmanufaktur, in der diese Gegenstände hergestellt werden.

Erfoud, 1917 als französischer Militärstützpunkt gegründet, ist heute eine Garnisonsstadt der königlich-marokkanischen Armee. Erfoud liegt inmitten des Tafilalet, der größten Taloase des Landes. Seine Einwohner leben von der Landwirtschaft. Erfoud ist umgeben von Tausenden von Dattelpalmen und etlichen Ksour. Unser Domizil ist das Hotel Salam im Herzen von Erfoud. Dort können wir gegen Mittag einchecken und eine kleine Mittagsrast halten, bevor es um 14.30 Uhr weitergeht über Rissani zum Erg Chebbi.

Rissani gilt als 'Wiege der Alaouiten'. Von hier aus eroberte die noch heute herrschende Dynastie im 17. Jh. das ganze Land. Rissani ist nach Erfoud die größte Stadt des Tafilalet und zugleich wichtiger Marktort. 1 km südöstlich der Stadt befindet sich die Zaouia Moulay Ali Cherifs, das Mausoleum des Gründungsvaters der Alaouiten. Nichtmuslimen bleibt es verschlossen. Wir machen einen Rundgang durch den Garten der Anlage.

EtwaAussenmauer des Ksar 2 km südlich von Rissani erhebt sich der um 1900 errichtete Ksar d'Oulad Abd el-Halim. Er diente in früheren Zeiten einem Statthalter aus der Alaouiten-Familie als Residenz. Der gesamte Ksar, den wir besuchen, ist von Verteidigungsmauern umschlossen, durch die ein monumental gestaltetes Tor nach außen führt. Im Ksar wohnt noch ein einzelner Berber. (Die Mehrzahl von Ksar heißt Ksour).

Am späten Nachmittag kommt nun der eigentliche Höhepunkt des Tages: Die Sanddünen von Erg Chebbi! 53 km südöstlich von Erfoud erstrecken sich die größten und höchsten Sanddünen Marokkos. Zweimal am Tag, kurz vor Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, machen sich Karawanen von Touristen in Geländewagen auf den Weg in die Sahara, um die scheinbar endlose Wüste zu erleben. Nur das erste Teilstück der Strecke ist geteert. Das weitaus größere Stück muss auf einer Piste zurückgelegt werden, die für normale Pkws nach oben nicht geeignet ist. Studiosus hat für diesen Trip geländegängige Autos mit Fahrern angemietet. Sie rasen über die Piste und wir werden mächtig hin- und hergeschaukelt!

Am Rand von Erg Chebbi hat man sich inzwischen auf den täglichen Touristenansturm eingestellt, es gibt Restaurants und ein einfaches Hotel. Wer Lust hat, kann sogar im Zelt in den Dünen übernachten. Bereitstehende Kamele warten auf Kundschaft für einen Ritt durch die Dünen. Die Dünen erreichen teilweise eine Höhe von bis zu 100 m und sollten eigentlich bei unterschiedlichem Tageslicht betrachtet werden. Der Kontrast zwischen der dunklen Farbe der Steinwüste und dem Ockerrosa der Sandhügel soll am späten Nachmittag besonders faszinierend sein. Leider versteckt sich bei Sonnenuntergang die Sonne hinter einer Wolkenschicht, so dass wir das Farbenspiel nur erahnen können. Nach Osten reicht der Blick bis nach Algerien.

Die Jeeps bringen uns nach der "Besichtigung" wieder nach Erfoud ins Hotel zurück.


Snaddünen am Erg ChebbiDie Karawane ziehtWarten auf KundschaftScarabäus