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Über den Hohen Atlas nach Ouarzazate



Sa, 21.04. 2007

Eine großartige Gebirgsstraße führt in vielen Haarnadelkurven über den Hohen Atlas. Unterwegs genießen wir immer wieder die atemberaubende Aussicht. Auf dem Weg nach Ouarzazate passieren wir Bergdörfer mit hübschen Lehmhäusern. Die malerische Kasbah von Ait Benhaddou (UNESCO Weltkulturerbe) ist als Kulisse in vielen Filmklassikern zu bewundern.

Heute Berberdorfverlassen wir Marrakesch und fahren in südlicher Richtung über den Hohen Atlas. Er ist der größte und höchste Gebirgszug Marokkos und dient als Barriere zwischen den Ebenen des Nordens und der Sahara im Süden. Bis die Franzosen in den 1920er Jahren die Befriedung Marokkos begannen, war das Land Passhöhefast so abgeschieden wie Tibet. Die Feudalherren der Atlasregion beherrschten die drei wichtigsten Pässe des Gebirges, Tizi-n-Tichka, Tizi-n-Test und Imi-n-Tanaout. Die Berberarchitektur in den Bergen zeichnet sich durch Kasbahs und Gemeinschaftskornspeicher aus, eben jene schon erwähnten Agadire. Berberfrauen tragen keinen Schleier und führen die meisten der schweren Arbeiten aus, während die Männer sich dem Handel widmen.

Auf Ait Benhaddou der Weiterfahrt Richtung Ouarzazate, dem heutigen Endziel, machen wir einen Abstecher nach Ait Benhaddou. Diese Kasbah ist die vielleicht berühmteste in Marokko, war sie doch wichtige Komparsin in zahlreichen Filmen wie z.B.Hotel Karam "Lawrence von Arabien" oder "Das Juwel vom Nil". Die engen Gassen der Kasbah ziehen sich den Hügel hinauf. Obwohl sie Weltkulturerbe ist, wird sie immer noch teilweise bewohnt. Den besten Blick auf das Gassengewirr haben wir diesseits des Flusses von einem Café aus, in dem wir vor der Besichtigung zu Mittag essen.

Unser Domizil für zwei Nächte ist das Hotel Karam. Das Hotel ist in feinem Dekor gehalten in typischem südmarokkanischem Stil. Der Pool ist beheizt und der Garten eine Blumenpracht.

 

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Jeeptour in den Hohen Atlas



So, 22.04.2007

Studiosus bietet für den heutigen Tag eine ganztägige Jeeptour in den Hohen Atlas an, die allerdings nicht im Reisepreis enthalten ist ( 45 € / Pers.) Auf einer spektakulären Piste fahren wir durch das Tal des Assif Ounila, vorbei an grünen Gärten und Terrassenfeldern, den Lehmhäusern und Kasbahs der Berber. Im Gebirgsdorf Telouet besuchen wir die verfallene Kasbah der Glaoui.

VoJeeptourraussetzung für die Durchführung dieser Jeeptour sind günstige Wetterbedingungen. Wir haben Glück, die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel. Alle Reiseteilnehmer haben diese Tour zusätzlich gebucht und so "verteilt " sich die Reisegruppe auf 7 Jeeps der Marke Toyota mit Allradantrieb. Von "Straßen" kann bald keine Rede mehr sein, wir fahren über Stock und Stein, nehmen problemlos jede holprige Stelle und durchfahren einige Furten, immer Im Hohen Atlasdie schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas vor Augen. Ein tolles Abenteuer!

Unterwegs wird oft angehalten, sei es, um die eindrucksvolle Landschaft zu bestaunen und im Bild festzuhalten. Manchmal treffen wir aber auch auf Berber, die Souvenirs feilbieten oder gegen Entgelt ein Foto mit um den Hals gelegten Schlangen anbieten.

Auf 1800 m Höhe gelegen, ist die Kasbah von Telouet die bedeutendste der vielen Lehmburgen, die die Glaoui-Familie in der Region hinterlassen hat. Die Glaoui gehörten zu den mächtigsten Feudalherrschern in Südmarokko. Die meisten Kasbahs wurden in ihrem Auftrag errichtet. Thami el-Glaoui, auch der 'Löwe des Atlas' genannt, beherrschte 1912-55 große Teile des südlichen Marokko. 1908 wurde er zum Pascha von Marrakesch ernannt. Während der Protektoratszeit arbeitete der mächtige Fürst mit den französischen Besatzern zusammen. Er befahl seinen Soldaten, auf französischer Seite gegen aufständische Berberstämme zu kämpfen. 1956, kurz vor der marokkanischen Unabhängigkeit, nach obenwarf sich El-Glaoui in Paris Sultan Mohammed V. vor die Füße und bat um Verzeihung. Wenige Monate später starb der einstige 'Löwe des Atlas' in seiner Stammburg.

(Quelle: http://www.zeit.de/1955/44/Der-Pasdia-von-Marrakesch)

Die Kasbah von Telouet entstand Mitte des 19. Jh. Sie wurde in mehreren Etappen zu Kashba von Telouet einer der größten und prächtigsten Lehmburgen des Landes ausgebaut. Bis zum Tode El-Glaouis wohnten in der Anlage etwa 1000 Personen, heute ist sie unbewohnt und dem allmählichen Verfall preisgegeben. Lediglich der prachtvolle maurische Empfangssaal ist noch gut erhalten. Von der Terrasse haben wir eine grandiose Fernsicht über die Gebirgszüge des Hohen Atlas. (siehe auch Fotogalerie!)