knopf knopf

Straße der Kasbahs



Mo, 23.04. 2007

Die Siedlungen an der Straße der Kasbahs sind bekannt für die bemerkenswerte Lehmarchitektur der Berber. Wir halten unterwegs immer wieder an und beobachten die Menschen bei ihrer täglichen Arbeit. Von Boumalne aus führt uns ein Abstecher in das wildromantische Tal des Dades. Sehr bizarre Felsformationen hat die Natur hier hervorgebracht.

Die Straße der Kashbas einzige, mit einem eigenen Namen bezeichnete Ferienstraße in Marokko wurde von den Franzosen "Straße der Kasbahs" genannt. Sie zieht sich durch ein Hochplateau mit exotischen Oasenlandschaften, das Tal des Dades. Hauptstrecke ist die West-Ost-Verbindung Ouarzazate - Tinerhir (unser heutiges Ziel) und Tafilalet. Die vielen Berber-Kasbahs, die manchmal etwas abgelegen der Straße zu finden sind, sind aus rotem Stampflehm gebaut und oft dem Zerfall überlassen. In schönem Kontrast zu den rostroten Gebäuden steht das Dunkelgrün der Oasengärten.

Kasbahs sind zum einen Burganlagen innerhalb der Altstadt (Medina), in denen der StadtfürsStraße der Kashbast residierte. Zum anderen sind es Burganlagen außerhalb der Städte, in denen die Berber Schutz fanden vor Überfällen feindlicher Clans und Beutezügen der Nomadenstämme. Je größer die Familie wurde, desto größer wurde die Anlage, so dass sie allmählich zur Festung wurde. Mehrere Hundert Menschen hatten darin Platz. Heute sind viele dieser Wohnburgen verlassen. Der Grund liegt in der Landflucht der Bevölkerung. Damit sind die Kasbahs dem Verfall preisgegeben. Werden sie nicht in absehbarer Zeit restauriert, sind sie wohl für immer verloren!


Blick auf OaseIn den OasengärtenIn den OasengärtenIn den Oasengärten


Nordöstlich vom Siedlungsgebiet der Gloua wohnen im östlichen Hohen Atlas und im Mittleren Atlas die Oase im hohen atlasBeraber. Sie führen auch heute noch ein Leben als Halb- und Teilnomaden. Im Sommer wandert ein Teil der Bewohner mit den Viehherden - ihre Liebe gehört den Ziegenherden, die für sie Reichtum und Wohlstand bedeuten - auf die Bergweiden der Hochtäler, während vor allem Frauen und ältere Stammesangehörige in den Tälern Ackerbau betreiben. Dort befinden sich auch ihre festen Siedlungen. Man sagt den Berabern Rastlosigkeit nach. Blüten mit Olivenzweig

Wir erreichen das Dades-Tal. Es ist eine Hochebene, die im Westen bis Ouarzazate und im Osten bis Er-Rachidia reicht. Das Tal liegt ca. 1600 m hoch und ist - wie unschwer zu erkennen ist - äußerst fruchtbar: Datteln, Oliven, Feigen und Getreide werden angebaut. Die gesamten Siedlungen sind von hohen Mauern umgeben und aus Stampflehm gebaut. Wir können in einem kleinen Ort den Männern bei ihrer Arbeit zusehen: Zunächst wird Lehm angerührt. Beim Anrühren des Lehms werden StrohhDades Schluchtäcksel hinzugefügt, die das Reißen des Lehms verhindern sollen. Die Errichtung der Mauern mit Hilfe von Holzverschalungen geht relativ schnell: Angeblich können drei Leute bequem am Tag 10 m² Mauerwerk aus dem Boden "stampfen". Die Lehmmauern dienen einmal zum Schutz gegen die Hitze des Tages sowie zum anderen gegen die Kälte der Nacht.

Wir durchfahren den Ort Boulmane. Nur wenige Kilometer nördlich von Boulmane beginnt die Dades-Schlucht. Die Straße ist gut befahrbar, nach starken Regenfällen soll sie jedoch oft beschädigt sein. Die ehemalige Piste, die hinter Aït Oudinar anfing, wird zurzeit zu einer geteerten Straße ausgebaut, um die Versorgung der Bergbevölkerung zu erleichtern. Uns erwartet hier eine grandiose Gebirgslandschaft. An der Endhaltestelle für Busse werden wir abgesetzt und fahren mit einem separaten Minibus ein Stück hinauf, um von oben einen tollen Blick in die Schlucht zu bekommen.

Unsere Unterkunft ist das Hotel Kenzi Bougafer in Tinerhir, ein 4-Sterne-Hotel mit allem Komfort. Besonders schön: ein Palmengarten mit exotischen Pflanzen und vielen dunkelroten Rosen.