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Märchenhaftes Marrakesch



Do, 19.04. 2007 und Fr, 20.04. 2007

Über die westlichen Ausläufer des Hohen Atlas erreichen wir die Königsstadt Marrakesch. Wir schlendern durch die Souks zum Hauptplatz Djemaa el-Fna mit seinem vielgesichtigen Alltagsleben – orientalisches Leben pur! Wir besichtigen das Minarett der ehrwürdigen Koutoubia-Moschee, das Stadttor Bab Agnaou, den Haremsgarten im Bahia-Palast, die Saadiergräber und die Koranschule Ben-Youssouf.

Marrakesch Altstadt(Quellenangabe: www.wissen.de)
Marrakesch
bekannt als "Perle des Südens", liegt mit seinen 850. 000 Einwohnern am Fuß des Hohen Atlas und zählt neben Meknes, Fes und Rabat zu den Königsstädten. Marrakesch ist ein Wort aus der Sprache der Berber und bedeutet möglicherweise "Das Land Gottes" oder "Die über den Atlas geworfene Perle des Südens". Marokko als Bezeichnung für das ganze Land ging aus dem Stadtnamen Marrakesch hervor. Die Stadt wurde 1062 von Yusuf ibn Taschfin (1009-1106), dem Führer der Almoraviden, einer Berberdynastie, deren Heere später Andalusien eroberten, gegründet. Auf Grund der Vielzahl architektonisch bedeutender Gebäude, unter anderem der Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1162, der Kasbah aus dem 12. Jahrhundert und der Ben-Youssouf-Medersa aus dem 14. Jahrhundert, wurde die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Eine der schönsten Gebäude Marrakeschs ist die Koranhochschule Innenhof Ben YoussoufBen Youssef. Die Medersa war einst die größte und wichtigste im gesamten Maghreb.

Ihr ursprünglicher Stil ist weitgehend erhalten und sie ähnelt stark den meridinischen Medersen in Fes. Sie steht auch Nichtmuslimen offen. In ihrer Glanzzeit studierten hier über 900 Schüler Islamische Theologie und Islamisches Recht, 1960 wurde die Schule geschlossen. Den Innenhof betritt man durch ein prunkvolles, reich geschnitztes Portal aus Zedernholz. In der Mitte des Innenhofes befindet sich ein großes, rechteckiges Wasserbecken aus Marmor.

DieSäulen Innehof beiden Längsseiten des Innenhofes werden gesäumt von Galerien, deren Pfeiler einen Aufbau aus geschnitztem Zedernholz tragen. Die Pfeiler sind im unteren Teil bis zu einer Höhe von 1,40 m mit Mosaiken bestückt, darüber befindet sich ein Band aus Ziegeln mit kleinen weißen Zinnen. Im Mittelteil sieht man Gips Stuckatur und im ersten Stock kunstvoll bearbeitetes Zedernholz. Ganz oben erkennt man grün glasierte Ziegel. Gegenüber dem Eingang befindet sich der Gebetssaal, der durch zwei Marmorsäulenreihen in drei Schiffe gegliedert ist. Die Koranhochschulen nahmen Schüler ab dem 13. Lebensjahr auf. Wichtig ist, dass nicht nur begüterte Schüler Zutritt zum Studium hatten.

Ein einheimischer Führer begleitet uns durch das Gassengewirr der Medina und achtet streng darauf, dass keiner verlorengeht, was hier leicht passieren kann. Hier werden alle handwerklichen Produkte Marokkos feilgeboten. Die Gassen der Eisenschmiede sind aufgrund des Lärms kaum zu verfehlen. Bei den Leder Verarbeitern werden Schuhe, Taschen und Gürtel feilgeboten. Die Färber hängen an langen Schilfstangen ihre bunt gefärbten Stoffe auf. Im Souk der Kupferschmiede werden Kupfer- und Messingerzeugnisse angeboten. Teppiche werden in der Halle nördlich der Place Rahba Kedima inmitten eines lauten Durcheinanders versteigert.

Wir verlassen djemaa_el_fna1die Souks und kommen auf den berühmtesten Platz von Marrakesch, den Djemaa el-Fna. Der Platz der 'Versammlung der Hingerichteten', an dem einst die aufgespießten Köpfe der Enthaupteten zur Abschreckung aufgestellt wurden, diente noch bis Anfang der 80er-Jahre des 20. Jh. als Busbahnhof. Inzwischen hat man einen neuen Busbahnhof gebaut, dennoch hat dadurch der Platz seine Anziehungskraft nicht eingebüßt. Frühmorgens wird hier Markt abgehalten. Tagsüber sind Gaukler und Artisten zu bestaunen, abends ist er ein riesiges Freiluftrestaurant. Da die Artisten sich inzwischen auf Touristen eingestellt haben, sollte sich der neugierige Reisende vor dem Gang über den Platz mit genügend Kleingeld eindecken: Für jeden Blick und jedes Foto werden wir hier um ein paar Dirham erleichtert.

