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Im Anti-Atlas bis Touradannt



Mi, 18.04. 2007

Einst errichtete im Tal der Ammeln das gleichnamige Berbervolk wehrhafte Dörfer. Je nach Tageszeit schillern die umliegenden Granitfelsen in einem anderen Rot. Im Dorf Oumesnat schmiegen sich bäuerliche Wohnungen an den Fels. Am Nachmittag fahren wir aus den Bergen hinab in die Sous-Ebene nach Taroudannt. Wir fühlen uns wie der Sultan persönlich: Unser Hotel war einst Palast des Paschas Glaoui und hat einen wunderschönen andalusischen Garten.

Das heftige Gewitter ist in der Nacht abgezogen. Nach dem morgendlichen Frühstück finden sich alle RDorf im Tal der Ammelneiseteilnehmer pünktlich zur Abfahrt am Bus ein. Unser heutiger Ausflug führt uns zunächst nach Aday, einem kleinen Ort mit ca. 300 Einwohnern. Hier lernen wir Häuser, die für die Bauweise im Anti-Atlas typisch sind, kennen. Wir sind mitten im Tal der Ammeln, einem Berberstamm der Chleu-Berber. Man sagt den Ammeln Fleiß und Geschäftstüchtigkeit nach. Die Kenntnis der französischen Sprache ist groß. Ihr Geld verdienen sie meist in den StäChapeua de Napoleondten und im Ausland. Oft ist der "Herr des Hauses" monatelang im Ausland tätig. Stattliche Häuser, die als Altersruhesitz gebaut sind, zeugen vom Reichtum der Bewohner und sind eine gelungene Synthese zwischen Brauchtum und Moderne.

Die Natur hat hier bizarre Felsen aus Granit geformt, die in der Sonne rosa schimmern. Der bekannteste von ihnen, der Chapeau de Napoléon, erhebt sich 2 km südlich von Tafraoute.


Tal der AmmelnTal der AmmelnTal der AmmelnTal der Ammeln


Was wäre ein Besuch im Land der Berber ohne eine Visite beim örtlichen Teppichhändler? Mit einem landesüblichen "thé à la menthe" werden wir empfangen und in gutem Touristendeutsch in die GeheiBeim Teppichhändlermnisse der Webkunst eingeführt. Wer will, kann noch kräftig um den Preis feilschen - das wird erwartet! - und das gute Stück wird wunschgemäß nach Hause geliefert. So verspricht man es uns glaubhaft. Hier finden sich allerdings noch keine Käufer.

Auf dem Wege nach Tourandannt besichtigen wir einen sogenaZellenagadirnnten Zellenagadir. "Agadir" bedeutet in der Berbersprache so viel wie "befestigter Kornspeicher". Es sind ursprünglich Gemeinschaftsspeicher eines Stammes für Agrarprodukte, aber auch Aufbewahrungsorte für Geld und Schmuck, kurzum, für alles, was wertvoll ist. Agadire sind aus Stein errichtet und mit Lehm verbunden. Sie liegen in der Regel kreisförmig auf einem Felsen inmitten eines von hohen Bergen umstandenen Tals. In reinen Gebirgsgegenden spricht man von Hochagadiren. In allen Fällen sind sie kollektiver Besitz. In abschließbaren Kammern können auch private Dinge untergebracht werden. Burgen solcher Art boten in unruhigen Zeiten stets Schutz vor Überfällen. Daneben waren sie politische und soziale Zentren.

Heute übernachten wir in einem ehemaligen Palast des Paschas El Glauoi. Mohammed V. ernannach obennte ihn zum Pascha von Marrakesch. El Glaoui erweist sich nicht unbedingt als königstreu, wird 1953 von Mohammed V. und seinem Sohn Moulay Hassan, dem späteren Hassan II und Vater des jetzigen Königs Mohammed VI. nach Korsika verbannt. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil stirbt er an Krebs.


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