knopf knopf

 

New Territories - Wong Tai Tempel- 10.000 Buddhas

Als Hongkong noch britisch war



Mi, 30.10.1996

Unser heutiges Ziel sind die New Territories, die westlichen und die östlichen.

New Territories heißen die Gebiete auf dem Festland, die zusammen mit Kowloon und den umliegenden Inseln gegen Ende des 19. Jh. zur britischen Kolonie hinzugefügt wurden. Diese Gebiete bilden einen erstaunlichen Kontrast zur hektischen Stadt Hongkong und wirken in manchen Teilen sehr ländlich. Wichtige Orte sind Sha Tin und Tai Wo .

Wir fahren mit der MTR bis zur Endhaltestelle in Tsuen Wan. Tsuen Wan war bis 1977 ein verschlafenes, nur wenige tausend Seelen zählendes Fischerdorf. Heute leben hier etwa eine Million Menschen!. Als im 17. Jahrhundert Piraten immer wieder dieses Gebiet überfielen, umgaben die Bewohner ihre Dörfer mit Mauern. In jedem Dorf lebten die Mitglieder eines einzigen Klans. Im Dorf Sam Tung Uk lebten die Angehörigen des Chan-Klans. Heute ist dieses Dorf Museum und ist vollständig ummauert. Drei miteinander verbundenen Hallen bildeten den Kern des Dorflebens.

Wong Tai Sin TempelDie S-Bahn ähnliche Kowloon-Canton-Railway (KCR) bringt uns schnellOpfergaben in die östlichen Territories. Hier liegt Hongkongs beliebtester Tempel: der Wong Tai Sin Tempel. Der taoistische Tempel aus dem Jahr 1921 ist einer der bekanntesten und beliebtesten Tempel von Hongkong. An einer belebten Straße und inmitten von Hochhäusern gelegen, bietet er einen beeindruckenden Kontrast im Stadtbild. Die Hongkonger besuchen den Tempel, um Heilung zu erflehen und um sich die Zukunft voraussagen zu lassen.

UrnengräberMit der KCR fahren wir weiter und steigen an der Station Sha Tin aus. Von hier erreicht man sehr bequem den Tempel der 10.000 Buddhas. Schon recht bald sehen wir die 1990 eröffnete Po Fook Ancestry Hall. In der im Stil der Tang-Dynastie gestalteten Anlage sollen einmal 40.000 Urnen mit der Asche Verstorbener aufbewahrt werden. In den Wänden der Ahnenhallen sind unzählige Nischen versenkt, die man zur Aufnahme von Urnen mieten kann. Eine Tafel mit Namen und Bild des Verstorbenen deckt die jeweilige Nische ab. Damit die ewige Ruhe auch unverzüglich beginnen kann, akzeptiert das Verkaufsbüro auch Kreditkarten.

Vor dem die Anlage begrenzenden Zaun führt ein schmaler Fußweg zu den 431 Treppenstufen , dieIn der Tempelanlage der gläubige Buddhist gerne zum Tempel der 10.000 Buddhas hinaufsteigt, da er sich dadurch Verdienste für ein späteres Leben erwirbt. Der Tempel der 10.000 Buddhas wurde 1957 von dem Mönch Yuet Kai gegründet. Er verstarb 1965 . Zu seinen Lebzeiten hatte er geweissagt, dass sein Körper nicht verwesen würde, wenn man ihn hinter dem Tempel in Hockstellung beerdigen würde. Tatsächlich gruben seine Verehrer die Leiche 8 Monate Pagodespäter wieder aus und fanden sie gut erhalten. Sie überzogen den ganzen Körper mit Gold und stellten ihn in einem Gebäude auf der zweiten Tempelebene aus, das heute jedoch meist verschlossen ist.

Der Tempel der 10.000 Buddhas zeichnet sich durch seine hohe Pagode aus, von der man einen guten Ausblick über das umliegende Tal hat, und durch seine zahlreichen Figuren. In der Haupthalle stehen drei große goldbedeckte Buddhastatuen, die von etwa 12.800 kleinen, von Gläubigen gespendeten Buddhas umgeben sind. Der Name 10.000 kommt zustande, weil diese Zahl die größte chinesische Zähleinheit ist und daher auch "sehr viel" oder "unendlich viel" bedeutet. Auf der Terrasse zwischen Halle und Pagode finden sich bunt angemalte Betonfiguren der 18 Luohan, der wichtigsten Schüler Buddhas, sowie eines weißen Elefanten, der Pu Xian, dem Herrscher über das Feuer, dient, so wie der blaue Löwe dem Weisen Wen Shu. Pfeil nach oben

Nach dem Besuch der Tempelanlage fahren wir mit dem Taxi noch einmal auf den Peak, umdie Skyline von Hongkong zu genießen. Ein schönes Abendessen in angenehmer Atmosphäre schließt den Tag ab.