Marokko -Von Casablanca nach Essaouira

Vorwort

Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen, den afrikanischen Kontinent etwas näher kennen zu lernen. Begonnen haben wir mit einer ausführlichen Rundreise durch das nordafrikanische Königreich Marokko. Für uns stand von Anfang an fest, diese Reise nicht wie sonst gewohnt in Eigenregie durchzuführen, sondern uns einer Reisegruppe anzuschließen. Nach vielen Überlegungen und dem Studium diverser Reiseangebote haben wir uns für den Reiseveranstalter "Studiosus" entschieden und haben dies im Nachhinein nicht bereut. Die Reise war seitens des Reiseveranstalters äußerst sorgfältig vorbereitet, es gab keine unliebsamen Überraschungen! Wohltuend und hier besonders lobend hervorzuheben waren der exzellente Reiseführer, der nicht nur durch fachliche Qualifikation überzeugte, sondern auch ein hervorragender Organisator war. Alle Hotels waren zu unserer vollen Zufriedenheit, bezieht man mit ein, dass Marokko ein Entwicklungsland ist und der Standard nicht unbedingt mit europäischen Maßstäben gemessen werden kann. Ein 4- oder 5-Sterne-Hotel besitzt also nicht immer den deutschen oder internationalen Standard. Zuletzt sei noch erwähnt, dass in der Reisegruppe ein äußerst harmonisches Klima herrschte. Wir waren rundherum zufrieden! Es passte einfach alles!!

Hier sieht man die genaue Reiseroute >>>


So, 15.04. 2007

Die Reise beginnt mit der ICE-Fahrt ab Hauptbahnhof München zum Flughafen Frankfurt. Von hier soll um 21.55 Uhr der Lufthansaflug LH 4116 nach Casablanca losgehen. Studiosus hatte uns für diese Fahrt ein BahFlugticketnticket 1. Klasse (im Gesamtpreis inbegriffen) angeboten. So genießen wir ab 15.30 Uhr eine angenehme Zugfahrt und treffen bereits um 19.00 Uhr in Frankfurt / Flughafen ein. Die Lufthansa hat ihr Terminal geöffnet, so dass wir zügig einchecken können und uns nun noch gemütlich im Flughafen umsehen und in der Käfer-Schenke einen kleinen Imbiss einnehmen können.

Das Boarding und die Sitzplatzsuche funktionieren normal, und der Airbus rollt mit halbstündiger Verspätung (der Besitzer eines Gepäckstücks konnte nicht ermittelt werden) gegen 22.30Uhr vom Gate, um dann 10 Minuten später mit mächtigem Schub in der Luft zu sein. Ein ruhiger, knapp 3 1/2 stündiger Nachtflug bringt uns in die marokkanische Hafenstadt Casablanca, wo wir bereits vom Reiseleiter erwartet werden. Ein Bus steht bereitnach oben zum Transfer in das Hotel Kenzi Basma, wo wir rasch unsere Zimmer beziehen können, um wenigstens für den Rest der Nacht noch etwas Schlaf zu finden. Am anderen Morgen soll nach dem Frühstück um 8.00 Uhr die Rundreise beginnen.


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Die Küste bis Essaouira


Mo, 16.04. 2007

Unsere heutige erste Etappe führt uns an der Küste entlang nach Süden. In El-Jadida begegnen wir der Kolonialgeschichte Marokkos: Das UNESCO Kulturdenkmal erinnert an die portugiesische Besatzung. Am späten Nachmittag bummeln wir durch Essaouira und genießen von der Hafenfestung einen wunderschönen Blick über Medina und Küste.Unser Reisebus

Die Reisegruppe trifft sich pünktlich um 8.00 Uhr zur Abfahrt am bereitstehenden Bus ein. Wir lernen unseren Fahrer Ibrahim und den Busjungen Mustafa, der für die Sauberkeit und die Koffer verantwortlich zeichnet, kennen. Die Sitzplätze werden gerecht verteilt, nach einem festgelegten Modus wird gewechselt, es gibt keine Probleme und die Reise kann beginnen!

UEl Arabianser heutiger erster Reisetag führt an der Küste entlang nach Süden. Tagesziel ist die 370 km entfernte Hafenstadt Essaouira. Bei Azemmour legen wir den ersten Stopp ein. Azemmour erstreckt sich am Ufer des Oued Oum Erabia und ist von ockerfarbenen Stadtmauern umgeben. Die rot gefärbten Wasser des Oued Oum Erabia sind bekannt für ihrEinheimischer Begleitere köstlichen „Maifische" (Alse) - die lokale kulinarische Fischspezialität.