Es geht weiter zur Koutoubia-Moschee.

Die Koutoubia-Moschee ist für Marrakesch das, was der Eiffelturm für Koutoubia MoscheeParis und die Freiheitsstatue für New York ist. Ihr Minarett beherrscht die Stadt und ist schon von weitem als Orientierungspunkt sichtbar! Sie ist benannt nach einem früher in der Nachbarschaft angesiedelten Souk der Buchhändler. Die Moschee wurde in den Jahren 1157/58 errichtet, sie gilt als eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Almohadenzeit. Die Gebetshalle bedeckt eine Fläche von 90 x 60 m, in den 17 Schiffen können bis zu 25.000 Gläubige ihrem Gebet nachgehen. Der 77 m hohe, quadratische Turm besitzt auf allen vier Seiten unterschiedlich gestaltete Bogenfenster. Die drei Kugeln bedeuten Allmacht, Allgegenwart und Güte. Ein "Galgen" oben ist nichts anderes als ein Fahnenmast: Zur Gebetszeit werden die Fahnen hochgezogen, damit auch Taubstumme die Gebetszeit erkennen.

Die Palai Bahia ehemalige Residenz der Großwesire Si Moussa und Ba Ahmed - das Palais Bahia - zeigt Pracht und Reichtum eines orientalischen Fürstenpalastes. Wir machen einen Rundgang durch den Palast, die Innenhöfe und die blühenden Gärten. Besonders angetan haben es uns die prunkvollen Deckendekorationen. Einer der schönsten Räume mit reichhaltigen Verzierungen ist das "Zimmer der Favoritin". Für die Fertigstellung des Palais brauchte man 7 Jahre, eine nach marokkanischem Ermessen zu lange Zeit, weshalb man heute im Volksmund noch sagt: Das dauert ja so lange wie der Bahia-Palast!


Palais BahiaPalais BahiaPalais BahiaPalais Bahia


Nächster Besichtigungspunkt sind die Saadier-Gräber, die direkt neben der Kasbah-Moschee liegen. Hier heißt es zunächst in einer langen Besucherschlange anzustehen.

Ahmed El-Mansour, der zweite Saadier-Sultan ließ die Gräber anlegen. Die Gräber waren ausschließlich den Nachkommen des Propheten vorbehalten. Insgesamt fanden hier sieben Sultane und 62 Mitglieder der Saadier-Familie ihre letzte Ruhestätte. Auch Kindergräber befinden sich hier. Das zweite Mausoleum ist kleiner, besteht nur aus zwei Räumen, die einfacher ausgestattet sind. Hier, wie auch im Garten, findet man weitere Gräber von Familienangehörigen und Staatsdienern.

Mit dem Bus fahren wir weiter zu den Menara-Gärten. Das sind Obst- und Olivenplantagen außerhalb der Stadt, die von einer KamelrittStampflehmmauer umschlossen sind. Die Plantagen werden aus einem großen Sammelbecken bewässert, das malerisch wie ein See in der Landschaft liegt. Bereits im 12. Jahrhundert existierten die Menara-Gärten und später im 19. Jahrhundert wurden sie ausgebaut. Sultan Sidi Mohammed ließ einen kleinen maurischen Pavillon mit grünem Ziegeldach für sich errichten. Wer Ruhe sucht, ist hier sicher bestens bedient. "Touristisch" erschlossen sind die Gärten allemal, wie an einem möglichen Kamelritt zu sehen ist!

Außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer legten die Franzosen 1916, zu Beginn In der Ville Nouvelleder Protektoratszeit, ein neues Stadtviertel an: die Ville Nouvelle. Hier befinden sich zahlreiche Hotels und Restaurants, Geschäfte und Banken. Die verkehrsreiche Avenue Mohammed V. verbindet Altstadt und Neustadt.

Hotel Nassimhrend des zweitägigen Aufenthaltes wohnen wir im Hotel Nassim, einem 4-Sterne-Hotel. Das Hotel befindet sich im Herzen des Einkaufsviertels und ist nur einen Katzensprung von den wichtigsten Touristenattraktionen entfernt. Es steht inmitten einer Gebäudegruppe und wirkt von außen sehr stilvoll nach obenund diskret. Die Bar- und Restaurantbereiche haben einen alten, unserer Meinung nach sehr englischen Charme. Über eine Terrasse gelangt man von hier zu einem kleinen Planschbecken.