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Central - Wan Chai - Causeway Bay

Als Hongkong noch britisch war



Sa, 02.11.1996

Für den letzten Tag unseres Hongkong-Aufenthaltes haben wir uns noch einmal den Central District, Wan Chai und Causeway Bay vorgenommen. Die Hongkong-Shanghai Banking Corporation nennt man in der Stadt respektvoll und mit kühlem Unterton einfach "The Bank". Der englische Hongkong BankStararchitekt Norman Forster konstruierte das Gebäude, das 1985 fertiggestellt wurde. Es ist das bis heute (Stand 1996!) teuerste Gebäude der Welt. Es lohnt sich, mit der Rolltreppe in die Schalterhalle hinauf zu fahren und einen Blick auf den gigantischen Lichschacht im Innern zu werfen.

Eine weitere Bank, die ihre Macht demonstrativ zur Schau stellt, ist die Bank of China. Als Krönung der Skyline überragt der Bank of China Tower, der wie ein scharfkantiges Glasprisma aussieht, alle anderen Gebäude. Den Zuschlag für dieses Prestigeobjekt erhielt seinerzeit der chinesisch-amerikanische Architekt I.M.Pei, der bereits bedeutende Aufträge in China erhalten und unter anderem die Pyramide vor dem Louvre in Paris geplant hatte. Pei entwarf einen 70geschossigen Bau, ein schräges Glasprisma aus vier spitzen Dreiecken. Unter Geomantikern ist der Bank of China Tower, mit den Antennen 370 m hoch, sehr umstritten. Die beiden weißen, 55m hohen Antennen, die der Volksmund "Stäbchen" nennt, sowie die vielen Kanten seien ungünstig. Pei ließ die chinesische Tradition jedoch nicht ganz außer acht, denn seine Inspiration für den Bau war angeblich der emporstrebende Bambusstamm.

An der Upper Albert Road liegt das Government House. Die Residenz des Gouverneurs entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im damals sehr beliebten neoklassizistischen Stil, erhielt jedoch später mehrere Anbauten. Jedes Jahr steht der Bevölkerung der Garten der Residenz an einem Samstag im Frühjahr offen. Etwas weiter oberhalb befindet sich der "Zoological and Botanical Garden". Die Briten legten in all ihren Kolonien botanische Gärten an zur Erforschung der einheimischen Pflanzenwelt.

Auf einer kleinen Plattform, direkt am Ufer des Taifunschutzhafens in Causeway Bay und gegenüber dem Excelsior Hotel wird täglich um 12 Uhr mittags ein Salutschuß abgefeuert: Noon Day Gun. DieStadtbummel Hongkong Geschichte geht zurück auf die Begrüßung der Handelsschiffe der Firma Jardine Matheson, die zu den ersten großen und einflußreichen Handelshäusern der britischen Kolonie gehörte. Die Opiumhändler hatten eigene Kanonen und begrüßten die Schiffe ihrer Taipane - heute wurde man Vorstandsmitglieder sagen - mit Salutschüssen. Die britische Admiralität war der Ansicht, das Abfeuern von Salutschüssen stehe allein ihr zu Ehren hoher Offiziere zu. In typisch britischer Manier wurde zur Beilegung des Streits angeordnet, dass Jardine Matheson als Zeitzeichen täglich einen Schuß abzufeuern hatte, und zwar um 12 Uhr mittags.

Unser letzter Besuchspunkt ist der Royal Hongkong Yacht Club. Zahlreiche Boote liegen im Taifunschutzhafen, durch den man Sampantouren machen kann. Ein Sampan ist ein flaches, breites Ruder- oder Segelboot , das in Ostasien auch als Hausboot verwendet wird. Der Name Sampan deutet an, dass es sich um ein Plankenboot handelt, im Gegensatz zu dem aus einem ausgehöhlten Stamm gefertigten Einbaum. Sampans werden meist als Fischerboote und für kleinere Transporte benutzt.

Hier endet unser einwöchiger Hongkong-Aufenthalt. Das Wetter war angenehm warm, teils sonnig. Mit dem ausgesuchten Hotel waren wir zufrieden. Am anderen Morgen sind wir mit Pfeil nach oben dem Flughafenbus, der direkt vor unserem Hotel hielt, zurück zum Flughafen gefahren. Von dort traten wir am 03.11.1996 die Heimreise an. In Frankfurt kamen wir spätabends an, erwischten die letzte Maschine nach München und waren gegen 1 Uhr nachts dann wieder zu Hause.