Erster Höhepunkt ist der Besuch der Hafenstadt El - Jadida. Hier begegnen wir der Kolonialgeschichte Marokkos: Die Befestigungen und die Zisterne - ein UNESCO-Kulturdenkmal - erinnern an die Zeit der portugiesischen Belagerung. Man vermutet, dass El-Jadida an der Stelle des phönizisch-karthagischen Stützpunktes Rusisbis im Jahre 460 angelegt wurde, aber es fehlen archäologische Funde, die diese Behauptung belegen könnten. Jedenfalls wurde El-Jadida zur wichtigsten portugiesischen Niederlassung am Atlantik. 1769 eroberten die Marokkaner die Stadt zurück. Juden aus dem nahe gelegenen Azemmour wurden hier angesiedelt.

Heute ist El-Jadida Provinzhauptstadt mit 130.000 Einwohnern.

Bei einem Rundgang in Begleitung eines einheimischen Führers lernen wir die sehenswerte Medina von El-Jadida kennen. Sie ist von einer begehbaren Stadtmauer umgeben. Große Teile der Cité Portugaise sind im Zuge der arabischen Eroberung zerstört worden. Der Reiseführer macht uns auf einzelne, weiß gekalkte Gebäude im typisch portugiesischen Stil aufmerksam.

Auf dem Wochenmarkt in der Medina von El-Jadida decken wir uns mit Brot, Obst und Getränken für eine Mittagsrast ein. In der Lagune vom südlich gelegenen Qualidia machen wir bei strahlendem Sonnenschein Mittagspause. Wer Lust hat, kann ein erfrischendes Bad im Atlantik nehmen. Hier kommt so richtig Ferienstimmung auf! Gepflegte Häuser in Strandnähe zeigen einen deutlich gehobeneren Lebensstil an.


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Auf unserer Weiterfahrt Richtung Essouira begegnen wir zum ersten Mal einem "Marabout". Ein Marabout ist ein islamischer Heiliger. Auch seine Grabstätte wird so genannt. Einige dieser Gräber gMaraboutelten als heilige Stätten. Um die Grabstätten berühmter, überregional verehrter Persönlichkeiten entstanden sehr oft kleine Siedlungen. Einige Marabouts beherbergen in der Nähe des Grabes eine Bibliothek, in der die vom Lokalheiligen und seinen Nachfolgern gesammelten Handschriften aus allen Bereichen der islamischen Wissenschaften aufbewahrt werden. Marabouts sind den Menschen heilig. Auch wenn sie gelegentlich verfallen aussehen, sollte man sie als Nicht-Muslim nicht betreten! Brennofen

Nächster großer Stopp auf unserer Reise ist die Hafen- und Industriestadt Safi, ca. 250 km von Casablanca entfernt. Die Portugiesen gründeten hier eine Handelsniederlassung als eine Art Zwischenstation auf ihrem Weg nach Afrika. Sie gaben den Ort aber alsbald wieder auf wegen ständiger Angriffe der Berber. Safi ist ein bedeutendes Töpfereizentrum Marokkos, das große Teile des Landes mit Keramikarbeiten versorgt. Neben Gebrauchskeramik stellt man hier auch die grünen Dachziegel her, die Moscheen, Medersen (theologische Schulen) und Königspaläste decken.

Auf dem Töpfermarkt fällt uns ein Gefäß auf, mit welchem wir noch öfters auf dieser Reise zTagineu tun haben werden. Die Tajine oder Tagine ist ein rundes, aus gebranntem Ton bestehendes Schmorgefäß. Die Tajine hat einen konischen Deckel und wird zur Zubereitung von Schmorgerichten auf ein Holzkohlefeuer gestellt. Zum Essen wird die Tajine in der nordafrikanischen Küche auf den Tisch gestellt und die Gästenach oben bedienen sich direkt aus dem Gefäß. Das Wort "Tajine" bezeichnet sowohl das Gefäß als auch Gerichte, die in der Tajine zubereitet und angerichtet werden.

Am späten Nachmittag dieses Tages kommen wir in der Hafenstadt Essaouira an. Der Name Essaouira kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Die Vollendete". "Die Perle des Atlantiks", "die schöne Schlafende", wird die Stadt auch liebevoll genannt. Die Stadt ist ein beliebtes Seebad Medina von Essaouira für die Einheimischen, die aus Marrakesch und Umgebung kommen. Die Umgebung der Provinzhauptstadt ist hauptsächlich mit Arganien, Thujen-, Mandel- und Obstbäumen bewachsen. Das örtliche Kunsthandwerk ist spezialisiert auf die Herstellung von Gebrauchs- und Ziergegenständen aus Thujaholz. Die Medina ist noch vollständig erhalten. Die weiß gekalkten zweistöckigen Häuser mit ihren grün und blau gestrichenen Türen und Fenstern erinnern uns an spanisch-andalusische Hotel Sofitel EssaouiraStädte..

Unser erster Reisetag endet in Essaouira in der 5-Sterne-Hotel-Anlage Sofitel. Gegen 20.00 Uhr findet dort ein Abendessen statt, welches Gelegenheit gibt, die Reisegruppe ein wenig näher kennen zu lernen und den Tag bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen.